Kickboxen: Regeln und Erlaubte Knietechniken

Kick-/Thaiboxen finden ihren Ursprung im asiatischen Raum und sind mehr als nur «Sportarten». Kampfsport trägt eine Lebensphilosophie in sich. Heute profitiert die Kampfsportbranche von einem stetigen Wachstum - auch bei den Ladies. Die Nachfrage bei weiblichen Teilnehmerinnen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Unter anderem auch, weil ein normales Kick-/Thaiboxtraining keine ernsten Verletzungsgefahren mitbringt.

K-1 ist eine japanische Organisation, welche ein Kampfsport Regelwerk mit dem Ziel entwickelte, Kämpfer aus verschiedenen Kampfkünsten sinnvoll gegeneinander antreten zu lassen. Die Popularität führte dazu, dass heute weltweit viele Veranstaltungen oder einzelne Kickboxkämpfe nach K-1 Regeln bestritten werden.

Der Nationalsport Thailands, das Muay Thai (auch Thaiboxen genannt), entwickelte sich aus traditionellen Kampfkünsten. Wenn Schwert und Speer unbrauchbar wurden, benutze der Krieger seinen Körper zum Kämpfen. Das heute oft betriebene Thaiboxen ist die Wettkampfform, bei welcher neben klassischen Boxtechniken mit den Fäusten, auch Ellenbogen, Kniestösse und Tritte erlaubt sind.

Thaiboxen (Muay Thai) ist eine sehr alte Kampfkunst, welche höchstwahrscheinlich aus dem 12./13. Jahrhundert stammt und zugleich der Nationalsport in Thailand. wurde als Teil der Militärischen Ausbildung konzipiert. Daran hat sich bis heute nichts geändert. wurde, weiterhin durch den kämpferischen Gebrauch von Techniken mit Fäusten, Beinen, Knien und Ellenbogen den Gegner ausser Gefecht setzen konnte.

Stilistisch auffällige Merkmale des Muay Thai sind Ellenbogen, Knietechniken und das Clinchen. Die für Muay Thai oder Thaiboxen bekannteste Technik ist der Kick mit dem blanken Schienbein, meist auf den Oberschenkel oder Rippenbereich gezielt. Je nach Reglement und Profistufe des Kämpfers können Knietritte zum Kopf zulässig sein. Dabei darf der Kopf des Gegners mit den Fäusten Richtung Boden gezogen werden.

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Beim Clinchen halten sich die Gegner im Stehen, versuchen sich aus dem Gleichgewicht zu bringen und treten gegenseitig mit den Knien gegen den Oberkörper zu treten oder Oberschenkel des Gegners. Auch typisch sind die Kicks mit dem blanken Schienbein, welches seinerseits ebenfalls der Abwehr von Kicks dient.

Muay Thai wird auch als eine der härtesten Kampfsportarten der Welt bezeichnet. Erlaubte Techniken sind Knie und Ellenbogenstösse, Tritte mit dem Schienbein oder Fuss, Faustschläge, Backfist, Festhalten des gegnerischen Beins mit Folgetechnik und Clinchen. Nicht erlaubt sind Kopfstösse, Schlagen, wenn der Gegner am Boden ist und Tiefschläge.

Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füssen und Händen wie bei den Kampfsportarten Karate mit konvetionellem Boxen verbunden wird. Ellbogen und Kniestösse sind verboten. Das Halten des Gegners sowie in den Clinch gehen ist nicht erlaubt. In manchen Verbänden sind Tritte zum Oberschenkel (Lowkicks) zugelassen. Das Werfen des Gegners ist jedoch nicht erlaubt.

Obwol das Kickboxen ein moderner Kampfsport ist, weisen Training und Wettkampf viele Änlichkeiten mit dem traditionellen Boxen, Savate und Muay Thai auf.

Mixed Martial Arts oder kurz MMA ist eine relativ moderne Art des Vollkontaktwettkampfes. Der Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Trittechniken des Boxens, Kickboxens sowie des Muay Thai als auch der Bodenkampftechniken des Ringens, Judo und Brazilian Jiu Jitsu. Aber auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt. Das auch im Bodenkampf geschlagen und auch zum Teil getreten werden darf, ist das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Vollkontaktsportarten.

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Grappling ist ein Element vieler Kampfsportarten und beinhaltet Hebel, Würfe, zu Boden bringen, Aufgabegriffe, Würgegriffe und andere Haltegriffe jeglicher Art. Die verschiedenen Techniken haben zum Ziel, den Gegner in eine für ihn unvorteilhafte Position zu bringen und ihn anschliessend bewegungsunfähig zu machen und/oder zur Aufgabe zu zwingen.

Boxen ist eine Kampfsportart, bei dem sich zwei Gegner derselben Gewichtsklasse unter festgelegten Regeln mit den Fäusten bekämpfen. Es gibt grundlegende Unterschiede zwischen dem Amateur und Profiboxsport. Die Regeln für den Amateurboxsport, bei dem im Gegensatz zum Profiboxen der sportliche Vergleich eher im Vordergrund steht, werden von der AIBA (Weltverband Amateurboxsport) festgelegt.

Ein Amateurkampf wird in vier Runden zu je zwei Minuten Länge ausgetragen. Im Profiboxen kann die Zahl der Runden (3 min) zwischen vier und zwölf festgelegt werden. Die gängigsten Boxstile sind der devensive Konterboxer, Angriffboxer oder Pressure Fighter und der Puncher, Knock out Fighter. Die vier grössten und wichtigsten Profiverbände sind WBA, WBC, IBF und WBO.

Auch wenn viele Menschen glauben, dass Muay Thai und Kickboxen dasselbe sind, unterscheiden sie sich in vielen Aspekten, einschließlich der Kampfstile und der verwendeten Techniken. Ja, es gibt universelle Techniken, die beide Sportarten gemeinsam haben, aber die Umsetzung dieser Techniken variiert je nach Kämpfer und Sportart. Der Unterschied zwischen den beiden Sportarten kann durch ihre Definitionen nicht genug betont werden: Kickboxen beschreibt jede Sportart, bei der Tritte und Hände im Vollkontakt eingesetzt werden, während Muay Thai, auch bekannt als Thaiboxen, eine ursprünglich aus Thailand stammende Kampfsportart ist, bei der neben verschiedenen Clinch-Techniken auch Schläge im Stand eingesetzt werden.

Wie bereits erwähnt, scheinen sich die beiden Kampfsportarten sehr ähnlich zu sein, und zugegebenermaßen haben einige der Techniken, die beim Muay Thai Training und beim Kickboxen verwendet werden, viel gemeinsam. Der häufigste Unterschied zwischen den beiden Sportarten besteht darin, dass Kickboxen ein 4-Punkte-Schlagsystem ist, bei dem nur Tritte und Schläge zum Einsatz kommen, während Muay Thai ein 8-Punkte-Schlagsystem ist, bei dem nicht nur Tritte und Schläge zum Einsatz kommen, sondern auch Ellbogen und Knie sowie der “volle” Clinch (Oberkörper-Greiftechniken) verwendet werden.

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Zweitens unterscheiden sich die beiden Sportarten durch die von den einzelnen Kämpfern angewandten Techniken (Bewegungen und Angriffe). In der Muay Thai-Schule wird den Kämpfern beigebracht, geduldig zu sein, bis sich eine Gelegenheit zum Schlagen bietet, dann können sie aggressiv vorwärts gehen. In den meisten Fällen ergeben sich solche Gelegenheiten nach einem Angriff des Gegners, daher sind Gegenangriffe ein wichtiger Bestandteil des Muay Thai.

Kickboxen basiert hauptsächlich auf dem Boxen mit aktivem Einsatz von Händen, Winkeln und/oder Bewegungen zusammen mit voluminösen Kombos, während Muay Thai eher ein zeitlich begrenzter Sport ist, bei dem schnelle und kraftvolle Gegenangriffe im Vordergrund stehen. Kickboxer setzen eine Vielzahl von Kombos ein, während Muay Thai-Kämpfer eine zeitlich begrenzte Einzelwaffe bevorzugen. Daher sind die Bewegungen von Kickboxern etwas defensiver und flüssiger als die von Muay-Thai-Kämpfern. Mit anderen Worten: Kickboxer nutzen eher Winkel und Beinarbeit, um Angriffe vorzubereiten, anstatt sich auf eine gut koordinierte und aggressive Vorwärtsbewegung und Gegenangriffe zu verlassen, wie man sie im Muay Thai sieht.

Außerdem werden die Techniken im Muay Thai in der Regel anders ausgeführt als beim Kickboxen. Zum Beispiel wird ein Muay Thai-Kick durch Drehen der Hüfte und Verbindung mit dem Schienbein (dem Tibia) ausgeführt, während bei verschiedenen Arten von Kickboxen normalerweise das Knie “geschnappt” wird, um einen Kick auszuführen, und dieser oft mit dem Fuß verbunden ist. Bei der Ausführung dieser Tritte ist jedoch zu beachten, dass es in den beiden Sportarten auch einen Unterschied gibt, wo der Gegner getroffen werden darf. Im Muay Thai sind Tritte gegen das Schienbein und Schläge unterhalb der Taille erlaubt, aber die Leistengegend ist aus Gründen des Sportsgeistes tabu.

Im Muay Thai ist es sehr selten, dass ein Kämpfer mit dem Fuß oder dem unteren Schienbein kickt, wohingegen beim Kickboxen eine breite Palette von Tritten erlaubt ist, die sowohl die Füße als auch das mittlere und untere Schienbein einschließen. Im Allgemeinen dürfen Kämpfer beim Kickboxen ihre Gegner nicht unterhalb der Taille treten.

Nun, wie bei jedem Vollkontakt-Wettkampfsport gibt es definitiv Gesundheitsrisiken. Das Schlüsselwort in diesem Fall ist “Wettkampf” - professionelle Muay Thai-Kämpfe sind in der Regel sehr brutal und blutig und beinhalten schwingende Schläge, fliegende Knie, harte Tritte in den Bauch, scharfe Ellbogenschläge, blutige Nasen, ein blaues Auge und sogar offene Narben. Was professionelle Kontaktsportarten angeht, so ist Muay Thai weit oben auf der Hardcore-Ebene angesiedelt. Daher kann Muay Thai sehr gefährlich sein.

Die meisten modernen Muay Thai-Praktizierenden nehmen jedoch nicht an professionellen Wettkämpfen teil, da die meisten Muay Thai-Training zu Fitness- und Gesundheitszwecken absolvieren. Wer sich für einen Kampf im Ring interessiert, sollte daher mit einem blauen Auge, einer offenen Narbe(n), einer blutigen Nase und so weiter rechnen.

Die richtige Sportausrüstung und das richtige Schutz-Equipment sind bei Kampfsportarten und insbesondere fürs Boxen extrem wichtig. Die richtigen Boxhandschuhe und -innenhandschuhe, ein Kopfschutz, Zahnschutz, Schienbeinschoner, Knie- und Ellbogenschoner und natürlich eine geeignete Sporttasche und Trainingszubehör gehören und passen zum Boxsport wie die Faust aufs Auge. Sich ausreichend zu schützen, ist extrem wichtig, insbesondere seit Studien belegen, dass Sportarten wie Boxen, American Football, Rugby usw. zu nachhaltigen Schädigung des Gehirns führen können und in der Folge Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson bei diesen Sportlergruppen häufiger auftreten.

Wichtige Ausrüstung für Kickboxen

  • Boxhandschuhe
  • Kopfschutz
  • Zahnschutz/Mundschutz
  • Tiefschutz/Suspensorium
  • Brustschutz
  • Schienbeinschutz
  • Schutz für Knöchel- und Fussoberseite (oft in einem mit dem Schienbeinschutz)
  • Lange Sporthose oder MMA-Shorts
  • Eventuell T-Shirt/Bustier (Männer kämpfen teilweise auch oberkörperfrei)

Beim Kickboxen ist es auch sinnvoll, sich im Training ausreichend zu schützen, da leicht mal ein Schlag und vor allem Tritt daneben gehen kann. So verhindert man „Kollateralschäden“ wie blaue Flecken, Verstauchungen oder sogar Knochenbrüche. Denn je nachdem, wer einem gegenübersteht, kann man schon gut was abbekommen …

Auch wenn es in manchen Kampfsportarten zum guten Ton gehört, ein Brett mit der Hand zerschlagen zu können, sollte man das beim Boxsport tunlichst vermeiden. Es ist einfach zu gefährlich und die Handknochen zu empfindlich für solche Experimente. Auch beim Abwehren von Schlägen ist es wichtig, dass die Hände geschützt sind.

Sie vergrössern die Schlagfläche und vermindern so die Kraft des Schlags. Auch beim Abwehren federn sie die Wucht des gegnerischen Angriffs ab. Preise für Boxhandschuhe Kickboxen variieren stark nach Material, Marke und Qualität: 20 CHF bis 140 CHF ist durchaus die normale Preisspanne.

Um die richtige Grösse, also das richtige Gewicht auszuwählen, muss man sein Gewicht kennen und wissen, wofür genau man die Handschuhe braucht. Schlägst Du nur auf einen Boxsack bzw. ein Schlagpolster ein? Trainierst Du mit einem Sparring-Partner? Oder willst Du Dir Boxhandschuhe für Deinen nächsten Kickboxwettkampf kaufen?

Da Tritte im Kickboxen erlaubt sind, empfiehlt es sich für Männer auch, den Genitalbereich zu schützen. Ausser wenn die Wettkampfregeln Lowkicks speziell vorsehen, sind Tritte unterhalb der Gürtellinie zwar nicht erlaubt, aber das heisst ja nicht, dass nicht aus Versehen ein Tritt dort landen kann. Und dass das extrem schmerzhaft ist, kann wohl jeder Mann bestätigen … Zu diesem Zweck gibt es ein sogenanntes Suspensorium oder Tiefschutz.

Was die Bekleidung angeht, gibt es im Kickboxen zwei Möglichkeiten: Entweder man kämpft in T-Shirt und langer Sporthose oder - wie beim Thaiboxen - oberkörperfrei (Männer) bzw. im Bustier (Frauen) und mit Boxershorts bzw. MMA-Shorts (meist aus farbigem Satin). Das kommt ganz auf den Verein und die persönliche Vorliebe an.

Beim Kickboxen trägt man in der Regel keine richtigen Schuhe, sondern eher sowas wie einen Schaumstoffschutz für die Oberseite der Füsse. Teilweise kann dieser auch mit dem Schienbeinschoner zusammenhängen. Aber auch das kommt immer auf die persönliche Vorliebe an: Im Training und bei manchen Wettkampfarten kämpft man auch barfuss oder mit Fussbandagen.

Um sich komplett fürs Kickboxen auszustatten, muss man schon so um die 200 CHF in die Hand nehmen, und wenn es etwas besseres Material sein soll, sogar eher 350-400 CHF. Natürlich geht es aber immer irgendwie billiger, wenn es sein muss - zur Not eben teilweise auch gebraucht … Und auch wenn das im ersten Moment erschreckend hoch erscheint, muss man auch bedenken, dass Boxausrüstung in der Regel recht langlebig ist (sie muss ja auch viel einstecken) und das somit eine längerfristige Investition ist.