UFC 311 war ein absolutes Blockbuster-Event mit gleich zwei Titelkämpfen, das am Samstag, den 18. Januar, in Inglewood nahe Los Angeles (USA) stattfand.
Hauptkämpfe und Ergebnisse
Bei UFC 311 standen gleich zwei Titel auf dem Spiel. Der größte Aufreger war ein Gegnerwechsel innerhalb der letzten 48 Stunden, der den Hauptkampf ordentlich durcheinanderwirbelte.
Islam Makhachev vs. Renato Moicano
Champion Islam Makhachev verteidigte seinen Titel im Leichtgewicht gegen den Brasilianer Renato Moicano. Ursprünglich hätte Makhachev gegen Arman Tsarukyan kämpfen sollen, doch der verletzte sich am Rücken. Moicano, der auf der gleichen Veranstaltung gegen Beneil Dariush hätte antreten sollen, sprang ein.
Bei den Buchmachern hatte der Brasilianer die deutlich schlechteren Karten, in der ersten Runde verschaffte er sich aber nach wenigen Sekunden mit Legkicks und guten Jabs Respekt. Nach drei Minuten entschied sich der von Khabib Nurmagomedov trainierte Titelträger, den Kampf auf den Boden zu verlagern. Das gelang ihm spielend. Sein brasilianischer Gegner versuchte sich wieder aufzurichten, drehte sich dabei aber in einen Aufgabegriff des Champions. Der angesetzte D'Arce-Choke zeigte nach Sekunden Wirkung.
Merab Dvalishvili vs. Umar Nurmagomedov
Im Co-Main-Event um den Titel im Bantamgewicht gab es keine Veränderungen, mit Umar Nurmagomedov aber einen aufstrebenden und seit 18 Kämpfen ungeschlagenen Herausforderer aus der dagestanischen Khabib-Dynastie. Titelträger Merab Dvalishvili hatte den Gürtel auf eindrucksvolle Weise gegen Sean O'Malley erobert, gegen Nurmagomedov wurde er aber im Vorfeld als Underdog gehandelt.
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Beide starteten in der ersten Runde mit gehörigem Sicherheitsabstand. Mit Kicks versuchte Nurmagomedov sein Glück, Dvalishvili setzte immer wieder zu dynamischen Vorstößen und Schlagkombinationen an. Interessant wurde es, wenn beide in Clinchsituationen kamen: Der erfahrene Ringer aus Georgien und der dagestanische Sambo-Kämpfer wussten stets, was ihr Gegner vorhatte. In Runde zwei gelang dann dem Russen der erste Takedown des Kampfes, auch wenn sich Dvalishvili schnell wieder aufrichten konnte. Im Striking hatte Nurmagomedov bis dahin die besseren Treffer, hinterließ dabei einige kleinere Cuts im Gesicht des Champions. Der meldete sich aber in Runde drei zurück: Mit mehreren Takedowns und krachenden Schlagkombinationen setzte er dem Russen zu, der sichtlich Probleme hatte, beim hohen Tempo des Georgiers mitzuhalten. In Runde vier das gleiche Bild: Dvalishvili hielt die Frequenz aus Takedown-Versuchen und Schlagkombinationen enorm hoch, beschäftigte den Herausforderer stetig. Nurmagomedov hatte seine Momente, verteidigte die ringerischen Angriffe oft, aber eben nicht oft genug. So gingen beiden auf den Punktzetteln mit je zwei Runden in die letzten fünf Minuten. Der Plan Dvalishvilis ging weiter auf. Der Russe baute ab, der Georgier drehte auf. Seinem Spitznamen "The Machine" machte er alle Ehre. Er spielte regelrecht mit Nurmagomedov, lenkte ihn mit Takedown-Versuchen ab, beim Aufrichten verpasste er ihm immer wieder Schläge. In der fünften Runde rang Dvalishvili Nurmagomedov dann erneut zu Boden, vom Russen kam fast nichts mehr. Nach Punkten (48-47, 48-47, 49-46) siegte Dvalishvili auf beeindruckende Weise gegen den Dagestaner Nurmagomedov, dessen Familie sich in Mixed Martial Arts einen großen Namen gemacht hatte. Noch nie wurde ein Fighter aus diesem Clan so eindrucksvoll geschlagen.
Jiří Procházka vs. Jamahal Hill
Der Tscheche Jiří Procházka hielt in Los Angeles die Fahne für Europa hoch. Im Halbschwergewicht stand er Jamahal Hill gegenüber. Beide waren bereits Champion in der Gewichtsklasse, mussten ihren Titel aber aus Verletzungsgründen abtreten.
Nach einer Minute des Abtastens konnte der Tscheche die ersten guten Kombinationen landen. Sein amerikanischer Gegner hatte sichtlich Probleme mit den unorthodoxen Bewegungen seines Gegenübers. Mitte der Runde landete Procházka dann eine linke Gerade und schickte Hill zu Boden, der sich aber schnell wieder aufrappelte. Der Amerikaner hatte mit Jabs zwar auch einige Treffer auf seiner Seite, Procházka aber mit variablen Attacken aus Kicks und Schlagkombinationen die bessere Antwort. Für die zweite Runde stellte Hill dann seinen Gameplan um. In der ersten Runde tauchte Procházka oft unter den Schwingern des Amerikaners weg, mit Körpertreffern setzte Hill ihm nun aber heftig zu. Der Tscheche blieb gefährlich, die Runde ging aber an Hill. In der finalen dritten Runde suchten beide die vorzeitige Entscheidung, letztlich mit dem besseren Ausgang für den Tschechen. Mit einer eindrucksvollen Links-Rechts-Kombination beförderte er Hill zu Boden und setzte nach. Der Amerikaner wieselte sich wieder nach oben, aber Procházka jagte ihn förmlich durch den Ring. Weitere Schläge fanden ihr Ziel, Hill ging erneut runter und kauerte sich zusammen. Sekunden später schritt der Ringrichter ein - Procházka siegte durch technischen Knockout.
Weitere Kämpfe der Main Card
Neben den Titelkämpfen gab es noch weitere spannende Kämpfe auf der Main Card:
- Jailton Almeida gegen Serghei Spivac
- Kevin Holland gegen Reinier de Ridder
UFC 311 Matchcard
Die vollständige UFC 311 Matchcard umfasste:
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- TITELKAMPF - Leichtgewicht: Islam Makhachev gegen Renato Moicano
- TITELKAMPF - Bantamgewicht: Merab Dvalishvili gegen Umar Nurmagomedov
- Halbschwergewicht: Jiri Prochazka gegen Jamahal Hill
- Schwergewicht: Jailton Almeida gegen Serghei Spivac
- Mittelgewicht: Kevin Holland gegen Reinier de Ridder
Islam Makhachev: Dominanz im Leichtgewicht
Der 33-jährige Russe Makhachev ist seit Oktober 2022 der Champion der Leichtgewicht-Division und hat seinen Platz am Thron bereits drei Mal verteidigen können. Makhachev dominiert die Leichtgewicht-Klasse wie einst sein Landsmann Khabib Nurmagomedov. 16 Siege in Folge holte Makhachev seit September 2016. In seiner UFC-Karriere, die im Mai 2015 begonnen hat, hat er überhaupt nur einen Kampf verloren. Das war bei seinem zweiten UFC-Auftritt im Oktober 2015. Zuletzt hat Makhachev im Juni 2024 gegen Dustin Poirier gewonnen.
Die Rolle von Khabib Nurmagomedov
Bei UFC 311 spielten der im Mixed Martial Arts so berühmte Khabib Nurmagomedov und seine Familie eine gewichtige Rolle. Khabib Nurmagomedov (36), Ex-UFC-Champion und Trainer von Makhachev, kündigte an: „Wir werden diesen Kerl nicht unterschätzen.“
UFC Termine 2025: Ausblick
Die UFC setzt ihre Eventreihe auch in den nächsten Wochen und Monaten fort und bietet Fans somit regelmäßig weltweit packende Kämpfe. Hier ein Ausblick auf kommende Events:
- 4. Oktober: UFC 320 in Las Vegas (USA) - Magomed Ankalaev vs. Alex Pereira um die Krone im Halbschwergewicht.
- 11. Oktober: UFC Fight Night 261 in Rio de Janeiro - Charles Oliveira vs. Rafael Fiziev im Leichtgewicht.
- 27. September: UFC Fight Night 260 - Carlos Ulberg vs. Dominick Reyes
Weitere UFC Ergebnisse im Überblick (2025)
Hier eine Zusammenstellung der Ergebnisse der letzten UFC Fight Night Events sowie der nummerierten UFC-Großveranstaltungen:
- UFC 314 (12. April 2025): Alexander Volkanovski vs. Diego Lopes
- UFC on ESPN 65 (5. April 2025): Lerone Murphy vs. Josh Emmett
- UFC on ESPN 64 (29. März 2025): Brandon Moreno vs. Steve Erceg
- UFC Fight Night London (22. März 2025): Edwards vs. [Gegner]
- UFC 313 (8. März 2025): Pereira vs. [Gegner]
UFC Champions im Überblick
Die aktuellen UFC-Champions haben in den letzten Monaten für Highlights gesorgt:
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- Schwergewicht: Jon Jones
- Halbschwergewicht: Alex Pereira
- Mittelgewicht: Dricus du Plessis
- Weltergewicht: Belal Muhammad
- Leichtgewicht: Islam Makhachev
- Federgewicht: Ilia Topuria
- Bantamgewicht: Sean O’Malley
- Fliegengewicht: Alexandre Pantoja
- Strohgewicht (Frauen): Weili Zhang
- Bantamgewicht (Frauen): Raquel Pennington
- Fliegengewicht (Frauen): Alexa Grasso
