Karate Prüfung zum Grüngurt: Anforderungen und Ablauf

Regelmäßig fallen Shotokan-Gürtelprüfungen an, mit denen das Fortschreiten der Schüler dokumentiert werden soll. An Gürtelprüfungen kann man sehr schnell die Seriosität eines Budo-Vereins oder einer Kampfkunstschule erkennen.

Ablauf einer Gürtelprüfung

Bei einer Gürtelprüfung werden die in den Trainingsbereichen Kihon, Kata und Kumite eingeübten Techniken und Abläufe von mehreren Prüfern geprüft. Hierbei wird auf Sauberkeit, Effektivität und Rhythmus geachtet. Alle prüfungsrelevanten Techniken werden im Training vertieft und bis zu den jeweiligen Prüfungen verbessert. Die Mehrzahl aller Prüfungen können vereinsintern abgelegt werden.

Alle Prüfungsprogramme sind individuell auf die Graduierung abgestimmt und festgelegt. Ein stufenweiser Aufbau der Komplexität und der Summe an Techniken soll dem Karateka das einfache und gezielte Erlernen der zahlreichen Techniken erleichtern. So werden einem Prüfling zu seiner ersten Prüfung im Bereich Kata Formen abgefragt, die nur aus einer einzigen Technik bestehen.

Aus Gründen der Fairness werden bei Kindern Trainingskarten geführt, in denen jede Trainingsteilnahme dokumentiert wird. Erwachsenen wird die Teilnahme nicht mehr erfasst. Wer unnötigen Zweifel hat, kann auch seinen Sensei fragen.

Es gibt keine spezielle Prüfungsvorbereitung. Karate lebt von der Regelmäßigkeit. Verbesserungen im Training werden durch Kontinuität erreicht. Deshalb ist es für den Großteil der Mitglieder vollkommen ausreichend, immer zum Training zu kommen, dann kann man auch seine Prüfung schaffen.

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Wer sich noch unsicher fühlt, hat die Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten, z. B. vor oder nach einer Trainingsstunde oder in einem freien Training.

Prüfungsinhalte im Detail

Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt:

  • Unterstufe (9. - 7. Kyu): In der Unterstufe erlernt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken. Prüfer und Prüfling achten vor allem auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen.
  • Mittelstufe (6. - 4. Kyu): Die Grundtechniken, die jetzt häufig in Kombinationen gezeigt werden, sollen sich von der Grundform zur Feinform entwickeln. Bei der Ausführung der Kombinationen ist wichtig, dass sich die Qualität der Einzeltechnik nicht verschlechtern darf.
  • Oberstufe (3. - 1. Kyu): Die Grundschule der Oberstufe zeichnet sich durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus. Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt Ausdauer zu zeigen.
  • Meistergrade (Dan): Hier steigt nicht nur die Schwierigkeit des Kihon enorm an, sondern auch der Wert der Kata und des Bunkai.

Im Prüfungsbereich des Kampfes (Kumite) wird in den Prüfungen bis einschließlich zum Orangegurt noch Gohon-Kumite, das sind festgelegte Angriffe und Abwehrtechniken, abverlangt. Dagegen wird bereits in den Grün- und Blaugurtprüfungen das Kihon-Ippon-Kumite bis hin zum Jiyu-Ippon-Kumite der Braungurte geprüft. Der erste wirklich freie Kampf muss erst in der Dan-Prüfung (Schwarzgurt-Prüfung) gezeigt werden.

Anforderungen für den Grüngurt (6. Kyu)

Der 6. Kyu trägt den grünen Karate Gürtel und muss überwiegend Kombinationen erlernen, welche langsam die Einzeltechniken verdrängen. Weiterhin müsst Ihr die Kata Heian Sandan beherrschen, eine neue Variante des Kumite lernen und einen neuen Prüfungsteil, die Partnerübung zum Freikampf, vorführen. Diese gehört von nun an zum Prüfungsprogramm dazu.

Die Selbstverteidigung ist ein natürlicher Bestandteil des Karate. Das Erlernen der Sportart soll den Karateka zur Selbstbehauptung und zur Selbstverteidigung befähigen.

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In der Prüfungsordnung wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit auf das Hinzufügen von weiblichen Endungen verzichtet.

Die Bedeutung des Gürtels

Im Wesentlichen hat der Gürtel (jap. Obi) zwei Funktionen: Er ist nicht nur das schließende Element des Karateanzugs, sondern signalisiert auch euren Kenntnisstand über die Kampfsportart.

Gürtelfarben im Überblick

Es gibt die folgenden Farben, aufsteigend nach dem Grad angeordnet:

  • weiß
  • gelb
  • orange
  • grün
  • blau
  • violett (je nach Verband und Dojo werden blau und violett auch gleichwertig verwendet)
  • braun
  • schwarz
  • weiß-rot (nur 10. Dan)

Normalerweise sind Karategürtel aus reiner Baumwolle gefertigt, können in einigen Fällen allerdings auch Seide beinhalten. Für die Haltbarkeit macht das keinen Unterschied, da dem Gürtel während des Karatetrainings keine große Belastung zukommt.

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