Endlich ist der neue Karate Kid da. Mit Will Smith als Produzent, seinem Sohn Jaden als Hauptdarsteller und Jackie Chan als weiterem Hauptdarsteller. Angesichts der Besetzung mit Will Smiths Dreikäsehoch-Sprössling Jaden und der Verpflichtung von Harald Zwart („Der rosarote Panther 2", „Eine Nacht bei McCool´s") als Regisseur wurde die neue Version nicht gerade mit Optimismus erwartet und der uninspirierte Trailer schürte ebenfalls keineswegs Enthusiasmus: Auch ohne das Original zu verklären, schien das Remake mehr als überflüssig.
Die Flut der Hollywood-Remakes ist einfach nicht zu stoppen und sie macht auch vor dem 80er-Jahre-Erfolg „The Karate Kid" nicht Halt.
Handlung und Charaktere
Der zwölfjährige Dre Parker (Jaden Smith) zieht mit seiner alleinerziehenden Mutter Sherry (Taraji P. Henson) nach China. Dre Parker ist sehr beliebt bei den Jungen seiner Heimatstadt Detroit. Aber seine Mutter folgt dem Ruf und führt die Familie nach China, ein neuer Job erwartet sie. Kaum landet Dre in Peking, verliebt er sich in die Klassenkameradin May Ying.
Das passt Klassenprimus Cheng (Zhenwei Wang) jedoch gar nicht in den Kram, sodass für Dre diverse Trachten Prügel anstehen.
In der neuen Heimat fühlt sich Dre nicht wohl. Aber es dauert nicht lange, bis er in der neuen Schule das Mädchen May Ying näher kennenlernt. Schnell verliebt er sich in sie, was auch zurückgegeben wird. Ein jüngerer Schüler, Kung Fu, bemerkt die aufsteigenden Gefühle und schikaniert Dre.
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Die Zeit der Wehrlosigkeit hat ein Ende, als er beim beim großen Karate-Meister Mr. Han (Jackie Chan) in die Lehre geht. Regisseur Harald Zwart erreicht mit seiner 140-minütigen Neuverfilmung eine Altersfreigabe ab sechs Jahre. Das Drehbuch von Christopher Murphey basiert auf dem Original von dem Drehbuchautor Robert Mark Kamen.
Zwar hat er sich Hals über Kopf in die schöne Violinistin Mei Ying verliebt, aber sonst fällt es ihm äußerst schwer, neue Freunde zu finden. Als der Rüpel der Nachbarschaft es sich zur Aufgabe macht, sein Leben in eine fernöstliche Hölle zu verwandeln, kommt dem Karate Kid unerwartet der Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan) zur Hilfe. Hinter dessen unscheinbarem Äußeren verbirgt sich ein mächtiger und weiser Kung-Fu-Meister. Zögerlich nimmt er sich des Sprößlings an, um ihn gegen seinen übermächtig scheinenden Gegner zu wappnen.
Die Hauptrollen
- Dre Parker: Gespielt von Jaden Smith, einem 12-jährigen Jungen, der von Detroit nach China zieht und dort Kung Fu lernt.
- Mr. Han: Gespielt von Jackie Chan, dem Hausmeister, der insgeheim ein Kung-Fu-Meister ist und Dre unter seine Fittiche nimmt.
- Sherry Parker: Gespielt von Taraji P. Henson, Dres Mutter, die berufsbedingt nach China zieht.
- Meiying: Gespielt von Wenwen Han, Dres Schulkameradin, in die er sich verliebt.
- Cheng: Gespielt von Zhenwei Wang, der Klassenprimus und Dres Rivale.
Die weitere Rollenvergabe: Taraji P. Henson spielt Dres Mutter, mit dem Namen Sherry Parker. Han Wenwen versetzt sich in den Charakter May Ying. Wang Zhenwei bringt Cheng zum Leben und Yu Rongguang den Master Li.
Der Weg zum Kung-Fu-Meister
In den nächsten Tagen und Wochen folgt Cheng dem Amerikaner mit seinen Freunden ständig. Alle können Kung Fu und Dre bezieht Prügel und wird zum Gespött der Schule. Bei einer Prügelei liegt Dre bereits verletzt am Boden und Cheng versucht, ihm den letzten Faustschlag zu verpassen. Dies wird von dem Hausmeister Mr. Han vereitelt.
Zusammen tauchen die beiden in der Kampfschule von Cheng auf. Sie wollen den Zwischenfall klären, doch der Lehrer, Master Li, fordert einen Zweikampf zwischen Cheng und Dre. Daraufhin schlägt Mr. Han vor, dass Dre an dem nächsten Kung-Fu-Turnier teilnimmt und der Trainer ist einverstanden.
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Währenddessen lernt der junge Amerikaner bei seinem Hausmeister richtiges Kung Fu. Es wirkt, als ob Dre erst nur unsinnige Aufgaben bekommt. Doch später stellen sich diese Aufgaben als Grundtechniken von Kung Fu heraus. Beide unternehmen sogar einen Ausflug in ein Kloster in die Berge im Film „Karate Kid“.
Das Turnier
In der Zwischenzeit nimmt May Ying an einem Geigen-Vorspiel teil. Leider kommt sie fast zu spät zu der Aufführung, alles nur wegen Dre, worauf die Eltern ein erneutes Treffen mit ihm verbieten. Die Vorbereitungen gehen dem Ende zu und Han ist über den Verlauf positiv gestimmt. Bei dem Turnier startet Dre nervös, trotzdem kommt er bis ins Halbfinale. Natürlich hat sich der Musterschüler Cheng schon fürs Finale qualifiziert.
Trainer Li weist den nächsten Rivalen an, den Kampf mit Dre zu verlieren, damit er ins Halbfinale kommt. Daraufhin kämpft er mit unfairen Mitteln, wobei Dre sich schwer verletzt. Jedoch wird der Schüler dafür disqualifiziert. Nun kommt wieder Mr. Han ins Spiel, denn er schafft es, Dre für das Finale zu heilen.
Unterschiede zum Original
Die Neuverfilmung von „Karate Kid“ weist einige Unterschiede zum Original auf, denn es findet ein Kung-Fu-Kampf statt und kein Karate-Kampf. Zudem spielt die Handlung an einem anderen Ort, dabei sind die Schauspieler wesentlich jünger. Das Alter im Durchschnitt liegt in etwa bei zwölf Jahren und nicht bei etwa 16 Jahren.
Da ist zum einen die Form der Kampfkunst, die Karate Kid Dre zu erlernen hat. Anstelle von japanischem Karate gibt es jetzt chinesisches Kung-Fu, anstelle von ‘Wischen und Polieren’ wird jetzt die Jacke aufgehängt und wieder abgenommen.
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Die Hauptrolle wird von Jaden Smith gespielt, der damit in die Fußstapfen von Ralph Macchio tritt. Während letzterer ganze 22 Jahre alt war, als er Karate Kid mimte, entspricht Jaden Smiths reales Alter auch dem seiner Leinwand-Figur.
Kritik und Fazit
Was den Literaten ihr Captain aus dem "Club der toten Dichter", war den Martial-Arts-Fans ihr Mr. Miyagi. In drei filmischen Abenteuern trat er gemeinsam mit seinem Schüler Daniel LaRusso an, den wahren Geist des Karate zu vermitteln und, dort wo es sich nicht mehr vermeiden ließ, den Fieslingen ihre Grenzen aufzuzeigen.
Mit dem großen Auftritt von Jackie Chan fängt der Film so richtig an Spaß zu machen. Zum Glück stimmt die Chemie zwischen dem Altmeister und dem jungen Smith. Die Action-Sequenzen sind ansprechend choreografiert. Der Zuschauer profitiert von den großartigen Kampfkünsten des jungen Cheng-Darstellers.
Immerhin gelingt es dem jungen Smith durch eine ordentliche Leistung die schlimmsten Befürchtungen zu widerlegen, gemeinsam mit dem gut aufgelegten Jackie Chan bildet er ein harmonisches Hauptdarsteller-Duo, das das Martial-Arts-Drama aus dem Sumpf der Belanglosigkeit zieht.
Alles in allem ist das Reboot von "Karate Kid" gefälliges Popcornkino, mit einem Quentchen an philosophischen Innenleben. Die Geschichte wird nicht überhastet aufgebaut, die Charaktere ordentlich eingeführt; sogar die Bösen wurden gut gecastet. Allerdings findet der Film nicht immer den optimalen Rhythmus, um die 140 Minuten sinnig zu füllen. Der naive Charme und die Unschuld des Originals gehen ihm allerdings ab. Jaden Smith ist nun mal nicht Ralph Macchio, allerdings auch erst zwölf Jahre alt.
