Überraschende Neuigkeiten erreichten die deutschsprachigen WWE-Fans: Cesaro hat die Promotion verlassen. Nach einem Jahrzehnt im Rampenlicht konnte sich der Schweizer nicht auf eine Vertragsverlängerung mit seinem langjährigen Arbeitgeber einigen, wie Mike Johnson von PWInsider berichtete.
Cesaro's WWE-Zeit: Ein Rückblick
Castagnoli begann seine Wrestling-Karriere im Dezember 2000. Eine Green-Card ermöglichte ihm den Sprung in die USA, wo er rasch zu einem der beliebtesten Gesichter in der Independent-Szene wurde. Im Jahr 2011 nahm WWE Castagnoli unter Vertrag. Seit April 2012 wurde Cesaro (anfangs noch mit dem Vornamen Antonio) bei SmackDown und später Raw eingesetzt. In seinem ersten Jahr holte er sich beim SummerSlam den United-States-Titel von Santino Marella.
In der Tag-Team-Szene war er in der vergangenen Dekade ein prägendes Gesicht, mit zahlreichen Titel-Erfolgen an der Seite von Tyson Kidd, Shinsuke Nakamura und vor allem Sheamus. Unvergessen auch sein Erfolg in der André the Giant Memorial Battle Royal, die er 2014 (WrestleMania 30) gewann. Vor einem Jahr setzte WWE dann noch einmal ganz besonders auf Cesaro: Er bekam endlich seinen großes WrestleMania-Einzel-Erfolg mit dem Sieg über Seth Rollins.
Der Schweizer wurde danach zum „Gegner des Monats“ für Dauer-Universal-Champion Roman Reigns. Bei „WrestleMania Backlash“ im Mai 2021 bestritt Cesaro den Main Event in einem hervorragenden Match gegen Reigns. Danach wurde Cesaro in der Bedeutung wieder heruntergestuft. Zuletzt wunderten sich seine Fans bereits, dass er nur noch als Randfigur im Fernsehen eingesetzt wurde.
Die Frage nach dem ungenutzten Potenzial
Viele Fans hatten das Gefühl, dass Cesaro in der WWE nie sein volles Potenzial ausschöpfen konnte, da er immer wieder gebremst wurde. Fakt ist, dass die Fans Cesaro angenommen haben, ihn auf Main Eventer-Level bejubelten und man diesen Mann im Spotlight sehen und gewinnen sehen wollte. Wen interessierte denn da noch das Mic-Work, die individuelle Auffassung seiner Ausstrahlung oder sonstige Einwände? Er war ja auch kein Comedy-Charakter, sodass wir uns über diesen Faktor auch nicht unterhalten mussten. Spätestens als Heyman-Guy war er ready für den Main Event.
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Titelgewinne: Erfolg oder Bestrafung?
Es wird mit Titelgewinnen argumentiert, dabei aber völlig außer Acht gelassen, dass sowohl IC-Title als auch US-Title eher Bestrafungen als Erfolge darstellen. Diese Title sind doch wohl die wertlosesten im gesamten Wrestling-Business. Title allein bestimmen einfach keine erfolgreiche Karriere, auch nicht die World-Title, siehe Mahal, Kahli, Alberto DelRio usw. Das sind alles keine Namen, die man mit tollen WWE-Karrieren verbindet, weil man es nie schaffte diese Menschen entsprechend zu booken.
Die deutschsprachige Community und Cesaro
Cesaro profitiert bei der deutschsprachigen Wrestling-Community natürlich davon, dass er unsere Sprache spricht. Ähnlich wie ein Vettel in der F1, ein Nowitzki in der NBA oder auch ein Draisaitl in der NHL. Cesaro gehörte wohl zu den Projekten, die man in der "Neuzeit" am meisten fallen lassen hatte. Er war so over, er ackert im Ring wie ein Tier und am Ende war nur es ein Auf & Ab was man nicht mehr würdigte.
Die Zukunft von Cesaro
Mit dem Abschied bei WWE werden die Spekulationen um die Zukunft des Schweizers folgen. Fans des japanischen Wrestlings träumen von seiner Teilnahme am G1 bei New Japan. Seine langjährigen Anhänger in Deutschland wollen "Double C" wieder im wXw-Ring sehen. Und dann gibt es noch AEW: Promoter Tony Kahn scheint weiterhin Interesse an jedem Spitzentalent zu haben - und das ist Claudio Castagnoli weiterhin ohne Frage.
Claudio Castagnoli bekommt nach seinem Wechsel von WWE zu AEW einen weiteren großen Auftritt: Bei „Blood and Guts“ tritt der frühere Cesaro in legendäre Fußstapfen. Das TV-Debüt des frisch verpflichteten Schweizer Edeltechnikers Claudio Castagnoli wurde bei „Blood and Guts“, einer Spezialausgabe der Show Dynamite, groß inszeniert und endete mit einem wegweisenden Triumph für den früheren Cesaro.
Im vergangenen Jahr hat Claudio Castagnoli - ehemals: Cesaro - WWE nach elf Jahren verlassen und sich eine neue Herausforderung bei Konkurrent AEW gesucht. Auf den Wechsel zum frei empfangbaren Sender DMAX am Sonntag soll nach dem Wunsch des 42 Jahre alten Modellathleten bald der nächste Paukenschlag folgen. Im SPORT1-Interview formuliert der „Swiss Superman“ seine Vision, spricht über die Gründe seines WWE-Abgangs - und räumt mit einer Spekulation rund um seine erste öffentliche Begegnung mit AEW-Boss Tony Khan auf.
Castagnoli sagte im Interview mit SPORT1, dass er nach all den Jahren bei WWE das Gefühl bekommen habe, dass er einen Wechsel brauche, eine neue Herausforderung, auch um sich nochmal weiter zu entwickeln. Und er sei zum Schluss gekommen, dass AEW für ihn die perfekte Adresse ist. Es habe sich richtig angefühlt.
Er fügte hinzu, dass AEW für ihn experimenteller sei und mit mehr Freiheiten verbunden, die ihm gefallen. Er glaube, dass bei AEW für jeden Fan-Geschmack was dabei ist. Er wolle nicht zu viele Vergleiche ziehen, aber was ihm an AEW in jedem Fall gefalle ist, dass der Fokus noch etwas mehr auf der Action und Arbeit im Ring liegt. Da fühle er sich pudelwohl, denn im Herzen sei er doch eher „Pro Wrestler“ als Entertainer.
Über drei Monate nach seinem Abgang ist es weiterhin unklar, wo die Zukunft von Cesaro liegt. Aktuell nimmt er sich laut eines neuen Berichts von Dave Meltzer (Wrestling Observer Newsletter) eine Auszeit für seine Familie. Der Schweizer sicherte sich kurz nach der Trennung von WWE die Rechte am Namen „CSRO“, den er wohl bei einer Rückkehr in den Ring außerhalb von WWE nutzen würde.
Auch wenn sich AEW-Präsident Tony Khan auf Nachfrage in Interviews nur lobend zu Cesaro äußerte, ist es unklar, ob man bei All Elite Wrestling wirklich Interesse an einer Verpflichtung hat. Vor dem Hintergrund, dass man ihm einen gut dotierten Vertrag anbieten kann, gehen einige Personen innerhalb von WWE auch davon aus, dass der 41-Jährige wieder zum Marktführer zurückkehren wird.
Fazit
Die Karriere von Cesaro in der WWE war geprägt von Höhen und Tiefen. Obwohl er von vielen Fans als einer der talentiertesten Wrestler angesehen wurde, schaffte er es nie, sich dauerhaft als Main Eventer zu etablieren. Sein Wechsel zu AEW könnte ihm die Möglichkeit geben, sein volles Potenzial auszuschöpfen und neue Erfolge zu feiern.
