Judo Alleine Trainieren: Übungen und Techniken für Zuhause

Obwohl Judo ein Sport ist, dessen Ziel darin besteht, eine Person im Zweikampf auf dem Boden festzuhalten, gibt es eine Reihe von sinnvollen Maßnahmen, die auch allein durchgeführt werden können. Mit wachsenden Fähigkeiten steigt auch die Anzahl der Judo Übungen, welche Ihr in Euren eigenen vier Wänden durchführen könnt.

Zwar gibt es im Internet das eine oder andere Judo Tutorial, welches nicht nur die Technik zeigen, sondern auch detailliert erklärt, aber die Gefahr, dass Ihr Euch falsche Bewegungen antrainiert oder Euch sogar verletzt, ist gerade am Anfang sehr groß. Das soll heißen: übt nur jene Judo Techniken zuhause, die Euch Euer Trainer bereits vorher im Dojo beigebracht hat.

Ein Judo Training für Fortgeschrittene im eigenen Heim könnte dann so aussehen, dass Ihr beispielsweise Eure Fallübungen selbst durchführt oder Euch einen Übungspartner sucht und die Würfe und Hebel aneinander übt. Ihr könnt die Bewegungsabläufe auch vorerst ohne Partner trainieren, wenn Ihr extreme Schwierigkeiten mit bestimmten Abläufen habt. Versäumt in diesem Fall auch nicht, Euren Trainer nach Tipps zu fragen.

Diejenigen unter Euch, die es auf das Niveau eines Profis schaffen, werden sich dann mit der Zeit einen persönlichen Trainingsplan zusammenstellen, der auf Eure individuellen Ziele zugeschnitten ist.

Grundlagen des Judo-Trainings

Im Training kommen eine Reihe von Techniken zum Einsatz. Wir versuchen Euch einen kleinen Überblick zu den Wurf-, Halte-, Würge- und Hebeltechniken zu bieten.

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Falltechniken

Als erstes werdet Ihr lernen, wie Ihr richtig fallt. Das ist elementar wichtig, damit Ihr Euch bei späteren Partnerübungen nicht verletzt. Sauberes Fallen werdet Ihr in alle vier Richtungen (nach vorn, rechts, links, nach hinten) erlernen. Die Fallschule ist auch ab der ersten Prüfung bereits im Prüfungsprogramm anzutreffen und bildet die Grundlage für verletzungsfreies Judo Training.

Um die Judo Fallschule zu üben, benötigt ihr Judomatten zuhause.

Wurftechniken

Die Wurftechniken werden genutzt, um einen stehenden Gegner zu Fall zu bringen und sind Euer Herzstück im Judo. Würfe können aus fast jeder Lage ausgeführt werden und haben alle das gemeinsame Ziel, den Gegner auf den Boden zu werfen und Euch so zu positionieren, dass Ihr Ihn unter Kontrolle bringen könnt.

Bein- und Fußwürfe

Die Würfe können als Bein- und Fußwürfe angesetzt werden, wobei entweder das Standbein, das unbelastete Bein oder auch beide Beine unter Zuhilfenahme von Schwung weggefegt oder blockiert werden, um ihn zu Fall zu bringen. Einer der bekanntesten Beinwürfe ist der O-soto-gari, übersetzt als „Große Außensichel“.

Hüftwürfe

Hüftwürfe eignen sich überwiegend gegen größere Gegner, um deren Gleichgewicht endgültig zu brechen. Der Sinn dieser Judo Techniken ist, den Schwerpunkt des Gegners an der Hüfte ins Wanken zu bringen. Für die Ausführung der meisten dieser Würfe wird ein größeres Maß an Kraft benötigt.

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Hand- und Armwürfe

Hand- und Armwürfe nutzen den Zug an den Extremitäten des Gegners, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der wohl bekannteste Wurf dieser Kategorie dürfte der Seoi-nage sein, auch als Schulterwurf bekannt, da dieser häufig in Filmen zu sehen ist.

Körperwürfe

Körperwürfe können seitlich oder nach hinten ausgeführt werden und führen dazu, dass beide Kontrahenten am Boden landen. Ziel ist jedoch, dass der Geworfene deutlich härter fällt als der Werfende. Der Tomoe-nage, der Überkopfwurf, wird auch gern in Filmen dargestellt.

Sonstige Wurftechniken

Es existieren noch zahlreiche weitere Würfe und die oben Genannten zählen lediglich zu den am häufigsten Angewandten. Bei entsprechender Routine können die Würfe im Ernstfall effektiv eingesetzt werden, um einen Gegner zu Fall zu bringen.

Bodentechniken

Die Bodentechniken dienen dazu, den Gegner in liegender oder hockender Position unter Kontrolle zu bekommen und zu halten. Diese Techniken können in einem Ernstfall sehr effektiv angewandt werden, da sie Euch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschaffen. Wenige Menschen wissen ihre Kräfte am Boden effektiv einzusetzen.

Festhaltetechniken

Festhaltetechniken sind rein für den Wettkampf bestimmt und wurden geschaffen, um den Gegner auf dem Rücken am Boden zu halten und zu fixieren, da so im Wettkampf die Punkte erzielt werden. Je nach Dauer der Rückenlage des Gegners werden mehr oder weniger Punkte vergeben.

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Hebeltechniken

Hebeltechniken sollen den Gegner im Wettkampf zur Aufgabe bewegen und werden ausschließlich gegen das Ellenbogengelenk angewandt, da die Verletzungsgefahr hier am geringsten ist. Hebel gegen andere Gelenke sind zwar im Wettkampf verboten, können aber durchaus zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Beachtet hierbei nur, dass Ihr Eurem Gegenüber nicht zu vorschnell alle Knochen brecht, da Ihr Euch sonst schnell strafbar macht.

Würgetechniken

Die Würgetechniken greifen die Halsseite des Gegners oder die Halsschlagadern an und können schnell zur Bewusstlosigkeit führen. Für den Ernstfall ist die Anwendung der Würgetechniken nicht zu empfehlen, da unerwartete Bewegungen des Gegners schnell zu schweren oder sogar tödlichen Verletzungen führen können.

Schlagtechniken

Als letztes wären da noch die Schlagtechniken, die gleichsam mit Händen und Füßen ausgeführt werden. Geschlagen wird mit Fäusten, Fingerspitzen, Handkanten, Ellenbogen, Handballen, Fußballen, Fußsohlen, Fußkanten, Knie und Ferse. Die meisten Vereine unterrichten Schlagtechniken ausschließlich in der Kata, da sie im Wettkampf verboten sind.

Trainingsmethoden für Zuhause

Hier sind einige Trainingsmethoden, die du zu Hause anwenden kannst, um dein Judo-Training zu ergänzen:

  • Judotraining mit dem Gürtel: Befestige einen Gürtel an einer stabilen Stelle und übe judospezifische Bewegungen.
  • Wurftraining mit einem Besen: Nutze einen Besen, um deine Wurftechnik zu verbessern.
  • Fitnesstraining mit einem Stuhl: Ein Stuhl kann für viele verschiedene Fitnessübungen genutzt werden, um den ganzen Körper zu trainieren.
  • Übungspuppe bauen: Um Techniken wie Wurf-, Festhalte-, Hebel- und Würgetechniken zu üben, kannst du dir eine Übungspuppe bauen.

Um einen Übungskampf zu üben benötigt ihr neben einem Trainingspartner auch eine entsprechende Umgebung. Also einen Raum, der mit Judomatten ausgelegt ist.

Empfehlungen für Anfänger

Wenn du dich entscheidest, Judo als Anfänger zu lernen, ist es wichtig, die richtige Ausrüstung zu haben. Ein Judogi besteht aus einer Jacke und einer Hose aus Baumwolle. Es gibt verschiedene Arten von Judogis für Männer, Frauen und Kinder sowie für Wettkämpfe oder Trainingseinheiten. Der Gürtel wird um die Taille gebunden und zeigt den Trainingsstand des Schülers an.

Neben dem Judogi benötigst du auch eine Judo-Matte oder Tatami. Dies ist der Ort, an dem du trainieren wirst. Wenn du in einem Dojo (Trainingsraum) trainierst, wird dies normalerweise bereitgestellt. Wenn nicht, kannst du eine Matte kaufen oder improvisieren - zum Beispiel mit dicken Decken auf dem Boden.

Ein weiteres wichtiges Element der Ausrüstung sind Judo-Schuhe. Sie bieten zusätzliche Unterstützung und Stabilität beim Training und können dazu beitragen, Verletzungen vorzubeugen. Zusätzlich zur grundlegenden Ausrüstung solltest du auch Aufwärmkleidung wie Jogginghosen und T-Shirts tragen sowie eine Wasserflasche bei dir haben.

Alles in allem benötigst du keine teure oder ausgefallene Ausrüstung, um mit dem Judo-Training zu beginnen.

Häufigkeit und Dauer des Trainings

Wenn du gerade erst mit Judo anfängst, ist es wichtig zu wissen, wie oft und wie lange du trainieren solltest. Als Anfänger empfehlen wir dir, zwei bis drei Mal pro Woche zu trainieren. Das gibt deinem Körper Zeit, sich an die neue Sportart zu gewöhnen und deine Muskeln aufzubauen. Es ist auch wichtig, dass du nicht zu hart trainierst oder dich überanstrengst. Beginne mit jeweils 30-45 Minuten Trainingseinheiten und steigere dich langsam von Woche zu Woche.

Eine gute Möglichkeit, dein Training abwechslungsreich zu gestalten, ist auch das Einbeziehen von Yoga- oder Stretching-Einheiten in dein Trainingsprogramm. So kannst du sicherstellen, dass dein Körper flexibel bleibt und Verletzungen vermieden werden können. Wenn du jedoch einmal keine Zeit hast oder eine Pause brauchst, ist das auch völlig okay!

Fortschritte messen und motiviert bleiben

Fortschritte messen und motiviert bleiben sind wichtige Aspekte für jeden, der Judo als Anfänger beginnt. Es kann schwierig sein, den Überblick über deine Fortschritte zu behalten, insbesondere wenn du erst anfängst. Ein guter Weg ist es, ein Trainingsjournal oder eine Notiz-App zu führen und dort dein Training sowie deine Erfolge festzuhalten. Auf diese Weise kannst du beobachten, wie sich deine Technik verbessert und dich selbst motivieren, weiterzumachen.

Auch das Setzen von Zielen kann helfen, dich auf dem Weg zur inneren Stärke zu halten. Wenn du zum Beispiel einen Wurf perfektionieren möchtest oder dich auf einen kommenden Wettkampf vorbereitest, wird dies dazu beitragen, dass du fokussierter trainierst und dir dabei hilft besser zu werden. Es ist jedoch auch wichtig daran zu denken, dass Fortschritt nicht immer sofort sichtbar ist und es Rückschläge geben kann.