Das Armwrestling ist ein vom Armdrücken abstammender Kraftsport. Im Prinzip ist Armwrestling die in reglementierte, sportliche Bahnen gelenkte Form des „klassischen Armdrückens“.
Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine Sportart, bei der es längst nicht auf reine Muskelkraft ankommt. Vielmehr ist Armwrestling ein Zweikampf mit klaren Regeln.
Grundlagen und Regeln des Armwrestling
Beim Armwrestling kämpft man an einem speziellen Tisch im Stehen. Gekämpft wird beim Armwrestling im Stehen an einem 1,04 m hohen Tisch, was im Gegensatz zum „Armdrücken“ im Sitzen eine wesentlich größere Dynamik zulässt. Dies verleiht dem Kampf eine deutlich höhere Dynamik als das Duell im Sitzen. Auf dem Tisch sind spezielle Haltegriffe befestigt, welche von der nicht kämpfenden Hand ergriffen werden. Am Tisch befindet sich links und rechts je ein Haltegriff, der mit der nicht kämpfenden Hand ergriffen werden muss und der während des Kampfes auch nicht mehr losgelassen werden darf. Während des Zweikampfs darf dieser auch nicht losgelassen werden.
Die Ellenbogen des kämpfenden Armes werden auf einem Ellenbogenpolster (elbow pad) positioniert und dürfen dieses auch nicht verlassen. Die Ellbogen der Kampfarme werden auf Polstern positioniert und dürfen sich auf diesem frei bewegen. Sieger ist, wer den Handrücken seines Gegners ins Polster (pin pad) oder das gegnerische Handgelenk auf Höhe des pin pads zwingt. Wer den Gegner ins Polster zwingt, gewinnt die Runde.
Außerdem kann ein Kampf durch Fouls gewonnen werden. Die Hände der Gegner befinden sich zu Beginn in der Mitte des Tisches, die Handgelenke müssen vor dem Start gerade sein. Der Kampfrichter richtet die in der Daumenbeuge geschlossenen Hände über der Mittellinie des Tisches aus und achtet vor allem darauf, dass die Handgelenke beider Wettkämpfer vor dem Start gerade sind (nach Eröffnung des Kampfes dürfen die Gelenke nach Belieben gebeugt werden - sofern dies der Gegner zulässt. Sollten sich die beiden Athleten auch nach längerem Ringen nicht auf eine für beide Kämpfer akzeptable Startposition (Griff und Ausrichtung) einigen können, hat der Kampfrichter mit dem so genannten „Referee’s Grip“ die Möglichkeit, beide Kämpfer persönlich auszurichten, um beiden eine gleichberechtigte Startsituation zu geben. Er kann damit jeden Kämpfer einzeln ausrichten, um einen gleichberechtigten Start zu ermöglichen. Nicht immer können sich die beiden Teilnehmer auf eine Startposition einigen.
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Stimmt die Startposition, gibt der Richter mit den beiden Worten "ready - go" das Startsignal für das Armwrestling. Ist der Kampfrichter mit der Startposition beider Athleten zufrieden erteilt er das Vorkommando „ready“ und als Startsignal „go“. Nun ist der Kampf eröffnet. Dieses ist entschieden, sobald der Handrücken von einem der Wettkämpfer erstmals Kontakt mit der Tischplatte hat. Sieger ist, wer den Gegner mit dem Handrücken ins Polster zwingt.
Obgleich die Regeln viel Spielraum offen lassen, gibt es einige Situationen, bei denen die Kampfrichter konsequent einschreiten und ggf. auch „Fouls“ verteilen müssen. In einigen Situationen ist dem Kampfrichter ein konsequentes Eingreifen erlaubt. Auch die Verteilung von Fouls kann dann gestattet sein. Klassische Fouls sind: Frühstart, absichtliches Loslassen der Hand, Anheben des Ellenbogens usw. Regelverstöße werden als Foul gewertet, Frühstart oder Anheben des Ellenbogens sind die klassischsten Vergehen. Erhält ein Kämpfer zwei Fouls, hat er den Kampf verloren. Bei zwei Fouls wird ein Kampf als verloren gewertet. Wer zweimal foult oder vom Gegner mit dem Handrücken in ein Polster gezwungen wird, verliert die Runde.
Beim Abrutschen der Kämpfer voneinander ohne bewusstes Loslassen kommt es zur Wiederholung des Kampfes.
Bei offiziellen Turnieren oder Wettkämpfen innerhalb der Ligen (so gibt es in Deutschland eine Bundesliga) gilt das Double-Elimination-System. In der Regel werden Turniere nach dem „Double Elimination“-System ausgetragen, d. h. Erst zwei Niederlagen führen zum Ausschluss aus dem Wettkampf. Noch wichtiger jedoch: Auf diese Weise sollen wirklich die besten beiden Kämpfer die vorderen Plätze belegen. Beim einfach K.O.-System kann es passieren, dass sich die beiden besten Duellanten bereits im Viertelfinale begegnen und ein schwächerer Kämpfer in der Folge das Finale erreicht.
Techniken und Strategien
Armwrestling ist ein komplizierter Kraftsport, bei der die richtige Armführung von besonderer Bedeutung ist. Armwrestling ist ein komplizierter Kraftsport, bei der die richtige Armführung von besonderer Bedeutung ist. Denn der korrekte Bewegungsablauf schützt nicht nur vor Verletzungen, sondern entscheidet über Sieg oder Niederlage.
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Dabei versucht man mit seiner eigenen Hand über die Hand des Gegners zu kommen. Die erste Technik, auf die wir hier eingehen ist der Toproll. Dabei versucht man mit seiner eigenen Hand über die Hand des Gegners zu kommen.
Denn das Ziel jedes Armwrestlers ist, die Hand möglichst nah am Körper zu halten, um den Arm des Gegners möglichst weit zu öffnen - also den Abstand von Schulter zu Hand zu vergrößern.
Wenn in Verbindung mit Armwrestling von Kraft die Rede ist, so ist in erster Linie die Kraft der Hand und des Unterarmes gemeint.
Training und Vorbereitung
Während des Armwrestlings werden immense Kräfte frei. Um mit diesen angemessen umgehen zu können, gilt es, nicht nur den Arm, sondern den ganzen Körper unter Spannung zu setzen. Als Tipp: Wer es schafft, die Bauchmuskeln unter Spannung zu setzen, der benutzt in diesem Moment fast unbemerkt alle Muskeln, die für das Armwrestling von zentraler Bedeutung sind.
Denn das Verletzungsrisiko ist hoch. Wer sich nicht dehnt, riskiert schwere Verletzungen. Maier sind beim Armwrestlen schon eine Sehne im Arm und auch der Bizeps gerissen. „Das passiert beispielsweise, wenn man sich nicht richtig warmmacht“, sagt Thiede. Auch Knochenbrüche sind keine Seltenheit - vor allem, wenn man den Arm zu weit weg vom Körper hält.
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Einige schwören auf ein komplexes Trainingsprogramm aus Übungen mit Seilzug, Gummiband und speziellen Griffen oder Hanteln. Hier gehen die Meinungen stark auseinander.
Armwrestling Weltweit
Obwohl das Armwrestling eine noch sehr junge Sportart ist, findet es mittlerweile Zulauf aus der ganzen Welt. So zählt die 1977 gegründete World Armwrestling Federation (WAF) mittlerweile über 80 Mitgliedstaaten und die internationalen Wettkämpfe sind stets gut besucht.
In Deutschland finden Wettkämpfe seit Ende der 80er Jahre statt, unter anderem bedingt durch den Hollywood-Streifen “Over the Top” (1987) mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle.
Über die ganze Bundesrepublik verteilt gibt es etliche Armwrestling-Clubs und -Vereine.
