Das Motiv bei der Wahl eines Kampfsystems ist, dass der Schüler lernen möchte zu kämpfen bzw. sich im Sinne eines Selbstverteidigungskurses zu verteidigen. Fitness, Kondition, körperliches Wohlbefinden und Bewegung gehören meist ebenso zu den angestrebten Zielen. Wie wählt man nun das für sich beste System, den besten Weg?
Kampfsport vs. Kampfkunst
Der Kampf, heutzutage als Sport ausgeübt, stellt den Wettbewerb in den Vordergrund. Der Fokus liegt auf Schnelligkeit, Kondition und Technikbeherrschung, im Vergleich zum Gegenüber antretenden Sportler. Damit Verletzungen ausbleiben, aber die Bewegungen ausgeübt werden können, gehört der Ausschluss von Techniken, die den Gegner verletzen oder ihn dauerhaft schädigen würden, zu den Regeln einer Sportveranstaltung dazu. Auch die Einteilung in verschiedene Gewichts- und Altersklassen dient der Fairness und beugt ungleichen Paarungen und entsprechenden möglichen Verletzungen vor. Eine Schutzausrüstung hilft die Kraft und Wucht der Schläge und Tritte zu mindern. In den Bereichen Selbstverteidigung und Wettbewerb bewegt sich der Kampfsport hauptsächlich auf der körperlichen Ebene, weitestgehend beschränkt auf das Training des Körpers.
Hier ist der Aspekt der Selbstverteidigung und der körperlichen Fitness ähnlich wie im Kampfsport. Die Kampfkunst beschäftigt sich zudem noch über die körperliche Ebene des Kampfsportes hinaus, über die geistigen Aspekte, also dem Training von Körper und Geist. Durchhaltevermögen und unbezwingbarer Wille des Geistes. Kampf meint hier vor allem die Auseinandersetzung mit sich selbst, das Anstossen an Grenzen und der Selbstdisziplin. Wichtig ist z.B. die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, auch der vermeintlich negativen.
Wie gehe ich mit Gefühlen wie Wut oder Angst um und wo kommen diese überhaupt her? Wie überwinde ich meine Defizite und Mankos erfolgreich in jedem Stadium meines Lebens, in jedem Alter? Wie gehe ich mit Verletzungen um? Die Bewegungen, ihre Abfolgen und Wiederholungen dienen vor allem der Entwicklung der Konzentration und der Selbsterkenntnis. Kampfkunst ist Meditation durch Bewegung und entwickelt den Menschen ganzheitlich und intellektuell über den Körper. Wenn ich mich also im Sinne der Kampfkunst mit mir auseinandersetze, lerne ich, die Wechselwirkungen und Zusammenhänge von Körper und Geist zu erkennen und kann an deren Harmonisierung und Einheit arbeiten, egal wie fit ich bin, oder wie alt. Die resultierende Stärke ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige Kraft.
Aikido und Karate im Vergleich
Aikido und Karate stammen zwar beide aus Japan, sind jedoch sehr verschieden. Eine Antwort mit besser oder schlechter kann nicht gegeben werden. Karate ist vor allem für Kinder leichter zu erlernen als Aikido. Aikido ist eine elegante, defensive Kampfkunst, für die man sehr lange Zeit braucht. Deshalb wird Aikido aus Sicht der Kampfsportschule Aarau nicht wie Karate primär auch als effiziente Selbstverteidigungskunst empfohlen. Viele betreiben Aikido eher oder auch als Bewegungslehre und sind wenig vorbereitet, wenn es in der Selbstverteidigung zu harten oder brutalen Ernstfall-Situationen kommt.
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Trotzdem sei hier ausdrücklich erwähnt, dass nicht die Kampfsportart für Sieg oder Niederlage entscheidend ist, sondern der Kämpfer bzw. Diese Seite widerspiegelt die Meinung und Sichtweise der Kampfsportschule Aarau und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Kung-Fu oder Tai-Chi?
Das hängt ganz von Ihrem Ziel ab, ob ich Kung-Fu oder Tai-Chi machen soll. Beide sind tiefgreifende und reiche Kampfkünste, aber Kung-Fu ist in der Regel als aktivere Kampfkunst betrachtet, während Tai-Chi als ruhig und fliessend betrachtet wird. Wenn Sie sich für einen aktiveren Kampfstil interessieren, dann würde Kung-Fu besser zu Ihnen passen. Durch das Bedürfnis eines gemeinsamen Trainings von Körper und Geist hat die Popularität von Taichi, Kungfu und Qigong zugenommen. Durch das langsame Ausüben der Bewegungen kann der Schüler in dieser körperlichen Kampfkunst, den Geist und Körper verbessern. Tai Chi und Qi Gong können zu einer stärkeren Gesundheit beitragen und die innere Ruhe und Ausgeglichenheit verbessern. Die Meditation und das Tai Chi und Qi Gong sind ausserdem eine grossartige Übung für Menschen jeden Alters und können relativ leicht und ohne Ausrüstung erlernt werden. Es trägt dazu bei, die geistige Konzentration und den Fokus zu verbessern.
Selbstverteidigung
Heutzutage suchen die Menschen nach verschiedenen Möglichkeiten, Selbstverteidigung zu lernen. Tai Chi ist eine Kampfkunst, die es schon seit Jahrhunderten gibt und die auch heute noch praktiziert wird. Es ist eine effektive Form der Selbstverteidigung, die von jedem gelernt werden kann. Wenn Sie nach einer Möglichkeit suchen, sich selbst zu verteidigen, ist Tai Chi eine gute Wahl. Es ist eine sanfte und effektive Kampfkunst, die von Menschen jeden Alters und jeder Fitnessstufe erlernt werden kann. Kampfsport mit Waffen ist eine gute Möglichkeit, Selbstverteidigung zu lernen. Die Shaolin-Kampfkünste sind ein perfektes Beispiel dafür. Bei den Shaolin kann man lernen, wie man eine Vielzahl von Waffen benutzt, darunter Schwerter, Messer und den Langstock.
Karate als effektive Selbstverteidigung
Karate ist die beste Selbstverteidigung. Viele Kampfkünste und Kampfsportarten wurden in echten Situationen sowie im Polizei- und Kriegseinsatz unzählige Male erprobt. Karate hat sich als die erfolgreichste und wirkungsvollste bewährt. Zudem kommen die besten und erfolgreichsten Kämpfer in Vollkontakt-Kampfsportarten wie MMA, K1, Kickboxen etc. ursprünglich vom Karate. Karate-Techniken bilden die Basis für alle Martial-Art-Kampfsportarten und Selbstverteidigungsstile.
Karate ist der perfekte Weg, um seine eigene mentale Stärke, das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu steigern und seinen Kampfgeist zu trainieren. Dies sind die Grundsäulen einer effektiven Selbstverteidigung und eines erfolgreichen Lebens. Zudem können sich alle - auch Senior:innen - im Notfall effektiv und wirkungsvoll verteidigen.
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Selbst-Check: Brauche ich ein SV-Training?
Dies trifft zu, wenn folgende Punkte vollumfänglich zutreffen:
- Ich weiss was ich machen muss, wenn in meiner unmittelbaren Nähe ein gewaltsamer Konflikt im Gange ist.
- Ich weiss wie ich reagieren muss, wenn ich sexuell belästigt werde.
- Ich weiss wie ich mich verhalten muss, wenn ich verbal angegangen oder körperlich bedroht werde.
- Ich weiss wie ich mich aus einer Umklammerung lösen kann.
- Ich weiss wie ich mich am Boden befreien kann, wenn jemand auf mir liegt.
- Ich weiss wie ich einen Angriff effektiv abwehren oder blockieren kann
- Ich weiss wie und womit man effektiv zuschlägt.
- Ich weiss welche Hilfsmittel ich einsetzen kann um wie effektiv zu wehren.
- Ich weiss was mir von Gesetzes wegen erlaubt ist.
- Ich weiss was mit meiner Psyche und meinem Körper passiert, wenn mein Leben in Gefahr ist und wie sich das auswirkt.
- Ich weiss wie ich mich gegen einen mir physisch überlegenen Gegner effektiv wehren kann.
- Ich weiss was ich präventiv tun kann, um möglichst nicht in eine SV-Situation zu geraten.
Karate bietet uns alle Werkzeuge und Prinzipien, um als effektive Methode der SV genutzt zu werden. Es liegt am Sensei, ob dieser Aspekt im Training berücksichtigt wird, denn Karate wird heutzutage oft nur noch als Kunst und/oder Sport betrieben. Trainingsinhalte und Prüfungsreglemente stellen hohe technische, physische, koordinative und geistige Anforderungen an den Karate-Ka. Im Vordergrund stehen Kunst, Ästhetik, Form und Athletik. Das Ziel ist der „Weg der geistigen und körperlichen Vervollkommnung“. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Vermittlung von erzieherischen Werten wie Selbstdisziplin, Fairness, Rücksicht und gegenseitigem Respekt. Das Erlernen von Taktiken und Prinzipien der SV tritt stattdessen in den Hintergrund.
Reale SV hat mit Kunst oder kunstvolle Inszenierungen nichts zu tun. Es geht primär um die reale Einschätzung und effektive Beurteilung gefährlicher Bedrohungs- und Angriffssituationen in kürzestmöglicher Zeit. Gefragt ist nicht die perfekte Technik, sondern ein situatives und instinktives Handeln.
Anwendbare Prinzipien der Selbstverteidigung im Karate
Dennoch besitzt Karate anwendbare Prinzipien der SV. Man findet sie in allen Kata-Anwendungen (jap. Bunkai). Wer genauer auf die Katas schaut, wird erstaunt sein, wie viele SV-Prinzipien und SV-Techniken sich dahinter verstecken. Es bedarf jedoch viel Zeit und Mühe, sie zu entdecken, denn im heutigen Sportkarate wird meist nur auf die äussere Form und die Ausführung geachtet und weniger auf den Inhalt und das Verständnis der Technik.
Fakt ist, dass grundlegende Prinzipien der SV in vielen traditionellen und modernen Nahkampfmethoden zu finden sind. Dazu zählen neben Karate auch Aikido, Judo, Taekwondo, Hapkido, Kung-Fu, Wing-Chun, Jeet-Kune-Do, Ju-Jitsu, Ju-Jutsu, Brazilian Jiu-Jitsu, Kickboxen, Thaiboxen, Boxen, Mixed Martial Arts (MMA), Escrima, Systema, Alpha, Safe Defense usw. Der Unterschied liegt nur in der Namensgebung und in der Art der Vermittlung.
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Im Krav Maga (israelische Nahkampfmethode des Militärs) liegt beispielsweise der Fokus auf das schnelle „Vernichten“ des Angreifers und nicht auf das Erlernen feinmotorischer Fähigkeiten. Die Trainingsmethoden sind geprägt von militärischen Drills und Stress-Szenarios, was eine gute Kondition und eine extreme mentale Stärke voraussetzt.
Schwerpunkte in der Selbstverteidigung vs. Karatesport
| Schwerpunkte in der Selbstverteidigung | Schwerpunkte im heutigen Karatesport |
|---|---|
| Situationsbewusstsein | Technikausführung |
| Selbstschutz | Äussere Form |
| Distanzkontrolle | Rhythmik |
| Taktiken & Prinzipien | Dynamik |
| Drills & Stress-Szenarios | Wertevermittlung |
| Mentale Einstellung | Kampfgeist |
Weitere Kampfsportarten und Schulen
Seit 1985 ist AZEM Kampfsport eine der führenden und ältesten Kampfsportschulen der Schweiz. Dort kann man Kickboxen, Thaiboxen und Boxen (Amateurboxen, Olympisches Boxen und Profiboxen) trainieren. Auch in Ermatingen gibt es eine Kampfsportschule. Dort kann man Karate und Kickboxen trainieren.
