Die UFC gilt als das Nonplusultra im internationalen MMA. Während Länder wie die USA, Brasilien oder Russland traditionell stark vertreten sind, kämpfen auch einige deutsche Athleten unter dem Banner der Ultimate Fighting Championship.
Es war ein turbulentes Wochenende für die deutsche MMA-Szene. Nicht zuletzt, weil Sebastian Risch von seinem Trainer Michael Rüdiger nach langjähriger Zusammenarbeit aus dem Free Fight Team Bremen ausgeschlossen wurde (GnP berichtete). Rüdiger nahm dabei kein Blatt vor den Mund.
In einem offenen Brief meldete sich nun Rischs Management zu Wort, um einige Sachverhalte aufzuklären:
Liebe Sportsfreunde und Kollegen, wir möchten, dass die Fans bezüglich der Situation informiert werden, auch was die Veranstaltung RESPECT 8, als auch die Zukunft von Sebastian Risch angeht.
Sebastian Risch und sein Management haben kurzfristig in einem Telefonat erfahren, dass sich Trainer Michael Rüdiger von seinem Fighter trennen wird. Eine Stunde später wurde bereits die Nachricht seitens Rüdiger veröffentlicht.
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Zu allererst muss erwähnt werden, dass das Management von Koray Akbiyik übernommen wurde, zu einem Zeitpunkt als der Kampf Michael Erdinc gegen Sebastian Risch von seinem Trainer bereits abgesegnet worden war.
Bei Beginn des Managements musste erst mal eine Bestandsaufnahme über die Leistungen von Sebastian Risch durchgeführt werden. Natürlich musste sich das Management auch die Frage stellen, ob es nun physisch und taktisch richtig sei, nach einem verlorenen Titelkampf gegen Nicolas Penzer, bei RESPECT 7, einen starken Gegner wie Michael Erdinc auszuwählen.
Im Sinne des Kämpfers müssen diese Entscheidungen wohl überlegt sein, um die Motivation und physische Stärke wieder aufzubauen. Jeder Kämpfer, der eine oder mehrere Niederlagen hinter sich hat, weiß sicher, wovon man hier redet.
Der Kampf sollte stattfinden, obwohl es vorher nochmals Gesprächsbedarf gab, aufgrund von Falschinformationen gegenüber Risch, über seinen vermeintlichen Gegner und dessen Kampfhistorie.
Die Aufgabe des Managements ist es, dem Fighter Möglichkeiten zu bieten, sich weiterzuentwickeln, ihn zu "supporten" und dabei das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Einen Gegner auf Augenhöhe zu stellen ist nicht immer einfach, aber machbar.
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Persönliche Umstände, wie Krankheit oder andere Gegebenheiten sind in allen Bereichen leider oft unumgänglich und somit nicht planbar. Das werden viele Amateurkämpfer bestätigen.
Koray Akbiyik und Sebastian Risch haben bereits die nötigen Gespräche mit Experten aufgenommen, um ihn in Zukunft weiterhin in allen Bereich zu unterstützen. Das Management und Sebastian Risch bedauern die Entscheidung von seinem Trainer und bedanken sich für vier Jahre guter Zusammenarbeit und wünschen Michael Rüdiger und seinem Team alles Gute für die Zukunft.
Auswirkungen von MMA-Kämpfen auf den Körper
MMA resultiert in einer signifikanten Skelettmuskelbeschädigung, die weitgehend von LBH abhängt. Creatine kinase activity (CK) and myoglobin concentration (Mb) were measured in ten male elite MMA fighters (aged 28±5.7 years) prior to, 2 h, 24 h, and 96 h following 9 different MMA matches. The number of performed upright punches and kicks (UKF) that failed the opponent, the number of obtained hits to the upper and lower body (LBH), as well as the total fight duration (TFD) were evaluated as potential predictors from video recordings. CK peaked 24 h (829±753 U/L(-1)) and Mb peaked 2 h (210±122 µg/L(-1)) post matches. Almost 80% of the peak CK variance could be explained by LBH and UKF, whereas 87% of the Mb variation was explained by TFD and LBH.
Weitere Ereignisse in der MMA- und Kampfsportwelt
Am gleichen Wochenende fanden auch andere bemerkenswerte Kämpfe und Veranstaltungen statt.
In Frankfurt baute Artur Mamberger seinen lupenreinen Kampfrekord weiter aus. Im Fokus der Box-Gala von Boxing Rhein-Main Promotion stand das Aufeinandertreffen der hessischen Lokalmatadore im Mainevent. Sascha Apel, der 42-jährige Frankfurter mit einer Bilanz von zwei Siegen (davon ein K.o.), traf auf den Gießener Daniel Hado (7-0, 2 K.o.). Apel, betreut von Co-Promoter Ralph Bunn und trainierend im MMA Spirit, hat trotz seiner kurzen Profikarriere bereits Eindruck hinterlassen. Der 26-jährige Hado aus Gießen bringt trotz seines Alters bereits viel Erfahrung mit in den Ring. In diesem Kampf stand die BDB-Internationale Deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht auf dem Spiel.
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Im Superleichtgewicht ringten Devrim Goekduman (9-0, 5 K.o.) und Nika Kokashvili (22-27, 7 K.o.) um die zweite Internationale Deutsche Meisterschaft des Abends. Bei den Damen boxte BOXSPORT-Kolumnisten und WBC-Junioren-Weltmeisterin Sarah Liegmann (9-0, 2 K.o.) im Federgewicht gegen die erfahrene Venezolanerin Ana Maria Lozano (24-12-1). Zusätzlich bestritt Artur Mamberger (10-0, 3 K.o.) aus Gießen einen Aufbaukampf gegen Gyorgy Mizsei (28-41-2, 15 K.o.). Der unbesiegte Cruisergewichtler Nino Kolicic (5-0, 4 K.o.) stieg gegen Levani Lukhutashvili in den Ring.
No Compromises in Hamburg
Gestern Abend fand die zweite No Compromises Ausgabe seine sportlichen Höhepunkt. In der norddeutschen Hansestadt Hamburg fanden spannende und hochklassige Kämpfe verschiedenster Stile statt. Das Konzept stimmt, welches sich der Veranstalter Gökhan Ayin den rund 2.200 Zuschauern zum Abenddessert zubereitete. Die Hamburger Fight Night wurde ein voller Erfolg, denn das Publikum ging in den Kämpfen mit. Die Gewinner wie Verlierer aus den einzelnen Kämpfen wurden mit viel Respekt und Anerkennung aus dem Ring wieder nach getaner Arbeit entlassen und gleichzeitig belohnt. Die Veranstaltung machte das, was sie ist: Spaß und Freude für die Zuschauer und eine echte Herausforderung für die Sportler!
Den Auftakt machte Mario Pautz gegen Vladimir Lenning. Ringrichter Volker Dietz war als Referee an diesem Abend der Unparteiische, der den ersten Kampf leitete. Gleich zu Beginn ging Pautz durch eine rechte Gerade von Lenning leicht in die Knie, sammelte sich aber wieder und versuchte dagegen zu halten. Doch das gute Striking von Lenning machte Pautz das Leben enorm schwer. Aber es war Pautz erster Kampf.
Fabian Hindenberg gewann nach 73 Sekunden durch T.K.o. Während Hindenberg gleich zu Beginn den ersten Takedownversuch von Wewetzer abwehren konnte, machte es Wewtzer beim zweiten Mal besser. Diesmal holte er sich den Takedown. Doch die Freude darüber weilte nicht lange. Hindenberg stand auf und traf Wewetzer mit vielen Kopftreffern in den TKO. Ringrichter Dietz brach den Kampf zu Gunsten von Hindenberg nach 73 Sekunden ab.
Das Duell der Karatemeister machte unter den Schwarzgurtträgern Ali Shams. Lief es am Anfang nicht so gut für Shams, zeigte sich im Verlauf des Kampfes, das Shams jederzeit noch einen Zahn zulegen konnte.
Im ersten 4-Mann-Leichtgewichts Turnierkampf standen sich MMA-Spirits Vlado Sikic und der Hamburger Jung Olaf Hommel gegenüber. Sikic zeigte gleich zu Beginn, wer Herr im Hause ist. Starkes Striking und Lowkicks machten Hommel mürbe. Taktisch setzte Sikic die Akzente. Hommel versuchte aber dagegen zu halten. Am Boden kam Sikic in die Guard von Hommel, der mehrere Versuche startete eine Armbar anzusetzen. Doch Sikic hatte die passenden Antworten.
Im zweiten 4-Mann-Leichtgewichts Turnierkampf stand Finn Lehmann David Adam gegenüber. In den ersten 40 Sekunden gab es ein reines Abtasten beider Kämpfer. Keiner wagte den ersten Schlag zu setzen. Dann setzte Lehmann einige Tritte an den Kopf von GTT-Kämpfer Adam. Adam antwortete mit klaren Box-Treffern zum Kopf von Lehmann. Adam holte sich dann den ersten Takedown. Adam befand sich in der Guard von Lehmann. Doch der konnte sich befreien, der Kampf ging im Stand weiter. Wieder holte sich Adam den Takedown, konnte aber aus der Oberlage in der Guard von Lehmann nur wenig machen. In der zweiten Runde machte dann Lehmann den Sack zu. Vier Sekunden vor dem Ende setzte Lehmann einen Guillotine Choke aus der Oberlage der Guard an.
Das 3-Frauen-Titelturnier im Federgewicht wurde durch den kurzfristigen Ausfall von Jannie Smits zu einem Jede-gegen-Jede-Wettkampf zwischen Alexandra Buch, Anne Merkt und Jessy Schwarz. Anfangs gab es einen reinen Schlagabtausch beider Kämpferinnen. Schwarz setzte im Stand im Innenfight plötzlich zwei knallharte Ellenbogenstöße an, die sofort vom Schiedsgericht unterbunden worden sind. In der zweiten Runde gab es Wirkungstreffer auf beiden Seiten.
Im reinen BJJ-Bodenkampf standen sich die beiden Braungurte Samuel Sanvicente und Mourad Ben Abdallah gegenüber. Der Kampf wurde auf zehn Minuten angesetzt, wo nur die Submission den Kampf für eine Seite beenden kann. Es wurde ein durchweg rein technischer Kampf. Beide Kämpfer kannten sich. In den vergangenen Jahren gab es schon zwei Begegnungen zwischen den beiden, die Ben Abdallah für sich entscheiden konnte. Das für das BJJ typische Guardspiel dominierte den Kampf zweier athletischer Bodenkünstler.
Arthur Grass besiegt Jano Günther via T.K.o. (Schläge) in Rd. Für Günther kam das Aus viel zu früh. Denn Grass hatte gerade erst angefangen Günther mit Schlägen einzudecken, da wurde der Kampf zu Gunsten von Grass unterbrach und gewertet. Im ersten 4-Mann Federgewicht Turnier konnte in der Fullmount von Grass, Günther nicht bestehen, so dass das Schiedsgericht den Kampf abbrechen musste. Dabei ging es für Günther noch gut los. Nachdem er sich den Takedown holen wollte, kam Grass nur mit viel Mühe raus.
Im zweiten Kampf um den Turniersieg im Federgewicht standen sich Attila Korkmaz und Marc Bockenheimer im Ring gegenüber. Bockenheimer begann stark, fand sich aber in der Guard von Korkmaz plötzlich wieder. Korkmaz versuchte einen Kimura, doch Bockenheimer kam aus dieser Situation raus. In der zweiten Runde deckte Korkmaz Bockenheimer mit Kniestößen und Schlagsalven ein. Ein tiefer Cut auf der Stirn von Bockenheimer war das Ergebnis. Durch weitere harte Treffer von Korkmaz an den Kopf von Bockenheimer wurde auch die Nase ein ständiger blutiger Begleiter. Ringrichter Dietz musste den Kampf einige Mal wegen der Blutungen stoppen. In der dritten Runde machte Korkmaz da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. Doch Bockenheimer hatte starke Nehmerqualitäten.
Es ging sehr gut für Kimmling im 4-Mann Contenderkampf los. Denn Larisch musste harte Schläge aus der Unterlage gegen Kimmling einstecken. Während Larisch aus der Bodenlage einen Kneebarversuch ansetzte, schlag Kimmling mit hartem GroundandPound auf den Kopf von Larisch ein. Dann holte sich Kimmling noch fast einen Kimura. Doch Larisch kam auch hier raus, holte sich den Rücken von Kimmling und setzte den RNC an. Die berühmte eine Sekunde. Denn Kimmling hatte nur noch eine Sekunde bis die erste Runde vorbei war, musste aber durch den RNC vor Ablauf der Kampfzeit tappen.
Im zweiten 4-Mann Contenderkampf kam es zum Aufeinandertreffen zwischen Sebastian Risch und Andre Schug. Nach kurzer Abtastphase machte Risch ernst und schlug mit starkem Striking Schug an den Kopf.
Eine nach dem Kampf schwer gezeichnete Schwarz war zwar unterlegen, aber dennoch konnte sie lächeln, als sie von der gesamten Arena mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Buch war von Anfang an bemüht sich nicht das Heft aus der Hand nehmen zu lassen und holte sich einige Takedowns. Zuvor überzeugte sie mit gutem Striking und hielt sich so Schwarz auf Distanz. Das Duell endete mit der Backmount, in der sich Buch befand, und Schwarz mit Schlägen sowie einem Rear-Naked-Choke-Versuch bedrohte - diese zeigte viel Herz, gab nicht auf und hielt durch, bis zum Rundengong.
Im K1 Kampf des Abends überzeugt ein gutaufgelegter Weimar, wusste mit einem starkem Kampf zu überzeugen. Der Weltmeister in zwei Weltverbänden machte sein Spiel. Kaczmarczyk,immerhin der amtierende Deutsche Meister aus Mannheim, hatte zu keiner Zeit ein Rezept gegen den Lokalmatadoren aus Hamburg. Weimar spielte mit Kaczmarczyk. Viermal musste Kaczmarczyk Leberharken einstecken, viermal ging er danach zu Boden. Der 27-jährige Weimar überzeugte in allen Belangen. Immer wieder schlug Weimar seinen Paradeschlag den Leberharken voll durch.
Im Boxkampf des Abends holte sich Rahimi den verdienten Punktsieg über einen völlig überforderten Volchan. Das Publikum stellte sich im Kampfverlauf öfters die Frage, wo war Vochan? Es war ein Dreiklassenunterschied zu erkennen, indem Rahimi nicht mehr machte, als Volchan ihm abverlangte. Jederzeit war Rahimi in der Lage das Tempo zu steigern oder auf Fahrt aus dem Kampf zu nehmen. Das war zu viel für Volchan.
Im MMA Mittelgewicht-4-Mann-Titelturnier Halbfinale standen sich Afful und Kumbu gegenüber. Gleich zu Beginn gingen beide in den Clinch. Beide wollten ins Finale, beide schenkten sich nichts. Runde zwei begann mit einem wilden Schlagabtausch und einem Tiefschlag von Afful. Afful setzte nach und schnellte sein Knie an den Kopf von Kumbu, der sofort den Halt verlor und zu Boden ging.
Im Finale des MMA Leichtgewicht-4-Mann-Titelturniers war Sikic der Mann des Abends. MMA-Spirit Kämpfer Sikic schlu harte Schläge an den Kopf von Lehmann. Auch seine beiden Backkicks trafen Lehmann und beeindruckten ihn. Nachdem Lehmann nach einem Takedown von Sikic zu Boden ging, sicherte sich Sikic die Sidemount und deckte Lehmann mit GroundandPound ein. Das geworfene Handtuch beendete die Titelträume von Lehmann.
Im Finale des MMA Federgewicht-3-Frauen-Titelturniers gewann am Ende Buch. Die 33 Jahre alte Wuppertalerin schlug gleich zu Beginn Merkt nieder, die taumelte, fing sich jedoch wieder. Buch kam in die Guard von Merkt, die versuchte eine Armbar anzusetzen. Doch Buch hatte eine starke Posture.
Ergebnisse der Kämpfe
- Alexandra Buch bes. Anne Merkt via Inverted Heel Hook in Rd.
- Vlado Sikic bes. Finn Lehmann via T.K.o. (Handtuchwurf) in Rd.
- Abeku Afful bes. Ndonda Kumbu via K.o. (Knie) in Rd.
- Hamid Rahimi bes.
- Dima Weimer bes. Andreas Kaczmarczyk via T.K.o. (Lowkicks) in Rd.
- Alexandra Buch bes.
- Sebastian Risch bes. Andre Schug via T.K.o. (Schläge) in Rd.
- Stefan Larisch bes. Daniel Kimmling via Rear Naked Choke in Rd.
- Attila Korkmaz bes.
- Arthur Grass bes. Jano Günther via T.K.o. (Schläge) in Rd.
- Samuel Sanvicente vs.
- Anne Merkt bes.
- Finn Lehmann bes. David Adam via Guillotine Choke in Rd.
- Vlado Sikic bes. Olaf Hommel via Rear Naked Choke in Rd.
- Ali Shams bes.
- Fabian Hindenberg bes. Erik Wewetzer via T.K.o. (Schläge) nach 1:13 in Rd.
- Vladimir Lening bes.
