0.35 Karat Diamant Wert Schätzen: Ein Umfassender Leitfaden

Schmuck zu kaufen ist etwas Schönes und relativ Einfaches. Beim Verkauf hingegen ist fachliche Beratung viel wichtiger - besonders, wenn Edelsteine im Spiel sind.

Manchmal sind Schmuckstücke, die jemand erbt, mehr als bloss wertvoll. Sei es das Collier, das Mutter so gerne trug, oder seien es die Saphir-Ohrstecker, die heute noch funkeln wie einst die Augen der Tante - beide bergen, für Fremde unsichtbar, Gefühle, die unbezahlbar sind. Andere Stücke, die keine solche Anziehungskraft haben, will eine Erbin vielleicht behalten, weil sie hübsch sind, ihr gefallen. Alles andere ist - unabhängig vom Wert - bloss Stein und Metall.

Faktoren, die den Wert eines Diamanten bestimmen

Heute sind die 4Cs der Diamantqualität die universelle Methode zur Bewertung der Qualität eines Diamanten, überall auf der Welt. Die 4C’s sind die Basis: Carat (Karat), Color (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff).

  1. Karat (Gewicht): Das Gewicht von Diamanten und anderen Edelsteinen wird in metrischen Carat gemessen, wobei ein Carat 0,2 Gramm (200 Milligramm) entspricht.
  2. Color (Farbe): Bei weißen Diamanten wird die Farbqualität auf einer Skala von D (farblos) bis Z (leicht getönt) bewertet.
  3. Clarity (Reinheit): Die Clarity-Bewertung bezieht sich auf die Anzahl, Größe, Position und Sichtbarkeit von Einschlüssen und Makeln im Diamanten.
  4. Cut (Schliff): Der Diamantschliff spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Brillanz und des Glanzes eines Diamanten.

Der Einfluss der 4Cs auf den Wert eines Diamanten

Gemäss der 4C-Bewertungsskala können zwei Diamanten mit dem gleichen Gewicht einen unterschiedlichen Wert haben, denn neben dem Gewicht haben auch die restlichen drei C einen Einfluss: Clarity (Reinheit), Color (Farbe) und Cut (Schliff).

Da nur schon ein Bruchteil eines Carat grosse Auswirkungen auf den Preis eines Diamanten haben kann, ist Präzision bei der Messung von höchster Bedeutung. In der Diamantenindustrie ist es deshalb üblich, das Gewicht von Diamanten bis auf einen Hunderttausendstel Carat zu bestimmen und dann auf Hundertstel Carat zu runden.

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Grössere Edelsteine sind viel seltener als kleine, was grosse Diamanten viel wertvoller macht. So ist ein 2-Carat-Diamant einer bestimmten Qualität immer mehr wert als zwei 1-Carat-Diamanten der gleichen Qualität.

Zu flach oder tief geschliffene Diamanten können klein aussehen oder an Brillanz verlieren.

Diamantenfarbe (Color)

Color wird grundsätzlich unterschieden in weisse/clear Diamanten sowie Fancy Color (farbige Diamanten, z.B. Diamantfarbe ist eine bedeutende Eigenschaft, die die visuelle Erscheinung und den Wert eines weißen Diamanten beeinflusst. Bei weißen Diamanten wird die Farbqualität auf einer Skala von D (farblos) bis Z (leicht getönt) bewertet.

Diamanten im Bereich von D bis F gelten als farblos und sind besonders begehrt aufgrund ihrer reinen und strahlenden Erscheinung. G-H Diamanten zeigen nur geringfügige Farbtöne, die für das bloße Auge kaum wahrnehmbar sind und eine ausgezeichnete Wahl für qualitativ hochwertige Schmuckstücke darstellen.

ACHTUNG: über 80% der H Color Lab Grown Diamanten sind brownish was die Brillanz negativ beeinflusst und sie dunkel erscheinen lässt. Auch einige G Colors sind brownish. Grund dafür ist, dass Größe, Form, Schliffqualität und das Vorhandensein von Fluoreszenz die sichtbare Face-up-Farbe beeinflussen können.

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Diamantenreinheit (Clarity)

Diamantreinheit, auch als Clarity bekannt, ist eine entscheidende Eigenschaft, die die Qualität eines Diamanten maßgeblich beeinflusst. Die Clarity-Bewertung bezieht sich auf die Anzahl, Größe, Position und Sichtbarkeit von Einschlüssen und Makeln im Diamanten.

Die Clarity-Skala reicht von ‘Loupe Clean’ (keine sichtbaren Einschlüsse oder Makel unter 10-facher Vergrößerung) bis ‘Included’ (Einschlüsse und Makel sind mit bloßem Auge sichtbar). Diamanten im Bereich von ‘Loupe Clean’ bis ‘VVS’ (Very Very Small Inclusions) weisen minimale Einschlüsse auf, die selbst unter starker Vergrößerung schwer zu erkennen sind.

Empfehlung: Min. «VS» & «eyeclean»

Es gibt keine generelle Regel beziehungsweise keinen bestimmten Reinheitsgrad, der einen augenreinen Diamanten garantiert. “Einschlüsse” = innere Merkmale → im Diamanten eingeschlossen. “Schönheits-Makel” = äussere Merkmale. «Eyeclean» idR. Die Einschlüsse-Arten von Lab-Diamanten gibt es auch bei den Minen-Diamanten. Es sind also nicht verschiedene/andersartige Arten von Einschlüssen.

Diamantschliff (Cut)

Diamantschliff, oft als der wichtigste der 4C (Carat, Color, Clarity, Cut) bezeichnet, spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Brillanz und des Glanzes eines Diamanten. Ein guter Diamantschliff maximiert die interne Lichtreflexion und bringt so die einzigartige Brillanz des Steins zur Geltung.

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Die Schliffgrade reichen von ‘Ideal/Excellent’ bis ‘Poor’. Die Wahl des Diamantschliffs ist entscheidend für die ästhetische Wirkung und den Gesamteindruck des Schmuckstücks.

Empfehlung: «ideal» & «excellent» (bei runden weissen Diamanten), Min. IGI Cut Grades.

Die Planung, die Proportionen, die Präzision des Schliffs und die Details der Ausführung bestimmen, wie brillant, dispersiv und funkelnd der Diamant sein wird. Von allen 4C’s, ist der Cut/Schliff der komplexeste und technisch am schwierigsten zu analysieren.

WICHTIG: IGI’s «Ideal» = besser als GIA Excellent!

Diamant Symmetrie

Wenn ein Diamant asymmetrische Merkmale hat, wirkt sich Symmetrie darauf aus, wie gut ein Diamant mit dem Licht interagiert und wie brillant ein Diamant ist. Ein Diamant mit guter Symmetrie ermöglicht es dem Licht, sich so durch den Diamanten zu bewegen, wie es sollte. Ein Diamant mit schlechter Symmetrie schickt das Licht in fehlerhaften Winkeln durch, was bedeutet, dass das Licht möglicherweise durch den Boden oder die Seiten des Diamanten austritt. Wenn das Licht nicht zurück zum Auge reflektiert wird, sieht der Diamant stumpf aus.

Oftmals wird bei der Entscheidung, einen Rohstein zu polieren, die Beibehaltung des Karatgewichts in den Vordergrund gestellt und die Schliffqualität beeinträchtigt. Der Grund dafür ist, dass ein Diamant mit “guter” Symmetrie (bei 1 Karat Gewicht) marktfähiger und wertvoller ist als ein Diamant mit “exzellenter” Symmetrie (bei 0,96 Karat Gewicht).

Diamant Politur

Wenn die Facetten - die wie kleine Spiegel wirken - klar und glatt sind, reflektieren sie das Licht gut. Ein gut polierter Diamant kann scharfe Reflexionen und unverzerrte Lichtdurchlässigkeit erzeugen.

Damit Ihr Auge keine Polierfehler erkennen kann (nur durch Juwelierlupe ersichtlich) sollten sie Politur «good» oder besser wählen.

Technisch gesehen sind «Excellent» polierte Diamanten länger auf der Polierscheibe mit einer feineren Körnung von Diamantstaub geschliffen worden.

Zertifizierung von Diamanten

Erinnerungsdiamanten sind echte Diamanten, die von allen weltweit anerkannten Gemmologie-Instituten zertifiziert werden können. LONITÉ-Gedenkdiamanten können Echtheitszertifikate vom Gemological Institute of America (GIA) oder dem International Gemological Institute (IGI) erhalten. Diese Zertifikate bestätigen, dass alle LONITÉ Diamanten echte Diamanten sind und bezeugen, dass sie künstlich hergestellt wurden und nicht abgebaut sind.

Die Enttäuschung beim Verkauf von Schmuck

Gehört zum Nachlass teurer Schmuck, sollten sich alle Erbschaftssteuerpflichtigen (wer nicht Ehegatte oder, in den meisten Kantonen, direkter Nachkomme ist) Folgendes überlegen: Eine Versicherungsschätzung beruht auf der Frage, wie viel man ausgeben müsste, um ein vergleichbares Objekt zu erwerben. Eine Erbschätzung dagegen richtet sich danach, welche Summe man beim Verkauf realisieren kann. Und dieser Wert ist fast ausnahmslos niedriger. Darum empfiehlt sich vor allem für Nichtverwandte eine Erbschätzung, damit sie nicht versteuern, was sie beim Verkauf nie erreichen. Eine gerechte Erbteilung garantiert sie in allen Fällen.

Bei gewissen Erbgängen mische sich zur Trauer die Enttäuschung, sagt Peter Isler, Geschäftsführer vom Schmuckmarkt Zürich, einem Familienunternehmen, das bereits seit über 30 Jahren Schmuck ankauft. In einem Fall erwies sich der wertvolle Aquamarin, den Grossmutter zu besitzen glaubte, als synthetischer Spinell, faktisch wertlos.

Auch wenn er Kunden den Wert von echten Diamanten mitteile, schauten manche enttäuscht, schildert Isler. Der Grund dafür ist der verbreitete Irrglaube, dass Schmuck immer eine gute Kapitalanlage sei. Ein Schmuckstück verliert, ähnlich wie ein Neuwagen, bereits beim Verlassen des Ladengeschäftes an Wert. «Occasion» bedeutet nicht grundlos «Gelegenheit».

Wo kann man Diamanten verkaufen?

Neben spezialisierten Geschäften wie dem Schmuckmarkt Zürich sind auch Auktionshäuser ein wichtiger Absatzkanal für getragenen Schmuck. Das Auktionshaus Koller in Zürich versteigert beispielsweise viermal pro Jahr Schmuck, jeweils im März, Juni, September und Dezember. Der grösste Teil des Schmuckes stamme aus Erbschaften, sagt Geschäftsführer Cyril Koller. Objekte einzuliefern ist nach Absprache aber jederzeit möglich. Dort den Wert des Schmucks von Experten schätzen zu lassen, kostet nichts.

Zusammenhang zwischen Gewicht und Grösse bei Brillanten

Wie gross ein runder Brillant aussieht, d.h. wie gross dessen Durchmesser ist, hängt von dessen Gewicht ab. Für gut proportionierte runde Brillanten (siehe Artikel über den Schliff - «Cut») gilt die Beziehung in der Tabelle.

Gewicht (ct) Grösse (Durchmesser in mm)
0.25 4.1
0.50 5.2
0.75 5.9
1.00 6.5
1.50 7.4
2.00 8.2
2.50 8.8
3.00 9.3
4.00 10.3

Diese Beziehung kann aber trügerisch sein, denn sie gilt nur für gut proportionierte Brillanten (was unter gut proportionierten Brillanten genau zu verstehen ist, wird im Artikel über „Cut“ behandelt). Weichen die Proportionen bedeutend davon ab, können Brillanten mit einem bestimmten Gewicht für dieses Gewicht zu klein oder zu gross wirken.