Freistilringen: Eine umfassende Begriffserklärung

Das Ringen ist zweifellos eine der ältesten und gleichzeitig zeitlosesten Sportarten unserer Geschichte. Schon seit Jahrtausenden wird dieser Kampfsport ausgeübt und seine Wurzeln reichen bis in die Anfangstage der menschlichen Kultur zurück. Die Bedeutung des Ringens hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt.

Was ist Freistilringen?

Im modernen olympischen Ringsport unterscheidet man zwischen dem griechisch-römischen Stil und dem Freistilringen. Grundsätzlich unterscheidet man heute zwischen dem Ringkampf im Griechisch - römischen Stil (ausschließlich Männer) und dem Freistilringen, das von den Männern und Frauen ausgeübt wird. Dieses Freistilringen hat allerdings nichts mit dem Catchen oder dem "Wrestling" zu tun, das man im Fernsehen ansehen kann.

Der Freistilringkampf hingegen zeichnet sich durch größere Bewegungsfreiheit aus. Die Athletinnen und Athleten dürfen hierbei ihre Beine einsetzen, um ihren Gegner niederzuringen. Das Hauptziel beim Ringen besteht darin, den Kontrahenten zu werfen oder beide Schultern auf dem Boden festzumachen, um einen Schultersieg zu erringen.

Geschichte des Ringens

Es soll daher zunächst über die Geschichte des Ringsportes berichtet werden. Ringen ist wohl eine der ältesten Sportarten der Menschheit. In fast allen Kulturen wurde der Ringkampf ausgeübt. Die ersten Völker bei denen der Ringkampf eine große Bedeutung hatte waren die Chinesen, Ägypter, Griechen und Assyrier. Bereits 3000 J. v. Christus wird im Gilgamesch Epos von Ringkämpfen berichtet.

Die ersten Aufzeichnungen vom Ringkampf waren Zeichnungen in den ägyptischen Tempelgräbern von BENI HASAN (2500 vor Christus). Diese Zeichnungen zeigen unter anderem auch einige Grundtechniken des heutigen Freistilringens. Das Ringen wurde schon 708 vor Christus in das Olympische Programm der Antiken Olympischen Spiele aufgenommen. Es war die Entscheidungsdisziplin im antiken Fünfkampf. Wenn es keinem Athleten gelang, in den einzelnen Disziplinen Speerwurf, Weitsprung, Diskus, Lauf drei Siege zu erkämpfen, mussten sich die Besten im Ringen mit ihren Gegnern messen. Einer der bekanntesten Olympiasieger im antiken Griechenland war Milon von Kroton.

Lesen Sie auch: "Über sieben Brücken musst du gehen": Ein Karat-Klassiker

Im antiken Griechenland gab es auch die ersten Ringkampfschulen, die Palestren genannt wurden. Die damals gültigen Regeln lassen sich aus der Erzählung des Kampfes zwischen Aias und Odysseus ableiten:

  1. Der Ringkampf ist Standkampf. Sieger ist, wer seinen Gegner dreimal zu Fall gebracht hat. Eine Fortsetzung des Kampfes als Bodenkampf gibt es nicht.
  2. Der ganze Körper von Kopf bis Fuß ist Gegenstand der Griffe.
  3. Bein ausschlagen ist erlaubt.
  4. Bei gemeinsamem Fall entscheidet der Kampfrichter, wer den Fall bewirkt hat.
  5. Es ist verboten, den Gegner durch schmerzhaftes Schlagen, Würgen, Verdrehen der Gelenke oder ähnliches zum Aufgeben zu zwingen.

Regel Nr. 5 existiert heute noch. Das Ringen war auch im Mittelalter eine Sportart, die sowohl vom Adel wie auch von den einfachen Leuten praktiziert wurde. Der Philanthrop (Menschenfreund) J. Chr. F. GUTS-MUTHS hält das Ringen für eine der wertvollsten Übungen. Er meint in diesem Zusammenhang: "Die ganze Lehre von den Leibesübungen hat nicht eine einzige aufzustellen, welche alle Muskeln und Glieder so allgemein in Anstrengung brächte und keine, welche zugleich unter dem schnellen Wechsel bald diese, bald jene Muskeln und Glieder in Anspruch nähme, als das Ringen.

Im 19. Jahrhundert war das Ringen im Rahmen des Turnens üblich und war auch in Europa weit verbreitet. Bei den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen war Ringen bereits im Programm.

Ringen als moderne Sportart

Ringen ist eine fesselnde Sportart und Kampfkunst, bei der zwei Kontrahenten versuchen, sich gegenseitig mit Würfen, Griffen und Hebeln zu Boden zu bringen oder zu kontrollieren. Ringen lehrt einen, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Historische Eckpunkte im Überblick:

  • Antike: Ringen war bereits in der Antike ein beliebter Sport und Kampfkunst in verschiedenen Kulturen wie Ägypten, Griechenland und dem Römischen Reich. Es war Teil der Olympischen Spiele der Antike.
  • Mittelalter: In Europa gewann Ringen im Mittelalter an Beliebtheit und wurde zu einem wichtigen Bestandteil von Ritterturnieren und Festen. Verschiedene Stile entwickelten sich regional.
  • 1896: Ringen wurde in die ersten modernen Olympischen Spiele aufgenommen und gehört seitdem zum Programm. Dies unterstreicht die Bedeutung von Ringen als olympische Sportart.
  • 1904: Freistilringen wurde erstmals bei den Olympischen Spielen 1904 eingeführt und ist seitdem eine feste Disziplin.
  • 1912: Griechisch-römisches Ringen wurde 1912 in das olympische Programm aufgenommen und erweiterte die Präsenz des traditionellen Sports bei den Spielen.
  • 20. Jahrhundert: Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelten sich verschiedene Stile des Ringens weiter, und internationale Wettbewerbe wie die Weltmeisterschaften wurden etabliert.

Ringen Training

Zu Beginn des Trainings ist es wichtig, den Körper aufzuwärmen und die Muskulatur zu lockern. Dazu gehören Übungen wie leichtes Laufen, Seilspringen, Dehnen und Mobilisierung der Gelenke. In dieser Phase konzentrieren sich die Teilnehmer auf das Erlernen und Üben von Ringtechniken wie Griffen, Würfen und Hebeln. Der Trainer demonstriert die Techniken und gibt Tipps zur korrekten Ausführung. Drills sind Übungen, die darauf abzielen, die erlernten Techniken in einer schnellen und kontrollierten Umgebung zu wiederholen. Dies hilft, die Bewegungen in den Muskelgedächtnis zu übertragen und die Reaktionszeit zu verbessern.

Lesen Sie auch: Das Karat-Original: Über Sieben Brücken

In dieser Phase trainieren die Ringer spezifische Situationen oder Positionen, die im Wettkampf vorkommen können. Sparring (auch Randori genannt) ist ein wichtiger Bestandteil des Ringtrainings. Dabei treten die Sportler gegeneinander an und versuchen, die erlernten Techniken in einem Wettkampf-ähnlichen Umfeld anzuwenden. Um die körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit der Ringer zu steigern, kann das Training auch Elemente des Kraft- und Konditionstrainings enthalten. Zum Abschluss der Trainingseinheit ist es wichtig, den Körper abzukühlen und zu dehnen, um die Regeneration zu fördern und Muskelverspannungen zu lösen.

Lesen Sie auch: "Über sieben Brücken musst du gehn": Eine Analyse