Aikido vs. Judo: Die Unterschiede

Die Fähigkeit, sich in Konfliktsituationen selbst und, wo nötig, auch waffenlos zu verteidigen, hat in der Menschheitsgeschichte seit jeher eine große Rolle gespielt. So ist es wenig erstaunlich, dass sich in den verschiedensten Weltgegenden unabhängig voneinander Kampfkünste entwickelt haben. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die verschiedenen Kampfsport-, Kampfkunst- und Selbstverteidigungsarten bieten.

Die verschiedenen Selbstverteidigungsstile erstrecken sich über eine weite Bandbreite an Techniken und setzen ihre jeweiligen Schwerpunkte unterschiedlich. So kann man in solche unterscheiden, die hauptsächlich reaktiv vorgehen, d.h. Angriffe des Gegners durch Griffe ablenken und kontern (wie beispielsweise das Aikido). Andere bedienen sich ebenfalls Grifftechniken, setzen diese aber vor allem ringend ein (z.B. Judo). Im Gegensatz dazu stehen die offensiven Stile, zu denen das Taekwondo gezählt werden kann. Auch hier macht es jedoch einen wesentlichen Unterschied, ob das Gewicht der jeweiligen Kampfkunst eher auf Hand- oder Fußtechniken liegt.

In der Welt der Kampfkünste gibt es viele verschiedene Disziplinen, die auf das Schlagen basieren, wie Kung Fu, Karate, Taekwondo, Muay Thai usw. Und dann gibt es andere Disziplinen, bei denen es keine Schläge gibt, welche wir auf Englisch "grappling" nennen. In diesem Artikel werden wir über zwei von ihnen sprechen, die manchmal sehr ähnlich erscheinen können: Judo und brasilianisches Jiu Jitsu oder abgekürzt „BJJ“.

Ursprung und Entwicklung

Judo wurde 1882 von Jigoro Kano in Japan gegründet. Um Judo zu kreieren, musste Kano eine Reihe von Techniken vom Jiu Jitsu zusammenstellen und abändern, die er in Schulen wie Tenjin Shinyo Ryu und später Kito Ryu gelernt hatte. Judo ist eine Kampfkunst im Grappling-Stil (Griff), was bedeutet, dass seine Techniken keine Faustschläge oder Tritte enthält, mit Ausnahme einiger traditioneller Katas, bei denen sie geübt werden. Daher basieren in der üblichen Judo-Praxis, und wenn wir die Katas ausschließen, alle Bewegungen auf den Griff bei der: Wurftechnik, Festhaltetechnik, Würgetechnik und Hebeltechnik.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen viele Asiaten vor allem Japaner nach Brasilien. Inmitten dieser Welle von Immigration kam der große Judoka Mitsuvo Maeda, der eine diplomatische Mission hatte. Koma, ein Schüler Kano´s der Schule Kodokan ließ sich in der Stadt Belém indem Staat Pará nieder, wo er einigen Judo zu unterrichten begann, einer von diesen war Carlos Gracie. Nach einiger Zeit machte sich Gracie unabhängig und eröffnete einen eigenen Dojo in der Nähe von Rio de Janeiro. Dort, mithilfe seines Bruders Helio Gracie, experientiert und entwickelt er neue Techniken, mit dem von Maeda erhaltenene Wissen, wobei die neue Kampfkunst Gracie Jiu Jitsu entstand, die später in Brasilianisches Jiu Jitsu benannt wurde.

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Brasilianisches Jiu Jitsu ist also aus dem Judo entstanden weshalb beide so viele Gemeinsamkeiten haben.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Aikido und Judo

Obwohl ein brasilianischer Jiu-Jitsu-Konkurrent einfach und sogar erfolgreich an einem Judowettkampf teilnehmen kann (wie Rigan Machado oder BJ Penn), kann ein Judoka auch an einem brasilianischen Jiu-Jitsu-Turnier teilnehmen. Jeder von ihnen muss sich einfach nur an die Regeln des Wettkampfes anpassen.

1. Methodik: Stand vs. Bodenkampf

Wir können sagen, daß der Hauptunterschied in der Methodik des Training liegt: in beiden Künsten gibt es zwei Kampfarten, im Judo gibt es die Tachi-waza (Kampf im Stehen) und die Ne-waza (Kampf am Boden). Im Judo liegt der Schwerpunkt mehr im Tachi-waza. Es wird auch das Ne-waza trainiert, aber die Proirität liegt im Kampf im Stehen. Im Brasilianischen Jiu Jitsu geschieht eher das Gegenteil. Es wird vermehrt am Boden trainiert, als im Stehen. Die Betreiber des BBJ versichert, daß es einfacher ist, einen Gegner mit geringem Kraftaufwand am Boden zu bezwingen als wenn man im Stand kämpft. deshalb gibt es im Brasilianischen Jiu Jitsu mehr Techniken am Boden, als beim Judo, und mit weniger Einschränkungen.

Andererseits, und da Judo sich mehr auf das Kämpfen im Stand konzentriert, gibt es viele Strategien, Kombinationen, die typisch sind für diesen Sport, die sich aus dem Tachi-Waza entwickeln und die oft von den BJJ-Praktizierenden nicht so gut beherrscht werden wie von Judokas.

2. Wettkampfregeln

Wettkampfregeln für Judo

Judo wurde 1964 ofiziell Disziplin für die Olympischen Spiele. Seitdem haben sich die Regeln ziemlich verändert. Die Basis-Regeln sind jedoch relativ gleich geblieben. Um einen Kampf im Judo zu gewinnen gibt es diese Möglichkeiten:

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  • Einen kompletten Punkt oder Ippon gibt es, wenn der Gegner mit dem ganzen Rücken auf die Matte (Tatami) fällt. Dies gilt als direkter Sieg und der Kampf endet. Wenn nur der halbe Rücken auf den Boden geht, heißt dies Waza-ari und zählt einen halben Ippon. Zwei Waza-ari führen zum ebenfalls zum Sieg.
  • Den Gegner für 20 Sekunden auf dem Boden unbeweglich halten ist dies ebenfalls ein Ippon. Wenn es 10 Sekunden sind und der Rivale sich befreien kann, zählt diez als Waza-ari.
  • Ebenfalls ein Ippon ist, wenn der Gegener auf dem Boden gewürgt oder eine Hebelbewegung gemacht wird, was ihn zum Aufgeben zwingt.

Obwohl es möglich ist, wie auch bei einem Brazilian Jiu-Jitsu-Turnier, durch Verrenkungen oder Würgen im Bodenkampf einen Sieg zu erringen, konzentriert sich Judo mehr auf den Fußkampf oder Tachi-Waza und sobald die Kämpfer zu Boden gehen, müssen sie die Handlungen sehr schnell ausführen, oder der Schiedsrichter wird sie wieder auf die Beine stellen lassen.

Regeln beim Brazilian Jiu Jitsu

Die Wettkampfgeschichte des BJJ ist viel jünger als die des Judo. Ausserdem ist Judo eine olympische Disziplin, BJJ im Gegensatz nicht.

Die Regeln im Brazilian Jiu Jitsu sind sehr unterschiedlich: Es gibt Punkte, wenn der Gegener mindestens 3 Sekunden auf dem Boden gehalten werden kann.

Ein Kampf endet, wenn auf direkte Weise:

  • Der Kampf kann direkt mit einer "Vollendung" beendet werden, die einfach darin besteht, dem Gegner eine Dislokations- oder Strangulationstechnik aufzuerlegen, so dass er gezwungen ist, sich zu ergeben. Es sind Luxationen (Verrenkungen) in Gelenken erlaubt, die es nicht im Judo sind, zum Beispiel die Knöchel und auch andere Arten von Techniken, die im Judo nicht erlaubt sind, aber beim BJJ gibt es Würgetechniken, bei denen direkt die Arme, ohne Kimono ausgeführt werden.
  • Im Falle das keiner der beiden Gegner einen Kampf für sich gewinnt, gewinnt der Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl.

Das Punktesystem wird normalerweise wie folgt zusammengefasst:

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  • 2 Punkte: man bekommt sie, wenn man den Gegner durch Rollen oder Drehen auf den Boden bringt oder die Technik Knie auf dem Bauch ausführen kann.
  • 3 Punkte: wenn man die Abwehr des Gegners überwindet.
  • 4 Punkte: erreicht man, wenn man auf dem Rücken oder Brustkorb des Gegners gelangt.

Wenn Sie eine der beiden Kampfkünste ausüben und im brasilianischen Jiu Jitsu oder Judo antreten möchten, müssen Sie die Vorschriften jeweils berücksichtigen. Sie müssen Ihre Kampfstrategie ändern, denn wenn Sie sich nicht über die Regeln im Klaren sind, können Sie disqualifiziert werden oder Punkte verlieren.

3. Der Kimono

Beim Judo werden zwei Farben benutzt: weiss und blau, es gibt kaum großflächigen Aufnäher und oft wird das Markenlogo klein und unauffällig gehalten. Bekannte Markennamen für Judogis sind Adidas oder Mizuno mit exzellenten Modellen wie der Mizuno Yusho IJF 2015 oder der Adidas Judogi Competición Slim 2018, den Sie in unserem Shop online finden können.

Brazilian Jiu Jitsu Kimonos sind auf dem ersten Blick den für Judo sehr ähnlich, aber der Hauptunterschied ist, bei den BJJ Kimonos gibt es eine Menge unterschiedlicher Designs mit vielen Aufnähern oder Stickereien in unterschiedlichen Farben oder farbliches Innenfutter. Ein weiterer Unterschied, der nicht gleich ersichtlich ist, aber hervorsticht, ist die engerer Passform der Kimonos für BJJ, sie liegen enger am Körper an als die Judogis für Judo.

Neben den Basisfarben wie im Judo Weiss und Blau, kommt noch die Farbe Schwarz dazu. Diese Farben sind für Wettkämpfe zugelassen, aber es gibt für´s Training jede Menge farblicher Varianten wie Dunkelblau, Navygrün oder sogar Kamouflage. Aber Vorsicht! Manche Trainer mögen diese Farbvarianten überhaupt nicht.

Wie schon erwähnt, der hauptsächliche Unterschied liegt darin, daß die BJJ Kimonos nebst der Farbvarianten auch über große und auffällige Aufnäher verfügen.

Judo und Aikido im Detail

Aikido: Defensive Kampfkunst

Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.

Das japanische Aikido wurde vom Großmeister Ueshibai Morihei entwickelt und ist eine äußerst defensiv ausgelegte Selbstverteidigungskunst. Schläge und Angriffe des Gegners werden mit entsprechenden Halt-, Griff-, und Wurftechniken unschädlich gemacht. Der Aikidoka macht sich die kinetische Energie der gegnerischen Attacke zunutze und lenkt sie mithilfe seiner Technik ab. Das Aikido ist sehr philosophisch und verantwortungsbewusst ausgerichtet und weist hierin Ähnlichkeiten zu dem von uns gelehrten traditionellen Taekwondo auf.

Beim Aikido hingegen geht es darum, die Energie des Gegners umzulenken und seine eigene Kraft gegen ihn einzusetzen. Es stützt sich auf Würfe, Stifte und Gelenkblockaden, aber im Gegensatz zum Judo nicht auf Schläge oder Tritte. Das Ziel des Aikido ist es, einen Angriff zu neutralisieren, ohne dem Angreifer Schaden zuzufügen.

Judo: Der sanfte Weg

Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training. Bei einem Judo-Wettkampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin zu Boden zu bringen und dort für eine bestimmte Zeit festzuhalten. Außerdem gibt es Punkte für eingesetzte Wurf- und Grifftechniken.

Ziel eines Judokampfes ist es, den Gegner zu werfen oder zu Boden zu bringen, und es werden Punkte für Würfe, Haltegriffe und Pins vergeben. In Bezug auf die Philosophie betont Judo Respekt, Selbstdisziplin und Demut und ermutigt den Einzelnen, seine körperliche Kraft und sein technisches Geschick einzusetzen, um einen Gegner zu überwältigen.

Judo ist bekannt für seine Wurftechniken, auch nage-waza genannt. Judo ist eine sehr körperliche Sportart, die Kraft, Ausdauer und Flexibilität erfordert.

Bodentechniken im Judo:

  • Haltegriffe (Osaekomi-waza)
  • Würgetechniken (Shime-waza)
  • Hebeltechniken (Kansetsu-waza)

Wurftechniken im Judo:

  • Handwürfe (Te-waza)
  • Hüftwürfe (Koshi-waza)
  • Fußwürfe (Ashi-waza)
  • Opferwürfe (Sutemi-waza)

Vor- und Nachteile aus Sicht eines Judo-Praktizierenden

Ich mache seit 12 Jahren Judo und mein Bruder hat lange Zeit Aikido gemacht. Also bin ich mir zwar sehr sicher bei allem was Judo angeht allerdings bin ich bei Aikido nicht auf dem Besten Wissensstand und so kann es zu Fehlern kommen.

1. Fitness

Beides wird deine Fitness verbesser allerdings wird Judo in diesem Punkt deutlich überlegen sein da es mehr um nahen Kontakt und direktes Kräftemessen geht und es bei Aikido eher um Technik geht und man vermeidet in Situationen zu kommen in denen es um Pure Kraft geht also den Gegner möglichst früh mit möglichst wenig Kraftaufwand außer Gefecht zu setzten und man im Aikido eher mit Hebeln usw vorgeht um einen möglichst großen Effekt mit möglichst geringer Kraft zu erzielen.

2. Selbstverteidigung

Bei Selbstverteidigung liegt ebenfalls Judo definitiv vorne weil es beim Judo Turniere gibt und es so auch im Training trainiert wird Praktisch zu kämpfen während es beim Aikido meines Wissens keine Wettkämpfe gibt und man nur isolierte Techniken ohne erhebliche Gegenwehr trainiert außerdem ist auch der Kampfstil Judo dem des Aikidos in der Selbstverteidigung überlegen da Judoka sich gegen Gegner die sie festhalten oder ähnliches währen können während wenn ein Aikidoka von hinten plötzlich festgehalten wird aufgrund der fehlenden Erfahrung wenig machen kann außerdem enden statistisch die meisten kämpfe am Boden was ebenfalls ein fester Bestandteil des Judo-Trainings ist und beim Aikido nicht. Auch wenn es ein kampf ist der erst mit Boxen und Treten anfängt kann der Judoka immer an den Gegner rankommen weil ein nicht Trainierter Boxer kann niemals einen Judoka mit schlägen so auf Abstand halten das er keine Techniken machen kann. In einem Kampf gegen mehrere haben beide Kampfstile und auch alle anderen Kampfsportarten ein Problem auch wenn Aikido vermutlich besser ist als Judo werden beide diesen Kampf vermutlich verlieren gegen Messer oder andere Waffen haben auch beide Kampfstile wenig Chancen auch wenn hier Aikido besser ist da man nicht so nah an den Gegner Ran muss. Allerdings ist in den Situationen gegen Waffen oder mehrere eh die beste Option wegzurennen und da ist maby sogar wieder der Judoka auch Grund der vermutlich besseren Fitness besser. Außerdem sind die Würfe eines Judokas auf der Straße sehr effektiv da der Boden sehr hart ist und der Gegner nicht weiß wie er gut und schmerzlos fällt. Also bis auf in wenigen Situationen ist Judo in einer Slebstverteidigungs Situation deutlich besser. Dies gilt für Frauen und Männer auch wenn der unterschied zwischen den beiden Kampfsportarten bei Frauen geringer sein wird weil man beim Judo mehr Kraft benötigt.

3. Verletzungsgefahr

Die Verletzungsgefahr ist beim Judo vermutlich höher da man in einen Anzug greift und man mit viel mehr Gewalt aneinander rumzieht und sich gegenseitig auf die Matte wirft. Allerdings wird der unterschied nicht besonders groß sein.

4. Spaßfaktor

Meinem Bruder hat Aikido nicht besonders viel Spaß gemacht und er hat auch damit aufgehört mir macht Judo Recht viel spaß ich gehen auch Recht erfolgreich auf Turniere und mache es immernoch sehr aktiv allerdings ist das natürlich individuell unterschiedlich und lässt sich nicht verallgemeinern.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Judo und Aikido unterschiedliche Kampfsportarten sind, die sich in ihren Techniken, Zielen und Philosophien unterscheiden. Was einem mehr spaß macht ist natürlich individuell unterschiedlich. Ich würde natürlich sagen das Judo besser ist aber das hängt stark davon ab was dein Ziel ist wenn es Kraft ist dann nimm Judo wenn es Selbstverteidigung ist dann nimm Judo wenn es allerdings Spaß ist dann ist das natürlich individuell unterschiedlich und du musst beides ausprobieren es gibt kein besser zwischen den Kampfsportarten es geht immer darum Besser WOFÜR...LG S.