Jon Jones' Triumph bei UFC 197

Am vergangenen Samstag veranstaltete die UFC mit dem UFC 197: Jones vs. Saint Preux Event die dritte PPV Card in diesem Jahr. Für das Event kehrte die Promotion - wie bereits bei den beiden vorangegangenen PPVs - in die MGM Grand Garden Arena nach Las Vegas zurück.

Jones' Comeback und Titelgewinn

Im Main Event feierte Jon Jones (22-1) mit einem deutlichen Sieg über Ovince Saint Preux (19-8) ein erfolgreiches Comeback und sicherte sich damit die Interim UFC Light Heavyweight Championship. Trotzdem gab es im Nachhinein viel Kritik am Sieg des langjährigen UFC Light Heavyweight Champions. Der Ursprung des Unmuts war dabei, dass Jones zu sehr auf sein Wrestling gesetzt hätte. Dies sorgte zwar für einen niemals gefährdeten Sieg, schien aber einigen Fans und Experten zu langweilig und vorsichtig gewesen zu sein.

Jon Jones hat eine erfolgreiche Rückkehr in das Octagon gefeiert. Der US-Amerikaner besiegte bei UFC 197 seinen Landsmann Ovince Saint Preux klar nach Punkten und feierte seinen 13. Sieg in Folge. Im Anschluss gab es noch eine Konfrontation mit Weltmeister Daniel Cormier.

"Physisch habe ich mich wahnsinnig gut gefühlt", erklärte Jones nach seinem erfolgreichen Comeback. Zuvor stand der 28-Jährige über ein Jahr nicht im Octagon, da die UFC ihn aufgrund laufender Ermittlungen in einem Fall von Fahrerflucht aus dem Verkehr gezogen hatte. Jones entschuldigte sich bei dem schwangeren Unfallopfer, plädierte in der Verhandlung auf schuldig und wurde zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Mental habe er sich allerdings "noch nicht wirklich auf der Höhe gefühlt", so Jones. "Ich dachte nur: Oh mein Gott, bin ich schlecht. Das ist nicht gut.", sagte der neue Interims-Weltmeister, der den Titel jedoch direkt an sein Team weiterreichte und so seinen Anspruch auf den "richtigen" Gürtel unterstrich, in der MGM Grand Garden Arena.

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Armbruch von Saint Preux

Trotz eigener Unzufriedenheit ließ Jones seinem Kontrahenten kaum eine Chance und brach Saint Preux im Verlauf des Kampfes sogar den Arm. Dies bestätigte UFC-Präsident Dana White nach dem Ende des ungleichen Duells. Nach fünf Runden werteten alle drei Punktrichter den Kampf zu Gunsten von Jones (50:44, 50:45, 50:45).

"Ich habe alles versucht, den Kampf nicht als Warm-up gesehen", so Jones. "Aber wie man sehen konnte, habe ich genauso einen Fight dann doch gebraucht."

Bei welcher Aktion er den 33-Jährigen verletzte, ist noch unklar - womöglich aber schleppte sich Saint Preux seit der vierten Runde mit der Fraktur durch.

Konfrontation mit Cormier

Nach dem Aufeinandertreffen mit Saint Preux kam es zu einer Konfrontation mit dem offiziellen Weltmeister Cormier, den Jones bei UFC 182 bereits schlagen konnte. Jones sorgte für einen kleinen Eklat und zeigte seinem möglichen Gegner bei UFC 200 kurzerhand den Mittelfinger, nachdem dieser den 28-Jährigen zuvor provoziert hatte.

Den Interims-Gürtel nahm der 28-Jährige nicht an: "Diesen Gürtel will ich nicht, ich will den richtigen."

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Nach seinem Sieg über Cormier im Januar 2015 hatte Jones über ein Jahr lang nicht mehr gekämpft.

Weitere Highlights von UFC 197

Im Co-Main Event verteidigte Demetrious Johnson (24-2-1) bereits zum achten Mal die UFC Flyweight Championship und besitzt damit nun die drittmeisten Titelverteidigungen in der UFC Geschichte. Gegen den hochgehandelten Henry Cejudo (10-1) schaffte Johnson nach knapp drei Minuten via TKO sogar seine zweitschnellste Titelverteidigung. Der olympische Goldmedaillengewinner Cejudo hingegen fand überhaupt nicht in den Kampf und wird sich nun wieder nach vorne kämpfen müssen.

Auf der restlichen Main Card kam es unter anderem zu einer mehr oder weniger großen Überraschung. Edson Barboza (17-4) setzte sich nicht zuletzt dank seiner Leg Kicks gegen Anthony Pettis (18-5) durch. Dem talentierten Brasilianer wurde in der Vergangenheit häufig nachgesagt, dass er mental nicht stark genug sei, um gegen die Topgegner der Division zu bestehen. Für den ehemaligen UFC Lightweight Champion Pettis war es hingegen bereits die dritte Niederlage in Folge. Außerdem setzten Robert Whittaker (16-4) in der Middleweight Division und Yair Rodriguez (7-1) in der Featherweight Division mit Siegen über Rafael Natal (21-7-1) bzw. Andre Fili (15-4) ihre Höhenflüge fort.

Auf der Preliminary Card setzten sich größtenteils die Favoriten durch. Sergio Pettis (14-2) behielt gegen Chris Kelades (9-3) die Oberhand und auch Danny Roberts (13-1) fuhr gegen Dominique Steele (14-7) den nächsten Sieg ein. Darüber hinaus konnte die ehemalige UFC Women’s Strawweight Championesse Carla Esparza (11-3) ihren ersten Kampf nach ihrem Titelverlust gegen Juliana Lima (8-3) gewinnen. Den Anfang hatte der ungeschlagene James Vick (9-0) gegen Glaico Franca (13-4) gemacht.

Finanzielle Aspekte und Auszeichnungen

Offiziell besuchten 11.352 Zuschauer die MGM Grand Garden Arena, was für ein Live Gate von 2,3 Millionen Dollar sorgte. Lässt man die gesponsorten Tickets für Gäste der Promotion außer Acht, ergibt das einen Durchschnittspreis von rund 203 Dollar pro Ticket. Im Vergleich zum Rekordevent UFC 196 (14.898 / 8,1 Millionen) fuhr das Event zwar starke Einbuße ein, jedoch konnte man sich gegenüber dem vorletzten UFC 195 PPV (10.300 / 2,0 Millionen) verbessern.

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Die mit 50.000 Dollar dotierten Bonus Awards gingen an Danny Roberts und Dominique Steele für den Fight of the Night, sowie an Demetrious Johnson und Yair Rodriguez für die Performances of the Night.

Die Ratingzahlen des Events fielen etwas enttäuschend aus. Durchschnittlich schalteten 835.000 TV-Zuschauer für die Prelims auf FOX Sports 1 ein. Natürlich konnte man auch hier nicht mit den Monsterzahlen des UFC 196 PPVs mithalten (1,85 Millionen), jedoch verlor man auch im Vergleich zur Preliminary Card des UFC 195 PPVs (1,03 Millionen) nochmals rund 200.000 Zuschauer.

Die Reebok Sponsoren Gehälter beliefen sich auf insgesamt 222.500 Dollar. Mit weitem Abstand waren Demetrious Johnson, Henry Cejudo, Jon Jones und Ovince Saint Preux dank ihrer Titelkämpfe in dieser Kategorie die Topverdiener.

Anfang der Woche veröffentlichte die Nevada State Athletic Commission die offiziellen Fightergehälter für das Event. Insgesamt wurden 1.470.000 Dollar an die 24 Fighter ausgeschüttet. Mit Jon Jones und Demetrious Johnson konnten dieses Mal lediglich zwei Fighter eine sechsstellige Summe einstreichen.

Fightergehälter im Überblick

Hier ist die vollständige Verteilung aller 24 Gehälter:

  • Jon Jones: $500,000 (no win bonus) def. Ovince Saint Preux: $55,000
  • Demetrious Johnson: $195,000 (includes $60,000 win bonus) def. Henry Cejudo: $60,000
  • Edson Barboza: $88,000 (includes $44,000 win bonus) def. Anthony Pettis: $80,000
  • Robert Whittaker: $60,000 (includes $30,000 win bonus) def. Rafael Natal: $41,000
  • Yair Rodriguez: $42,000 (includes $21,000 win bonus) def. Andre Fili: $18,000
  • Sergio Pettis: $48,000 (includes $24,000 win bonus) def. Chris Kelades: $12,000
  • Danny Roberts: $24,000 (includes $12,000 win bonus) def. Dominique Steele: $12,000
  • Carla Esparza: $60,000 (includes $30,000 win bonus) def. Juliana Lima: $14,000
  • James Vick: $30,000 (includes $15,000 win bonus) def. Glaico Franca: $17,000
  • Walt Harris: $20,000 (includes $10,000 win bonus) def. Cody East: $10,000
  • Marcos Rogerio de Lima: $24,000 (includes $12,000 win bonus) def. Clint Hester: $12,000
  • Kevin Lee: $48,000 (includes $24,000 win bonus) def. Efrain Escudero: $18,000

Medizinische Suspendierungen

Darüber hinaus veröffentlichte die Commission auch noch die medizinischen Suspendierungen. Insgesamt 16 Fighter mussten mindestens einen Monat lang aussetzen.

Zukunftspläne

Las Vegas/München - Die Jubiläumsveranstaltung UFC 200 am 9./10. Juli (live und exklusiv bei ranFighting.de) hat einen neuen spektakulären Höhepunkt: Daniel Cormier wird im Mainevent seinen Titel gegen Superstar Jon "Bones" Jones verteidigen.

Dies teilte UFC-Präsident Dana White am Mittwoch in der Show "Good Morning America" mit.

Cormier und Jones verbindet eine jahrelange Rivalität, der Kampf wird mit Spannung erwartet. In Jones' Abwesenheit hatte sich Cormier den Gürtel ergattert und in einem spektakulären Kampf gegen Alexander Gustafsson verteidigt.

Eigentlich sollte der Kampf schon bei UFC 197 stattfinden, aber da der 37-jährige Cormier sich am Bein verletzte, musste kurzfristig Saint Preux einspringen.

"Mein Team und ich haben intensiv an einer Strategie gearbeitet, um Daniel Cormier zu besiegen", erklärte Jones: "Im letzten Moment wurde dann der Gegner gewechselt. Aber ich habe mich großartig gefühlt, wenn man die Umstände bedenkt. Jetzt bin ich wieder bereit, um zu meinem eigentlichen Plan zurückzukehren: Daniel Cormier nochmal zu dominieren."

Denn im Januar 2015 fügte Jones dem ehemaligen Olympia-Ringer die einzige Niederlage seiner MMA-Karriere zu. Er sei nicht der wahre Champion, hatte Jones deshalb mehrfach in Richtung von Cormier gesagt.