Der erste Judo-Verein wurde 1918 von Gunji Koizumi in London gegründet. Er gilt als Ausgangspunkt für die Verbreitung des Judo in Europa. Mit seiner Gründung verbreitete sich Judo über ganz Europa. Die Wurzeln dieser japanischen Kampfkunst liegen im Jujutsu und wurden von Professor Jigoro Kano, dem geistigen Vater des Judo, weiterentwickelt.
Mit 23 Jahren gründete Kano eine Ju-Jutsu Schule und nannte den Stil, den er unterrichtete, Judo. Judo gehört wie andere bekannte japanische Stile zum Budo ("Weg des Kriegers"). Budo ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste. Dabei hat das Budo eine auf das Innere der Praktizierenden abzielende Funktion. Im Budo und daher auch im Judo geht es weniger um das Resultat als vielmehr um das Tun.
Es ist daher ein innerer Prozess, dessen Ergebnisse offen und eigentlich nebensächlich sind. Damit hat Budo und Bushidō als "Weg des Kriegers" seine tiefere Bedeutung als Methode zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle. Dies versteht man auch besser, wenn man weiß, dass die ersten Budo-Konzepte in der relativ friedlichen Edo-Periode (1600-1868) unter starkem Einfluss des Zen entstanden.
Judo bedeutet "sanfter Weg" und wurde von Kano anfangs noch Jiu Jitsu genannt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich die Bezeichnung Judo durch. Als 1906 japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch in Kiel anlegten, wurde dem deutschen Kaiser Wilhelm II. diese Nahkampfkunst vorgestellt. Wilhelm II. war so begeistert, dass er seine Soldaten in diesem Stil unterrichten ließ. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war Erich Rahn (1885 bis 1973).
1933 wurde Judo von den Nationalsozialisten in das Fachamt Schwerathletik eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von den Alliierten in Deutschland bis 1948 verboten. Judo veränderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wettkampfsport. Ernsthaft verletzende Techniken wie Schläge und Tritte werden heute, wenn überhaupt, erst zur Erreichung höherer Graduierungen im Judo unterrichtet. So blieben letztlich Falltechniken, Würfe und Bodentechnike.
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Es heißt, das Schlag-, Stoß- und Tritttechniken aus dem modernen Judo entfernt wurden, um Wettkämpfe ohne Verletzungsgefahr für die Sportler zu garantieren. Auch das Greifen der Beine (z. B. Durch diese Beschränkungen werden folglich nicht alle Möglichkeiten zur Selbstverteidigung gelernt. Judo wird barfuß und in einem speziellen Anzug (Gi) trainiert. Das Training im Gi ist nicht realistisch, da im Alltag niemand einen so stabilen Anzug trägt, der sich wie ein Judoanzug greifen lässt.
Viele Techniken im Gi basieren auf Griffen, die in Straßensituationen an normaler Kleidung nicht funktionieren würden. Ein Gi ermöglicht Hebel und Würger, die bei Alltagskleidung sofort scheitern würden, weil das Material reißt oder sich nicht greifen lässt. Judo wird von Männern und Frauen gleichermaßen trainiert.
Im Saarland gibt es ebenfalls eine lange Tradition des Judo. Erste Judoschulen entstanden in den 1950er Jahren. Schulen gibt es im Saarland und auch in Saarbrücken. Günstig ist für Studenten das Angebot beim Hochschulsport der Universität Saarland bzw HTW. Schau mal auf der Page des Unisports der UDS, dort gibt es oft Judokurse. Sicher eine schöne Art seine Freizeit zu gestalten.
Der älteste Judo-Club des Saarlandes, der Judo-Club Wemmetsweiler (JCW), wurde 1950 von Ruprecht Drouet gegründet und feierte sein 75-jähriges Vereinsjubiläum. Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum veranstaltete der JCW ein Familienfest auf dem Rockenhübel in Wemmetsweiler mit Festzelt, Judo-Quiz und weiteren Attraktionen. Highlight waren die Judo-Vorführungen der Wühlmäuse (4-6 Jahre, spielerisches Heranführen an Judo), des Kindertrainings (6-13 Jahre, Grundlagentraining) sowie des Aktiventrainings (Jugendliche & Erwachsene) im Festzelt.
Geladen waren Vereinsmitglieder und deren Familien, Freunde des Judo-Sports sowie Repräsentanten anderer Judo-Vereine und des Saarländischen Dachverbands. Über 100 Personen folgten der Einladung und machten des Vereinsjubiläum unvergesslich. Der Präsident des Saarländischen Judo-Bund e.V., Stefan Mautes, sagte: „Der Judo-Club Wemmetsweiler hat immer wieder gezeigt, dass er sich mit der Zeit bewegt - sei es in der Nachwuchsarbeit, in der Vereinsorganisation oder bei der Ausrichtung sportlicher Veranstaltungen. Ich bin überzeugt, dass dieser Verein auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Sport und im gesellschaftlichen Leben unserer Region spielen wird.“
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Hier ein paar Beispiele für die Aktivitäten des Judo-Club Wemmetsweiler:
- Saarlandmeisterschaften: Am 07.09 fand in Dillingen die saarländische Einzelmeisterschaft statt. Max Fuchs wurde Saarlandmeister in seiner Gewichtsklasse. Milan Pinter sicherte sich einen dritten Platz und Lenny Riehm errang ebenfalls Bronze.
- Ruprecht-Drouet-Gedächtnispokal: Am 29. Juni veranstaltete der Judo-Club Wemmetsweiler sein traditionelles Jugendturnier, den „Ruprecht-Drouet-Gedächtnispokal“, in der Halle „Am Bahmert“ in Wemmetsweiler. Mit über 130 Kämpferinnen und Kämpfern (Altersklassen: U11 bis U18) aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen sowie über 600 Zuschauern zählt das diesjährige Turnier zu einem der bisher reichweitenstärksten.
- Internationales Judo: Zwei Tage lang (10./11.5.) trafen sich beim „9. Internationalen Ursapharm Cup“ über 300 Judoka jeden Alters aus Frankreich, Luxemburg, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und weiteren Regionen, um sich zu messen. Milan Pinter erkämpfte sich einen hervorragenden 1. Platz. Jakob Malter und Noah Lauer erkämpften sich in ihren Gewichtsklassen jeweils den 3. Platz. Anhelina Hinda erreichte den 2. Platz. Myhkailo Iysenko und Russlan Tschernjane erkämpften sich jeweils den 5. Platz.
- Osterhasenturnier in Schmelz: Ein Turnier, das speziell für die jüngsten Judoka veranstaltet wird, damit diese Kampferfahrung sammeln. Collin Gierend, Jannes Gierend und Milan Pinter erreichten jeweils den 3. Platz.
- Oster-Turnier in Zeiskam: Max Fuchs erreichte den 2. Platz, Lea Wagner, Jonas Wahl und Karina Hinda erreichten jeweils den 3. Platz.
- Gesundheitspokal: Lenny konnte alle Gegner in Rekordzeit und jeweils mit Ippon, der höchstmöglichen Wertung, schlagen und erreichte den 1. Platz. Milan musste sich nur einem Gegner geschlagen geben und erreichte einen guten 2. Platz. Lea Wagner erkämpfte sich den 3. Platz und Max Fuchs errang ebenfalls einen 3. Platz.
- Saarlandmeisterschaft und Sparki Cup: Ronja Voggenreiter erkämpfte sich einen respektablen 2. Platz. Anhelina Hinda wurde mit dem 1. Platz unangefochten Saarlandmeisterin. Lea Wagner sicherte sich den bemerkenswerten 2. Platz.
- Saarlandmeisterschaft in Saarlouis: Milan Pinter wurde erstmals Saarlandmeister in seiner Klasse. Lenny Riehm sicherte sich den Titel des Vize-Saarlandmeisters. Maximilian Fuchs durfte sich verdient Vize-Saarlandmeister nennen und Jonas Wahl errang den 3. Platz.
- Kunibert-Schwan-Turnier in Grügelborn: Lea Wagner, Ronja Voggenreiter und Milan Pinter erreichten den 1. Platz. Max Fuchs erreichte den 2. Platz und Lenny Riehm sowie Ben Effenberger erreichten den 3. Platz.
St. Ingbert/Furpach. Der Judo- und Ju-Jutsu-Club (JJC) St. Ingbert richtete zuletzt in der Wallerfeldhalle bereits zum zweiten Mal in Folge die Saarlandmeisterschaften im Ju-Jutsu aus. Dabei war festzustellen, dass der Saarländische Ju-Jutsu-Verband (SJJV) seine Talsohle überwunden hat und optimistisch in die Zukunft sehen darf.
Der Verband kann seit einiger Zeit mit Armin Wagner auf einen erfahrenen Landestrainer zurückgreifen. Er gehörte zehn Jahre lang der deutschen Nationalmannschaft an, wurde Mannschafts-Weltmeister und Vize-Europameister. "Armin ist für unseren Verband ein absoluter Glücksfall. Er kann seine reichhaltige Erfahrung an den Nachwuchs weiterreichen. Die Mädels und Jungs wissen natürlich, dass Armin weiß, wovon er spricht", lobt der Vize-Präsident des Saarländischen Ju-Jutsu-Verbandes, Ingo Lay, den Landestrainer.
In Furpach bietet Wagner seit einem halben Jahr ein Stützpunkttraining auf freiwilliger Basis an. Bis das Saarland wieder eine deutsche Hochburg im Ju-Jutsu wie in früheren Jahren wird, werden noch ein paar Jahre vergehen. "Aller Anfang ist schwer, doch wir wollen diese Geschichte zusammen angehen", erklärt Wagner.
Der Verband sucht gezielt die Zusammenarbeit mit den Schulen. Und bislang ist der Zuspruch sehr gut. "Ju-Jutsu bedeutet Spaß, Spiel, aktive und sinnvolle Freizeitgestaltung, Vereinsleben, Wettkampf und Selbstverteidigung. In unserer Sportart fließen unter anderem auch Elemente aus dem Bodenturnen mit ein. Wer Ju-Jutsu betreibt, entwickelt sich sowohl sportlich als auch persönlich weiter", verdeutlicht der Landestrainer.
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Der Verband will die Kinder von der Straße wegholen und unter qualifizierter Anleitung nach vorne bringen, wobei auch alte Werte wie Disziplin vermittelt werden."Um mit Ju-Jutsu zu beginnen, ist man nie zu alt. Wir freuen uns auch über älteren Nachwuchs", stellt Ingo Lay klar. Der Verband will auch Frauen durch das Erlernen von Selbstverteidigungspraktiken zu mehr Selbstvertrauen verhelfen.
Abschließend lässt sich sagen, dass Judo und Ju-Jutsu im Saarland eine lebendige und vielfältige Tradition haben, die von engagierten Vereinen und Verbänden getragen wird.
