Judo ist eine Sportart, die Kindern eine Reihe von Vorteilen bietet, um ihre körperliche, geistige und soziale Entwicklung zu fördern. Es verbessert die Fitness, lehrt Disziplin, entwickelt soziale Fähigkeiten und bietet eine sichere Umgebung zum Lernen und Spielen. Finde heraus, warum es sich lohnt, dein Kind zum Judounterricht anzumelden, wie du deinem Sohn oder deiner Tochter den Einstieg in diese Kampfsportart erleichtern kannst und wie du den richtigen Verein für einen jungen Judoschüler oder eine junge Judoschülerin auswählst, damit er oder sie sicher und fröhlich die ersten Schritte auf der Matte machen kann.
Was ist Judo?
Judo ist eine relativ junge Kampfsportart, die etwa um das Jahr 1882 entstand. Viele Elemente des Judo gehen allerdings auf das Jiu Jitsu zurück, sodass die Ursprünge des Judo bis ins 7. Jahrhundert reichen.
Der aus Japan stammende Sport unterscheidet sich grundlegend von zahlreichen anderen Kampsportarten, da er lediglich der Selbstverteidigung dient. Der Deutsche Judo-Bund e.V. betont, dass ein Kampf beim Judo mit einer tiefen Verbeugung vor dem Gegner beginnt - Respekt und Fairness werden beim Judo besonders groß geschrieben.
Den Gegner fair zu behandeln, nicht unsportlich zu agieren und stets moralisch zu handeln - all dies sind Grundregeln, die Kinder bereits ab 5 Jahren beim Judo erlernen können. In dieser jungen Lebensphase helfen solche Erfahrungen sogar dabei, die Hürden des Lebens besser zu meistern.
Ab wann können Kinder Judo machen?
Üblicherweise beginnen Kinder nicht vor dem 5. Lebensjahr mit dem Training. Es gibt allerdings auch Vereine, die Kindern einen früheren Einstieg ermöglichen. Einige Vereine bieten Kurse bereits für Kinder ab 3 oder ab 4 Jahren an. Generell schadet es jedoch nicht, ein oder zwei Jahre mit dem Training zu warten, da die Koordination stimmen muss, damit die Übungen nicht zu schwierig sind.
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Vorteile von Judo für Kinder
Judo hilft dabei, den Körper umfassend zu trainieren und gleichzeitig den Geist zu fördern. Insbesondere das hohe Maß an Konzentration macht es Kindern auch bei anderen Aufgaben im Leben leichter. Grundsätzlich ist jede Art der Bewegung für Kinder erst einmal förderlich.
Körperliche Vorteile
- Kraft: Das Training fördert den Muskelaufbau in nahezu sämtlichen Körperregionen. Durch wechselseitige Würfe und Hebeltechniken wird auch eine einseitige körperliche Belastung vermieden.
- Beweglichkeit: Judo für Kinder erfordert eine gute Körperkoordination sowie ein exzellentes Balancegefühl. Regelmäßiges Training verbessert die motorische Koordination und das Gleichgewicht, was für die gesamte motorische Entwicklung der Kinder entscheidend ist.
- Ausdauer: Die Ausdauer wird durch gezielte Aufwärmübungen trainiert, bei denen oft die gesamte Körpermuskulatur zum Einsatz kommt.
Geistige und soziale Vorteile
- Respekt und Fairness: Ein wichtiger Teil des Kampfsporttrainings besteht in der Partnerarbeit. In der Sportschule oder dem Verein geht es um gegenseitigen Respekt. Ein guter Trainer leistet einen wertvollen Beitrag in der Kindesentwicklung.
- Selbstbewusstsein: Vor allem schwächere und kleinere Kinder können davon profitieren und treten in der Schule und im Freundeskreis mit gestärktem Selbstbewusstsein auf. Hinzu kommt die Tatsache, dass Kinder, die einen Kampfsport ausüben, durch ein verstärktes Bewusstsein für Gerechtigkeit auftreten.
- Disziplin: Die Teilnahme am Training erfordert Konzentration und Regelmäßigkeit, was sich in Selbstdisziplin und Verantwortung niederschlägt. Außerdem fördert es die Entwicklung von Zeitmanagementfähigkeiten und Verantwortung.
- Strategisches Denken: Die Bewegungen des Gegners zu analysieren und angemessen darauf zu reagieren, entwickelt strategisches Denken und schnelle Entscheidungsfähigkeit.
Nicht zuletzt die körperliche Ertüchtigung trägt dazu bei, dass Ihre Kinder in der Freizeit und zuhause deutlich ausgeglichener sind. All diese Fähigkeiten sind nicht nur während des Trainings sinnvoll, sondern helfen Kindern auch im Alltag und in der Schule.
Effziente Wurf- und Hebeltechniken ermöglichen beim Judo einen Gegner zu besiegen, ohne ihn dabei schmerzhaft zu verletzen. Spezielle Falltechniken tragen beim Judo dazu bei, das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Grundsätzlich darf das Erlernte nur zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Hier lernen Kinder, bewusst mit den kämpferischen Fähigkeiten umzugehen und diese nur im Notfall einzusetzen.
Was kostet Judo für Kinder?
Viele Vereine sind mit Kosten von 60 bis 200 Euro im Jahr relativ günstig. Darüber hinaus bieten auch diverse Kampfsportschulen Judounterricht an oder es gibt kurzzeitige Kurse, bei denen Kinder die Grundlagen des Judos kennenlernen können.
Die Kosten für die Eltern, halten sich ebenfalls in Grenzen. Der weiße Judoanzug liegt - je nach Körpergröße - zwischen 30-50 Euro. Da Kinder schnell aus einem Judoanzug "rauswachsen", kann es sich lohnen nach einem gebrauchten Judoanzug Ausschau zu halten. Hinzu kommen die Mitgliedsbeiträge, welche Sie zu tragen haben. Diese liegen meist zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr in Vereinen und zwischen 20 und 40 Euro pro Monat in Kampfsportschulen.
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Um beim Kindertraining mitmachen zu können, benötigen Kindern einen Anzug. Dieser ist sehr fest, um beim Greifen und Ziehen nicht zu reißen. Achten Sie bei der Anschaffung vor allem darauf, dass dieser sich für den Judosport eignet.
Nachteile und Herausforderungen
Einzig und allein die Tatsache, dass Judo für Kinder nicht überall angeboten wird, ist mit einem höheren Zeitaufwand verbunden.
Warum hören so viele Kinder mit Judo auf?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Kinder mit Judo aufhören könnten:
- Interessenwechsel durch Sportangebote in der Schule oder einen anderen Freundeskreis.
- Überflutung durch viele Kampfsportschulen und andere Sportangebote.
- Schulwechsel, G8 und Ganztagesschule können zu Zeitproblemen führen.
- Frustration, wenn es nicht sofort klappt, oder wenn es zu anstrengend wird.
- Probleme mit dem Trainer oder Verein.
Um Kinder und Jugendliche zu halten, ist es wichtig, eine Gruppe von Gleichaltrigen zu haben, die sich gut verstehen. Außerdem muss der Judoverein gut organisiert und transparent sein, und das Training muss kind- bzw. altersgerecht sein.
Wie wähle ich die richtige Judoschule aus?
Bei der Wahl der richtigen Judoschule für das Kind müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, von der Qualifikation der Trainer und der Einstellung des Vereins gegenüber jungen Schülern bis hin zu Standort, Infrastrukturbedingungen und Mitgliedschaftskosten. Es ist wichtig, dass die Schule ein gut strukturiertes und sicheres Umfeld bietet, in dem dein Kind seine Fähigkeiten in einer freundlichen Atmosphäre entwickeln kann.
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Hier sind einige Tipps:
- Suche nach Judoschulen und Sportvereinen in deiner Nähe.
- Informiere dich über den Lehrplan einer bestimmten Schule und frage nach der Art und Weise, wie Judo gelernt wird.
- Vergewissere dich, dass die Trainer qualifiziert und erfahren in der Arbeit mit Kindern und im Unterrichten von Judo für verschiedene Altersgruppen und Leistungsstufen sind.
- Besuche eine Schule oder einen Verein, um zu sehen, wie das Training in der Praxis aussieht. Achte auf die Atmosphäre, die Art und Weise, wie die Trainer mit den Kindern kommunizieren, und wie die jungen Schüler/innen spielen und lernen.
- Sprich mit dem Trainer oder der Trainerin, um mehr über seinen oder ihren Lehransatz, seine Arbeitsmethoden und seine Trainingsphilosophie zu erfahren.
- Erkundige dich, ob die Schule ihre Einrichtungen und Geräte sauber und hygienisch hält, was für die Gesundheit und Sicherheit der Kinder wichtig ist.
- Erkundige dich nach den Kosten für die Teilnahme am Unterricht, einschließlich der Trainergebühren, der Ausrüstung und eventueller zusätzlicher Kosten (wie Wettkampfgebühren oder Mitgliedschaften).
- Achte auf den Standort der Schule. Ein bequemer Arbeitsweg und eine gute Erreichbarkeit können ein wichtiger Faktor bei der Wahl des richtigen Ortes für die Ausbildung deines Kindes sein.
Wie bereite ich mein Kind auf die erste Judostunde vor?
Um dein Kind angemessen auf seine ersten Judo-Trainingseinheiten vorzubereiten, ist es eine gute Idee, mit den Grundlagen zu beginnen, d.h. deinem Sohn oder deiner Tochter zu erklären, was Judo ist, was die Grundprinzipien sind und warum es ein wertvoller Sport ist.
Hier sind einige Tipps:
- Betone, dass Judo nicht nur Kampftechniken lehrt, sondern auch Respekt, Disziplin und Teamwork sowie andere Werte, die ihm oder ihr im Alltag nützlich sein werden.
- Besprich mit deinem Kind, was es beim Training erwarten kann. Erkläre ihm, dass der Anfang schwierig sein kann und dass es wichtig ist, es weiter zu versuchen, auch wenn es nicht sofort klappt.
- Bereite die notwendige Ausrüstung und Kleidung am Tag vor dem Training vor, um Stress zu vermeiden.
- Versuche, früh genug zu kommen (10-15 Minuten), um deinem Kind Zeit zu geben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
- Wenn möglich, vereinbare ein Treffen mit dem Trainer vor dem ersten Training.
- Sei bei den ersten Trainingseinheiten anwesend, um dein Kind zu unterstützen und zu motivieren (wenn die Schule es erlaubt).
- Sprich nach dem Unterricht mit deinem Kind über deine Eindrücke. Ermutige dein Kind, seine Gefühle und Erfahrungen mitzuteilen, damit es sich besser auf die Trainingseinheiten einstellen kann.
