Wrestler-Wechsel von WWE zu AEW: Eine umfassende Analyse

AEW hat sich seit seiner Gründung vor etwa zweieinhalb Jahren zu einer bedeutenden Kraft im Wrestling-Business entwickelt. Der Erfolg der Promotion zeigt sich in über einer Million TV-Zuschauern, Arenen mit mehr als 10.000 Plätzen für wöchentliche Shows und einem beeindruckenden Sommer, der durch die Verpflichtung von Daniel Bryan, CM Punk und Adam Cole an Dynamik gewonnen hat. AEW ist eine echte Alternative zum Marktführer WWE und umarmt die Identität als Wrestling-Promotion, was Wrestler anzieht, die Wrestling lieben.

Die Gründer und Strippenzieher von AEW

Das Herzstück von All Elite Wrestling sind die Gründer, EVPs und Strippenzieher, um die sich vor und hinter der Kamera alles dreht. Tony Khan, ein Wrestling-Nerd mit enormer Finanzkraft, konnte von der Idee überzeugt werden. Die Young Bucks, Kenny Omega und Cody Rhodes bringen unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen in die Promotion ein. Bereits vor der Gründung gab es einen unglaublichen Fansupport.

Die Geschichten werden meist über diesen Kern eingeleitet, neue Wrestler ins Produkt eingeführt oder bestimmte Wrestler gepusht. Beispiele hierfür sind der Aufstieg von Darby Allin über die Matches mit Cody, die Einführung von Tag-Teams wie Private Party oder Top Flight durch die Bucks oder die Geschichte zwischen Kenny Omega und Hangman Page. Mit Adam Cole gewinnt die Kerngruppe The Elite neben Kenny Omega einen weiteren starken Einzelwrestler, welcher viele neue Optionen für Erzählungen bietet.

AEW Originals und etablierte Stars

Seit Beginn wurde sich auf die Fahne geschrieben eine eigene Identität zu schaffen. Diese Identität sollte aus Wrestlern bestehen, die vorher noch nicht, oder nur unregelmäßig bei größeren Promotions angetreten waren. Hierfür wurde Christopher Daniels als einer der führenden Talentscouts hinter den Kulissen engagiert. Zu den AEW Originals gehören MJF, Sammy Guevara, Darby Allin, Jungle Boy, Britt Baker und die Dark Order. Eine Besonderheit bilden Chris Jericho und Jon Moxley, die bereits vor AEW Topstars waren und über Jahre den Marktführer geprägt haben. Mit ihnen gelangen AEW aber bereits zu Gründungszeiten richtungsweisende Verpflichtungen zur Legitimation des Projektes.

Ehemalige WWE-Wrestler bei AEW

In den letzten Jahren sind auch ehemalige WWE Wrestler wie Jack Hager, Matt Hardy, Christian Cage, Andrade El Idolo, Brodie Lee, Miro, FTR und Tommy End bei AEW aufgetaucht. Sie alle verbindet ihre Vergangenheit. Ihre Motive sich für einen Wechsel zu entscheiden dürften aber so vielfältig wie ihre In-Ring Charaktere sein. AEW geben sie neben Erfahrung und Hilfe für die jungen Wrestler noch weitere Möglichkeiten.

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Während sich Wrestler wie Andrade, Miro und Black gerade in ihrer Prime befinden und über die nächsten Jahre prominent im Produkt eingesetzt werden können, geben Hardy, Christian und Hager dem Roster mehr Tiefe und können kurzfristig beim weiteren Aufbau helfen. Gute aktuelle Beispiele sind die Beziehung von Christian und Jungle Boy, das Mentoring von Hardy für Private Party und die Storyline zwischen Hager und Wardlow. Mit den nun Verpflichteten CM Punk und Danielson hat man Wrestler um die 40 mit absolutem Main-Event-Status, die jeden Pay-Per-View besser machen, die glaubhaft World Champion sein können und die noch ein paar gute In Ring Jahre haben um die nächste Generation vorzubereiten. Gerade Danielson sollte mit seinen Fähigkeiten im Ring das Wrestling von AEW nochmal auf eine neue Stufe heben.

Wrestling-Legenden als Mentoren und Trainer

AEW hat ein sehr prominentes Portfolio an Wrestling Legenden zusammengestellt. Diese Legenden sind Mentoren wie Sting oder Jake Roberts, Trainer wie Arn Andersen oder Sprachrohr a la Taz, Tully Blanchard oder Chavo und Vickie Guerrero. Sie sind nicht dazu da World Titles zu gewinnen oder im Main Event von PPV zu stehen. Sie sollen langfristig die nächste Generation von Wrestlern aufbauen, formen und vor der Kamera unterstützen. Sie haben eine organische Funktion innerhalb des Rosters und sind nie das Zentrum von Erzählungen.

Kooperationen und Free Agent Bookings

AEW schottet sich nicht ab. Für AEW existieren andere Promotions. Diese werden nicht nur nicht verschwiegen, es wird mit ihnen kooperiert um den Talentepool um die Roster von Impact, NJPW, Triple AAA und NWA zu erweitern. AEW bucht aber auch Wrestler für einzelne Auftritte oder Storylines. Einige dieser Free Agent Bookings sind inzwischen fester Bestandteil des Rosters wie Ricky Starks, Eddie Kingston und Matt Sydal.

Die Bedeutung von Starpower

Es geht nicht nur um gute Matches, es geht vor allem um Starpower. Mit Punk und Bryan hat AEW beides. Sie sind ein Schritt in Richtung Mainstream. AEW gibt WWE-Fans die Möglichkeit, immer mehr anzuknüpfen. Dafür braucht es Top-Wrestler wie Bryan und Punk.

Roster-Management und Rotation

Aktuell wirkt es als hätte ein Großteil des Rosters seine Aufgabe und seinen Platz gefunden. AEW bedient sich geschickter Rotation im TV, hält so viele Wrestler frisch und erzeugt Vorfreude, wenn sie wieder zu sehen sind. Mit dem Start von Rampage hat man seit August insgesamt 4 Produkte auf die sich Wrestler verteilen lassen und für die es Geschichten zu erzählen gibt. Außerdem geht es AEW um das Erzählen von Geschichten und Schaffung von Charakteren auf verschiedenen Ebenen.

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Abgänge und Personalentscheidungen

Gleich drei Männer mit WWE-Vergangenheit scheiden dieser Tage aus dem AEW-Kader aus. In allen drei Fällen enden die Verträge, neue Angebote gibt es nicht. Mark Henry, Arn Anderson und Jake Hager haben die Promotion verlassen. Gründe hierfür sind vielfältig, von auslaufenden Verträgen bis hin zu veränderten Rollen innerhalb der Promotion.

  • Mark Henry verließ AEW nach drei Jahren, in denen er nicht großartig auffiel.
  • Arn Anderson arbeitete zeitweise als Manager von Cody Rhodes und später für Wardlow.
  • Jake Hager tauchte in den frühen Tagen der Promotion bei AEW auf und verstärkte Jerichos Stables.

Mögliche zukünftige Wechsel

Rund um AEW gibt es derzeit mehrere interessante Personalien. Einige Top-Namen könnten sogar vor dem Wechsel zu WWE stehen. Penta El Zero Miedo soll AEW nach Ablauf seines Vertrags verlassen wollen, sein Ziel sei WWE. Sein Bruder Rey Fenix wird ihm erst einmal nicht direkt zu WWE folgen können, da AEW den laufenden Vertrag von Fenix um seine mehrmonatige, verletzungsbedingte Ausfallzeit verlängern will.

Auch die Zukunft von Daniel Garcia bei AEW ist noch nicht entschieden. Sein Vertrag wurde noch nicht verlängert, was WWE als Option für ihn offenlässt. Saraya hingegen bleibt mindestens ein weiteres Jahr bei AEW.

Verletzungen und Ausfälle

Wardlow fällt seit dem Frühjahr aufgrund einer Knieverletzung aus. Die Ärzte wollen noch bestimmen, welche Art der Behandlung mittelfristig die beste sei, um das AEW-Eigengewächs wieder in die Spur zu bringen.

Weitere Personalbewegungen

Miro will weg und am besten sofort aus seinem Deal entlassen werden. Dustin Rhodes hingegen wird voraussichtlich bei AEW bleiben, wo er die ROH-Tag-Team-Titel und die ROH-Sechs-Mann-Tag-Team-Titel hält.

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Shelton Benjamin debütiert bei AEW

Nach MVP taucht auch Weggefährte Shelton Benjamin bei AEW Dynamite auf. Sie scheinen Vorboten eines größeren Personalcoups zu sein. In einem Backstage-Segment gab es erneut eine verbale Konfrontation zwischen MVP und Stricklands Manager Prince Nana. MVP stellte Benjamin dabei drohend als Chef seiner „Beschwerdeabteilung“ vor, an den sich Nana wenden könne, sollte ihm sein Verhalten nicht passen.

Das Auftauchen von Benjamin ist das nächste Indiz, dass sich bald ein größerer Personalcoup bewahrheiten dürfte: Das AEW-Debüt des ehemaligen WWE-Champions Bobby Lashley, der im Sommer wie MVP seinen WWE-Vertrag auslaufen ließ und mit diesem und Benjamin eine Reunion der Gruppierung Hurt Business zu planen scheint.

Jay White meldete sich nach längerer Verletzungspause zurück und nahm Hangman Page ins Visier. Im großen Hauptkampf der Show besiegte World Champion Bryan Danielson Japan-Superstar Kazuchika Okada, nachdem Danielsons frühere Weggefährten vom Blackpool Combat Club auftauchten und Okadas Aufmerksamkeit ablenkten.

TNA und AEW tauschen Talente

Matt Hardy und Mike Santana feiern beim Pay Per View Rebellion Überraschungs-Comebacks bei TNA. Ein Top-Duo ist derweil wohl auf dem Weg zu AEW. Nach seinem Aus bei AEW ist WWE-Legende Matt Hardy zurück an alter Wirkungsstätte. Hardy spielte wieder seinen Kult-Charakter als „Broken“ Matt Hardy, den er bei TNA kreiert hatte. Wie Hardy am Tag nach seinem Auftritt bei X klargestellt hat, hat er keinen festen Vertrag bei TNA unterschrieben und ist weiterhin Free Agent.

Auch Mike Santana meldete sich zurück und gewann - vorgestellt vom als General Manager von TNA auftretenden Santino Marella - ein Match gegen den früheren TNA-Champion Steve Maclin. Santana hatte bei AEW und vorher auch bei Impact ein vielgelobtes Team mit Ortiz gebildet (LAX, Proud and Powerful), die beiden haben sich jedoch real zerstritten, Santana hat schon seit längerem signalisiert, dass er nun als Solo-Wrestler durchstarten will. Er ließ dafür seinen Vertrag bei AEW auslaufen, wo er nicht die gewünschte Perspektive sah.

AEW reduziert WWE-Verpflichtungen

Im Jahr 2024 verzeichnete AEW erstmals einen spürbaren Rückgang bei der Anzahl der unter Vertrag genommenen ehemaligen WWE-Talente. Sean Ross Sapp von Fightful Select berichtete, dass die Company deutlich selektiver bei der Verpflichtung früherer WWE-Wrestler geworden ist. Hintergrund dieser Entwicklung seien Erfahrungen aus der Vergangenheit, bei denen sich einige Neuzugänge im AEW-Umfeld unwohl fühlten und später zu WWE zurückkehrten.

Im Jahr 2024 wurden mit Ricochet, Bobby Lashley, MVP und Shelton Benjamin nur vier prominente Namen mit WWE-Historie unter Vertrag genommen. Während die Verpflichtungen ehemaliger WWE-Stars reduziert wurden, richtete AEW den Blick verstärkt auf Talente aus anderen Wrestling-Ligen. Insbesondere TNA Wrestling und New Japan Pro Wrestling rückten in den Fokus. In den vergangenen Monaten sicherte sich AEW unter anderem die Dienste von Josh Alexander, „Speedball“ Mike Bailey und Kevin Knight.

Neue Titel für die AEW Women’s Division?

All Elite Wrestling steht offenbar kurz davor, seine Womens Division um eine neue Championship zu erweitern. Wie BodySlam berichtet, wurden bereits vor etwa einem Jahr spezielle Tag Team Championship Belts für die AEW Women’s Division fertiggestellt. Die Fertigstellung der AEW Women’s World Tag Team Championship Titel erfolgte laut Bericht zeitgleich mit einem weiteren ungewöhnlichen Titelkonzept: den AEW Father & Son Tag Team Championship Titeln. Diese sollen sowohl von realen als auch von fiktiven Vater-Sohn-Duos ausgekämpft werden.

Verschiedene etablierte Teams wie TayJay, das Duo Skye Blue und Julia Hart, sowie „Timeless“ Toni Storm mit ihrer Partnerin Mina Shirakawa werden regelmäßig als potenzielle Herausforderinnen für solche Titel genannt. AEW-Präsident Tony Khan äußerte sich bereits Anfang des Jahres positiv zur Idee, Women’s Tag Team Titel in das AEW-Gesamtkonzept zu integrieren.

Wrestler Vorherige Promotion Aktuelle Situation bei AEW
Chris Jericho WWE Etablierter Star
Jon Moxley WWE Etablierter Star
Matt Hardy WWE TNA (Free Agent)
Shelton Benjamin WWE Neu bei AEW
Penta El Zero Miedo AEW Möglicher Wechsel zu WWE
Rey Fenix AEW Vertragsverlängerung bei AEW