Rüdiger Lenz: Eine Biographie im Zeichen des Kampfsports

Die Welt des Kampfsports ist reich an Persönlichkeiten, deren Hingabe und Können tiefe Spuren hinterlassen haben. Viele Kampfsportler schätzen Literatur, die Einblicke in die geistigen Hintergründe und die Geschichte ihrer Disziplin bietet.

Einflüsse und Hintergründe

Wer sich mit Karate auseinandersetzt, stößt unweigerlich auf Namen wie Gichin Funakoshi. Seine Kurzbiografie "Karate-do - Mein Weg" bietet im losen Zusammenhang kurze Geschichten aus seinem Leben. Auch Werner Lind ist ein bekannter Name, wenn es um deutsche Autoren geht. Sein Werk "Klassisches Karate-Do" vermittelt einen guten Einblick in geschichtliche Hintergründe und Grundlagen, auch wenn es theoretisch und anstrengend zu lesen ist.

Empfehlenswerte Literatur

Die Albrecht Pflüger Reihe wird oft empfohlen. Zur Geschichte des Kampfsports ist "Kempo" von Alexander Dolin ein sehr gutes Buch, das nicht nur über Karate informiert. Roland Habersetzers "Karate für Meister" ist ein interessantes Buch über Karate im Allgemeinen.

Die Bedeutung von Kata

Katas, Poomsee, Hyong, Taolu - diese Formen werden seit Jahrhunderten geübt. Sie dienen dazu, Anfänger in den Stil einzuführen und ihnen Voraussetzungen zu verschaffen. Mit den Formen werden Kraft, Flexibilität, Durchhaltevermögen, Taktik und Technik geübt. Sie lehren, sich ökonomisch und richtig zu bewegen und vermitteln Techniken, die mit einem Partner nicht geübt werden können. Katas ermöglichen auch das Training ohne Partner. Das große Geheimnis der Formen liegt jedoch darin, die Bedeutung, den Nutzen und die Anwendung der Bewegungen zu verstehen.

Katas sind enorm wichtig, da sie zeigen, wie man einzelne Techniken beherrscht. Durch Bunkai kann man begreifen, wie man diese Techniken anwenden kann. Allerdings sollte man sich nicht nur auf Kata beschränken, sondern ein ausgewogenes Training anstreben. Die realistische Anwendung (Henka) ist dabei von großer Bedeutung.

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Katas werden auch als eine Überlieferung der Techniken angesehen. Sie sind im Prinzip dasselbe wie Kihon: Man übt einen bestimmten Bewegungsablauf, um entsprechend zu agieren. Eine Kata ist keine Einzeltechnik, sondern eine Form, in der u.a. Kombinationstechniken geübt werden, was auch bei Randori oder Kihonkumite an Partnern geübt wird. Man lernt durch die Kata, sich komplex zu bewegen.

Die Diskussion um Kata

Die Meinungen über den Nutzen von Kata gehen auseinander. Einige sehen darin eine reine motorische Übung oder einen Tanz, während andere die Kata als eine Art "Hausübung" betrachten, bei der man Karate üben kann, wenn man keinen Partner zur Verfügung hat. Voraussetzung dafür ist allerdings das Verständnis der enthaltenen Techniken.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Katas nicht dazu dienen, Gegner in der gleichen Reihenfolge und aus den gleichen Richtungen anzugreifen wie in der Kata. Dies wäre unrealistisch. Die Vorführungen, bei denen dies gezeigt wird, sind eher als Show zu betrachten.

Die Rolle des Bunkai

Bunkai ist die Interpretation und Anwendung der Techniken, die in den Katas enthalten sind. Es ermöglicht, die Funktion hinter der Form zu erkennen. Beispielsweise sind die 3 Age-Uke in Heian Shodan ein hervorragender Drill gegen Yoko-Mawashi-Empi.

Weitere Aspekte des Trainings

Neben Kata sind auch andere Aspekte des Trainings wichtig. Dazu gehören Kihon (Grundtechniken) und Kumite (Kampf). Ein ausgewogenes Training, das alle drei Bereiche umfasst, ist ideal.

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Es kann auch Spaß machen, Katas zu üben. Sie enthalten neben der Aufforderung, mit Spaß komplexe und schöne Bewegungsmuster zu praktizieren, einer super Körperschulung, zudem einen wahren Fundus an Möglichkeiten und genialen Ideen. Man lernt durch Katatraining, wie man sich während eines Kampfes bewegt und wie man flexibel und schnell läuft und die Richtung ändert. Mit der Zeit lernt man auch, nicht mehr groß nachzudenken, was man tut, sondern automatisiert seine Bewegungen einfach.

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