Kickboxen für Erwachsene: Vorteile und mehr

Kickboxen bietet eine einzigartige Mischung aus Kraft, Geschwindigkeit und Technik und ist ideal für Erwachsene, die sowohl ihre physische als auch mentale Stärke herausfordern möchten. Unser Programm ist darauf ausgerichtet, Teilnehmer aller Erfahrungsstufen willkommen zu heißen - vom kompletten Neuling bis hin zum erfahrenen Kämpfer. Mit erfahrenen Trainern, die Sie durch jede Bewegung führen, lernen Sie die Kunst des Kickboxens in einer unterstützenden, motivierenden Umgebung.

Was ist Kickboxen?

Ayhan Çelik, Trainer im Hamburger Kampfsportstudio "Zanshin Dojo" und aktiver Wettkämpfer im Boxen und Kickboxen, erklärt: "Der Kampfsport vereint Karate, Taekwon-Do, Kung-Fu und Boxen."

Beim Kickboxen gibt es verschiedene Wettkampfvarianten:

  1. Semikontakt: Der Kampf wird nach jedem Treffer am Körper des Gegners unterbrochen und Punkte werden vergeben.
  2. Leichtkontakt: Treffer werden gezählt und die gesamte Ausführung des Kampfes wird bewertet, ohne Unterbrechung.
  3. Vollkontakt: Der Kampf kann über Trefferpunkte oder durch K.O. gewonnen werden.

Woher kommt Kickboxen?

Kickboxen wurde in den 70er-Jahren in den USA erfunden und entstand als eine Abwandlung des klassischen Thai-Boxens. Im Gegensatz zum Thai-Boxen gibt es beim Kickboxen aber keine Knie- und Ellenbogentechniken, und sowohl Füße als auch Hände werden mit Protektoren geschützt. Häufig wird Sportkarate als einer der Vorläufer für Kickboxen genannt.

Warum sollten gerade Frauen kickboxen?

Hanna Hansen, ehemalige Weltmeisterin im Kickboxen, weiß: "Viele Frauen scheuen sich, Kickboxen auszuprobieren, weil sie denken, da gibt es auf die Nase." Dabei ist der Sport überhaupt nicht so aggressiv, wie er klingt. "Beim Training wird nicht gekämpft, niemand muss in den Ring." Stattdessen bekommst du hier das volle Fitness-Programm: Neben Kraft werden vor allem Ausdauer, Koordination und auch die Flexibilität geschult.

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Kickbox-Training schafft definierte Muskeln und eine knackige Mitte. Angst vor aufgeplusterten Muskelbergen musst du aber nicht haben, beim Kickboxen werden die Muskeln definiert und nicht aufgepumpt.

"Es macht einfach süchtig, das Auspowern, der Stressabbau und das tolle Gefühl nach dem Training sind unvergleichlich", schwärmt Hansen. Wahrscheinlich liegt deshalb der Frauenanteil in ihrem Studio bei über 70 Prozent.

Vorteile des Kickboxens

  • Stressabbau
  • Verbesserte Ausdauer
  • Erhöhte Koordination
  • Gesteigerte Flexibilität
  • Definierte Muskeln
  • Hoher Kalorienverbrauch

Das erwartet dich beim Kickbox-Training

Trainiert wird beim Kickboxen am Sandsack und mit sogenannten Pratzen (Schlagpolstern), in Form von Schattenboxen oder, wenn du möchtest, direkt in Übungskämpfen. Die ersten Schlagkombinationen hast du bereits nach der ersten Stunde drauf.

Außerdem schaut der oder die Trainer:in ganz genau hin, es gibt strenge Regeln: So ist es beispielsweise verboten, die Gegnerin festzuhalten oder irgendeine Technik durchzuführen, ohne der anderen in die Augen zu schauen. Mit dem Kommando "Stopp" wird der Kampf in jedem Fall unterbrochen.

Kickboxen: Der Trainingsablauf

Kein Problem, wir sagen dir, was dich in deiner ersten Stunde erwartet:

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  1. Warm-Up: Los geht's mit dem Aufwärmen, damit die Muskeln und der Kreislauf in Schwung kommen. Das passiert meist mit Schattenboxen oder Seilspringen.
  2. Technik: Nach dem Aufwärmen kann die Technik trainiert werden. Techniktraining wird gemeinsam mit einer Partnerin ausgeführt. Keine Angst: Schlagposter schützen euch!
  3. Kondition: Kickboxen ist ein Full-Body-Workout! Klar, dass da auch die Kondition trainiert wird. Beim Training am Boxsack oder in Intervallen kommt das Herz-Kreislaufsystem richtig auf Touren.
  4. Stretching / Cool-Down: Zum Ende der Stunde gibt es ein leichtes Cool-Down mit Stretching-Einheiten, um den Körper langsam herunterzufahren und ihn vor Verletzungen zu schützen.

Kickboxen für Frauen: Das sind die 6 wichtigsten Kicks

  • Front-Kick: Der Körper ist gerade zur Gegnerin, Knie des vorderen Beins nach oben, dann mit der Ferse voran das Bein nach vorn schieben.
  • Side-Kick: Seitlich zur Gegnerin drehen, Knie des vorderen Beins vor die Brust, Fuß nach vorn zur Gegnerin stoßen, mit der Ferse treffen.
  • Back-Kick: Rücken zur Gegnerin, Knie zur Brust führen, nach hinten schauen, Bein explosiv nach hinten strecken, wieder zur Gegnerin drehen.
  • Hook-Kick: Side-Kick neben den Kopf, dann die Ferse nach hinten ziehen und dabei ausdrehen.
  • Axe-Kick: Fuß wird im Kreis über den Kopf der Gegnerin hochgeschwungen und dann wie eine Axt hinunter geschlagen.
  • Roundhouse-Kick: Vorderes Bein anwinkeln, Körper zur Seite drehen, Bein strecken, mit dem spitzen Fuß die Gegnerin an der Seite treffen.

Welche Muskeln werden beim Kickboxen trainiert?

Die Frage sollte eher heißen: Welche Muskeln werden nicht trainiert? Denn beim Kickboxen werden von den Beinen über den Po, den Bauch, dem Oberkörper und den Armen alle Muskeln beansprucht und so der gesamte Körper in Form gebracht. Beim Kickboxen werden außerdem Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer und Kraft trainiert. Und nicht zu vergessen: Der Kopf ist mega-fokussiert und lernt blitzschnell zu reagieren.

Kickboxen: So viele Kalorien verbrennst du beim Workout

Eine Zahl, die sich durchaus sehen lässt! Ganz zu schweigen von den vielen Endorphinen, die das Power-Workout auslöst, was dich dann so richtig happy macht.

3 Kickbox-Tipps für Anfängerinnen

  1. Die richtige Ausrüstung: Für Anfängerinnen reichen ein paar vernünftige Boxhandschuhe, Fuß- und Beinschoner kommen später dazu. Sobald es in den Wettkampf geht, sind aber Kopf- und Mundschutz Pflicht.
  2. Ausreichend Konzentration: "Beim Training ist das Verletzungsrisiko sehr klein", beruhigt Hansen. Aber eben nur, wenn du auch wirklich bei der Sache bist.
  3. Bewusste Regeneration: Kickboxen fordert Körper und Geist. Deshalb solltest du dir nach dem Training auch genug Zeit gönnen, um dich davon zu erholen.

Wann sollte ich besser nicht kickboxen?

Vermieden werden sollte Kickboxen von schwangeren Frauen. Ayhan: "Da die Bauchmuskeln und der Beckenboden stark beansprucht werden und die Kicks durchaus auch mal daneben gehen könnten, ist die Gefahr für Schwangere einfach zu hoch."

Gesundheitliche Aspekte und Einschränkungen

Grundsätzlich gibt es nur wenige Punkte zu beachten, bevor Ihr mit dem Kickboxen beginnt. Daher könnt Ihr auch in höherem Alter noch Kickboxen lernen und manche von Euch können sogar bis ins Rentenalter trainieren. Ein paar Einschränkungen sind aber leider unumgänglich, wenn wir von Kampfsport reden.

  • Glasknochen Krankheit: Wenn Ihr zu jenen gehört, die sogenannte „Glasknochen“ (Störung der Kalziumaufnahme in den Knochen) oder eine abgeschwächte Form davon haben und Eure Knochen nicht die übliche Stabilität aufweisen, solltet Ihr Euch von der Vollkontaktvariante distanzieren. Ein Training des Semi- oder Leichtkontaktkampfes kann allerdings dennoch möglich sein.
  • Beanspruchung Gelenke: Vorsicht ist bei allem geboten, was mit den Gelenken zu tun hat, also speziell bei Verschraubungen oder künstlichen Gelenken. Die Belastung der Gliedmaßen und Gelenke bei Treffern ist stark, so dass Ihr bei ersten Anzeichen von Gelenkproblemen einen Arzt aufsuchen solltet. Häufig liegt es jedoch auch an falschen Bewegungsabläufen, wenn die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden und in diesem Fall kann Euch zusätzlich Euer Trainer helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.
  • Bauchtreffer: Wie alle Sportarten, bei denen die Gefahr von Bauchtreffern besteht, ist Kickboxen nicht für schwangere Frauen oder jene geeignet, die es demnächst werden wollen. Treffer im Bauchbereich könnten Eurem Ungeborenen gravierende Schäden zufügen.
  • Herz und Kreislauf: Durch die enorme Belastung von Herz und Kreislauf, besonders bei den kraftraubenden Leicht- und Vollkontaktkämpfen, sollten Personen, die in diesem Bereich durch Vorschäden belastet sind, vor Trainingsbeginn einen Arzt aufsuchen.

Alternativen zum Kickboxen

Es gibt viele alternative Kampfsportarten und -disziplinen zum Kickboxen, die je nach persönlichen Interessen und Zielen attraktiv sein können:

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  • Muay Thai: Diese thailändische Kampfsportart ähnelt dem Kickboxen, setzt aber zusätzlich Ellenbogen- und Knietechniken ein, was sie zu einer noch umfassenderen und intensiveren Standkampfdisziplin macht.
  • Boxen: Diese klassische Kampfsportart konzentriert sich ausschließlich auf Schlagtechniken. Boxen bietet ein intensives Training und verbessert Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Koordination.
  • Taekwondo: Bei dieser koreanischen Kampfsportart stehen hohe, schnelle Tritttechniken und Sprünge im Vordergrund. Taekwondo kann eine gute Wahl sein, wenn man eine Kampfsportart sucht, die Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Flexibilität fördert.
  • Karate: Karate ist eine der bekanntesten Kampfsportarten und bietet ein ausgewogenes Training, das sowohl Schlag- als auch Tritttechniken umfasst. Der Schwerpunkt liegt auf Form, Disziplin und Selbstverteidigung.
  • Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ): Wer sich mehr für den Bodenkampf interessiert, für den könnte BJJ eine gute Wahl sein. Bei dieser Disziplin liegt der Schwerpunkt auf Hebel- und Würgetechniken, um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.
  • Krav Maga: Ursprünglich für das israelische Militär entwickelt, ist Krav Maga eine praktische Selbstverteidigungsdisziplin, die darauf abzielt, Bedrohungen so schnell und effizient wie möglich zu neutralisieren.
  • MMA (Mixed Martial Arts): MMA kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie Boxen, Ringen, Jiu-Jitsu und Muay Thai. Es ist ein intensiver und herausfordernder Sport, der ein hohes Maß an Fitness und Können erfordert.

Welche Sportart für Sie die richtige ist, hängt davon ab, was Sie von Ihrem Training erwarten und welche Aspekte des Kampfsports Sie am meisten ansprechen.

Wie lange dauert es um Kickboxen zu lernen?

Die Zeit, die benötigt wird, um Kickboxen zu lernen, ist sehr unterschiedlich und hängt vom individuellen Engagement, der körperlichen Fitness und der Häufigkeit des Trainings ab. Es ist wichtig zu wissen, dass „Kickboxen lernen“ nicht unbedingt bedeutet, ein Meister zu werden. Es gibt viele Stufen und Aspekte des Lernens im Kickboxen und Fortschritte können auf vielen Ebenen gemacht werden.

Im Allgemeinen können Anfänger nach einigen Wochen regelmäßigen Trainings (etwa zwei- bis dreimal pro Woche) die Grundtechniken des Kickboxens erlernen, einschließlich der Grundstellungen, Schläge, Tritte und Abwehrtechniken.

Kickboxen vs. Boxen

Während beide Sportarten physische Fitness, Disziplin und Selbstverteidigungsfähigkeiten fördern, argumentieren viele Experten, dass Kickboxen aufgrund seiner Vielseitigkeit und der Integration verschiedener Kampfstile eine überlegene Wahl gegenüber dem traditionellen Boxen darstellt.

Kickboxen beinhaltet nicht nur das Schlagen mit den Fäusten wie beim Boxen, sondern auch das Treten mit den Beinen. Dadurch werden mehr Muskelgruppen im gesamten Körper aktiviert, was zu einem effektiveren Ganzkörpertraining führt und die Entwicklung von Kraft, Ausdauer und Flexibilität fördert.

Vorteile von Kickboxen gegenüber Boxen

  • Ganzkörpertraining
  • Vielseitigkeit der Techniken
  • Bessere Selbstverteidigung

Verschiedene Richtungen im Kickboxen

  • Vollkontakt-Kickboxen: Bei dieser Variante sind Tritte und Schläge gegen den gesamten Körper erlaubt, wobei Schutzausrüstung wie Helme und Schienbeinschützer getragen wird, um Verletzungen zu minimieren.
  • Low-Kick-Kickboxen: Hier sind neben den Schlägen Tritte auf die Oberschenkel erlaubt, was eine zusätzliche Herausforderung und taktische Option für die Kämpfer darstellt.
  • Thai-Kickboxen (Muay Thai): Diese traditionelle Form des Kickboxens aus Thailand legt besonderen Wert auf Ellenbogen- und Knietechniken sowie den Einsatz von Klinch-Techniken, die es dem Kämpfer ermöglichen, den Gegner zu kontrollieren und effektiv zu attackieren.
  • K-1-Stil: Diese Variante des Kickboxens kombiniert Elemente aus verschiedenen Kampfkunststilen und erlaubt schnelle und dynamische Kämpfe mit einer breiten Palette von Techniken.