Bellator vs UFC: Ein Vergleich der MMA-Giganten

Mixed Martial Arts ist auf der Überholspur! Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren. Dennoch gehören die Events der Liga neben der NBA, NFL und NHL jetzt schon zu den beliebtesten der Welt.

UFC - Die Champions League des Kampfsports

Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an. Über 1400 Fighter sind aktuell bei der UFC unter Vertrag, gegründet wurde die Organisation 1993. Seit 2001 ist Dana White (53) Präsident und Gesicht der UFC.

Was passiert im Oktagon?

Mixed Martial Arts bedeutet eine Kombination aus verschiedenen Kampfkünsten, darunter Boxen, Kickboxen, Taekwondo und Brazilian Jiu-Jitsu. Die Fighter versuchen sich mit ihren jeweiligen Kampfkünsten und Strategien am Ende durchzusetzen. Eine Runde dauert fünf Minuten, die Pause beträgt eine Minute. Grundsätzlich geht ein Kampf über drei Runden, Titelkämpfe und Hauptkämpfe in der UFC werden immer für fünf Runden angesetzt. Ziel ist es, den Gegner im Kampf zu besiegen.

Folgende Möglichkeiten für einen Sieg gibt es:

  • Knockout
  • Aufgabegriff (Submission)
  • Punktentscheidung
  • Disqualifikation
  • Schiedsrichterabbruch

Regeln im MMA

Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“. Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation).

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Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:

  • keine Angriffe unter der Gürtellinie
  • Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
  • Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
  • Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
  • Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen

Gewichtsklassen in der UFC

In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:

  • Strohgewicht, bis 52,15 kg
  • Fliegengewicht, bis 57 kg
  • Bantamgewicht, bis 61 kg
  • Federgewicht, bis 66 kg
  • Leichtgewicht, bis 70 kg
  • Weltergewicht, bis 77 kg
  • Mittelgewicht, bis 84 kg
  • Halbschwergewicht, bis 93 kg
  • Schwergewicht, bis 120 kg

Der UFC-Oktagon

Seit 1993 kämpfen die Fighter der UFC im Oktagon, einem achteckigen Käfig. Im Gegensatz zum Boxen, wo die Kampffläche durch Ringseile begrenzt ist, befindet sich im UFC-Oktagon ein Maschendrahtzaun. Hintergrund: So können die Kämpfer bei wilden Wrestling-Sequenzen nicht durch den Käfig fallen. Die Form ist wohl ursprünglich gewählt worden, damit kein Kämpfer sich in einer Ecke verstecken kann.

Brutal: Im Gegensatz zum Wrestling ist die Matte im Oktagon nicht gepolstert und federt Aufpralle nicht ab. Würfe, Takedowns und Knockdowns sind somit doppelt schmerzhaft für UFC-Fighter. Der Boden des Käfigs ist in mehrere Schichten unterteilt, die oberste Schicht besteht aus schwerer Baumwolle, die nach jedem Event gewechselt wird. Der Innendurchmesser beträgt 9,1 m, der Zaun ist vom Boden 1,80 m hoch.

Begriffe im MMA

Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen.

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  • Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
  • Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
  • Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position findet oder verbal aufgibt.
  • Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
  • Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
  • Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
  • Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
  • Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen.

Andere MMA-Organisationen

Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen. Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa.

Bellator MMA

Bellator MMA wurde 2008 gegründet und hat seinen Sitz in Santa Monica, Kalifornien. Die Bellator Organisation veranstaltete im Jahr 2009 zum 1. Mal eine MMA Veranstaltung und hat seitdem weltweit schon mehr als 300 MMA Fights durchgeführt. Genau wie bei der UFC gibt es auch bei Bellator mehrere Gewichtsklassen, an die sich die Kämpfer halten müssen, um beim Bellator teilnehmen zu können.

Die Regeln innerhalb des Achtecks sind ebenfalls sehr ähnlich. Ursprünglich konzentrierte sich Bellator aber eher auf Single-Elimination-Turnier-Events als auf das traditionelle Format mit den beliebten Fight Card. 2015 ist auch Bellator zu den traditionellen Einzelkampf-Events übergegangen.

Seit 2018 veranstaltet Bellator auch Grand-Prix-Turniere der Divisionen. 2022 trat Bellator im Rahmen einer Co-Promotion gegen den japanischen MMA-Leader Rizin an.

Im Jahr 2021 kündigte Präsident Scott Coker an, dass Bellator ein Rangsystem verwenden wolle, um die besten Kämpfer auf seiner Liste zu ermitteln, genau wie in der UFC üblich.

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UFC vs. Bellator: Ein Vergleich

Mit der Gründung in 2008, ist Bellator 15 Jahre jünger als die UFC und das ist auch ein möglicher Grund warum Bellator noch nicht den Bekanntheitsgrad wie die UFC erreicht hat. Dabei muss man allerdings auch klarstellen, dass die UFC einfach sehr stark in der Vermarktung ist.

Regeln

Bezüglich der Organisationsstruktur und der Kampf-Regeln trennt die UFC und Bellator nicht viel, was insbesondere für Sportwetten-Fans von Vorteil ist und daher viele Wett-Möglichkeiten bietet. Dies liegt vor allem an der Anpassung und dem Wachstum von Bellator in den letzten 10 Jahren und daran, wie die Unified Rules of Mixed Martial Arts in beiden Organisationen angewendet werden. Darüber hinaus diktieren die Sportkommissionen der jeweiligen Staaten, in denen sie sich befinden, letztendlich auch die MMA-Regeln.

Gehalt

Bellator zahlt nicht unbedingt mehr als die UFC, aber die beliebtesten und erfolgreichsten Kämpfer in Bellator können immer noch sehr gutes Geld verdienen, genau wie die MMA Fighter am oberen Ende der UFC Nahrungskette.

Gewichtsklassen

Die UFC hat jedoch auch ein paar Gewichtsklassen mehr zu bieten, da sie Wettbewerbe in 8 Divisionen für Männer und 4 für weibliche Kämpfer hat. Bellator hat jedoch nur 7 Klassen für Männer und lediglich 2 für Frauen.

Käfiggröße

Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied ist die Käfiggröße. Die Kampfdimension der UFC hat einen Durchmesser von 30 Fuß (9,1 Meter) mit einem 6 Fuß (1,83 Meter) hohen Käfig und eine Fläche von 750 Quadratfuß (69,7 m2) zum Kämpfen. Bellator verwendet einen kreisförmigen Käfig mit einer Breite von 36 Fuß (11 Meter und einer Fläche von 1.020 Quadratfuß (94,8 m2) zum Kämpfen.

Doping

Die UFC hat im Laufe der Jahre auch ihre Doping-Tests auf verbotene Substanzen durch eine Zusammenarbeit mit der USADA drastisch verbessert.

Turniere

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden sind die Grand-Prix-Turniere von Bellator. Diese werden das ganze Jahr über veranstaltet, wobei alle Top-Kämpfer einer bestimmten Gewichtsklasse in einem Turnier gegeneinander antreten, das zwischen den beiden Kämpfern abgeschlossen wird, die es ins Finale geschafft haben, wo sie dann um den Titel der jeweiligen Division kämpfen.

Leistung und Stamina

Letztendlich ist der Hauptunterschied zwischen der UFC und Bellator die Leistungsfähigkeit der Kämpfer. Aufgrund ihrer überragenden Popularität und ihrer guten finanziellen Situation zieht die UFC fast immer die größten und besten Kämpfer an. Es gab in der Vergangenheit einige Ausnahmen, aber das liegt hauptsächlich an Bellators Versuchen, einige der besten Kämpfer zu halten.

Der Wechsel von Bellator zur UFC ist kein unglaublich beliebter Schritt, da die UFC normalerweise Kämpfer verpflichtet hat, noch bevor Bellator überhaupt einen Vertrag anbietet.

Frank Mir, Yoel Romero, Douglas Lima, Eddie Alvarez, Anthony Johnson und Rory MacDonald sind Beispiele dafür, während Superstar-Namen wie Ben Askren und Michael Chandler zwei der wenigen Namen sind, die von Bellator zur UFC wechseln.

Die Grand-Prix-Events von Bellator im Laufe der Jahre haben sie in gewisser Hinsicht von der UFC unterschieden, aber die Regeln, Gewichtsklassen und Gewichtsreduzierung sind praktisch alle gleich. Letztendlich ist der Hauptunterschied die deutlich bessere Bezahlung der Kämpfer und der allgemeine Wohlstand und die Popularität der UFC. Gleichzeitig sind die Athleten der UFC in den meisten Fällen sportlich weitaus besser als die von Bellator.