Gold in Karat umrechnen – Tabelle und Wissenswertes

Seit Jahrtausenden übt Gold eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall mit dem satten, warmen Schimmer wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.

Was ist eine Goldlegierung?

Bei einer Goldlegierung handelt es sich um Gold, dem mindestens ein weiteres Element beigemengt ist. Ausgedrückt wird der Goldanteil in Tausendteilen vom Gewicht. Eine ältere Kennzeichnung ist die Angabe in Karat, welche im Schmuckbereich noch gebräuchlich ist.

Hiervon abzugrenzen sind Goldimitate. Diese enthalten entweder gar kein Gold oder der Anteil ist schwindend gering. Im letzteren Fall spricht man dann von einer Vergoldung. Um das zu erkennen gibt es diverse Testverfahren.

Warum werden Goldlegierungen verwendet?

Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben. Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.

Die Herstellung einer Goldlegierung erfolgt durch Schmelzen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

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  • Physikalische Gründe: Durch gezielte Beigaben werden bestimmte Eigenschaften von Gold wie Härte, Formbarkeit, Leitfähigkeit oder Schmelzpunkt nach Wunsch verändert
  • Ästhetische Gründe: Gold ist von Natur aus gelblich. Durch Legierungen lassen sich Farbnuancen erzeugen
  • Kostengründe: Durch Beimengung kostengünstiger Metalle lassen sich Kosten einsparen
  • Medizinische Gründe: Hier kommen je nach Einsatz diverse Legierungen zum Einsatz. Entscheidend sind hier Verträglichkeit, Formbarkeit, Festigkeit, Säure- und Korrosionsbeständigkeit

Was die Zusammensetzung betrifft, so lassen sich viele Elementen zu einer Goldlegierung schmelzen. Gebräuchliche Beimischungen sind Kupfer, SiIber, Nickel, Palladium, Platin, Titan, Cadmium, Zink oder Zinn.

Von Umlegieren spricht man, wenn ein Goldschmied bei einer bereits bestehenden Legierung den Anteil an Feingold erhöht oder verringert. So lässt sich aus Altgold neues Gold schmelzen mit einer anderen Feinheit.

Karat-Tabelle und Goldlegierungen im Überblick

Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden.

Goldlegierung / Feinheit entspricht Karat Anteil Feingold
333er Gold 8 Karat 333 Tausendteile vom Gewicht
375er Gold 9 Karat 375 Tausendteile vom Gewicht
417er Gold 10 Karat 417 Tausendteile vom Gewicht
585er Gold 14 Karat 585 Tausendteile vom Gewicht
750er Gold 18 Karat 750 Tausendteile vom Gewicht
833er Gold 20 Karat 833 Tausendteile vom Gewicht
875er Gold 21 Karat 875 Tausendteile vom Gewicht
Feinheit 916,667 22 Karat 916,667 Tausendteile v. Gewicht
Feinheit 999,9 24 Karat 999,9 Tausendteile vom Gewicht

Typische Verwendungen der Goldlegierungen

  • 333er Gold: Mindestuntergrenze für Goldanteil, um sich in Deutschland offiziell als Goldschmuck bezeichnen zu dürfen
  • 375er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in Großbritannien
  • 417er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in USA
  • 585er Gold: Populäre Schmucklegierung, da relativ hochwertig bei gleichzeitig hoher Kratzfestigkeit. Gern genommen für Goldohrringe, ein Goldarmband oder eine goldene Uhr
  • 750er Gold: Auch “Kronengold” genannt. 750er Schmuckgold wird gern verwendet für relativ hochwertigen Schmuck, etwa eine Goldkette. Auch für Zahngoldlegierungen
  • 833er Gold: Hochwertiger Schmuck
  • 875er Gold: Für besonders hochwertigen Goldschmuck, etwa ein Gold-Collier
  • 895er Gold: Historische Goldmünzen. Auch “Pistolengold” genannt (Pistole = historische spanische Goldmünze)
  • Feinheit 900: Diverse Goldmünzen wie etwa die Goldmünze Tscherwonetz. Auch “Münzgold” genannt
  • Feinheit 916,667: Diverse Goldmünzen, wie etwa der Kürgerrand. Aufgrund der Kupferbeimischung gilt der Kügerrand als weniger kratzempfindlich
  • Feinheit 965: Auch “Thaigold” genannt. Hier wenig gebräuchlich
  • Feinheit 986: Manche Goldmünzen wie etwa Kaiser Franz Joseph Dukaten aus Österreich. Auch “Dukatengold” genannt
  • Feinheit 995: Mindestgehalt für Goldbarren.
  • Feinheit 999: Manche Goldmünzen wie z.B. China Panda. Als 999er Goldschmuck in China populär
  • Feinheit 999,9: Gängig für viele Anlagegold-Produkte, also Goldmünzen und Goldbarren.

Goldfarben und ihre Zusammensetzung

Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.

Die verschiedenen Goldfarben

  • Gelbgold: Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
  • Roségold: Bei Roségold wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
  • Rotgold: Rotgold enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
  • Weißgold: Weißgold enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
  • Graugold: Graugold ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.

Auch innerhalb einer Goldfarbe wie Gelbgold und Roségold gibt es feine, aber sichtbare Unterschiede im Goldton. Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich.

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Was sind Goldstempel/Punzen?

Eine Goldpunze ist ein geprägtes Kennzeichen oder eine Markierung auf einem Goldgegenstand, das Informationen über den Feingehalt, die Herkunft, den Hersteller und andere wichtige Eigenschaften des Goldes enthält. Goldpunzen dienen dazu, Käufern und Verbrauchern genaue Informationen über die Qualität und Herkunft eines Goldstücks zu bieten.

Die Goldpunze kann verschiedene Angaben enthalten, wie zum Beispiel den Feingehalt des Goldes in Promille (‰), das Herkunftsland, das Herstellungsjahr, das Logo des Herstellers oder der Prüfstelle, sowie weitere Identifikationsmerkmale.

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