Du kennst bestimmt noch den Film “Karate Kid” aus den 80ern, zu dem es nun eine Fortsetzung gibt - in Form der Netflix-Serie “Cobra Kai”. Durch solche Filme und Serien wird Karate immer wieder beliebt und viele Menschen möchten diesen Kampfsport ausprobieren.
Bevor man jedoch eine Meinung bilden kann, ist es wichtig, sich klarzumachen, dass Karate unterschiedliche Stilrichtungen hat, die sich auf ganz verschiedene Dinge konzentrieren, denn jede davon hat ihre eigene Philosophie und Trainingsweise. Wir möchten Dir einen Überblick über die Stilrichtungen des Karate geben und Dir dabei helfen, die passende für Deine Ansprüche und Ziele zu finden.
Das Wichtigste in Kürze
- Karate hat unterschiedliche Stilrichtungen, die einander sehr ähneln, aber auch ihre Besonderheiten haben
- Karate kann jeder machen, unabhängig von Geschlecht, Alter und gesundheitlichem Zustand
- Karate ist ein Gesundheitssport
- Der DKV ist der offizielle Verband für Karate in Deutschland
- 22 Stilrichtungen sind im DKV vermerkt
Hintergründe: Was Du über Karate und dessen Stilrichtungen wissen musst
Karate ist eine sehr bekannte Kampfsportart, für die besonders durch unterschiedliche Filme und Serien geworben wird. Jedoch wird diese Kampfkunst häufig nur darauf reduziert, was in den jeweiligen Filmen gezeigt wird. Dabei besteht Karate nicht nur aus dem Kämpfen.
Es wird von einer tiefgründigen Philosophie begleitet, die Dich Dein ganzes Leben lang begleiten soll. Zudem der Kampfsport sehr vielseitig und kann von jedem - egal welches Geschlecht oder Alter - gemacht werden.
Im Folgenden zeigen wir Dir die Hintergründe des Karate und erklären Dir alle wichtigen Aspekte des Trainings, der Etikette und der Weiterbildungsmöglichkeiten. Anschließend geben wir Dir einen groben Überblick über Stilrichtungen im Allgemeinen.
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Was ist Karate?
Karate ist ursprünglich eine Kampfkunst, die bis ins Jahr 500 n. Chr. reicht. Sie hat ihre Ursprünge in einem chinesischen Kloster, in dem aus Kombinationen von gymnastischen Übung eine Kampfkunst entstand, die keine Waffen benötigt. Diese ist als Shaolin Kung Fu bekannt. Daraus entwickelten sich später unterschiedliche chinesische Kampfkünste.
Das heutige Karate wird auf die japanische Insel Okinawa zurückgeführt. Durch den Kontakt zum Festland Chinas konnten erste Teile der chinesischen Kampfkünste bekannt werden. Daraus entwickelte sich das Karate-Do, das wir heute kennen - der “Weg der leeren Hand”. Der Karatekämpfer (Karateka) verwendet keinen Waffen.
Es wurde auch stets im Geheimen geübt, sodass nur der Meister dem Schüler sein Wissen übergeben konnte. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate wieder öffentlich gemacht und Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zum ersten Mal in die USA. Ab diesem Moment begann die Ausweitung des Karate, sodass es offiziell zu einer Sportart wurde.
Der erste Karateverein in Deutschland wurde 1957 in Bad Homburg gegründet, sodass 1961 der Deutsche Karate Bund gegründet wurde. Karate ist mehr als nur der bloße Kampf. Es benötigt viel Konzentration und Geduld. Anfänger werden selten sofort zum Kampf zugelassen.
Karate in Deutschland und der DKV
Nach der Gründung des ersten Dachverbandes wurden immer mehr Karate Verbände gegründet, aus denen 1976 der Deutsche Karate Verband (DKV) entstand. Dieser ist der offizielle Fachverband in den Deutschland und vertritt alle Stilrichtungen. Zudem wird er vom Bundesministerium des Innern gefördert.
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Er dient allen Vereinen (Dojos) als Leitbild und Orientierung. Er ist zudem für die Ausführung von Meisterschaften verantwortlich. Der DKV hat fast 153.000 Mitglieder, wovon die Hälfte Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre sind.
Karate ist in Deutschland als Gesundheitssport anerkannt und besitzt die höchste Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB): “Sport Pro Gesundheit”. Im Leistungssport gehört Deutschland zu den führenden Ländern und hat eine hohe Nachwuchsrate. Aber auch als Hobbysport ist Karate deutschlandweit gut vertreten.
Im DKV sind 2500 Vereine mit verschiedenen Stilrichtungen eingetragen. Zudem gibt es auch spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche.
Das Karate Training
Ein klassisches Karate Training besteht aus mehreren Teilen. Bevor das Training beginnt, ist es wichtig auf die Etikette zu achten. Wenn Du den Raum, also das Dojo, betrittst, verbeugst Du Dich. Dies ist ein wesentlicher Teil des Karates, weshalb Du Dich auch vor und nach den Übungen verbeugst. Damit folgst Du der wichtigsten Regel: “Karate beginnt und endet mit Respekt”.
Zudem fängt jedes Training mit einer Begrüßungszeremonie an, die auch das Training beendet. Bei dieser kniet sich jeder, geordnet nach der Gürtelfarbe und dem Grad, auf den Boden. Hierbei meditieren alle miteinander, bis der Meister andeutet, dass es weitergeht.
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Daraufhin verbeugen sich alle dreimal, um den Meister, das Dojo und sich gegenseitig zu begrüßen. Daraufhin stehen alle auf und verbeugen sich erneut. Wie genau die Begrüßung gemacht wird, ist jedoch sehr Dojo- und Stil-abhängig, weshalb dies nur eine Variante ist.
Nach dem Angrüßen wärmen sich alle zusammen auf und erst danach werden alle in kleinere Gruppen aufgeteilt. Diese werden meistens abhängig von der Gurtfarbe erstellt. Das Training kann nun aus unterschiedlichen Teilen bestehen. Es gibt dabei klassische Grundtechniken (Kihon), die häufig wiederholt werden und die Grundlage für alles andere liefern.
Zudem gibt es den choreografischen Kampf gegen einen imaginären Gegner (Kata), zu dem es passende Partnerübungen gibt (Bunkai). Die verschiedenen Stilrichtungen im Karate haben auch jeweils ihre eigenen Katas, die in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt werden können. Dies wiederum ist von den bereits gelernten Grundtechniken und dem Gurt abhängig.
Neben einfachen Partnerübungen gibt es auch die Möglichkeit, sein Können in einem Kampf zu testen. Der freie Kampf (Kumite) erwartet eine Körperkontrolle und Fairness. Es gibt unterschiedliche Formen des Kumites, die mehr oder weniger Können von dem Karateka benötigen.
Viele Vereine bieten zusätzlich zu den klassischen Teilen auch Selbstverteidigung an. Hierbei können neben den klassischen Abwehrtechniken auch Hebel- oder Wurftechniken unterrichtet werden. Karate basiert sehr stark auf Respekt. Deshalb wird auch während des Kampfes von jedem Respekt und Fairness erwartet.
Die passende Trainingskleidung
Du hast bestimmt schon einmal im Fernsehen gesehen, wie ein Karateka gekleidet ist. Dies ist in den meisten Fällen auch die Realität. Im Karate tragen alle einen Karateanzug (Gi) aus Baumwolle. Dieser besteht aus einer Hose und einer Jacke, die wie ein Kimono gebunden wird. Frauen tragen ein Top oder T-Shirt darunter.
Der Anzug besteht aus einem festen Material und ermöglicht so einen Bewegungsfreiraum und erleichter zudem Wurf- und Grifftechniken. Um die Taille (oder Hüfte) wird ein Gurt (Obi) gebunden, der den Trainingsstand des Karatekas zeigt. Die Farben sind weiß, gelb, orange, grün, blau, braun und schwarz.
Es wird immer barfuß trainiert, Kinder dürfen aber auch Turnschlappen tragen. Einige tragen auch spezielle weiche Karateschuhe. Beim Kumite werden fast immer Faustschützer getragen. Einige tragen auch spezielle Schienbeinschützer. Bei Wettkämpfen tragen Männer einen Tiefschutz und Frauen einen Brustschutz. Zudem wird ein Mundschutz getragen.
Graduierungen und Prüfungen
Das Können eines Karatekas wird in Kyu- und Dan-Graden gemessen. Während die Kyu-Grade bei 9 anfangen und bei jedem Fortschritt kleiner werden, steigen Dan-Grade bis zum 10. Grad auf. Die Kyu-Grade stellen die Farbgurte dar - also die Anfänger. Die Schwarzgurtstufen werden in Dan gemessen.
Jeder Anfänger trägt zuerst einen weißen Gurt, der um die Taille oder Hüfte gebunden wird. So tragen Anfänger zunächst einen weißen Gurt (9.Kyu-Grad) und steigern sich nach oben. Daraufhin folgen die Farben gelb (8.Kyu), orange (7.Kyu) und grün (6. Kyu). Ab hier wird es anspruchsvoller und die Karatekas tragen nun zweimal hintereinander einen blauen Gurt (5. und 4. Kyu) und daraufhin 3 Braune (3., 2. und 1. Kyu). Nachdem alle drei braune Gurtstufen erreicht wurden, kommt endlich der schwarze Gurt. Hierbei gibt es 10 Abstufungen, die nun beim 1. Dan beginnen und bis zum 10. Aufsteigen.
Um das Können des Karatekas zu testen, finden regelmäßig offizielle Prüfungen statt, in denen sich die jeweiligen Personen beweisen müssen. Für diese Prüfung gibt es spezielle Anforderungen, die bestimmte Grundtechniken, Katas und Partnerübungen erfordern. Diese variieren abhängig von der jeweiligen Stilrichtung.
Zudem beziehen sich manche auf die klassischen Prüfungsordnungen, während andere die verkürzte Variante des DKV bevorzugen. Dies ist Vereins- und Richtungsabhängig. Es gibt 9 Anfänger-Stufen im Karate, die in Farbgurten repräsentiert werden. Die 10 schwarzen Gurte stellen die hohen Karate-Stufen dar. Jede Stufe wird mit einer Prüfung kontrolliert.
Was sind Stilrichtungen im Karate und woher kommen sie?
Die Stilrichtungen im Karate beziehen sich auf ihre unterschiedlichen Ursprungsorte. Sie stellen unterschiedliche Schulen dar. Meistens unterschieden sich die Stile in ihren Details, was auf den ersten Blick unwichtig erscheinen mag. Jedoch sind diese Details häufig der entscheidende Faktor, ob diese Art des Karate zu einer Person passt oder nicht.
Denn wenn es manchmal nur unterschiedliche Ausführungen der Techniken sind, können es gelegentlich auch Unterschiede in der Philosophie oder in der Trainingsausführung sein. Es gibt vier große Stilrichtungen (Shotokan, Goju-Ryu, Wado-Ryu und Shito-Ryu), die durch Vermischungen von den zwei okinawischen Stilen - Shorei-Ryu und Shorin-Ryu beeinflusst werden. Alle anderen kleiner Stilrichtungen entstehen wiederum basierend auf diesen sechs Stilen. Im DKV sind 22 Stilrichtungen eingetragen. Dabei ähneln sich viel jedoch sehr stark.
Zudem gibt es viele kleine Stilrichtungen, die zwar unbekannt sind, jedoch genauso hochwertig, wie die vier großen Schulen sind. Wichtig ist es, dass Du im Voraus weißt, was für Dich wichtig ist, damit Du Dich entscheiden kannst. Aber auch ein Schnuppertraining in verschiedenen Vereinen kann von Vorteil sein.
Welche Vorteile hat Karate?
Karate ist nicht nur ein einfacher Kampfsport. Es bietet für jeden Menschen zahlreiche Vorteile. Dabei ist das Wort “jeder” sehr wichtig. Denn jeder kann Karate machen. Dabei spielt es keine Rolle welches Geschlecht oder Alter man hat. Auch Menschen mit Behinderungen verschiedener Art können Karate ausüben.
Es ist ein Gesundheitssport, welcher nicht nur Verletzungen verhindern soll, sondern auch die Beweglichkeit, Koordination und Kontrolle über den eigenen Körper verbessert. So können Behinderungen nicht nur ausgeglichen werden. Die Personen werden integriert und durch das Prinzip des Respekts nicht anders behandelt als alle anderen. So können all voneinander lernen.
Aus genau diesem Grund fangen auch ältere Menschen häufig in einem höheren Alter mit dem Karatetraining an und halten sich so fit. Aber auch Kinder und Jugendliche werden durch Karate gefördert. Diese bilden auch die Hälfte der Mitglieder. Kinder lernen Konzentration und Beherrschung. Sie werden selbstbewusster und können sich und ihre Emotionen besser kontrollieren.
Zudem sind sie häufig an der Teilnahme bei Turnieren interessiert, die durch spezielle Kids Cups ermöglicht wird. Auch Frauen profitieren vom Karatetraining. Häufig wird die Selbstverteidigung in den Dojos hochgestellt. Karate hat dabei den Vorteil, dass nicht viel Kraft benötigt wird. Stattdessen hat derjenige den Vorteil, der mit Schnelligkeit und der richtigen Ausführung der Technik punkten kann.
Karate ist als Gesundheitssport für jeden geeignet. Es ist gut für Deinen Körper, verbessert Dein Selbstbewusstsein und benötigt nicht viel Kraft!
Die verschiedenen Stilrichtungen im Karate
Das Karate hat viele verschiedene Stilrichtungen, die teilweise nur kleine Unterschiede haben, aber zum Teil auch sehr viel bei der Wahl ausmachen. Am häufigsten verbreitet sind die vier großen Stilrichtungen Shotokan, Goju-Ryu, Wado-Ryu und Shito-Ryu. Aus diesen Schulen bilden sich auch viele anderen Stilrichtungen.
In Deutschland sind Shotokan und Goju-Ryu am häufigsten verbreitet, weshalb Du diese in den meisten Vereinen finden wirst. Da im DKV 22 Stilrichtungen sind, stellen wir Dir die vier großen Schulen vor, da Du diese auch am ehesten finden wirst. Zudem sind diese vier Stile von der World Karate Federation (WKF) und der European Karate Federation (EKF) anerkannt.
Die vier großen Stilrichtungen des modernen Karate sind:
- Goju-Ryu
- Shotokan-Ryu (meist nur Shotokan genannt)
- Shito-Ryu
- Wado-Ryu
Diese sind, unter anderen, aus den weit verbreiteten okinawanischen Stile Shorei-Ryu und Shorin-Ryu entstanden, die wiederum auf eine Vielzahl anderer Stile zurückgehen. Der Begriff "Ryu" heißt aus dem japanischen übersetzt soviel wie "Stil" oder "Schule". In den frühen Ursprüngen hatten zudem Religion, Philosophie und die japanische Kriegskunst einen starken Einfluss auf die Entwicklung des Karate.
Um die verscheidenen Stilrichtungen besser zu verstehen, ist es hilfreich, einen Überblick über die Abstamungslinien zu haben. Zu sehen sind die vier großen Schulen mit ihren Ursprüngen und Einflüssen.
Shotokan
Shotokan ist der am häufigsten vertretene Karate-Stil weltweit. Er wurde von dem Okinawa-Meister Gichin Funakoshi gegründet. Dank ihm wurde 1922 das Karate in Japan eingeführt. Er stammt aus den zwei Schulen Shuri-te und Tomari-te. Abgeleitet von seinem Pseudonym “Shoto” entstand auch der Name der Stilrichtung. Das Wort “kan” bedeutet Gebäude, weshalb die Stilrichtung als “die Schule/ das Dojo von Shoto” verstanden werden kann. Dies bezieht sich auf das Dojo, indem Funakoshi lehrte. Diese Bezeichnung etablierte sich unter seinen Schülern, auch wenn es für ihn nur ein einziges Karate gab.
Die Techniken und Katas sind eine moderne Zusammenfassung vor allem des Shorin-Ryu und des Shorei-Ryu. Shotokan kombiniert tiefe Stellungen mit starken Techniken und einer hohen Dynamik. Im Shotokan spielt eine gute Dehnung eine Rolle, das viele Techniken eine gute Beweglichkeit benötigen. Die meisten Schläge und Tritte werden im mittleren Bereich ausgeführt. Das bedeutet: zwischen dem Genitalbereich und dem Solarplexus, der zwischen Brustbein und Bauchnabel, direkt in der Mitte, liegt. Jede Technik ist gleichzeitig als Angriff und Abwehr gedacht. Es wird mit als Tiger-Stil bezeichnet, da hier der direkte Angriff nach vorne grundlegend ist.
Ein wesentlicher Unterschied zum u.a. Goju-Ryu besteht darin, dass die Füße während eines Kampfes ausgehend vom hinteren Fuß gewechselt werden. Im sportlichen Bereich wird eher auf Distanz geachtet, während die traditionelle Variante auf den Nahkampf besteht.
Zudem darf im Sportbereich auch zum Kopf getreten werden. Shotokan ist besonders für diejenigen interessant, die an Wettkämpfen orientiert sind. Denn die meisten Sieger der gemischten Meisterschaften stammen aus dem Shotokan. Selbst in Japan, in dem die Stilrichtung seltener vertreten ist, gewinnen die Vertreter des Shotokan am häufigsten.
Goju-Ryu
“Hart-weich”, das am meisten verbreitete System aus der Shorei-Schule. Chojun Miyagi, ein Schüler Higashionnas, gründete den Stil Ende der zwanziger Jahre auf Okinawa. 1933 wurde das Goju vom Butokukai auch als japanischer Karatestil anerkannt. Das System enthält verschiedene Kata, die für die beiden Elemente „hart“ (go) und „weich“ (ju) stehen und oftmals auf kraftvoller Atmung (Ibuki) basieren. Heute wird der Stil in drei Abteilungen vertreten: auf Okinawa durch Anichi Miyagi und Morio Higaonna, in Japan durch Gogen Yamaguchi und in den USA durch Peter Urban.
Goju ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Ihr scheinbar paradoxer Name (Go = stark, männlich; Ju = weich, sanft, weiblich) weist auf ihre Ursprünge hin, dem sanften chinesischen Chuan Fa (Kung Fu) und dem harten, starken Okinawa-Te. Begründer des Stils war Higaonna Kanryo aus Okinawa, der "Heilige des Faustschlags". Miyagi Chojun (Kyoto), der bei Higaonna lernte, entwickelte die Schule weiter und benannte sie Goju-Ryu, als er sie 1935 in Japan vorstellte. Yamaguchi, die "Katze", verbreitete den Stil außerhalb Japans.
Die Stellungen haben eine Zentrierung der Körpermitte zum Schwerpunkt, die Wege sind kurz. Geschichtlich hängen diese Stilrichtungen eng miteinander zusammen, es haben sich aber in diesem Jahrhundert entsprechende Abspaltungen ergeben. Technisch und philosophisch sind diese Stilrichtungen für Laien und manchmal auch für Karateka kaum zu unterscheiden.
Shito-Ryu
Ein 1939 in Japan gegründeter traditionsbewußter Mischstil aus dem okinawanischen Shorin- und Shorei-Ryu, in dem Kenwa Mabuni die Lehren seiner beiden Meister, Higashionna und Itosu, vereinigte („Shito“ enthält Schriftzeichen aus den Namen beider Meister). Der Stil gehört zu den vier großen japanischen Karatesystemen und wird heute von vielen Schülern Mabunis in individuell interpretierten Varianten unterrichtet. So gründete Teruo Hayashi das Kenshin-Ryu (oder Hayashi-Ha Shito-Ryu), Ryusho Sakagami das Itosukai-Ryu, Yoshinao Nanbo das Nanbu-Do, Kanei Uechi das Shito-Ryu Kempo, Chojiro Tani dasTani-Ha Shito-Ryu (oder Shukokai), Shinpan Shiroma das Shiroma Shito-Ryu, Kosei Kokuba das Seishinkan-Ryu und Kensei Kaneshiro das Tozan-Ryu.
Shito ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Kenwa Mabuni studierte viele Jahre lang die Hauptstile Okinawas, Shorin und Shorei, und entwickelte durch die harmonische Vereinigung beider Kampfarten einen neuen Stil, den er Shito-Ryu nannte. Das Wort Shito-Ryu bildete er aus Respekt und Anerkennung für seine beiden Meister, wobei die Silbe „Shi" aus dem japanischen Schriftzeichen „Ito" (von Itosu), die Silbe „To" aus dem Schriftzeichen „Higa" (von Higoanna) abgeleitet ist.
1929 ließ Mabuni sich in Osaka (Japan) nieder und lehrte seinen Karatestil an den Universitäten und unterrichtete die Polizei. Seine Stilrichtung basiert auf einer systematischen Trainingsmethode, die auf einer wissenschaftlich-logischen und tiefer moralisch-philosophischen Grundlage aufbaut. Meister Mabuni starb im Mai 1952. Sein Karatestil ist heute einer der bedeutendsten der in Japan ausgeübten Stile.
Wado-Ryu
Wado ist eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Wurde 1939 von Otsuka, einem Schüler Funakoshis, gegründet. Zeichnet sich durch kurze Schritte, geringerer Endspannung und schnelle Bewegungsfolgen aus. Viele Kata gleichen denen des Shotokan, jedoch wurden ihre ursprünglichen, z.T.
Der Stil Wado Ryu wurde von Hironori Otsuka begründet. Hironori Otsuka war Schüler von Gichin Funakoshi. Gichin Funakoshi traf noch vor dem zweiten Weltkrieg (ca. 1922) bei der Vorstellungseiner Kampfkunst, des Okinawa Karate, auf Hironori Otsuka. Hironori Otsuka wurde Schüler von Funakoshi. Durch die Verbindung dieser unterschiedlichen Arten entstand die Stilrichtung Wado Ryu.
