Malte Geppert: Eine Karriere im Judo

In einer neuen Reihe stellt der Deutsche Judo-Bund (DJB) das Präsidium des DJB vor. Judo war schon von Kindesbeinen eine Leidenschaft von ihm.

Frühe Judo-Karriere und Erfolge

Bereits mit fünf Jahren machte er seine ersten Judo-Schritte in Hamburg bei Judo Ikone Gerhard Alpers. Im Juniorenbereich gehörte er der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Han Ho San an. Han Ho San nahm den heutigen Präsidenten u. a. 1985 mit nach Tokio zu einem Nationalmannschaftsturnier, wo er zusammen mit dem damals noch unbekannten Toshihiko Koga als bester Kämpfer ausgezeichnet wurde.

Bereits im Alter von 20 Jahren wurde er Abteilungsleiter eines Vereins, zudem gleichzeitig Judotrainer in zwei Vereinen und Bundesligamanager. Er beendete daraufhin früh seine eigene Leistungssportkarriere. Als Bundesligamanager feierte Thomas von 2016 bis 2018 drei Deutsche Meistertitel mit dem Hamburger Judo-Team.

Ausbildung zum Diplomtrainer

Gemeinsam mit vielen weiteren Sportarten, wie zum Beispiel Bob, Ski, Ringen, Boxen, Reiten und Golf hat Malte Geppert ebenso wie ein weiterer Judoka, Karl-Richard Frey, die Ausbildung absolviert. Beide nahmen in den vergangenen Tagen nach ihrem bestandenen Examen an der Trainerakademie ihre Urkunden als Diplomtrainer des DOSB entgegen.

Das Studium hatte Malte Geppert begonnen, als er noch Landestrainer in Brandenburg war. „Die Ausrichtung des Studiums ist sehr praxisnah. Zwar benötige ich das in meiner jetzigen Position nicht mehr so vordergründig, es hilft mir jedoch dabei, die tägliche Arbeit der Trainer und Trainerinnen besser zu verstehen und zu unterstützen“, sagt er über seine Erfahrungen in seinem Arbeitsprozess.

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Für ihn war im Studium eines der besten Dinge, Einblicke in andere Sportarten zu bekommen und das damit verbundene Netzwerk mit unglaublich tollen Trainer-Persönlichkeiten.

DJB unter Präsident Thomas Schynol

Thomas übernahm das Amt des DJB-Präsidenten nach dem Rücktritt von Daniel Keller. „Mir war sofort klar, dass ich nun interimsweise die Verantwortung übernehmen muss. Wir waren mit unserer Agenda 2024 auf einem guten Weg und aufgrund der Corona Pandemie in sehr unruhigem Fahrwasser.

Die Rahmenbedingungen für das Präsidentenamt waren denkbar schwierig, der DJB befand sich aufgrund der Corona Pandemie in einer finanziellen Notlage und der Judosport in Deutschland lag brach. Unter dem von Thomas als neuen Präsidenten ausgerufenen Ziel „Vom Sportverband zu einem modernen Unternehmen“ hat der DJB seitdem zahlreiche Veränderungsprozesse angeschoben und umgesetzt.

Seit der Satzungsänderung, beschlossen auf der DJB-Mitgliederversammlung im November 2019, und der daraufhin erfolgten Neubesetzung von Vorstands- und Präsidiumsposten, wurden sämtliche Vorstände inzwischen wieder ausgetauscht. Auch von den Ende 2019 gewählten acht Präsidiumsmitgliedern sind noch lediglich drei im Amt.

„Die begonnene Modernisierung des Verbandes schlägt sich in vielfältiger Hinsicht nieder. Neben personellen und strukturellen Änderungen auch mit einer fortschreitenden Digitalisierung des DJB. Ihm ist als Präsident besonders wichtig, den Weg der Agenda 2024 weiterzugehen.

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„Aufgrund der Corona Pandemie und den mit dem ausbleibenden Sportbetrieb einhergehenden finanziellen Verlusten haben wir bei der Umsetzung der Agenda 2024 mindestens zwei Jahre verloren“. So stand statt der Arbeit an der Agenda 2024 der Erhalt der notwendigen Liquidität des DJB und die Finanzen lange an erster Stelle aller Bemühungen.

Mit der Agenda 2024 hat sich das Präsidium vier Ziele gesetzt: Allen voran die Mitgliedergewinnung und den Mitgliedererhalt. Das dritte Ziel fasst er unter den Begriffen Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zusammen.

„Eine gute Kommunikation ist eine schwierige, aber wichtige Aufgabe, der wir uns mehr denn je stellen müssen, um sowohl in der Führung eine gemeinsame Sprache zu sprechen als auch mit den Landesverbänden und Vereinen den Informationsfluss zu sichern. Als viertes Ziel formuliert er den „DJB als Dienstleister“.

Die Übergänge der einzelnen Themen der Agenda sind fließend, das eine Thema bedingt das andere. So verbessert die Digitalisierung sowohl den Bereich der Dienstleistungen des DJB als auch in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.

Finanzielle Herausforderungen und Personalentscheidungen

Angesichts der Budgetkürzung von fast einer halben Million Euro hat der Deutsche Judo-Bund reagiert und neben Einsparungen im Bereich Leistungssport auch eine Verkleinerung seiner Führungsspitze bekannt gegeben. Am Dienstag rückte Johannes Karsch in den Vorstand und wird den DJB künftig gemeinsam mit Michael Bazynski als Doppelspitze führen.

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„Zum einen haben wir in den letzten Jahren enorme Kostensteigerungen erfahren, zum anderen müssen wir nun mit erheblich weniger Fördermitteln auskommen“, sagt Verbandspräsident Thomas Schynol: „Nach der Trennung von Frank Doetsch und dem Abschied von Malte Geppert zu Beginn des Jahres wird der DJB aktuell nur eine der beiden Stellen nachbesetzen.“

Der DJB muss mit 486000 Euro weniger Fördergeld auskommen. Dabei muss der vom früheren Frauen-Bundestrainer Bazynski verantwortete Leistungssport mit Einsparungen von knapp 200000 Euro für die laufende Saison planen.

Karsch, selbst lange aktiver Judoka, will den Fokus auf die bessere Vermarktung der Sportart setzen. Unter anderem müssen der DJB seine Live- und Streaming-Events weiterentwickeln und den „enormen Mehrwert für die Gesellschaft deutlicher kommunizieren“.