Welche Kampfsportart ist die effektivste?

Die Tage werden kürzer und die dunkle Zeit des Jahres beginnt. Die abgelegenen Wege, die im Sommer noch so idyllisch schienen, wirken nun dunkel und furchteinflößend. Um sich sicherer zu fühlen, kann das Erlernen einer Kampfsportart helfen. Kampfsport übt seit Jahrhunderten eine riesige Faszination auf die Menschen aus. Fast genauso alt ist die Frage: Welche Kampfkunst ist die effektivste, die tödlichste, die beste?

Jeder gute Kampfsportlehrer sagt zwar als Erstes: Flucht geht vor Kampf. Wenn es möglich ist, solltest du also die Konfrontation meiden, um dich - gerade als Kampfsport-Einsteiger - nicht in Gefahr zu bringen.

Kämpfer vs. Kampfkunst

Wenn man eine Liste der gefährlichsten Kampfsportarten erstellt, muss man ein paar Dinge beachten. Ganz wichtig: Es kämpfen immer zwei Menschen gegeneinander. Über die Stärke eines Kämpfers entscheidet nicht in erster Linie die Kampfart. Von Bedeutung ist, wie viel er trainiert hat: Wie viele Jahre? Wie viele Tage pro Woche? Wie viele Stunden am Tag?

Dann spielt eine Rolle, wie gut sein Trainer war: Wie viel versteht er vom echten Kämpfen? Hat er selbst gekämpft? Weiß er, wovon er redet?

Und es kommt darauf an, mit welcher Einstellung man in einen Kampf geht. Kämpfen ist mindestens zu 50 Prozent Kopfsache. Wenn man mit seiner Freundin ins Kino will, dann hat man vielleicht „Kino“ im Kopf. Der Angreifer ist aggressiv und will kämpfen. Diese Einstellungen treffen in einer Sekunde aufeinander. Die Frage ist: Kann man sich geistig schnell genug umstellen und verteidigen? Auch Menschen, die seit Jahren Kampfsport trainieren, schaffen das nicht immer.

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Weitere Fragen, wenn es um „die beste Kampfart“ geht: Welche Zielsetzung gibt es? Welche Kampfart ist für eine bestimmte Anwendung am besten geeignet?

Im Krieg muss man jemanden schnellstmöglich umbringen. Mitarbeiter einer Security-Firma, werden sofort verklagt, wenn sie jemanden zu hart anfassen. In einem Selbstverteidigungskurs lernen Frauen, wie sie sich einen Vergewaltiger vom Leib halten. Und wenn ich in den Ring gehe, muss ich innerhalb bestimmter Regeln besonders hart und effektiv kämpfen.

Die Frage müsste also sein: Was ist die beste Kampfart für mich und meine Ziele?

Top Kampfsportarten für Selbstverteidigung

Hier ist eine Analyse der wirkungsvollsten Kampfarten:

1. Krav Maga - Die Königsklasse der Selbstverteidigung

Krav Maga wurde speziell für das israelische Militär entwickelt und legt den Fokus auf realistische Selbstverteidigungssituationen. Es kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten und simplifiziert sie für den Straßenkampf, sodass es leicht zu erlernen und anzuwenden ist.

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Vorteile:

  • Einfach und effektiv: Krav Maga lässt sich in kürzester Zeit erlernen und anwenden.
  • Realitätsnah: Die Techniken sind auf reale Bedrohungsszenarien ausgelegt, was dir ein gutes Gefühl der Sicherheit gibt.
  • Integrierter Ansatz: Kombination von Schlägen, Tritten und Abwehrtechniken gegen Waffen.
  • Stressbewältigung: Training unter simulierten Stressbedingungen, wodurch du auch in echten Gefahrensituationen ruhig und effektiv reagieren kannst.
  • Ganzkörper-Workout: Verbesserte körperliche Fitness und Ausdauer.
  • Selbstbewusstsein: Aufbau von sicherem und entschlossenem Handeln in Gefahrensituationen.
  • Präventive Strategien: Erlernen von Techniken zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung von Gefahrensituationen.
  • Flexibilität: Anwendbar für Menschen jeden Alters und Fitnesslevels.

Techniken:

  • Direkte und schnelle Angriffe auf Vitalpunkte.
  • Anwendung von Hebeln, Würfen und Kontrollgriffen.
  • Realistischer Umgang mit Bedrohungen von Messer- und Stockangriffen sowie Schusswaffen.

Denn befindest du dich in einer bedrohlichen Situation und musst dich verteidigen, bringt es dir viele Vorteile, wenn du genau weißt, wie du erfolgreich auf deinen Gegner reagierst - notfalls auch mit unfairen Moves.

Die Kampfkunst umfasst viele Bestandteile anderer Kampfsportarten, wie etwa Faustkampf, Ringen, die Tritte aus dem Karate sowie das Werfen, Hebeln und den Bodenkampf aus dem Jiu-Jitsu. Außerdem bezieht Krav Maga natürliche Reflexe und Reaktionen ein. Der israelische Kampfsport ist dadurch verhältnismäßig leicht zu erlernen. Nach einem halben Jahr Training hast du die Grundlagen so weit drauf, dass du in der Lage bist, einen Angreifer abzuwehren und dich selbst zu verteidigen. Das gilt sogar, wenn er bewaffnet ist. Denn zu diesem Kampfsport gehört auch die Entwaffnung des Angreifers.

2. Mixed Martial Arts (MMA) - das Beste aus allen Kampfarten

MMA ist im Moment die vielleicht gefährlichste Kampfsportart. Ein guter Kämpfer beherrscht das komplette Programm an Schlägen, Tritten und Bodenkampf. Wenn ein Kämpfer zu Boden geht können dort Griffe angewendet und es darf weitergeschlagen werden. Wer etwas erreichen will, muss im Ring kämpfen - und das ist eine harte Nummer. Die Kämpfer sind meistens sehr harte Gegner. Sie können nicht nur zuschlagen, sondern auch damit umgehen, wenn sie mal getroffen werden.

Zieht man andere Kampfkünste zum Vergleich heran, kann da etwas Wahres dran sein. Die Mischkampfkunst umfasst Techniken aus dem Kickboxen, dem Muay Thai, dem Boxen, dem Ringen und dem Brazilian Jiu-Jitsu. Zu den wenigen geltenden Regeln gehört, dass Attacken gegen Augen, Hals und Genitalien nicht erlaubt sind, Wirbelsäule und Hinterkopf dürfen nicht das Ziel von Schlägen werden. Allerdings bekommst du im MMA-Training so viele Griffe und Techniken beigebracht, dass dir diese speziellen Methoden kaum fehlen werden.

3. Muay Thai - Vollkontakt mit Knien und Ellbogen

Muay Thai und ähnliche süd-ostasiatische Kampfsysteme sind meistens sehr hart. Es wird immer Vollkontakt gekämpft, immer voll auf Angriff und es geht immer voll in den Mann - ein bisschen wie MMA, nur ohne Bodenkampf. Anders als beim Kickboxen wird neben Händen und Füßen auch mit Knien und Ellbogen gekämpft. Ein Ellbogen im Gesicht kann einen Kampf relativ schnell entscheiden. Der Einsatz des Knies kann ebenfalls kampfentscheidend sein, vor allem, wenn die Kämpfer unterschiedlich groß sind.

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4. Kickboxen - Vollkontakt mit Händen und Fäusten

Beim Kickboxen wird mit Füßen und Fäusten getreten und geschlagen. Es ist schon ein ziemlich guter Kampfsport. Ich habe Kickboxen nur an die dritte Stelle gesetzt, weil in Anführungszeichen „nur" mit Armen und Beinen gekämpft wird. Außerdem gibt es im Gegensatz zum Thaiboxen leichtere Kontaktvarianten. Dennoch gilt auch hier: Wer ständig für den Kampf im Ring trainiert, der kämpft vermutlich auch auf der Straße gut, weil er die psychische Seite des Kampfes schon gemeistert hat.

5. Boxen, Ringen - traditionelle europäische Kampfarten

Boxen und Ringen sind viel gefährlicher als ihr Ruf. Sie werden im Zuge der modernen Selbstverteidigungskurse und der asiatischen Kampfarten oft völlig und zu unrecht vergessen. Natürlich sind Boxer und Ringer im Wesentlichen auf eine Kampfdistanz beschränkt. Dennoch lernen sie, in ihrer Disziplin äußerst effektiv zu kämpfen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: Boxe keinen Boxer und ringe keinen Ringer!

6. Jeet Kune Do - die Mutter aller Hybridsysteme

Bei Jeet Kune Do handelt es sich um den von Bruce Lee entwickelten Kampfstil. Ich habe ihn als Beispiel für die verschiedenen Hybridsysteme genommen. Nach Bruce Lees Tod wurde Jeet Kune Do sehr bekannt. Er hatte sich verschiedene Kampfsportarten angeguckt und daraus seine eigene Kampfkunst entwickelt. Das gleiche haben die Mixed Martial Arts später auf extreme Art und Weise weitergeführt.

7. Filipino Martials Arts - Escrima, Kali, Arnis

Philippinische Kampfsportarten wie Escrima, Kali und Arnis sind immer sehr realitätsbezogen, sehr direkt und sehr hart. Sie sind deshalb sehr gut zur Selbstverteidigung geeignet. Eigentlich sind diese Methoden kein Sport, sondern ein Kampfsystem, dass die Bevölkerung früher erfolgreich gegen die spanischen Eroberer einsetzte. Gekämpft wird mit etwa 60 bis 65 Zentimeter langen Kampfstöcken. Das ist aber nur die Oberfläche: Es geht auch um den Kampf mit Messer und Macheten oder die waffenlose Anwendung der Techniken. Wenn der Stockkampf, wie in manchen Schulen üblich, mit Vollkontakt gekämpft wird, ist das eine ziemlich krasse Nummer.

8. Krav Maga, Wing Tsun - schnelle und direkte Selbstverteidigung

In Israel werden Soldaten mit Krav Maga für den Nahkampf ausgebildet. Hierzulande werden realistische Selbstverteidigungssysteme wie Krav Maga oder Wing Tsun Menschen beigebracht, die nicht dauernd im Ring stehen möchten. Die Teilnehmer lernen in einem komprimierten Kurs oder einer längeren Ausbildung, wie sie sich verteidigen können, wenn sie auf der Straße angegriffen werden. Dazu gehören praktische Techniken, clevere, ökonomischen Bewegungen und Schläge. Frauen sind dadurch in der Lage, sich gegen körperlich überlegene Gegner zu wehren - Wing Tsun wurde der Legende nach von einer Frau erfunden. Diese Systeme sind sehr wirksam und effektiv.

9. Kajukenbo - neuere oder erneuerte Systeme zum Überleben auf der Straße

Kajukenbo kommt aus den Armenvierteln Hawaiis. Es ist ein Mischsystem und besteht aus Karate, Judo, Jiu Jitsu, Kenpo und chinesischem Boxen. Damals wurden die Straßen wegen der steigenden Kriminalität immer unsicherer. Mehrere Kampfsportmeister entwickelten Kajukenbo, damit ihre Familien sich verteidigen können. Kajukenbo ist für die Straße gemacht, realistisch und sehr hart - die Straße ist in vielen Regionen eben auch hart.

10. Tang Lang - traditionelle Systeme mit alternativen Kampfansätzen

Ich habe Tang Lang, auf deutsch Gottesanbeterinnen-Kung-Fu, als Vertreter für die vielen traditionellen Kampfsportarten genommen. Es wird heute noch beim chinesischen Militär gelehrt und gilt dort als sehr gefährlich. Kung Fu gilt oft als verspielt, aber Tang Lang beruht auf schnellen und direkten Bewegungen; vor allem Faustkampf, der mit Greifen und Anreißen am Gegner kombiniert wird. Ziel ist es, die Arme des Gegners zu kontrollieren. Die Angriffe werden unterbrochen, er wird gepackt und attackiert. Tang Lang ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Traditionelle oft sehr gut und gefährlich ist, wenn es richtig gelernt wird.

11. Historical Medieval Battle (HMB) - gerüsteter Vollkontakt-Schwertkampf

HMB kommt ursprünglich aus Russland, ist aber inzwischen auch zu uns herüber geschwappt. In kurzen Worten: Die Leute ziehen sich Rüstungen an und schlagen mit richtigen Schwertern und Äxten aufeinander ein. Die Waffen sind zwar nicht scharf geschliffen, aber dafür wird Vollkontakt gekämpft! Einzeln und in der Gruppe. Es gehört schon einiges dazu, hier anzutreten.

Für Selbstverteidigung auf der Straße ist es erstmal wenig hilfreich, aber sehr heftig für die Ausbildung des kämpferischen Geistes. Und natürlich ist es auch körperlich sehr anstrengend und lehrreich.

Weitere Kampfsportarten im Überblick

Um Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben, welcher Kampfsport für Sie in Frage kommt, folgen hier elf populäre Kampfsportarten im Kurzportrait. Diese Kampfsportarten-Liste lässt Sportarten wie Fechten oder Kendo aus, für die eine (kostspielige) Spezialausrüstung erforderlich ist.

Aikido

Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.

Capoeira

Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz. Capoeira entstand im 17. Jahrhundert unter den Sklaven auf den Plantagen Brasiliens als eine Art Kampftanz. Im 20. Jahrhundert kamen Einflüsse anderer Kampfsportarten hinzu. Bei Capoeira kämpft man nicht gegen sein Gegenüber, sondern spielt mit ihm. Zwei Personen inszenieren in fließenden Bewegungen einen Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Bewegungen und Bewegungskombinationen, darunter Kopfstöße, Würfe und Fußfeger, wobei Angriffe im letzten Moment gestoppt werden oder der Gegner oder die Gegnerin ausweicht. Den Bewegungsabläufen liegen unterschiedliche erlernbare Regeln zugrunde. Es gibt Capoeira-Meisterschaften, aber nicht alle betrachten Capoeira als Wettkampfsport, da der Wettkampfgedanke nicht zum kulturellen Hintergrund der Capoeira passe.

Jiu Jitsu

Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“. Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden. Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung. Je nach Art des gegnerischen Angriffs gehören zur Selbstverteidigung beim Jiu Jitsu auch Tritte und Würgen. Es gibt verschiedene Schulen des Jiu Jitsu, in denen jeweils unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.

Judo

Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training. Bei einem Judo-Wettkampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin zu Boden zu bringen und dort für eine bestimmte Zeit festzuhalten. Außerdem gibt es Punkte für eingesetzte Wurf- und Grifftechniken.

Karate

Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.

Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“. Taekwondo stammt aus der Zeit um 50 vor Christus und ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der populärste Kampfsport in Korea. Es ähnelt vordergründig chinesischen oder japanischen Selbstverteidigungsstilen, ist aber eine selbständige Kampfsportart, die seit dem Jahr 2000 olympische Disziplin ist. Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge. Der Gebrauch der Hände ist erlaubt, sie werden aber nicht so oft eingesetzt wie etwa beim Karate.

Wing Chun (Wing Chun Kung-Fu, Wingtsun)

Wing Chun ist ein spezieller Kung-Fu-Stil. Kung-Fu ist der Oberbegriff für unterschiedliche chinesische Kampfkünste. Ähnlich wie bei Aikido kommt es auch beim Wing Chun darauf an, die Kraft des gegnerischen Angriffs durch Schritttechniken und geschickte Wendungen abzuleiten.

Kampfsport und Gesundheit

Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen. Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern .

Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.

Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.

Selbstverteidigung ist nicht nur ein Mittel, um sich in brenzligen Situationen zu schützen - es ist ein Weg, seine innere Stärke zu entdecken und sein Vertrauen zu stärken.

Kampfsportarten im Vergleich: Faktoren und Zielgruppen

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Kampfsportarten und bewertet diese anhand verschiedener Faktoren, die für die Wahl der passenden Disziplin relevant sein können:

Kampfsportart Effektivität Anwendbarkeit Zielgruppe Sicherheit Training & Disziplin Spaß & Motivation
Ju Jutsu 6/10 6/10 Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ältere 7/10 6/10 7/10
Jeet Kune Do - - - - - -
Krav Maga - - - - - -
Systema - - - - - -
Wing Tsun - - - - - -

Bei der Auswahl einer Kampfsportart sind mehrere Faktoren zu beachten. Viele Kampfsportarten oder Systeme sind einfach zu erlernen und schwer zu meistern. Manche konzentrieren sich auf wenige Techniken, die viele Situationen abdecken. Eine grundsätzliche Fitness ist nicht verkehrt. Je nach Alter oder persönlichen Präferenzen fällt dieser Aspekt mehr oder weniger ins Gewicht. Manche der Kampfsportarten legen ebenfalls den Fokus gezielt auf Fitness oder setzen dies voraus. Berücksichtige auch den Aufwand und die Zeit, welche du investieren kannst.

Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum.

Kampfsport ist trainingsintensiv, aber auch sportlicher Balsam für Körper und Geist.