Michael Smolik ist ein Name, der in der Welt des Kickboxens für Furore sorgt. Der 27-jährige ist nicht nur amtierender Super Heavy Weight World Champion, sondern auch Rekordhalter für den schnellsten Knockout.
Die Anfänge
Schon in seiner Kindheit träumte Smolik davon, der beste Kämpfer der Welt zu werden. Sein Vater führte ihn bereits mit drei Jahren langsam an den Kampfsport heran, und mit fünf Jahren trat er seinem ersten Verein bei. Sein Vater und sein Bruder hatten einen extremen Einfluss auf ihn. Wir haben viel zusammen trainiert und er war in der Anfangszeit immer der Bessere.
Smolik erinnert sich: "Ich hab dann als Kind heimlich Kampffilme geschaut (weil ich es natürlich nicht durfte), damit ich sehe, wie man richtig trainiert und habe es im Anschluss versucht in meinem Kinderzimmer nachzuahmen. Wenn mein Bruder zum Spielen rausgegangen ist, waren in meinem Kopf immer folgende Gedanken: “Okay, er ist am spielen, d.h. er kann nicht trainieren. Wenn ich jetzt trainiere, werde ich besser als er.”
Vom проблемhaften Jugendlichen zum Polizisten
Mit 16 Jahren ging Smolik zur Polizei, betrieb aber nebenbei weiterhin Kampfsport. Er wollte zur Polizei, weil er anderen Menschen helfen wollte. Das kam u.a. daher, weil ich in der Schule am Anfang ein “Mobbing-Opfer” war und von Anderen echt fertig gemacht worden bin.
Das habe ich dann durch meine Kraft, meine Fähigkeiten und Gewalt versucht zu kompensieren, um zu sagen: “Hey, guckt mal, ich bin auch Jemand, ich kann auch etwas.”
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Allerdings geriet er dadurch auf die schiefe Bahn: "Dadurch bin ich dann allerdings zu einem der “Bad Boys” geworden und habe damals wirklich sehr viel Streit gesucht; war derjenige, der sehr viele Probleme gemacht und teilweise auch Straftaten begangen hat."
Schließlich erkannte er, dass es besser ist, anderen zu helfen. "Ich glaube, dass deine jetzige Persönlichkeit von deiner Vergangenheit und Kindheit geprägt wird. Ich habe beide Seiten erlebt, aber letztendlich habe ich mich für den guten Weg entschieden."
Der Weg zum Profi-Weltmeister
Nach 15 Jahren Taekwondo wechselte Smolik zum Kickboxen. Im Amateurbereich gewann er fast jeden Kampf und holte Weltmeisterschaften in Amerika, London und Spanien. Smolik hat so ziemlich überall auf der Welt gekämpft - bis ich Profi geworden bin.
Als er Profi wurde, musste er eine wichtige Entscheidung treffen: "Die (von der Polizei) haben mich vor die Wahl gestellt: “Möchtest du entweder Profi-Kampfsportler oder Polizist sein? Beides zusammen geht nicht.” Daraufhin bin ich halt gegangen und habe gekündigt - für meinen Traum, Profisportler zu werden."
Mit 25 Jahren verwirklichte er seinen Traum und wurde Profi-Weltmeister. "Seit 2016 bin ich jetzt Vollzeitprofi, mach’ nur noch das - das ist mein Leben, das gehört einfach dazu. Aber ich habe auch seit ein paar Jahren zusätzlich angefangen, Schauspielunterricht zu nehmen und in Serien mitzuspielen."
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Michael Smolik als Schauspieler
Neben dem Kampfsport hat Smolik ein weiteres Talent und Hobby - Schauspielern. In der Sat.1-Serie „Die Ruhrpottwache“ spielte er einen Beamten, der Verbrecher jagt, natürlich in Smolik-Manier mit vollem Körpereinsatz. Michael Smolik lacht. Im Polizeidienst sei er schon seit einiger Zeit nicht mehr, die Fernsehserie, die Drehtage, das fordere ihn natürlich. „Ich bin ja auch Schauspieler.“
Cross-Promotion. So nach dem Motto: Seht her, unser kräftiger Polizist kann auch prügeln. Und Sportler, der auch ein wenig schauspielern muss, denn das gehört mindestens rund um den Kampf beim Kickboxen dazu. Da beharken sich die Gegner vor den Kämpfen beim Wiegen, werden auch schon mal Ohrfeigen verteilt - deren Schilderungen dann von Smoliks Trainer und Manager Mladen Steko zuverlässig schnell per Pressemitteilung und in Bildern an die Öffentlichkeit gejubelt wird.
Training und mentale Stärke
Smolik betont, dass die Auftritte im Ring nur ein Bruchteil des Sports sind. Das Training sei sehr hart. „Ich trainiere jetzt ab und an auch in der Sauna, simuliere Schläge.“ Bei 80 bis 100 Grad und dann eine Viertelstunde lang. Eins, zwei, drei - Smolik bewegt die Arme. „Das kann aber nur machen, wer ein gutes Herz hat. Weiterempfehlen will ich so eine Übung nicht.“ Oft werde er darauf angesprochen, wie es denn nun sei, anderen Menschen ins Gesicht zu treten. „Aber so einfach und so häufig ist das ja nicht. So eine Kampfsituation hast du ja kaum im Alltag, da simulierst du viel. 99 Prozent sind Training. Fitness. Körperkontrolle.“
Neben dem körperlichen Training setzt Smolik auch auf mentale Stärke: "Zudem habe ich angefangen, zu meditieren und Mentaltraining zu machen. Meine persönliche Meinung ist, dass den Geist und Verstand zu trainieren mit eines der wichtigsten Punkte überhaupt ist. Ich finde das fast noch wichtiger, als den Körper zu trainieren. Natürlich gehört beides dazu, aber wenn der Kopf nicht stimmt, kann dein Körper noch so gut trainiert sein, du kannst eine Maschine sein - aber es wird dir nichts bringen.
Smolik meditiert täglich eine Viertelstunde, um sich auf das dritte Auge zu konzentrieren. Vor Kämpfen stellt er sich in der Meditation vor, wie er trainiert und gegen seinen Gegner kämpft. "Im Zustand der Meditation könne sein Körper nicht unterscheiden, ob es sich um Traum oder Realität handele. „Das bringt viel“, schwört er."
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Erfolge und Ausblick
Smolik blieb in allen 29 Duellen seiner Profi-Karriere ungeschlagen. Fans feiern seine präzisen Kicks, gefürchtet ist besonders sein Drehkick, der 27-Jährige ist bekannt dafür, seine Gegner in kurzer Zeit auszuknocken.
Heute treibt mich der Wille an, dass ich international groß werden will. Ich will in die Filmbranche rein, ich will - und das klingt jetzt riesengroß - eine Legende sein.
Dabei sorgt der Kampfsport aber immer dafür, dass ich trotzdem auf dem Boden bleibe. Wenn ich z.B extrem wütend bin oder irgend etwas nicht gut gelaufen ist, oder ich traurig bin, gehe ich immer ins Gym und trainiere - und dabei kann ich wirklich alle Emotionen rauslassen.
