Mixed Martial Arts (MMA) hat sich von einer lange verpönten Sportart zu einem globalen Phänomen entwickelt. Manche sagen, das, was da eben geboten wurde, sei der am schnellsten wachsende Sport der Welt. Ein archaisches Spektakel, auf das viele gewartet haben, brutal und ehrlich.
Der Aufstieg von MMA in Deutschland und Europa
Donald Trump liebt sie schon lange, 2024 brachen Käfigkämpfe auch in Deutschland Zuschauerrekorde. Nun will die Sportart Mixed Martial Arts (MMA) olympisch werden. Doch ihre Brutalität lockt auch rechte Milieus an. Ein Besuch in der Kampfzone.
Im Dezember zahlen Fans 849 Euro für ein Ticket in der ersten Reihe der Münchner SAP-Arena, 11.500 Plätze, fast alle belegt. Der Veranstalter Oktagon, benannt nach der Kampfarena, einem achteckigen Käfig, füllte im Oktober bereits das Frankfurter Waldstadion mit fast 60.000 Zuschauern - das gab es noch nie in Europa. Den bekanntesten deutschen Kämpfern wie Christian Eckerlin folgen in sozialen Netzwerken mehr Fans als so manchem Bundesligaklub. Ihre jungen Anhänger tragen Shirts mit ihren Namen, die älteren schwören: MMA wird so groß wie Boxen in den 90er-Jahren. Nur brutaler.
Trotz oder wegen dieser Szenen gilt MMA als eine der schnellsten wachsenden Sportarten weltweit. In den USA macht die Industrie Milliardenumsätze, 2024 sprang MMA auch in Deutschland aus der Nische in den Mainstream.
OKTAGON MMA: Ein tschechisches Unternehmen erobert den Markt
Trotzdem versuchten Veranstalter hierzulande, an den Erfolg der UFC anzuknüpfen. Doch erst Oktagon, ein tschechisches Unternehmen, das zunächst in Osteuropa Kämpfe veranstaltete, gelingt der Durchbruch. 2023 kamen zu ihren Events bereits bis zu 20.000 Zuschauer, in diesem Jahr folgte die Rekordkulisse in Frankfurt, RTL Plus stieg als Streamingpartner ein. Einige sehen MMA in Deutschland bereits auf dem Weg zur Sportart Nummer zwei nach Fußball.
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UFC setzt neue Maßstäbe in der Las Vegas Sphere
Für eine Fight Night wie keine andere kam die UFC diesen September in der Las Vegas Sphere: Das Oktagon stellte die Mixed-Martial-Arts-Organisation eine einzige Nacht lang vor dem Riesenscreen auf, für den man 10 Monate lang an einer Sonderproduktion arbeitete. Die UFC 306: O’Malley vs. Dvalishvili konnte sowohl für den Veranstalter als auch für die Location einen neuen Umsatzrekord aufstellen: Mit 22 Millionen US-Dollar Einnahmen war es die ertragreichste UFC-Kampfveranstaltung und die umsatzstärkste Einzelveranstaltung in The Sphere. Doch die UFC ließ sich das Event auch einiges kosten: 15 Millionen US-Dollar sollen in die Vorbereitungen für die eine Nacht geflossen sein. Darunter fiel auch die Produktion des sechsteiligen Kurzfilmes „For Mexico, For All Time“, der zwischen den Kämpfen auf der fast 15.000 Quadratmeter großen Innen-LED lief. Die UFC 306 fand nämlich als zweite „Noche UFC“-Ausgabe am mexikanischen Unabhängigkeitstag statt.
Mit der Spielwiese an Technologien, die in der einzigartigen Event-Arena zur Verfügung stehen, kam die UFC noch auf ein paar mehr kreative Gedanken:
- Haptische Sitze: Die UFC und das Sphere-Audioteam integrierten Kraft-Feedback in die Sitze, das auf die Kampf-Action im Octagon reagierte. Es war das erste Mal, dass die haptischen Effekte auf Echtzeit-Aktion basierend umgesetzt wurden.
- Live-Tracking der Herzfrequenz: Die Herzfrequenzen ausgewählter Kämpfer integrierte die UFC in Echtzeit auf dem 16K-Screen. Dafür integrierte man Sensortechnologie von Protecht in den Mundschutz der Kämpfer.
- AI-gestützte Statistikanzeige: Die AI-Lösung Combat IQ erfasste die Schläge der Kämpfer und wandelte sie in Echtzeit automatisiert in Statistiken um, die während der Kämpfe ebenfalls auf dem Sphere-Screen eingebettet wurden.
- 48 Kameras: Zur Aufnahme und Übertragung der Kämpfe auf dem Screen setzte man 8 Kameras ein, darunter Hochgeschwindigkeitskameras, RF-Kameras, eine Fletcher-Nucleus-Kamera, eine Navcam-Vier-Punkt-Kabelkamera sowie zwei Moviebird 45 Techno Crane-System. Die UFC nutzte erstmals auch das TAIT-Kamerasystem für Weitwinkelaufnahmen, um die visuelle Umgebung der Sphere zu zeigen.
- Oktagon-Beleuchtung: Die UFC nutzte die Pass-Through-Beleuchtung der Sphere: 80 Leuchten hinter der Innen-LED beleuchteten das Oktagon und ersetzten die traditionelle Lichttraverse. Diese Technik hatte Silent House Productions entwickelt.
- 37 Mikrofone: Insgesamt verwendete man 37 Mikrofone, darunter 32 Richtmikrofone zur Aufnahme von Umgebungsgeräuschen und 5 „Thump“-Mikrofone unter dem Oktagon zur Unterstützung des haptischen Feedbacks.
- Audiostreaming in vier Sprachen: Besucher konnten über die Livevoice-App vier Audiostreaming-Kanäle in Spanisch und Englisch sowie Red-Corner- und Blue-Corner-Kommentare empfangen. Es war das erste Mal, dass die UFC ein Event live auf Spanisch für Fans im Publikum übertrug.
- Shure Digital Microphone Array Technology: Da keine Mikrofone über dem Octagon angebracht werden konnten, setzte die UFC diese neue Technologie unter den Kameraplattformen ein.
- Vier Übertragungen: Aus einem einzigen Kontrollraum produzierte man vier unterschiedliche Übertragungen für Australien, Neuseeland, Kanada und Frankreich.
- 6 mobile Broadcast-Einheiten: Die UFC setzte sechs mobile Einheiten ein, um das Event zu produzieren. ESPN sendete erstmals eine native 1.080p-Produktion in den USA.
Für die ultimativen Selfies stellte die UFC in der Sphere-Lobby außerdem die volumetrischen Display-Boxen von Proto auf. Hier erschienen die Kämpfer der Stunde sowie UFC-Präsident Dana White als hologrammartige Avatare. Und natürlich aktivierte die UFC auch die fas 54.000 Quadratmeter große Außen-LED vor und während der sechsstündigen Fight Night.
Die wirtschaftliche Bedeutung von MMA
Schließlich ist ein solcher Kampf eine Milliarden-Maschine für den UFC-Boss. Die bis dato höchsten Gewinne fuhr der Kampfsport-Veranstalter mit einem Kampf von Conor McGregor gegen den ehemaligen Box-Weltmeister Mayweather im Jahr 2017 ein. Insgesamt wurden laut sport1 rund 500 Millionen Dollar umgesetzt.
2023 lag der Gesamtumsatz der UFC bei knapp 1,3 Milliarden Dollar, ihr größter Star, der Ire Conor McGregor, galt zeitweise als bestbezahlter Sportler überhaupt.
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UFC Gehälter: Wer verdient wie viel?
Die UFC Gagen liegen mittlerweile im Millionen-Bereich. Die Ultimate Fighting Championship UFC - sozusagen die „Königsklasse“ der furchtlosen Käfig-Kämpfer - ist in den letzten Jahren zu einem Milliarden-Imperium aufgestiegen. Grundsätzlich bestehen die UFC Gehälter aus einem Basis-Fixum. Wie hoch das ist, hängt vom Bekanntheitsgrad des Kämpfers und von seinen bisherigen Erfolgen ab. Die Bandbreite der UFC Gage für einen Kampf kann sich von ein paar tausend Dollar bis auf beispielsweise 750.000 Dollar strecken - dieses Fixum kassierte beispielsweise Schwergewichtler Stipe Miocic für seinen Titelkampf bei UFC 252. Noch namhaftere MMA-Superstars wie Khabib Nurmagomedov kassieren Beträge im Millionenbereich als UFC-Gage.
Ein Sieg bei einem UFC-Kampf bringt eine entsprechende Prämie ein, die vorab vertraglich vereinbart wurde. Zusätzlich gibt es noch das Prämiensystem von UFC-Ausrüster Reebok. Für bekanntesten Octagon-Gladiatoren sind diese Prämien aber nur ein kleines Taschengeld.
Die Zahl der Pay-per-Views (PPV) - also die digitalen Eintrittskarten - über ESPN+ und den UFC Fight Pass belaufen sich auf mehrere Millionen Verkäufe. Zur Verdeutlichung: Der Kampf zwischen McGregor und Khabib im Herbst 2018 hatte fast 2,5 Millionen PPV-Verkäufe erzielt und damit einen UFC-Rekord aufgestellt. McGregor hat damit fast 50 (!) Millionen Dollar verdient. Seine Fix-Gage von der UFC von 3 Mio. Diese extreme UFC Gage von McGregor ergibt sich daraus, dass der Ire an den Abschlüssen in Australien, Kanada, Irland und England beteiligt ist. Rund 90 Prozent der Einnahmen aus diesen Ländern fließen direkt in die Tasche von McGregor.
Beeindruckend war auch die UFC Gage für McGregor für sein Comeback im Januar 2020 gegen Donald „Cowboy“ Cerrone. 40 Sekunden braucht McGregor für seinen Sieg - 4,4 Millionen Dollar bekam vorab als Fixum. Bombastisch war auch die UFC Gage für seine Kämpfe danach. Wie etwa die PPV-Auszahlung nach „Poirier vs. Damit ist McGregor mit Abstand der bestverdienende Käfig-Fighter aller Zeiten!
Auch Islam Makhachev - neuer Champion in der Leichtgewicht-Division - kommt bei weitem nicht an die millionenschweren UFC Gagen eines Conor McGregor oder Khabib heran.
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Der Topverdiener bei UFC 300 war Alex Pereira, der im Hauptkampf der Jubiläumsveranstaltung seinen Titel gegen Hill verteidigen konnte. 2,8 Millionen US-Dollar beträgt die UFC Gage für Pereira, der für diesen Verdienst nur 3:14 Minuten brauchte, da er in Runde 1 durch TKO gewonnen hat. Die Nummer 2 auf der Liste der UFC Gehälter bei der UFC 300-Party war Justin Gaethje, der trotz seiner Niederlage gegen Max Holloway beeindruckende 2.369.000 Dollar kassiert hat. Holloway selbst kassierte für seinen KO-Sieg in Runde 5 satte 2,1 Mio. Auf dem dritten Platz der Gagen bei UFC 300 landet mit Zhang Weili eine Frau. Die Chinesin streifte $ 2.250.000 ein. Jamahal Hill, der im Headliner den Titelfight gegen Pereira verloren hat, durfte sich mit einer UFC Gage von 540.000 Dollar trösten - 500.00 davon war seine Antrittsgage.
Nicht nur beim Jubiläumsevent im April 2024 konnten die Fighter groß kassieren, Zahltag ist bei allen sogenannten „Nummern-Events“. Jorge Masvidal hat damals für den für den Mega-Fight gegen Kamaru Usman als UFC Gage die Garantiesumme von 500.000 US-Dollar kommen. Wie übrigens auch sein Gegner.
Im Jahr 2018 betrugen die durchschnittlichen UFC Gehälter der Käfig-Künstler lediglich 138.000 US-Dollar.
Dana White: Der Mann hinter dem Milliarden-Imperium
Der UFC-Boss verdient schätzungsweise rund 20 Millionen US-Dollar pro Jahr. 2001 kaufte White gemeinsam mit den Fertitta-Brüdern die MMA Organisation für 2 Millionen Dollar. Unter seiner Führung wurde die UFC zu einem Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen und er selbst hielt dabei 9% der Anteile.
Durch einen Verkauf der UFC an die Talent Agentur WME-IMG im Jahr 2016 konnten 4 Milliarden US-Dollar eingenommen werden. Dana White selbst blieb jedoch Präsident der UFC und unterschrieb 2019 einen 7-Jahres-Deal, für den er aktuell einen Gewinnanteil von 9% kassiert, was etwa 20 Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Hochgerechnet besitzt Dana White ein geschätztes Vermögen von rund 500 Millionen Euro.
Top 10 der umsatzstärksten Sportveranstaltungen weltweit
Hier die Top Ten in der Übersicht...
- MLB World Series - 124 Millionen US-Dollar
- Daytona 500 - 140 Millionen US-Dollar
- College Football Playoffs - 176 Millionen US-Dollar
- UEFA Champions League - 185 Millionen US-Dollar
- WrestleMania - 195 Millionen US-Dollar
- NCAA Final Four - 228 Millionen US-Dollar
- FIFA Weltmeisterschaft - 229 Millionen US-Dollar
- Olympische Winterspiele - 285 Millionen US-Dollar
- Olympische Sommerspiele - 419 Millionen US-Dollar
OKTAGON MMA Sammelkarten: Der neue Renner für Fans und Sammler
Ab diesem Jahr kannst du im OKTAGON.store OKTAGON MMA Sammelkarten kaufen. Du liest richtig. Das ist der ABSOLUTE Renner des Jahres für alle Sammler und Fans. Die MMA-Karten können es locker mit einem weiteren HIT aufnehmen, nämlich den MEMORABILIA, also echten Erinnerungsstücken. Die Memorabilia, wie die Handschuhe und der Boden aus der Fortuna Arena, sind an Authentizität kaum zu überbieten, die Karten dagegen repräsentieren höchste Designkunst. Dazu kannst du auch gleich das ALBUM OKTAGON INFINITY 2023 kaufen. Alle Produkte findest du im OKTAGON.store, auch die noch nicht ausverkaufte SUMMER COLLECTION 2024. Für die Sammelkarten haben die Designer die Farben Gelb und Blau perfekt aufeinander abgestimmt.
Neben den eigentlichen MMA Sammelkarten gibt es auch eine ganze Reihe cooler Fotos von MMA-Kämpfern mit den Karten in der Hand. Végh, Kozma und Kincl? Jetzt stürzen wir uns auf die Namen. Wer hat sich für dich fotografieren lassen und die stylischen MMA-Sammelkarten signiert? Mit diesen Collectibles wirst du viel Spaß haben. Vergiss nicht, neben den MMA-Sammelkarten auch Tickets für OKTAGON MMA-Events in den Warenkorb zu legen.
