Die Welt des Thaiboxens ist vielfältig und dynamisch. In Deutschland erfreut sich der thailändische Nationalsport immer größerer Beliebtheit. Dies zeigt sich nicht nur in der wachsenden Anzahl von Vereinen und Wettkämpfen, sondern auch im Interesse an hochkarätigen Lehrgängen und Veranstaltungen.
René Müller: Ein Vorbild im Thaiboxen
Ein Highlight im Bereich des Thaiboxens war ein Muay Thai Lehrgang, der am 30.6 und 1.7.2012 in den Combatsport Studios in Lübeck stattfand. Der Veranstalter Andreas Wiechmann lud den bekannten Superleague Fighter und dreifachen Weltmeister René Müller ein. Die Muay Thai Abteilung des GFC reiste mit sieben Sportlern zu diesem erstklassigen Lehrgang an. Die Schwerpunkte der beiden Trainingstage lagen bei Block- Rauber Falltechniken, im Clinchen und Ellenbogenschlägen. Die Teilnehmer hatten viel Spaß und konnten einiges an Erfahrungen und Wissen mit zurück nach Rostock nehmen.
René Müller selbst wurde bereits von Master Burklerk Pinsinchai, einer lebenden Taibox-Legende aus Thailand, zum Weltmeistertitel geführt. Burklerk Pinsinchai trainiert regelmäßig die thailändische Armee.
Der "Kings Cup" und das Qualifikationsturnier in München
Nicht nur Talent und kämpferische Expertise, sondern auch sportliche Charakterstärke zeigten die Thaiboxer bei den Qualifikationsfights für den „Kings Cup“ in Thailand, dem größten Thaiboxturnier weltweit. Kämpfer aus Deutschland, Österreich, Tschechien und den Niederlanden stiegen bei diesem letzten Auswahlturnier gegeneinander in den Münchner Thaibox-Ring.
Unter ihnen war auch der Münchner Mario Teichmann, der nach drei harten und nervenaufreibenden Fights gegen die Sportler aus Holland und der Ukraine im Qualifikations-Finale dem WKF-Weltmeister im K-1, Alex „Wolverine“ Schmitt (Boxgymnasium Heidelberg), gegenüberstand. Teichmann, mit bisher lediglich 14 Kämpfen auf seinem noch jungen Thaibox-Konto, machte es seinem erfahrenen Gegner denkbar schwer mit schnellen Kicks und einer raffinierten Ellenbogen-Technik, verlor jedoch am Ende knapp nach Punkten.
Lesen Sie auch: Spitzensport im Taekwondo
Das größte Profi-Thaibox Turnier der Welt, der King’s Birthday Cup, wird jährlich zu Ehren des thailändischen Königs Bhumibol ausgetragen und ist eine der berühmtesten und spektakulärsten Sportveranstaltungen Thailands. Hier treffen die besten Muay Thai-Boxer der Welt aufeinander, um den Königstitel zu erkämpfen.
Weitere Kampf-Highlights und bemerkenswerte Kämpfer
Ein weiteres Kampf-Highlight des Abends: Skraps Hajzeri (Kickboxen Deutschland) ist neuer Deutscher IKBF-Meister im Kickboxen. Der Münchner konnte sich gegen seinen Kontrahenten Arthur Kenf deutlich durchsetzen.
Ebenfalls spannend für die Zuschauer war der „Prestige-Fight“ zwischen der 16-jährigen Veronika Alkan (Kickboxen Deutschland) und der zehn Jahre älteren Jana Hovy (Budo-Do-Tameshi e.V., Darmstadt). Die noch junge Sportlerin Veronika Alkan, „die zweite Regina Halmich in Kick- und Thaiboxen“, zeigte von Beginn an mit harten Box- Kick-Kombinationen ihr hohes kämpferisches Niveau. „Leider wurde Veronika in der letzten Runde unvorbereitet mit dem Knie hart in die Leber getroffen“, bedauert Jonny Keta das Ende des Kampfes.
Ania Fucz: Weltmeisterin im Kickboxen
Die amtierende IKBF Weltmeisterin im Kickboxen, Ania Fucz aus Würselen-Brochweiden, war ebenfalls anwesend und zeigte sich von der sportlichen Qualität der Münchner schwer beeindruckt. Zusammen mit Ex-Thaibox-Weltmeister René Müller kommentierte und moderierte sie die zahlreichen Fights.
Die amtierende Weltmeisterin im Kickboxen ist 28 Jahre jung und eigentlich Bankangestellte. Seit sechs Jahren betreibt sie zusätzlich Thaiboxen - und ist seit 2008 Europameisterin im Muay Thai bzw. seit 2010 Weltmeisterin im Kickboxen. Fucz (1,68 Meter, 60 kg) kämpft in der „K-1“-Klasse. Sie trainiert bei mujoken-ki-Dojo e.V.
Lesen Sie auch: Werdegang von Marie Müller im Judo
Die Bedeutung von Verbänden und Zusammenarbeit
Einige sind der Meinung, daß alle Verbände zusammenarbeiten sollen. Der M.T.B.D. ist seit 20 Jahren auf dem Kampfsportmarkt und zeigt kontinuierlich gute Leistung, hat eine solide Struktur und vernünftige Ausbildungsprogramme. Ausserdem gehören M.T.B.D. und I.K.B.F. für mich zu den Verbänden, welche die besten Auslandskontakte haben.
Seit 1982 fördert der MTBD hierzulande den thailändischen Nationalsport, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Das Kampfsport-Regelwerk K-1 entstand in den 1980er Jahren in Japan, um verschiedene Kampfkünste sinnvoll gegeneinander antreten lassen zu können.
Der Muaythai-Bund Nordrhein-Westfalen e.V. (MTB NRW e.V.) ist Dienstleister und Partner im Kampfsportbereich und richtet selbst Wettkämpfe im Bereich Thai-Boxen aus. Durch die Aufnahme vom Thai-Boxen bei den World Games ist hier die erste Tür geöffnet worden.
Muay Thai Camp in Bergneustadt
Von kommenden Samstag bis nächsten Freitag (21. Oktober) lädt die Kampfsportschule Bodyguard in Bergneustadt zum alljährlichen Muay Thai Camp ein. Der diesjährige Schwerpunkt des Camps werden Ellenbogentechniken sein. Jeder ist eingeladen, dabei zu sein und mit zu trainieren. Man muss nicht im Verein sein. Erwartet werden Kämpfer aus ganz Deutschland.
Lesen Sie auch: Biografie: Mercedes Müller – Mehr als nur eine Schauspielerin
