Jobs für Einzelkämpfer: Zwischen Isolation und Eigenverantwortung

Bei einem Einzelkämpfer kommen Assoziationen zur Bundeswehr oder Protagonisten aus Filmen, die auf eigene Faust einen wichtigen Auftrag erledigen und die Welt retten. Ganz unspektakulär gibt es Einzelkämpfer aber auch im Job.

Was macht Einzelkämpfer im Berufsalltag aus?

Eindeutiges Anzeichen für Einzelkämpfer: Sie erledigen Aufgaben alleine. Ein Projekt mit einem Kollegen übernehmen? Dann doch lieber einen Teilbereich alleine bearbeiten. Einzelkämpfer sind davon überzeugt, dass sie jede Herausforderung alleine meistern können. Sie fragen niemals um Hilfe, sondern suchen im Alleingang nach einer Lösung. Gleiches gilt auch andersherum: Einzelkämpfer helfen anderen ungern, weil dies eine enge Zusammenarbeit bedeutet.

Wer sich selbst für überlegen hält, kann dieses Bild und die eigene Meinung nicht dadurch zerstören, dass er einen eigenen Fehler zugibt. Einzelkämpfer versuchen, das Image eines perfekten Mitarbeiters zu erhalten. Fehler suchen Sie immer nur bei anderen. Am Arbeitsplatz entstehen Freundschaften und Teams, die eng miteinander verbunden sind. Einzelkämpfer halten sich dabei aus allem raus. Sie werden nie ein wirklicher Teil der Gruppe.

Warum gibt es Einzelkämpfer?

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Zugehörigkeit zu einer Gruppe und Anerkennung von anderen gehören zu den tiefsten menschlichen Bedürfnissen. Warum gibt es dann Einzelkämpfer? In der Psychologie gibt es dafür verschiedene Erklärungen. Ein Grund sind negative Erfahrungen aus der Vergangenheit. Das Verhalten kann auch als Schutzmechanismus entstehen. Hat ein Mensch keine oder nur sehr wenige Freunde und soziale Kontakte, passt er seine Denkweise an und erklärt sich selbst zum Einzelkämpfer. Es wird zur eigenen Entscheidung erklärt, um eine unangenehme Erkenntnis zu umgehen. Teilweise ist es aber auch eine Frage der Persönlichkeit. Manchen Menschen liegt es im Blut, Dinge lieber alleine anzupacken.

Vor- und Nachteile von Einzelkämpfern

Auf den ersten Blick haben Einzelkämpfer vor allem Nachteile. Sie haben es im Job schwer, bleiben außen vor und haben einen schlechten Ruf. Wer alleine etwas erreicht, muss die damit verbundene Anerkennung oder Belohnung nicht mit jemand anderem teilen. Als Einzelkämpfer können Sie die Dinge genau so angehen, wie Sie es wollen. Alleine können Sie sich ganz auf Ihre Ziele konzentrieren. Natürlich müssen Sie im Job auch die Ziele des Teams verfolgen, doch behalten Sie als Einzelkämpfer leichter die eigenen Ziele im Blick. Sie können sich gut konzentrieren, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten voll einbringen und so die besten Leistungen bringen.

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Trotz der Vorteile müssen auch echte Einzelkämpfer einsehen: Nicht alles lässt sich komplett im Alleingang machen. Manchmal wird schlicht vom Chef eine Teamarbeit angeordnet. Soll ein wichtiges Projekt gemeinsam bearbeitet werden, kann man nicht einfach etwas anderes machen. Manchmal ist es aber auch schlicht besser, wenn Sie mit anderen zusammenarbeiten - selbst, wenn es Ihnen schwerfällt. Jeder hat seine eigenen, ganz persönlichen Stärken und Schwächen. Das gilt beruflich, genauso wie privat. Auch Einzelkämpfer bilden von dieser Regel keine Ausnahme. Sie wollen alles alleine, haben aber nur begrenzte Qualifikationen. Viele Hände, schnelles Ende. In der Redewendung steckt viel Wahrheit. Manchmal gibt es schlicht zu viel zu tun. Ein Einzelgänger kann nicht alles erledigen, was im Job anfällt.

Grundsätzlich sind Fehler ein notwendiges Übel, um zu lernen und einen Schritt nach vorne zu machen. Viele Einzelkämpfer müssen diese Lektion mühsam erlernen und Rückschläge verkraften.

Das Satellitendasein im Job

Berlin · Ohne Flurfunk und Fachgespräche: In manchen Betrieben und Jobs bilden Beschäftigte nur mit sich selbst ein Team. Das bringt Herausforderungen - gerade in Zeiten hybrider Arbeit. Sie arbeiten als Servicetechniker, im Vertrieb oder im Aufbau einer ganz neuen Abteilung. In manchen Unternehmen sind Mitarbeiter auf sich allein gestellt. Doch was macht das Satellitendasein mit einem?

„Es ist eines der drei Grundbedürfnisse der Menschen, sich verbunden zu fühlen. Das kann unter Umständen im Beruf weniger erfüllt werden“, sagt Ludwig Andrione, Vorstandsvorsitzender der Sektion Wirtschaftspsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Insbesondere, wer ausschließlich hybrid von unterwegs arbeitet, läuft Gefahr, die Verbindung zu den Kollegen und den Werten des Unternehmens zu verlieren.

Wie sich eine Tätigkeit, die größtenteils ohne Team auskommt, konkret auswirkt, hängt auch mit der Persönlichkeit zusammen. „Es gibt Menschen, die sehr introvertiert sind und für die solch ein Satellitendasein genau das Richtige - oder zumindest im Rahmen des Berufs völlig in Ordnung - ist“, erläutert Andrione. „Anderen geht es erst richtig gut, wenn sie sich viel mit Menschen umgeben. Doch egal, ob kontaktfreudig oder scheu, „sich komplett zu isolieren, würde ich niemandem empfehlen. Irgendeine Verbindung zu anderen brauchen wir in jedem Fall“, sagt der Psychologe.

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Denn bei der schriftlichen Kommunikation gehen viele Informationen verloren. Ist sie neutral geschrieben, interpretieren wir sie eher negativ. Ähnlich ist es in Videokonferenzen. Da fehlt einfach etwas“, sagt Andrione. Der Unternehmensberater Arne Adrian sieht dabei vor allem Führungskräfte in der Pflicht, gute Rahmenbedingungen für eine bewusste Kommunikation im Unternehmen zu schaffen. Wichtig sei, dass die Unternehmensführung oder Personalabteilung das Thema ausreichend würdige und sich Zeit dafür nehme.

Ob Einzelgespräche, Teamevents oder After-Work-Treffen - es gibt unzählige Möglichkeiten, auch fernab des beruflichen Fachaustauschs ins Gespräch zu kommen. Begünstigen lässt sich das auch mit einer entsprechenden Planung der Arbeitsplätze. Grundsätzlich gilt: Damit Beschäftigte, die hauptsächlich allein arbeiten, den Anschluss wahren, sollten sie mindestens einmal pro Woche die Kollegen treffen.

Neben dem zwischenmenschlichen Kontakt brauchen Beschäftigte den regelmäßigen Zugang zu unternehmensrelevanten Informationen. Eine offene und klare Kommunikation zwischen Führung und Mitarbeitern hält Arne Adrian deshalb für essenziell. „Man darf nicht vergessen, wie viel der Flurfunk an Unternehmenskommunikation ausmacht. Findet der nicht mehr statt, weil die Mitarbeiter sich nicht mehr begegnen, fehlen auch Informationen.“ Abhilfe schaffen beispielsweise unternehmens-interne Newsletter oder fest etablierte Informationsrunden mit der Geschäftsführung.

Wer allein sein eigenes Team im Unternehmen bildet und vielleicht dabei ist, einen neuen Standort aufzubauen, hat nicht nur den fehlenden sozialen Austausch und das Gefühl der Abkapselung auszugleichen. Womöglich verlieren Beschäftigte im Satellitendasein auch schneller ihre Motivation. Je weiter die Mitarbeiter physisch vom Unternehmen entfernt sind, desto mehr Ideen brauchen sie davon, wo die Reise hingehen soll und wofür sie jeden Morgen aufstehen. Ludwig Andrione hält es für sinnvoll, eigene Ziele zu definieren und zu formulieren. Manchen Menschen hilft es, die eigene Motivation als Leitspruch in den Arbeitstag zu integrieren.

Ganz egal, ob Einzelkämpfer aus Überzeugung oder nicht: Passen die Rahmenbedingungen nicht zu den eigenen Vorstellungen, empfiehlt Arne Adrian, laut zu werden: „Beschwert Euch, meckert, wenn es nicht so läuft, wie Ihr es braucht. Artikuliert Eure Wünsche und Eure Vorstellungen.

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Wie man mit Einzelkämpfern umgeht

Einzelkämpfer sind kaum wahrnehmbar und doch in fast jedem Unternehmen vertreten. Kein anderer Persönlichkeitstyp versteht es im Berufsleben so meisterhaft, unter dem Radar zu fliegen. Vor der Zusammenarbeit im Team graut es ihnen, sodass sie in Jobs mit kollektiv gestalteten Arbeitsprozessen oft fehl am Platz wirken. Dabei schlummert in den überzeugten Eigenbrötlern ungeahntes Potenzial. Woran du Einzelkämpfer im Beruf erkennst und wie du am besten mit ihnen umgehst, erfährst du hier.

Können Einzelgänger nicht mit anderen zusammenarbeiten, oder wollen sie es nur nicht? Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort, denn die Gründe für ihren Hang zum Individualismus sind vielfältig. Weniger schwer ist es, Einzelkämpfer im Job zu identifizieren. Ihre Einstellung zeigt sich an den folgenden Aussagen.

Einzelkämpfer scheuen sich vor der Arbeit im Team und erledigen ihre Aufgaben gerne allein. Einige von ihnen lassen den Austausch mit den Kollegen als notwendiges Übel über sich ergehen, andere verweigern sich vollständig. Eines haben beide Ausprägungen gemeinsam: Wenn es nach ihnen ginge, würden sie ihre Aufgaben und Projekte vollständig in Eigenregie umsetzen. Die meisten Individualisten empfinden die Arbeit in der Gruppe als lästig. Interessant ist, wie facettenreich die Hintergründe für diese Haltung sind. Manche von ihnen sind von Natur aus lieber für sich und sehen schlicht keinen Sinn im Austausch mit anderen - ganz gleich, ob es den privaten oder den beruflichen Bereich betrifft.

Bei der Arbeit im Team geht es nicht allein darum, ein bestimmtes Projekt gemeinsam umzusetzen. Es finden auch viele zwischenmenschliche Prozesse statt, die die Soft Skills der Beteiligten auf die Probe stellen. Dazu gehört es, das Feedback der Kollegen anzunehmen. Einzelkämpfer sind der Meinung, diese Resonanz nicht zu benötigen. Ob dies an mangelnder Kritikfähigkeit oder an einem ausgeprägten Selbstbewusstsein liegt, unterscheidet sich von Person zu Person.

„Hilfe von anderen!? Nichts liegt Einzelgängern im Job ferner, als die Kollegen um Hilfe zu bitten. In diesem Zusammenhang entwickeln sich viele von ihnen zu hervorragenden Problemlösern. Doch dieses Verhalten kann sich auch nachteilig auf die Gruppe und das Unternehmen als Ganzes auswirken. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das Know-how der Person für die Lösungsfindung nicht ausreicht. So nehmen simple Arbeitsschritte viel Zeit ein, obwohl sie durch eine kurze Abstimmung mit anderen Teammitgliedern schnell erledigt wären.

Arbeitgeber unterschätzen oft die wertvollen Kompetenzen, die Einzelkämpfer mitbringen. Sie gestalten ihren Arbeitsalltag weitgehend selbst und interagieren nur selten mit Kollegen oder Vorgesetzten. Entsprechend ausgeprägt ist ihre Fähigkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Da sie sich nur in einem geringen Maß in das Team einfügen, sind sie weniger Ablenkungen ausgesetzt. Sie haben ihr Ziel fest vor Augen und sind in der Lage, es konsequent zu verfolgen.

Trotz all dieser positiven Aspekte können überzeugte Einzelkämpfer im Job eine Herausforderung für Kollegen und Führungskräfte sein. Im Gegensatz zu bekennenden Teamplayern erfordert der richtige Umgang mit ihnen etwas mehr Feingefühl. Aber die Mühe lohnt sich in den meisten Fällen. Kleine Hilfestellungen vorausgesetzt, leisten Individualisten einen wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Dass Alleingänger in puncto Teamarbeit ein hoffnungsloser Fall sind, stimmt nicht. Oft helfen schon kleine Maßnahmen, um ihre Kooperationsbereitschaft zumindest teilweise zu wecken.

Wie man Individualisten stärker in die Gruppe einbindet

  1. Versuch, gemeinsam mit der Person zu ergründen, warum sie die Arbeit im Team meidet. Unter Umständen gibt es eine konkrete Ursache, die du leicht beheben kannst. Selbstverständlich sollten Einzelkämpfer in Unternehmen lernen, mit allen Teammitgliedern klarzukommen.
  2. Zugegeben: Die Arbeit im Team kann mühselig und nervenaufreibend sein. Doch es geht auch anders. Eventuell hat der Einzelgänger in seinem bisherigen Berufsleben nur negative Erfahrungen mit anderen Kollegen gemacht. Stell die Aspekte des kollektiven Arbeitens in den Vordergrund, von denen selbst Individualisten profitieren. Dazu gehört beispielsweise ein geringeres Arbeitspensum, da sich die anfallende Arbeit auf mehrere Personen verteilt. So verdeutlichst du, dass die Kooperation jedem einzelnen Teammitglied zugutekommt und nicht nur dem Unternehmen.
  3. Wer im Beruf gerne für sich bleibt, der ist meist still und wird kaum wahrgenommen. So entfällt die Wertschätzung der Vorgesetzten und Kollegen, und die Person zieht sich noch weiter zurück. Halte dir die genannten Stärken des Eigenbrötlers vor Augen. Du wirst schnell erkennen, dass seine Fähigkeit zu eigenverantwortlichem, fokussiertem Arbeiten anderen Mitarbeitern als Vorbild dienen kann.

Soziale Kompetenz als Schlüssel zum Erfolg

Soziale Kompetenz ist ein wichtiges Kriterium - wenn man als Einzelkämpfer im Job Karriere machen will. Gerade im Vertrieb und Verkauf. Die eigenen Fähigkeiten zu kennen und richtig einzusetzen hilft entscheidend, gerade dann, wenn man im Job viel Kontakt zu anderen Menschen hat. Dabei die eigene soziale Kompetenz und die richtigen Skills wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität zu nutzen und zu entfalten ist z. B. Introvertierte und extravertierte Menschen verfügen hier natürlich über unterschiedliche Voraussetzungen.

Die Fähigkeit in zwischenmenschlichen Interaktionen entsprechend den Bedürfnissen der Beteiligten und effektiv zu handeln ist eine soziale Kompetenz. Das Handeln ist effektiv, wenn sich positive Konsequenzen dadurch maximieren und negative Konsequenzen minimieren lassen. Viele Jobs und Berufsfelder verlangen die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können. Ganz besonders gilt dies natürlich für Führungskräfte aber auch Jobs im Vertrieb wie Kundenberater und Verkäufer.

Flexibles Handeln erleichtert den Austausch zwischen Kollegen und erhöht den Informationsfluss und die Erfolgschancen eines Projekts und den Erfolg im Vertrieb. Zur sozialen Kompetenz zählen Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Lernbereitschaft und Problemlösungskompetenz. Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und Verhandlungsgeschick kommen je nach Berufsfeld in unterschiedlichem Maß zum Einsatz.

Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit sind branchenübergreifend gefragte Teilbereiche der sozialen Kompetenz. Soft Skills zählen heutzutage zu den wichtigsten Einstellungskriterien. Sie sind besonders in Jobs in Führungspositionen gefragt und neben dem einschlägigen Know-How entscheidend für eine erfolgreiche Karriere.

In den meisten Jobs haben Angestellte und Mitarbeiter Kontakt zu anderen Menschen. Eine Führungsposition bringt grundsätzlich Personalverantwortung mit sich. Ein guter Vorgesetzter muss sein Fachwissen weitergeben und angemessen mit seinen Mitarbeitern kommunizieren können. Soziale Kompetenzen sind aber nicht nur bedeutend für das interne Zusammenarbeiten in einer Firma, sondern auch Kundenkontakt. Für den Erfolg im Vertrieb muss die Chemie zwischen den Akteuren stimmen. Deswegen sind teamfähige und kommunikative Bewerber bei Arbeitgebern aller Branchen gefragt.

Wichtig ist, sich seiner Stärken und Schwächen bei den Soft Skills bewusst zu sein. Im Privaten und in der Arbeitswelt fallen extravertierte Menschen aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur auf. Sie erwecken den Anschein in der Überzahl zu sein, doch der Eindruck täuscht. Introvertierte verfügen nicht über weniger soziale Kompetenz. Sie sind nur anders gepolt und das Kommunikationsverhalten unterscheidet sich von dem der Menschen mit einer offeneren Persönlichkeitsstruktur.

Die Kommunikationsfähigkeit beinhaltet die Fähigkeit, Informationen zu verstehen, sie zu erklären und aufzubereiten. Nicht immer ist in einem Gespräch unter Kollegen oder mit einem Vorgesetzten die eigene Meinung gefragt. Aktives Zuhören gehört ebenfalls zur Kommunikationskompetenz und kann extravertierte Menschen vor eine Herausforderung stellen. Mit dem Debattieren und Argumentieren hingegen tun sie sich leichter.

Extravertiert oder introvertiert: Niemand ist von vornherein perfekt im Kommunizieren. Das individuelle Kommunikationsverhalten entspricht der Persönlichkeitsstruktur. Die Einen genießen und suchen den täglichen Small Talk, die Anderen meiden ihn oder finden ihn lästig. Das sagt nicht unbedingt etwas über die Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit dieser Personen aus. Für den positiven Verlauf der Karriere ist es vor allem wichtig, den zur Persönlichkeitsstruktur passenden Job zu wählen. Introvertierte Menschen werden sich im Vertrieb aller Voraussicht nach weniger wohl fühlen als extravertierte Personen. In der Forschung oder in Finanzjobs ist die Wahrscheinlichkeit, seine Fähigkeiten optimal nutzen und entfalten zu können, für zurückhaltende Menschen ungleich größer.

So sind im Bereich Management oder auch Vertrieb soziale Kompetenzen wie Kommunikations- und Moderationsfähigkeit, Empathie, Kompromissfähigkeit, Teamfähigkeit und Glaubwürdigkeit gefragt. Im Arbeitsalltag ist das realistische Einschätzen des Kommunikations- und Teamverhaltens der Kollegen bedeutend. Mit etwas Rücksicht aufeinander gelingt den unterschiedlichen Persönlichkeiten eine fruchtbare Zusammenarbeit. Introvertierte müssen klar kommunizieren, wenn sie beim Erledigen einer Aufgabe nicht gestört werden wollen und das Besprechen auf später verschieben. Introvertierte sollten sich in Meetings öfter gut vorbereitet zu Wort melden und ihre Leistungen und Erfolge präsentieren. Extravertierte sollten das konzentrierte Arbeiten ihrer Kollegen akzeptieren und Störungen vermeiden. In Meetings sollten sie ihren zurückhaltenden Kollegen Raum geben und sie nicht unterbrechen. Letztendlich ist das passende Kommunikations- und Teamverhalten situationsbedingt verschieden und hängt vom Arbeitskontext ab. Mit einem bewussten Umgang und gegenseitiger Rücksichtnahme können introvertierte und extravertierte Menschen gut zusammenarbeiten und z. B.

Berufe für Einzelkämpfer

Dein Profil lautet fleißig, aber schüchtern; clever, aber nicht sonderlich kommunikativ; sehr selbstständig und weniger teamfähig. Du bist ein echter Alleinkämpfer, der in Ruhe seine Arbeit erledigt und dabei nicht gestört werden möchte. Es gibt viele Berufe in der Wissenschaft, in denen du sehr konzentriert und vor allem genau arbeiten musst. Wenn du dich in der Schule sehr für naturwissenschaftliche Fächer begeisterst, könnten dich die Berufe als Mikrotechnologe/-in (m/w/d), Chemie- oder Physiklaborant/-in(m/w/d) sehr interessieren. Je nach Beruf und Aufgabengebiet führst du vielleicht auch die einen oder anderen Experimente durch, mit denen du dir auch den letzten nervigen Kollegen vom Hals halten kannst.

Der Weltraum - unendliche Weiten. Und keine Menschenseele. Nach einem hoch physikalischen Studium zum Astronom/Astrophysiker/-in (m/w/d) misst du am Computer die täglichen Stimmungsschwankungen unserer lieben Sonne und anderer Sterne, beobachtest einsame schwarze Löcher und Neutronensterne und suchst nach uralten Indizien für die Entstehung des Universums. Wenn dir das Handwerkliche besser liegt und du eine herausragende Feinmotorik hast, könnte dir Zahntechniker/-in (m/w/d) im Labor gefallen. Dir werden von den Meistern deine Arbeiten zugeordnet und du stellst an deinem Platz Zahnprothesen, Implantate, Brücken und Spangen her. Hier musst du dich zwar auch hin und wieder mit Kollegen absprechen, kannst dich aber die meiste Zeit auf die Arbeit vor dir konzentrieren. Da wird buchstäblich das Maul gehalten.

Hinter deiner Schweißer-Maske kannst du mit den Augenrollen, so viel du willst, ohne dass es einer deiner Kollegen sehen kann. Still in deinem Kämmerchen hocken und Zahlungsein/-ausgänge in deinen Taschenrechner tippen, könntest du den lieben langen Tag? Als Buchhalter/-in (m/w/d) sind Bilanzen, Rechnungen und die Finanzübersichten deine besten Freunde. Dabei kann es schon fatale Folgen haben, wenn du dich um ein paar Cent verrechnest, weil die Kollegen deine Konzentration stören. Also am besten alle raus schmeißen und von innen abschließen, für ein stilles Büro ganz nach deinem Geschmack.

Die Höhe der Wahrscheinlichkeit, dass du heute auf einer Bananenschale ausrutschst und dir ein Bein brichst, rechnest du mal eben im Kopf aus? Dann könnte dir der Beruf des/-r Statistikers/-in (m/w/d) gefallen. Spätestens, wenn du anfängst deine umfangreichen und oft auch kniffligen Statistiken zu erfassen, zu berechnen und auszuwerten, nehmen die meisten schon Reißaus.

Das Klischee der Kellerbräune bei Informatiker/-innen (m/w/d) kommt nicht von irgendwo. Es gibt in diesem Bereich einige Stellen, in denen du wirklich nur vor deinem PC sitzt und Programme schreibst. Wenn dir Tiere und Felder lieber sind als Menschen, wäre Tier- oder Landwirt/-in (m/w/d) vielleicht etwas für dich. Auf dem Traktor oder Mähdrescher drehst du einsame Runden über deine Felder und das Grunzen und Quicken der Tiere klingt doch auch nicht so fordernd, wie die Arbeitsanweisungen so mancher Kollegen im Büro.

Der frische Geruch von Moos in der Nase und das ständige Zwitschern der Vögel in den Ohren ist genau deine Welt? Als Förster/-in (m/w/d) ist der Wald dein ständiges Revier. „Während der Fahrt bitte nicht mit dem Fahrer sprechen“ gilt dank der geschlossenen Tür auch bei Eisenbahner/-innen (m/w/d). Der wenige Kontakt, den du in diesem Beruf hast, ist der zu deinen Kollegen, wie z.B. zum Fahrdienstleister im Stellwerk, bei dem du dich anmeldest, bevor du den Zug ins Rollen bringst.

Wenn es nicht grade wie im Film „Nachts im Museum“ läuft, ist Nachtwächter/-in (m/w/d) ein ziemlich einsamer Job, allerdings mit mächtig Verantwortung. Ob du nun in einem Museum, einer Bank, einem Einkaufszentrum oder einer großen Firma arbeitest, wenn dir während deiner Schicht ein Mensch begegnet, sollten bei dir die Alarmglocken läuten.

Wie häufig du mit Menschen zu tun hast, hängt auch immer von der Größe und Art des Unternehmens ab, bei dem du dich bewirbst. Also achte schon vor der Bewerbung immer ganz genau auf die Schwerpunkte, auf die sich der Betrieb konzentriert und die Stellenbeschreibung.

Niemals solltest du deine Schüchternheit als Vorwand nehmen, deiner eigentlichen Traumausbildung nicht nach zu gehen.