Kickboxen und Kampfsportvereine in Rotenburg (Wümme)

Rotenburg (Wümme) bietet eine Vielzahl von Vereinen und Möglichkeiten für Interessierte am Kickboxen und anderen Kampfsportarten. Hier finden sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene passende Angebote, um ihre Fähigkeiten zu verbessern und sich sportlich zu betätigen.

Box-Boom beim SV Fortuna Rotenburg

Johannes Schumacher hat beim SV Fortuna Rotenburg einen Box-Boom ausgelöst, seit er die Sparte vor rund anderthalb Jahren neu belebt hat. „Wir haben hier einen Nerv getroffen“, meint auch Eduard Hermann, Streetworker der Stadt Rotenburg, die bei diesem Projekt mit dem Verein kooperiert.

„Wir wollen den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung anbieten und sie von der Straße holen“, erklärt Hermann das Ziel der aufsuchenden Jugendsozialarbeit. Und der 48-Jährige, oft als Zuschauer vor Ort, ist vom Boxangebot begeistert. Das wiederum liegt vor allem an Johannes Schumacher, der stets um die 30 Interessierten (darunter auch ein paar junge Frauen) zu den Trainingseinheiten begrüßt.

Der in Rotenburg lebende Bundeswehrsoldat ist ausgebildeter Boxtrainer und besitzt die C-Lizenz. In jungen Jahren hat er bereits in Russland diesen Kampfsport betrieben, „auch Kickboxen habe ich gemacht“, erzählt er. Vor 20 Jahren zog er in die Wümmestadt, von 2006 bis 2008 leitete er bereits eine Box-Gruppe hier, entstanden über das offene Sportprojekt. So lange kennen sich Schumacher und Hermann auch.

Als der Coach jedoch nach Bayern versetzt wurde, schlief das Angebot ein. Etliche Jahre später kehrte er in den Norden zurück, im August 2022 gab er Hermann das Okay für den Neustart. „Ich hatte Bock und Zeit“, berichtet Schumacher. „Primäres Ziel ist es dabei, die Jugendlichen zu beschäftigen und die, die Interesse haben, auch so zu fördern, dass sie an Wettkämpfen teilnehmen“, ergänzt er.

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„Eine Win-Win-Situation für uns alle“, findet Hermann. „Ziel ist es natürlich auch, dass die Leute dann dem Verein beitreten.“ Im vergangenen Jahr wurden bereits die ersten kleineren Wettkämpfe besucht. Sieben sind es bisher gewesen, „einen ersten Platz hatten wir auch schon“, berichtet Schumacher ein wenig stolz und findet: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Er hat durchaus einige ambitionierte Kämpfer dabei, die teilweise sogar aus dem Nachbarkreis anreisen. So wie der Verdener Dennis Weissbeck. „Meine Cousins sind am Boxen und haben mich angesteckt“, erzählt der 22-Jährige. „Ich habe dann ein Sparring mit denen gemacht und gemerkt, dass ich nicht mithalten konnte. Das hat mich motiviert.“ Durch einen Klassenkameraden sei er zur Gruppe von Schumacher gekommen. „Ich fühle mich hier am wohlsten“, bestätigt Dennis Weissbeck und verrät: „Fußball habe ich auch ausprobiert, aber Boxen ist die Sportart, bei der ich mich wiedergefunden habe.“ Einen Wettkampf hat er bereits absolviert, weitere sollen folgen.

Ein paar Runden laufen, dann geht es auch schon ans Eingemachte - erst mit ein paar Trockenübungen, bei denen es auch schnell anspruchsvoller wird, wenn der Coach eine Viererkombination sehen will. Anschließend stehen die Partnerübungen an - Haken schlagen, abtauchen, Beinarbeit - was eben so dazu gehört. Der Schweiß läuft, als die Schützlinge in einer kurzen Pause zur Wasserflasche greifen. „Sie sollen auch schwitzen, sie sollen noch viel mehr schwitzen“, meint Schumacher und lacht.

Die Gruppe ist dabei sehr heterogen. „Wir haben welche, die sind erst sieben oder acht Jahre alt. Und der Älteste ist kurz vor 50“, erzählt Schumacher. „Viele haben einen Migrationshintergrund, manche kommen auch aus der Ukraine und aus Moldau.“ Der Multikulti-Faktor, die Frage, aus wie vielen Nationen die Sportler kommen, spielt für Eduard Hermann dabei keine große Rolle. „Wir haben da eine andere Philosophie. Wir suchen nicht das, was uns unterscheidet, sondern das, was uns verbindet. Uns verbindet der Ort, an dem wir zusammenleben, und das Interesse an dieser Sportart.“

Boxhandschuhe gehören natürlich dazu, auch wenn sie nicht bei allen Übungen zum Einsatz kommen. Handschuhe hat ohnehin jeder, manch einer auch bereits die typischen Boxschuhe. Nur eines vermisst der Beobachter: den Boxring. „Wir haben keinen Ring“, gesteht Johannes Schumacher. Eigene Turniere kann der Verein deshalb bisher auch nicht ausrichten. „Ein Ring ist unser Traum“, gesteht Eduard Hermann, wohlwissend um die Kosten, die schon im satten vierstelligen Bereich liegen.

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Therapeutisches Boxtraining im Therapiezentrum Westend

Wie gestaltet sich das therapeutische Boxtraining? Im Therapiezentrum Westend Melanie Ohr arbeiten Sie mit Boxhandschuhen am Doppelendball, Sandsack, Wandkissen oder auf Schlagpratzen in Partnerarbeit. Außerdem gibt es verschiedene Übungen zu den Themen Ausdauer, Kraft, Aufmerksamkeit, Konzentration, Koordination und Reaktion.

Durch Boxen als Therapie erleben Sie und spüren Sie Ihre innewohnende Kraft. Dieses Erleben wird als Ressource erschlossen, um in Form neuer Erfahrungen und Muster in den Alltag transferiert zu werden. Das Training stärkt das Selbstwertgefühl und unterstützt die Standhaftigkeit sowie Durchsetzungsfähigkeit. Sie können innere Anspannungen und Stress abbauen. Die Körperwahrnehmung ist ein wichtiger therapeutischer Baustein. Nebenbei erfolgt auch eine körperliche Aktivierung, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden positiv beeinflusst.

Neben positiven Auswirkungen auf die körperliche Fitness zeigt das therapeutische Boxtraining auch sehr guten Erfolg bei depressiven Symptomen, die sich häufig durch fehlende Motivation, Antriebslosigkeit, Erschöpfungszustände, aber auch durch Schlafstörungen oder Gedankenkreisen zeigen. Anwendung findet therapeutisches Boxen bei den Themen Aggression und Wut. Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Angst- und Panikstörung, Burnout, Borderline oder posttraumatischer Belastungsstörung können von dieser Therapie profitieren.

Kusi Fight Club Rotenburg

Gezielt schlägt Kickbox-Schülerin Jessica mit Faustschlägen und Tritten gegen die Pratze. Im nächsten Moment wird effektive Selbstverteidigung geübt, bei der die Teilnehmer einem Schlag, der direkt ins Gesicht zielt, ausweichen und anschließend den Gegner mit ein paar gezielten Kniestößen und einer Hebeltechnik kampfunfähig machen.

- Kickboxen gehört schon zu den härteren Kampfsportarten, aber blutige Nasen holt man sich beim Training nicht, betont der Trainer und Vorsitzende des Kusi Fight Clubs Rotenburg, Sascha Kusebauch. Auch, dass das Kickboxen von Männern dominiert werde, sei falsch. In den fortgeschrittenen Kursen befänden sich mehr als 50 Prozent junge Frauen, die die Kampfsportart betreiben, meisten im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.

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Als positiver Nebeneffekt der Sportart verbessere sich Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Das Mindestalter für die Sportart beträgt 14 Jahre. Weitere Infos gibt es im auf www.KusiFightClub.de.

Karate Dojo Rotenburg

Das Karate Dojo Rotenburg besteht seit 1992 (als eine Abteilung des TuS Rotenburg von 1861 e.V.). In unserem Dojo wird ausschließlich Shotokan-Karate gelehrt. Diese lebensbegleitende Kampf- und Bewegungskunst für Körper, Geist und Seele ist eine Verbindung von kognitivem und motorischem Lernen.

Für den Körper: Kraft, Beweglichkeit, Kondition, Gleichgewichtssinn, Schnelligkeit, Grenzen austesten, kein Vollkontakt(karate). Für Geist und Seele: Konzentration, Aufmerksamkeit, Geduld, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit, Respekt, Rücksicht.

Unser leitender Trainer ist Ulrich Rutsatz (6. Dan). Ulrich hat eine Prüferlizenz, daher können dojointern Prüfungen abgelegt werden. Wir ermutigen jedoch unsere Karateka, für Prüfungen und Fortbildungen die Lehrgänge unseres Dachverbandes DJKB zu besuchen. Immer wieder richten wir selbst Lehrgänge im eigenen Dojo aus und können dafür hochkarätige, namhafte Trainer gewinnen.

Wir trainieren jedoch nicht nur im eigenen Dojo. Die Teilnahme an überregionalen Lehrgängen und Karate-Großveranstaltungen wie Gasshuku und Kata-Spezial sind ein fester Bestandteil vieler unserer Karateka auf ihrem Karate Do („Weg der leeren Hand“). Daneben gehören Dojo-interne Veranstaltungen regelmäßig zu den Highlights eines Jahres, wie z.B. Ausflüge und Exkursionen, Weihnachtsfeiern, Sommerfeste, eigene kleine Turniere usw.

Für Kinder ab 8 Jahren gibt es eine recht lange Warteliste.

Dôjô-interne Prüfungen

Wir gratulieren allen, die bei den Prüfungen ihr Bestes gegeben haben! Er war mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden.

Wir gratulieren unseren vier neuen Gelbgurten, die heute hoch konzentriert eine Top-Prüfung abgelegt haben und ab sofort in der Unterstufe zu finden sind.

Weitere Sportangebote

Neben den genannten Kampfsportarten gibt es auch weitere Angebote in Rotenburg (Wümme):

  • Turnen ohne Eltern
  • Freerunning und Parkour (Mindestalter 16 Jahre)

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 10€ pro Monat, die Abbuchung erfolgt jeweils quartalsweise im Voraus, zusätzlich werden einmalig 10€ Beitrittsgebühr erhoben. Die Bezahlung erfolgt per Bankeinzug. Eine Kündigung ist jederzeit zum Ende eines Quartals möglich.

Hinweise zu den Kursen

  • Außer beim Krav Maga kann man jederzeit zu den Kursen vorbeikommen und direkt mitmachen (nicht vergessen: während den Ferien und an Feiertagen findet kein Training statt).
  • 2 mal kann man unverbindlich und kostenlos mitmachen.
  • Die Trainer/innen sehen zu, die jeweiligen unterschiedlichen Fitness-Level der Teilnehmer/innen zu berücksichtigen.

Ausrüstung

Für den Anfang braucht man noch keine Ausrüstung. Wenn man sich aber entscheidet, fest dabei zu bleiben, gehört zur Minimum-Austattung beim Kickboxen: Handschuhe, Zahnschutz, ggf.

Trainingspause

Ich bin wegen einer Verletzung/Auslandsaufenthalt länger nicht in der Lage, am Training teilzunehmen. Nimm einfach Kontakt mit uns auf und teile uns mit, ab wann Du wieder dabei bist. Für die Zeit bist Du dann von den Mitgliedsbeiträgen freigestellt.