Karat, gegründet 1975, hat sich als ein Schwergewicht im Ostrock etabliert. „Wir wollen einen Mittelweg finden zwischen Rock und romantischem Pop“, beschrieb Herbert Dreilich im Gründungsjahr 1975 das musikalische Ziel von Karat.
Die Anfänge und der Durchbruch
KARAT waren bei ihrer Gründung im Jahr 1975 keine pickligen Teenager mehr, die ihre ersten wackeligen Schritte auf der Bühne unternahmen. Sie hatten ihre Meriten in bekannten Rockbands, vor allem „Panta Rhei“ und „Horst-Krüger-Band“, bereits gesammelt. Bereits das erste Album bescherte Karat einen Kickstart: Die Band gewann mit dem Song „König der Welt“ das internationale Grand Prix Festival in Dresden. Die Band um Sänger Herbert Dreilich und Keyboarder Ed Swillms, aus dessen Feder die großen KARAT-Hits stammen, kam zusammen, die Nummer eins zu werden und schnell war klar, dass sie dazu in der Lange sind. In kurzem Abstand bewies die Band ihr kreatives Potenzial mit Hits wie „Gewitterregen“, „Über sieben Brücken musst du gehen“ oder „Albatros“.
Etablierung und Erfolge
Die Band etablierte sich zum Aushängeschild der ostdeutschen Musikszene, und mit dem Erscheinen von „Der blaue Planet“ wurde, wiederum erstmals in der BRD, eine Goldene Schallplatte an eine Band aus der DDR verliehen. Mehrere ihrer Alben erschienen sowohl bei Amiga in der DDR als auch bei Teldec in der Bundesrepublik. KARAT gaben das erste Mal das Gefühl, auch zu Hause oder in der eigenen Stadthalle etwas zu hören, das mehr war als popmusikalischer Mocca-Fix, also Ersatzprodukt. Den knackten KARAT dann im Gefolge von „Der blaue Planet“, eins der erfolgreichsten Alben der Ostrock-Geschichte, das auch im Westen fast ein ganzes Jahr lang ununterbrochen in den Charts lag.
KARAT waren nicht nur wegen ihrer Musik allein ungeheuer wichtig, sondern weil diese Musik eine gesamtdeutsche Sache war, die aus dem Osten kam.
Die Wende und der Neuanfang
Mit der Wende kam auch für Karat eine Phase des Umbruchs. Zur Wiedervereinigung war „Über sieben Brücken“ einer der markanten Songs des Jahres, vor allem im Duett mit Peter Maffay, wie wir ihn hier auf der CD finden. Bis Ende der 90er-Jahre kämpfte sich die Band zurück, konnte aber nie ganz an frühere Erfolge anknüpfen.
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Der tragische Tod von Herbert Dreilich am 12. Dezember 2004 hingegen schien dann auch das Ende von Karat zu sein. Aber am Ende ermöglichte er der Band - mit seinem Sohn Claudius als neuem Frontmann - wie der berühmte Phönix aus der Asche zu steigen. Nach dem frühen Tod von Sänger Herbert Dreilich 2004 war es ein Glücksfall, dass dessen Sohn Claudius eine nahezu identische Stimme besitzt und 2005 an die Stelle seines Vaters trat. Claudius Dreilich führte die bewährten Kontinuitätslinien nicht nur authentisch fort, er pumpte frische Energie in das Unternehmen und eröffnete den gestandenen Männern neue Perspektiven.
Das 45-jährige Jubiläum und die Gegenwart
Dass KARAT 2020 die Tour zu ihrem 45. Geburtstag spielen werden, hat auch und vor allem mit der Personalie des Frontmannes zu tun. Es war nie ihr Ding, sich auf den erreichten Lorbeeren auszuruhen. Stets überzeugen sie live - rockig, sinfonisch, balladesk, in Kollaborationen mit Orchestern oder befreundeten Musikern sowie unplugged. Bernd Römer (git), Michael Schwandt (dr), Christian Liebig (b), Martin Becker (keyb) und Claudius Dreilich (voc) haben nie aufgehört, kreativ zu sein.
Nun, 50 Jahre später, sind KARAT immer noch da. KARAT ist die einzige Band aus dem Osten Deutschlands, die schon vor dem Mauerfall in der BRD ihre Platten vergoldete.
Die Lieder und Alben von Karat
Insgesamt sind bis heute 15 Studio-Alben erschienen, sieben davon in der DDR. Aus dieser Fülle von Songs eine Auswahl zu treffen, ist schwierig: Musikalisch hat die Band mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen - sicher auch beeinflusst von der über die Jahre immer mal wieder wechselnden Besetzung. Typisch für Karat sind Keyboards, satter Gitarrensound und kraftvolle Drums, die Texte sind berührend poetisch, manchmal philosophisch, auch politisch und manchmal auch von überraschender Leichtigkeit.
Es scheint müßig, weil hinreichend bekannt, im Zuge von 45 Jahren KARAT auf die großen Klassiker wie „Schwanenkönig“, „Gewitterregen“, „Magisches Licht“, „Jede Stunde“, „Mich zwingt keiner auf die Knie“ sowie „Blumen aus Eis“ (und nicht zuletzt auf die bereits genannten) zu verweisen. Auf die vielen KARAT-Coverversionen von Gregor Meyle, Heinz Rudolf Kunze, Peter Maffay, Helene Fischer, Chris de Burgh, Jan Josef Liefers und Max Raabe, um nur einige zu nennen. Auf die ausverkaufte Waldbühne ganz ohne DDR-Publikum, auf den Umstand, als erste und einzige Band des Ostens bei „Wetten dass...“ gewesen zu sein. Denn so wichtig diese Stationen in der KARAT-Laufbahn sind, es ist nur ein Teil der Geschichte.
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Tracklisten ausgewählter Alben
Hier ist eine Übersicht einiger Alben und ihrer Tracklisten, die die Vielfalt und den Umfang des musikalischen Schaffens von Karat verdeutlichen:
Das Monster (1978)
- Das Monster
- Märchenzeit
- Die Burg
- Reggae Rita Star
- König der Welt
- Rock'n' Roll Fan
- Und ich liebe Dich
- Ballade von den sieben Geistern
- He, Manuela
Albatros (1979)
- Introduktion
- He, Mama
- Blues
- Wilder Mohn
- Musik zu einem nichtexistierenden Film
- Auf den Meeren
- Das, was ich will
- Gewitterregen
- Albatros
- Wenn das Schweigen bricht
Der blaue Planet (1982)
- 45-01
- Marionetten
- Falscher Glanz
- Jede Stunde
- Blumen aus Eis
- Der blaue Planet
- Der Spieler
- Gefährten des Sturmwinds
Sechzehn Karat - Ihre größten Hits Vol. 1 (1991)
- Über sieben Brücken mußt du geh'n (+ Peter Maffay)
- Hab' den Mond mit der Hand berührt
- Märchenzeit
- Und ich liebe dich
- ...und der Mond schien rot
- Die fünfte Jahreszeit
- Der Fahrradverkäufer
- Kalter Rauch
- Mich zwingt keiner auf die Knie
- Die Glocke Zweitausend
- Ganz oben
- Wind und Feuer
- Geburtstagslied
- Der Ozean
- Der blaue Planet
Karat (2020)
- Alles oder mehr
- 1.000 Karat
- 1 mit dir (+ Jeanette Biedermann)
- Abschied und Ankunft
- Ewig weht der Wind
- Hoffnung
- Alles fließt
- Wieder Zuhaus
- Labyrinth
- Erzähl ihnen vom Frieden
- Heimatlos
- Mir nah zu sein
- Blumen aus Eis
- Gewitterregen
Hohe Himmel (2020)
- Ausgeträumt
- Hohe Himmel
- All das schenk ich dir
- Nicht egal
- Schlafendes Herz
- Was soll der Geiz
- Vor ein paar Jahren
- Unbesiegbar
- Trau dich
- Winterschlaf
- Wir
Live - Gefährten des Sturmwinds (2001)
- Gefährten des Sturmwinds (live)
- Jede Stunde (live)
- Schwanenkönig (live)
- Verloren (live)
- Weitergeh'n (live)
- Der Albatros (live)
- Musik zu einem nicht existierenden Film (live)
- König der Welt (live)
- Der blaue Planet (live)
- Orchester Introduktion (live)
- Über sieben Brücken musst du gehn (live)
- Blumen aus Eis (live)
- Abendstimmung
Diese Liste ist nur ein kleiner Einblick in das umfangreiche Repertoire von Karat. Ihre Musik bleibt ein wichtiger Teil der deutschen Musikgeschichte und wird auch weiterhin viele Menschen begeistern.
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