Würde man Conchita Wurst ohne Bart erkennen? Hätte Detektiv Magnum den gleichen Riecher für Verbrechen gehabt, wenn unter der Nase kein Schnäuzer gewesen wäre? Wohl kaum. Die Prominenten mit Voll- oder Schnauzbart haben - teils schon vor Jahrzehnten - die Basis für einen Trend gesetzt, der nun überall sichtbar wird.
Junge Männer lassen reihenweise ihr Gesichtshaar stehen und suchen beim Frisör oder im Fachgeschäft nach Pflegeprodukten für den Hipster-Bart.
Bart mit Funktion
Dabei war der Bart nicht für jeden prominenten Träger ein Mode-Statement. Reinhold Messer etwa dürfte von seinem Bart als Wärmespeicher profitiert haben. Der Wrestler Hulk Hogan und Schauspieler Bud Spencer konnten wohl durch das Gesichtshaar einige Schläge von Gegnern dämpfen.
Dass sie dabei einzigartig aussahen, ist aber allen prominenten Bartträgern gemein.
Wrestler und ihre Schauspielkarrieren
Die Karrieren von einigen berühmten Wrestlern lassen sich durchaus sehen, denn sie beschränken sich nicht nur auf die spektakulären Kämpfe im Ring. Das beweist zuletzt John Cena, den Du seit dem 5. Oktober in der Action-Komödie „Freelance“ sehen kannst.
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Er ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Wrestler als Schauspieler im Hollywood-Business Fuß fassen können. Seine Anfänge im Wrestling-Business hatte Cena im Jahr 2000. Ende der 2000er beginnt Cenas Zweitkarriere als Hollywood-Schauspieler. Sein erster actiongeladener Streifen „The Marine“ (2006) kam bei Kritiker:innen zwar nicht ganz so gut an, doch das hat Cena nicht aufgehalten, weiter am Ball zu bleiben.
Dwayne Douglas Johnson, eher bekannt unter seinem Wrestler-Name The Rock, gewann in seiner aktiven Wrestling-Phase zwischen 1996 und 2004 zehnmal den World-Championship-Titel der WWE. Neben all den Siegen hatte der Muskelprotz teilweise schon während seiner aktiven Wrestling-Zeit Erfolge mit Filmproduktionen vorzuweisen.
2001 spielte der er bei „Die Mumie kehrt zurück“ mit, wo er in einer Nebenrolle den Skorpionkönig Mathayus verkörperte. Actionreich ging seine Filmkarriere weiter: Als Luke Hobbs, ein Agent des Diplomatic Security Service, war The Rock in den Teilen fünf bis acht der Auto-Action-Reihe „Fast & Furious“ (2001-2011) zu sehen.
Zum Muskelpaket Johnson passte seine gleichnamige Rolle in „Hercules“ (2014) wie die Faust aufs Auge, wie wir finden. Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war definitiv seine Rolle in „Jumanji - Willkommen im Dschungel“ (2017) noch einmal toppen.
Dwayne Johnson hast Du außerdem im Netflix-Actionfilm „Red Notice” sehen können.
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Dave Bautista ist sechsmaliger WWE-Weltmeister in verschiedenen Ligen. Der heute 54-jährige Wrestler trat als Schauspieler erstmals 2010 in Erscheinung: Im Action-Kracher „Wrong Side of Town“ schlüpfte er in die Rolle des ehemaligen Navy-Seals Big Ronnie.
Der nächste Auftrag folgte 2014, als er Teil des Marvel-Universums wird. Du könntest ihn aus „Guardians of the Galaxy“ kennen. Dort spielt er Drax, den Zerstörer, der sich nach dem Verlust seiner Familie an seinem Widersacher rächen will.
Im jüngst erschienenen Mystery-Streifen „Knock at the Cabin“ (2023), inszeniert vom Mindfuck-Master M.
Im Ring trat Steve Austin unter dem Namen „Stone Cold“ auf. Er ist der Einzige, der dreimal den Royal Rumble der WWE eingeheimst hat - bei der Wrestling-Großveranstaltung treffen bis zu 30 Wrestling-Stars aufeinander.
Brutal ging es nicht nur in den echten Wrestling-Kämpfen mit Austin zu, sondern auch in animierten: Austin wirkte nämlich an den früheren Staffeln der bitterbösen MTV-Knetfiguren-Serie „Celebrity Deathmatch“ (1998-2002) mit.
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Auf der großen Kino-Leinwand tauchte er ab 2005 auf, zunächst in dem Football-Streifen „Spiel ohne Regeln“ (2005) mit Adam Sandler.
Sein charakteristischer Schnurrbart und seine auffälligen Kopftücher machen ihn unverwechselbar: Hulk Hogan, eine Wrestling-Größe der 80er. Aus dem Wrestler wurde schnell ein Schauspieler: Hogan mischte schon 1982 im Film-Business mit, als er in „Rocky III - Das Auge des Tigers“ passenderweise den Wrestling-Champion Thunderlips mimt.
Nicht nur im Kino, sondern auch im Fernsehen ist Hogan öfters in Erscheinung getreten. Einblicke in sein turbulentes Familien-Alltagsleben gab er etwa von 2005 bis 2007 in der Reality-Soap „Hogan Knows Best“.
Wrestler, Schauspieler, Politiker - das Leben von Jesse Ventura lässt sich durchaus als facettenreich bezeichnen. Mit 24 Jahren stieg er erstmals in den Ring, das war im Jahr 1975. Nachdem er seine erfolgreiche Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet hatte, tat er aus dem Ring hinter das Kommentatoren-Pult.
Mit Witz und Wissen kommentierte er von 1985 bis 1990 zahlreiche Wrestling-Kämpfe. Als wäre Wrestling und Schauspiel nicht genug, hat es Ventura am Ende der 90er in die Politik gezogen: Von 1999 bis 2003 war Ventura Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota.
Seine Passion für die Politik fand sogar einmal den Weg auf den TV, als er in der Tim Allen-Dramedy „Joe Jedermann“ (2001) unter seinem eigenen Namen als Gouverneur auftrat. Nach einem Cameo in „Meister der Verwandlung“ (2002) zog sich Ventura immer mehr aus Hollywood zurück.
In einer Company wie der WWE kommt es schnell vor, dass man im Schatten der ganz großen Stars steht. Stars wie zum Beispiel Roman Reigns, Seth Rollins, oder auch Brock Lesnar.
Unterbewertete Wrestler in der WWE
Platz 10: Trent Seven. Der sympathische Brite hat nicht nur einen wunderschönen Bart, sondern auch im Ring einiges drauf. Er vereint klassisches Britisches Wrestling mit hard-hitting Aktionen wie seine Seven Stars Lariat. Momentan ist er NXT UK Tag Team Champion mit Tyler Bate (den er übrigens trainierte).
Platz 9: Teoman, in Deutschland besser bekannt als Metehan, oder auch Lucky Kid. Am 29. Januar 2021 wurde bekannt, dass er einen WWE Vertrag unterzeichnet hat. Seitdem hat er das Stable „Die Familie“ mit Charlie Dempsey und Rohan Raja gegründet. Mit erst 29 Jahren hat er auch noch großes Potenzial.
Platz 8: Nathan Frazer. Nathan Frazer ist eines der größten Talente im Wrestling momentan. Trainiert wurde er in der Black And Brave Wrestling Academy von unter anderem Seth Rollins. Frazer hat sich mittlerweile den Spitznamen „The Prodigy Of Pro Wrestling“ erarbeitet.
Platz 7: Angel. Noch bis vor kurzem bekannt als Angel Garza, ist der nächste Eddie Guerrero. Also nach den anderen vier „Nächsten Eddie Guerrero’s“. Genau das ist sein großes Problem. Seit Jahren sucht der Marktführer nach dem nächsten Lateinamerikanischen Superstar. Und wenn man ehrlich ist, erinnert er auch sehr krass an Eddie.
Platz 6: Drew Gulak. Drew Gulak ist im Ring einer der besten in der ganzen Company. Wenn man Gulak heutzutage im TV sieht, dann darf er für Charlotte abklopfen, oder von GUNTHER vermöbelt werden. Dabei kann er so viel mehr.
Platz 5: A-Kid. Der junge Spanier könnte DER Breakout Star im WWE Jahr 2022 werden. Er hat alle Qualitäten die es brauch um erfolgreich zu sein. Er ist technisch stark, er hat die Ausstrahlung, und er hat einen guten Look. Das Einzige was ihm in der WWE eventuell zum Verhängnis werden könnte ist seine Größe. Mit 1,75cm fällt er wahrscheinlich aus dem Wunschprofil der WWE. Dazu hat er, auf Grund seiner Herkunft natürlich einen spanischen Akzent in seinem Englisch.
Platz 4: Viking Raiders. Jaja, Tag Team Wrestling in der WWE ist ein heikles Thema. Vince McMahon hasst Tag Team Wrestling. Dabei gibt es so viele geniale Teams, wie zum Beispiel die Viking Raiders. Nachdem sie weltweit auf sich aufmerksam gemacht haben, gaben sie Anfang 2018 ihr NXT Debüt.
Platz 3: Sheamus. In den letzten 12 Jahren hat er wirklich ALLES erreicht, und eigentlich ist die öffentliche Wahrnehmung positiv. Der Grund, wieso er doch in der Liste ist, ist weil viele nicht sehen WIE gut er eigentlich ist.
Platz 2: Meiko Satomura. Falls ihr euch jetzt fragt wer das ist, habe ich das das Problem direkt aufgezeigt. Die aktuelle NXT UK Women’s Champion ist fantastisch. Wie es im Joshi Wrestling (Das ist eine Bezeichnung für das Japanische Women’s Wrestling) üblich ist, gab sie ihr Debüt extrem früh. Mit gerade mal 15 Jahre stand sie das erste Mal im Ring. Wusstet ihr eigentlich, dass sie 2015 von der japanischen Post als erste Wrestlerin auf einer Briefmarke verewigt wurde?
Platz 1: Akira Tozawa. Wenn ihr ihn nur durch WWE kennt, fragt ihr euch vielleicht: Warum er? Wenn Tozawa allerdings nicht mit Ninjas abhängt, ist er ein verdammt guter Pro Wrestler. Er ist technisch Weltklasse, und hat ein naturelles Talent die Fans auf seine Seite zu ziehen. Die WWE hat eine lange Geschichte, wenn es darum geht japanische Wrestler zu verhunzen. Ein Akira Tozawa, der zeigen darf was er kann, wäre Faszination pur.
Die fragwürdigen Bart-Trends
Die einen mögen es sauber aufgeräumt, die anderen lassen es spriessen. Gemeint ist nicht das heimische Gartenbeet, sondern die gute alte Gesichtsbehaarung. Hier kommen sieben (fragwürdige) Bart-Trends.
Du erinnerst dich vielleicht an Tom Sellecks imposanten Schnauzer - gerne auch Pornobalken genannt. Oder an Charlie Chaplins Fliege - so nennt sich der zwei Finger breite Oberlippenbart, der leider primär dem Gesicht des schlimmsten Zeitgenossen der letzten paar hundert Jahre zugeordnet wird.
Falls dir keines der genannten Beispiele zusagt, du aber trotzdem eine nicht-operative Veränderung im Gesicht möchtest und mit dem Geschenk der Gesichtsbehaarung gesegnet bist, dann sei dir hoffentlich mit den folgenden sieben nicht ganz ernst gemeinten Vorschlägen geholfen.
- Die Mutton Chops
Stell dir vor, du erlaubst deinen Koteletten, sich beidseitig ihren Weg über die Backen bis zum Kinn zu bahnen und sich an der Oberlippe zu treffen. Du hast damit nicht nur viel Geduld und Leidensfähigkeit bewiesen, sondern einen Trend aus den 1970er-Jahren wieder aufleben lassen: die Mutton Chops. Ob du mit diesem Kunstwerk einen Preis oder das Herz deines Schwarms gewinnen wirst… Ich wage es zu bezweifeln.
Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister war stolzer Träger der Mutton Chops.
- Der Ziegenbart
Wer in den 1990ern mit offenen Augen durchs Leben gegangen ist, dürfte kaum um den «Goatee» herumgekommen sein. Gefühlt jeder zweite Promi trug den kleinen Büschel am Kinn und leider dachte folglich auch jeder zweite Typ, er würde zum Dorfdisko-König, wenn er an der Bar seinen leider oft ungepflegten Ziegenbart hinter dem Wodka-Red-Bull-Becher hervorblitzen lassen würde. Falsch gedacht, Heiko, falsch gedacht!
Falls du dich heute doch für einen «Goatee» entscheiden solltest, dann mach das bitte schön getrimmt. Ausser du heisst Brad Pitt, dann spielt es eigentlich gar keine Rolle, wie du was trägst.
Brad Pitt hat wohl schon jeden Bart zum Trend gemacht.
- Der Kinnriemen
Was klingt wie ein Folterinstrument aus dem Mittelalter, sieht in den meisten Fällen auch so aus. Man nehme den Ziegenbart von oben und ergänze ihn um einen schmalen Streifen, der entlang der Kieferkante verläuft. Sauber rasiert und getrimmt kann das zwar gut aussehen, aber leider scheitern die meisten bereits an der Wahl der passenden Riemenbreite. Fazit: lieber lassen.
- Der Neckbeard
Der Name sagt eigentlich schon alles: Man nehme ein Instrument zur Entfernung der Gesichtsbehaarung und rasiere gründlich alle Partien im Gesicht - ausser am Hals. Siehst du das gerade bildlich vor dir? Mein Beileid. Der Neckbeard ist die Variante des Bartes, die so aussieht, als sei das gute Stück bei einer misslungenen Photoshop-Session nach unten gerutscht.
Der «Halsbart» hat es übrigens sogar geschafft, sich umgangssprachlich zum Begriff für introvertierte, unbeholfene und meist ungepflegte Ü30-Männer zu mausern. Eine Flut an Memes inklusive. Das muss man erstmal hinkriegen. Daher, ähm, Kompliment…
Vom Mann zum Meme.
- Der Soul-Patch
Wer in den USA der 1950er- und 1960er-Jahren etwas auf sich hielt, liess sich in an der Unterlippe einen kleinen Fleck Haare stehen. Quasi Hitler im Kopfstand - einfach ohne Verbrechen an der Menschheit. Und wie das mit Mode-Trends so ist, erlebte auch dieses haarige «Seelenpflaster» in den 1990er-Jahren seine Renaissance und hing an den Lippen diverser Aushängeschilder der westlichen Popkultur. Auch heute wird der Soul-Patch noch getragen und kann sich gut gepflegt auf jeden Fall sehen lassen, oder?
Ray Charles war gefühlt zeitlebends mit Soul Patch zu sehen.
- Der Fu Manchu
Ich sage nur Hulk Hogan. Na, klingelts? Eben! Der wohl kultigste Wrestler der Geschichte ist stolzer Träger dieser Bart-Variante.
Seinen Namen hat der ausufernde Oberlippenbart aber von der Hauptfigur aus dem Film «Der geheimnisvolle Dr. Fu Man Chu» von 1923. Der Schauspieler trug schlichtweg einen Schnurrbart, der in zwei dünnen Strähnen seitlich jeweils bis zum Kinn hinunter hing. Profi-Tipp: Kombiniere den Fu Manchu mit einem Truckercap und einem karierten Hemd und du hast das perfekte Starter-Kit für den Midlife-Crisis-Motorradkauf.
Neben dem rotgelben Bandana gehört der gebleichte Schnauzer zur Grundausstattung jedes Hulk-Hogan-Fans.
- Der Toothbrush
Ich bin am Anfang des Beitrags schon kurz darauf eingegangen. Wir alle kennen die «Zahnbürste» auch als «Fliege» und zwar vor allem im Gesicht von Charlie Chaplin und Adolf Hitler. Letzterer hat es definitiv geschafft, diesen kleinen Haarstreifen in der Mitte der Oberlippe in Verruf geraten zu lassen. Ob der Toothbrush ohne den schrecklichen geschichtlichen Hintergrund heute gerne und oft gesehen würde, bleibt offen. Ich wage es zu bezweifeln.
Wäre doch Charlie Chaplin der einzige berühmte Träger des Toothbrush-Barts geblieben.
