Als Gründer und Erfinder des heutigen Judo wird einheitlich der japanische Gelehrte Dr. Jigoro Kano (1860 - 1938) genannt. Die Wurzeln des Judo liegen im Jujutsu und wurden von Professor Jigoro Kano weiterentwickelt.
Die Entstehung des Judo
Judo wurde um 1880 von dem japanischen Pädagogen Jigoro Kano aus dem Jiu-Jitsu entwickelt. Er hatte seine ,,Erfindung" bereits im Alter von 20 Jahren abgeschlossen.
Kanō Jigorō
Kanō Jigorō (1860-1938) wuchs in diesem Japan der extremen Veränderungen auf. Er lernte Jiu Jitsu an verschiedenen Schulen wie der Tenshinshinyo-Ryu und der Kito-Ryu. 1882 gründete Kanō Jigorō seine eigene Schule, den Kodokan („Ort zum Studium des Wegs“) in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio. Er nannte seine Kunst Judo, da das Kanji (Schriftzeichen) Ju sowohl „sanft“ als auch „Nachgeben“ bedeuten kann und das Zeichen Do ebenfalls mit „Grundsatz“ und nicht nur mit „Weg“ übersetzt werden kann.
Er hat aus der, ebenfalls waffenlosen Kampfsportart Jujutsu, die für ihn wesentlichen Teile herausgelöst und hieraus vor etwa 100 Jahren Judo entwickelt. So kommt es, dass im Judo keine Tritte oder Schläge, wie in anderen Kampfsportarten erlaubt sind. Vielmehr liegt das Prinzip des Judo darin, den Sieg durch Nachgeben zu erreichen.
Das Kodokan Judo
Hiermit erreichte Kano, dass Kodokan Judo geprägt wurde durch das Unterbinden von gefährlichen Techniken und die Systematisierung der effektivsten Techniken. Gelehrt wurde im Kodokan nach der Maxime der “maximalen Effektivität, gegenseitige Achtung und Wohlergehen”.
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Kano war der erste, der den Begriff "Do" (Weg) anwandte. Hieraus ist abzuleiten, dass Judo ursprünglich weder als Kampf- noch als Angriffssport gedacht war. Vielmehr verstand Kano unter Judo die Kunst nachzugeben anstatt den Gegner mit roher Kraft zu überwältigen, sowie ein Gefühl für Timing und Technik zu entwickeln. Unter Judo verstand Kano die Wissenschaft und Methodik vom Training des Körpers und der Seele, sowie der Regulation aller Lebensprozesse.
Die Schlag-, Stoß- und Tritttechniken wurden aus dem modernen Judo entfernt, um Wettkämpfe ohne Verletzungsgefahr für die Sportler zu garantieren.
Kano führte das Prinzip des Tskuri-komi ein. Seiner Philosophie nach sollte Judo gleichzeitig ein geistiges und körperliches Training sein, das Geist und Körper in einen Zustand der Harmonie und Ausgeglichenheit versetzt (ein Grundkonzept der meisten Kampfsportarten).
Die Gesamtheit der Techniken die dem Prinzip des effizientesten Gebrauches der physischen und psychischen Energie gehorchten fasste Kano unter dem Begriff Judo zusammen und lehrte sie am Kodokan.
Die Judoka werden nach ihrem Kenntnisstand und ihrer Erfahrung in die Grade Kyu (Schüler) und Dan (Meister) eingeteilt.
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Kano wurde ein bekannter Judolehrer.
Mit 22 Jahren eröffnete er sein erstes Dojo, das er Kodokan nannte. Dort begann er seinen Weg, den Weg des Ju-Do zu unterrichten.
Im Jahre 1895 wurde die Go-Kyu geschaffen, welche die ursprünglichen 40 grundlegenden Wurftechniken des Judo enthielt.
Gegen Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts hatte sich Judo in Japan durchgesetzt und fand dort sehr viele Anhänger. Das japanische Ministerium für Erziehung führte Judo als offizielle Sportart ein, und die Polizei nahm es in ihr Ausbildungsprogramm auf. Die Pariser Polizei führte Judo 1905 ein. 1885 besuchte Kano England. Wie später auch seine Schüler widmete er einen großen Teil seines Lebens der Förderung des Judosportes.
Die Verbreitung des Judo
Die Verbreitung des Judo in Deutschland ist auf Erich Rahn und Alfred Rohde zurückzuführen, die in der Zeit um 1920 die ersten Jujutsu Schulen in Berlin und Frankfurt/M. gründeten.
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Der erste Verein in Europa (Budokwai) wurde 1918 von Gunji Koizumi (1885-1965) in London gegründet. Koizumi leistete einen erheblichen Beitrag zur Verbreitung des Judo in England und in ganz Europa. Er unterrichtete selbst noch im Alter von 80 Jahren am Tag vor seinem Tod.
Der erste internationale Wettkampf fand 1926 zwischen dem Budokwai und der deutschen Nationalmannschaft statt. Dies hatte eine beträchtliche Wirkung, und in den Jahren zwischen den Weltkriegen setzte sich Judo in Europa durch.
Als olympische Disziplin wurde Judo 1964 anerkannt und bei den Olympischen Spielen in Tokio erstmals ausgeführt.
Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 1964 wurden erstmals auch Judowettbewerbe ausgetragen, ursprünglich in drei Gewichtsklassen. 1972 wurde Judo dauerhaft in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen.
1995 legte der DJB eine neue Prüfungsordnung fest, in welcher die Schülergrade in nunmehr acht Stufen anstatt der ursprünglichen fünf unterteilt waren.
Die Graduierungen im Judo
Die Judoka werden nach ihrem Kenntnisstand und ihrer Erfahrung in die Grade Kyu (Schüler) und Dan (Meister) eingeteilt. Die Dangrade stehen den Meistern und Trainern zu. Bis zum 5. Dan können diese Grade mit Prüfungen erreicht werden. Danach kann ein höherer Grad nur noch verliehen werden. Der höchst mögliche Grad ist der 12. Dan, der nur Jigoro Kano, dem einzigen Shihan (Doktor), verliehen wurde.
Daneben wurde der rote Gurt für den 10. Dan bisher an 13 Männer vergeben. Die Farbe des Gurtes ist vom ersten bis zum fünften Dan schwarz, vom sechsten bis zum achten Dan rot-weiß, vom neunten bis elften Dan rot, und der Gurt des zwölften Dan ist weiß.
Die Gurtelfarbe der neun Kyu-Grade sind in absteigender Reihenfolge: braun (erster Kyu}, blau, grün, orange-grün, orange, gelb-orange, gelb, weiß-gelb, weiß.
