TSV Teisendorf Judo: Erfolge und Herausforderungen

Die Judoabteilung des TSV Teisendorf blickt auf eine bewegte Zeit zurück, geprägt von Erfolgen und den besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie.

Herausforderungen im Jahr 2020

Rückblickend auf März 2020 wurde dem Judo, wie vielen anderen Sportarten, der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Start der neuen Saison in der 2. Bundesliga wurde abrupt gestoppt.

Es war für alle eine Herausforderung, die es in dieser Art noch nie gab und hoffentlich nicht mehr geben wird. Um die Judoka weiterhin zu motivieren und in Kontakt zu halten, wurden diverse Medien genutzt.

Kurzerhand wurde beschlossen zu handeln, um die Mitglieder, vor allem im Kinder- und Jugendbereich, halten zu können. Ein Gürtelprüfungswochenende noch vor den Sommerferien sollte die Grundlage bilden, für den damals noch ungewissen Restart.

Nach wochenlanger Planung und Zusammenarbeit mit den Behörden stand am Ende ein Konzept für ein viertägiges Prüfungswochenende. Knapp 80 Kindern, Jugendlichen und wenigen Erwachsenen konnte danach eine neue Gürtelfarbe verliehen werden.

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Zum geplanten Restart zum 08.09.2020 fehlte erneut ein Hygienekonzept - und auch das konnte zusammen mit den Behörden zeitnah erarbeitet werden. Nach Einweisung aller Übungsleiter / Trainer in das Konzept durfte es nun tatsächlich ab 08.09.2020 wieder losgehen.

Nach den Sommerferien gibt es immer einen Mitgliederschwund - aber als Erfolg kann verbucht werden, dass dieser nachweislich geringer ausgefallen ist als in den Jahren zuvor.

Lag es an den Bemühungen oder an dem Verlangen der Judoka, sich wieder ein Stück Normalität in den Alltag zurück zu holen? Es sei dahingestellt.

Es ist nun die Aufgabe aller, dass es beim Trainingsbetrieb bleiben kann. Eine konsequente Einweisung, Anleitung und Kontrolle des Hygienekonzepts sind oberstes Ziel. Kein Judoka, egal welchen Alters, stellt dies in Frage und hält sich vorbildlich daran.

Es wurden neue feste Trainingsgruppen mit maximal 25 Judokas pro Einheit eingeteilt. Die stetige Dokumentation der Teilnehmer, das Lüften und Desinfizieren nach jeder Trainingseinheit sind nur ein Bestandteil des Ganzen.

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Hajime, Mokuso, Tandoku Renshu - was war das eigentlich? Natürlich muss vor allem bei den Kleinsten wieder viel neu vermittelt werden. Entsprechend den Hygienevorgaben wird auf Abstand, mit möglichst wenigen Partnerkontakten und wenn dann mit minimalen Partnerwechseln trainiert.

Daher sind Laufspiele, Turnen, Tandoku Renshu und auch viele Körperübungen zum Wiederaufbau der Physis und des Gleichgewichts der große Schwerpunkt in den ersten Wochen. Als Ziele daneben haben wir bei den Kindern und Jugendlichen, noch die versäumten Gürtelprüfungen altersgerecht nachzuholen.

Erfolge und Auszeichnungen

Die Judo-Mannschaft des TSV Teisendorf hat Unglaubliches geschafft. Nach Jahren der Abstinenz vom Ligabetrieb ist der Wiedereinstieg mit einem Paukenschlag geglückt und der Standpunkt in der Bezirksliga in Form eines Titels markiert.

Ein bunt gemischtes Team aus sehr jungen und erfahrenen Aktiven wurde gebildet, um sich zunächst in der Division zu etablieren. Erfolgsverwöhnt aus den Jahren vor der Pandemie - mit zuletzt Platz 2 in der 2.Bundesliga - wollte der TSV neben der Förderung der Jugend auch bei den Erwachsenen erfolgreich sein.

So stellten sich auch einige Aktive in den Dienst der Mannschaft, die den Wettkampfanzug eigentlich schon weggeräumt hatten. Erfolg ist nicht alles, motiviert allerdings ungemein und stärkt die Gemeinschaft.

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Das neu entworfene Logo der Abteilung sowie die neuen Anzüge waren Teil des Neuanfangs und motivierten alle Beteiligten für dieses Projekt.

Der TSV schloss die Vorrunde in einer hart umkämpften Südstaffel auf Position 2 ab. Mit dieser Platzierung buchte der Klub das Halbfinal-Ticket gegen den Ersten aus der Gruppe Nord Akashiro Brucker Land.

Der Finaltag mit allen Bezirksligateams ging dann in Ammerland-Münsing über die Bühne. Dabei wurden auch zwischen allen Mannschaften die weiteren Platzierungen ausgekämpft.

Gut vorbereitet und hoch motiviert starteten die Teisendorfer - trotz einiger krankheitsbedingter Ausfälle - ins Semifinale. In intensiven Begegnungen auf Augenhöhe entstand nach und nach das Gefühl, dass der Finaleinzug an diesem Tag möglich war.

In der Mannschaftswertung von Anfang an leicht in Führung liegend brachte der TSV am Ende den 12:8-Sieg über die Runden.

Im Finale wartete der TuS Töging, den die Teisendorfer Männer bereits aus der Südgruppe kannten. Am ersten Kampftag der Saison mussten sich die heimischen Sportler in eigener Halle noch mit einem 10:10-Unentschieden begnügen - nicht an diesem Tag.

Der TSV machte bereits in der Hinrunde nach zehn Auseinandersetzungen mit einer 8:2-Bilanz klar, wer am Ende als Sieger von der Matte gehen sollte. Mit dem gehörigen Vorsprung im Rücken konnten die Sportler, wie auch den ganzen Tag bereits den jungen Akteuren das Vertrauen schenken und ihren Trainingsfleiß mit Einsätzen belohnen.

Am Ende stand ein souveräner 14:6-Erfolg zu Buche, und der TSV darf sich heuer verdientermaßen zum Meister der Bezirksliga Oberbayern krönen.

Mit diesem Ergebnis hat sich der Klub die Option zum Aufstieg in die Landesliga offengehalten. Ob und wann dieser Schritt gegangen wird, muss letztlich eine vereinsinterne Aussprache ergeben.

Neben höheren Kosten, weiteren Fahrtwegen und mehr Begegnungen müssen sich die Teisendorfer in dieser Division auch auf höheres Niveau einstellen. Hierzu müssen alle bereit sein und ihren Beitrag leisten.

Die Abteilungsleitung und die Trainer werden diesen Schritt der Mannschaft überlassen, denn die Kämpfer, die sich auf die Matte stellen sind am Ende diejenigen, die diesen Schritt auch wollen müssen. Zunächst heißt es jedoch aus TSV-Sicht: stolz sein und feiern dürfen.

Unterstützung der Jugendarbeit

Die Sparkassen-Bürgerstiftung Berchtesgadener Land unterstützt laufend die Jugendarbeit der heimischen Sportvereine. Mit 1500 Euro konnte die Judoabteilung des TSV Teisendorf kürzlich neue Funktionsshirt und Trainingsjacken für die gesamte Mannschaft bereitstellen. Besonders begeistert war der Judoka-Nachwuchs, welche gleich das Training im neuen Outfit startete.

Die neuen Trainingsjacken und T-Shirts begeistern alle Altersgruppen und sorgen - vor allem beim Nachwuchs - für einen deutlichen Motivationsschub für diesen Sport.

Zusammenfassung der Spendenübergabe

Die Abteilungsleiter und Trainer bedankten sich bei Stiftungsrätin Daniela Krammer, die den Scheck in Höhe von 1500 Euro im Namen der Sparkassen-Bürgerstiftung BGL überreichte.