Wrestler früher und heute: Ein Vergleich

Angeregt durch eine Diskussion stellt sich die Frage: War im Wrestling wirklich früher alles besser? Fehlen dem heutigen Wrestling die Typen von damals? Oder wären die damaligen Shows heute auch nicht mehr das Gelbe vom Ei, zu dem sie immer geredet werden?

Erinnerungen und der Zeitgeist

"Früher war alles besser", weil man damit auch Erinnerungen verbindet. Ist ja bei einem guten Song auch nichts anderes. Gerade dieses überzeichnete hat mir persönlich so gut gefallen und es hat einfach zu meinem Leben gepasst. Um "heute ist alles besser" sagen zu können, hätte das Produkt mit mir mitwachsen müssen, hat es aber nicht.

Die veränderte Wahrnehmung des Publikums

Auffällig ist aber dass die Leute die eigentlich nonstop Wrestlingfans bis heute geblieben sind, die früheren Shows nicht mehr sonderlich gut finden und die heutigen Shows vorziehen. Ich zähle ja zu der zweiten Art Fans.

War das früher alles sooooviel besser? Hm ich glaube das ist eben reine Geschmack frage. Damals war..und das steht fest der Jugendschutz sehr klein geschrieben. Das heisst die Sprache war ruppiger... Wrestler konnten sogar Storylinemässig den "Tod" finden. Es war brutaler mit viel Blut. Das ist nicht jedermanns Sache.

Fakt ist aber dass das Publikum hier ein sehr entscheidender Faktor ist. Denn was macht denn Wrestling shows gut? Wenn die Stimmung in der Halle überkocht dann kann das in bestimmten szenen auch für einen Gänsehautfaktor sorgen. Und genau das war damals wohl vorallem in dieser Zeit der Fall. Und warum? Weil das Publikum ein anderes war. Es war eben nicht für Kinder sondern für Jugendliche und Erwachsene gedacht. Z.b. gehen Erwachsene mit Heels ganz anders um als Kinder die nicht wissen das es Show ist. Da kann also bei Erwachsenen auch bei Heels die Stimmung überkochen während die Kiddies bei brutalen Angriffen eher schreckhaft wegschauen würden (falls sie überhaupt zuschauen. Für mich ist also das Publikum einer der Hauptfaktoren. Dazu kommt die Geschmackveränderung wie oben schon mal betont.

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Veränderungen im Stil und der Gimmickvielfalt

Früher hatte man bestimmte Vorstellungen. Die Leute liebten trashige Gimmicks. Die Gimmickvielfalt wurde teils extrem ausgereizt. Ob nun Mönche, Clowns Müllabfuhr. alles wurde thematisiert. Bloss keine Vereinheitlichung! Das wichtigste waren markante unterschiede.

Das galt auch Wrestlingart...es gab viele Schwergewichte (Yokozuna, King Kong Bundy, viscera usw) , Powerwrestler...ala hogan, Luger usw. und dann noch die meist kleinen aber wendigen Sportler. Klar das gibt es auch in gewisserweise heute noch aber insgesamt ist das Wrestling heute sportlicher geworden. Es werden eher wendige sportliche Charaktere von den Wrestlingsfans angenommen. Dadurch ist auch alles etwas schneller geworden..

Durch diese Begeisterung aktuell für die schnellen sportlichen Wrestler ist es aber auch so, dass die krassen Unterschiede beim Gimmick und bei der Art der Wrestler nicht mehr so markant sind. Das heisst die Wrestler sind sich ähnlicher geworden. Und das ist auch einer der Punkte die die Oldschool Fans (egal welcher Oldschool Ära) eben stört. Denn liest man deren Argumente dann sieht man das sie meist sagen das Charismatische Typen fehlen. Doch ist das wirklich so? Ich glaube eben eher nicht..es fehlen eher die Markanten Typen. also zumindest für die Oldschool Fans. Charismatische haben wir auch heute.. bzw sie könnten es durchaus sein. Rollins, Owens ja auch Cena.

Was der Unterschied ist... sie werden eben als Menschen wie du und ich dargestellt. Das heisst sie haben keine Gimmicks wie früher die ins trashige gehen. Sondern sie sind Leute denen man so auch in real begegnen könnte. Für die einen ist das was, was sie begeistert.. denn manche versetzen sich ja in die Wrestlingwelt hinein und wären am liebsten selbst dabei. die anderen wiederum wollen eben Show sehen..also dinge die man nicht im Alltag sieht. bzw sie wollen das ganze mit Absicht auch extrem überspitzt sehen.

Für die New Generation Fans (wie ich) war es eben auch die Show... dieses trashige was nicht real war. Der Undertaker z.b. der übernatürlich wirkte usw.! Ich bin z.b. froh das ich ihn nicht als Rocker erlebt habe.

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Veränderungen in den Shows

Ich schaue derzeit weil ich mein Oldschool Universe bei WWE 2K17 bastel viele alte RAW Shows von 1993. Was da auffällt ist z.b. das es eben viele Squashmatches gab. Also No-Names die gegen Stars antraten. Die Shows gingen nur eine Stunde und dann gab es meist ein wirkliches Hauptmatch. Heute ist es so das man versucht viel mehr Inhalte reinzupacken. Leider passiert das nicht immer logisch. Das heisst manches wirkt auch mal konfus. Die Shows gehen länger und wir haben gleich mehrere in der Woche.

Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg

Das kann für Fans von früher ein schlechter Neueinstieg sein. Denn sie schauen ja nicht sofort RAW, Smackdown, NXT, 205 usw. sondern sie steigen mit vielleicht einer Show ein. Nun könnte man aber schnell was verpasst haben. Da tritt z.b. einer ihrer Oldschool Lieblinge (aktuell Undertaker) mal plötzlich bei Smackdown auf... dann tritt er ein paar wochen später bei RAW auf. Das ist für jemanden der wegen seiner Legenden einschaltet und so langfristig wieder gebunden werden soll kein leichter Start.

Er kennt auch z.b. die Neulinge die von NXT kommen nicht... wie die meisten anderen in den Hallen. Plötzlich taucht da jemand auf... scheinbar allen bereits bestens bekannt (z.b. aus NXT) und der wird gleich richtig gepusht. Ich glaube hier könnte ich noch ewig drüber schreiben.. aber ich versuchs Stichpunktweise nochmal kurz zu benennen:

  • Das Publikum war früher anders. Grund war die Zusammensetzung und das von der WWE gezeigte Programm (Kinderfreundlichkeit / trash usw)
  • Wrestling ist sportlicher / schneller geworden - teils aber auch einheitlicher geworden. Das ist ein Faktor den die Leute die lange Wrestlingabstinent waren nicht so mögen. Denn sie lieben Charaktere die sehr hervorstechen und auffallen
  • Der Wiedereinstieg ist durch den großen Umfang schwierig

Die Gewichtszunahme einiger Wrestler im Laufe der Zeit

Bei Jericho ist es aufgefallen dass er stetig zulegt. Wenn man die Bilder von seinem Debut hernimmt und die von jetzt dann merkt man doch ne deutliche Gewichts- aber auch Muskel Zunahme. Bei Punk merkt man nur etwas wenn man an die RoH/Indy Zeit zurückdenkt. Er wird ca 5 bis 10 kg zugenommen haben im Vergleich zu früher.. Matt Hardy wird so oder so immer fetter (vergleiche mit Zeit von Debut ==> + 15 kg min.)

Alles in allem kann man wohl sagen dass die WWE auf die von Aftermath angesprochene "Mark-Army" sezt und die wollen nun mal lieber Muskelpakete und Highflyer also beide Extremen sehn als Techniker die vllt nicht viel anders aussehn als man selbst.

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Die Entwicklung bekannter Wrestler

Wrestler wie "Macho Man", "Hulk Hogan" oder "The Undertaker" sorgten für die Popularität des Sport-Theaters: Sehen Sie jetzt in unserer Bildershow, was die Wrestling-Stars heute machen!

  • Hulk Hogan: Hatte Gastauftritte und Hauptrollen in Filmen. Nach einer Affäre reichte seine Frau die Scheidung ein.
  • "Macho Man" Randy Savage: War Kommentator und wechselte zur WCW. Er starb 2011 bei einem Autounfall.
  • "The Undertaker": Ist seit den 90ern aktiv und betätigt sich mit Immobilien.
  • Bret "The Hitman" Hart: Wechselte zur WCW, erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und einen Schlaganfall.
  • "The Rock" Dwayne Johnson: Startete als Wrestler und wurde Schauspieler.
  • "Stone Cold" Steve Austin: Beendete seine Karriere wegen Rückenproblemen und konzentrierte sich auf die Schauspielerei.
  • Richard Morgan Fliehr aka "Ric Flair": Ist ein Urgestein des Wrestlings und konnte über 20 Titel sammeln.

Bret Hart's Kritik am modernen Wrestling

Bret Hart hat genug gesehen. Für den ehemaligen WWE-Champion ist klar: Das Wrestling von heute hat in weiten Teilen seinen Kern verloren. Zu viel Show, zu wenig echtes Handwerk. Kürzlich erklärte er, warum ihn viele der aktuellen Stars enttäuschen und warum er kaum noch einschaltet.

Der WWE-Hall-of-Famer vermisst die Authentizität der Charaktere. Im Interview mit Ariel Helwani wurde er auf das heutige Wrestling angesprochen und fand klare Worte: "Ich verfolge einige der Jungs und versuche, mir die Pay-Per-Views anzuschauen. Oft habe ich aber das Gefühl, dass viele Wrestler - ohne jetzt Namen zu nennen - eher wie Schauspieler wirken, die einen Wrestler darstellen, anstatt wirklich einer zu sein. Mir fehlt die Rauheit, die Authentizität der Charaktere."

Die beste Zeit des Wrestlings seien die 90er-Jahre gewesen. Im Gegensatz zu damals würden heute die Promos und die Charaktere im Vordergrund stehen und nicht so sehr die Workrate.

"Besonders bei AEW habe ich das Gefühl, dass sie größtenteils Schauspieler sind, die versuchen, Wrestler zu spielen", so der Kanadier. "Sie sollten mit der Schauspielerei aufhören und sich wieder auf echtes Wrestling konzentrieren.“

Doch Hart beließ es nicht bei pauschaler Kritik. Ein aktueller WWE-Superstar sticht für den 69-Jährigen positiv hervor: "Roman Reigns ist jemand, der wirklich hart daran arbeitet, sich den Respekt meiner Generation zu verdienen. Er wirkt realistischer, glaubwürdiger, überzeugender. Eben nicht wie ein Schauspieler“.

WWE als Fast-Food-TV?

WWE produziert doch nur noch Fast-Food-TV für Idioten: Solche Zuschriften flatterten immer wieder in den Headlock-Briefkasten. Deshalb wagen wir die Reise in die Vergangenheit und den Vergleich zwischen damals und heute. War Wrestling und WWE im Speziellen früher wirklich besser?

Tag Teams im Wandel der Zeit

Ich finde es gab früher im Gegensatz zu heute richtig viele interessante und gute Tag Teams. Gibt sicher noch einige andere. Tag Teams sind zur Zeit ein bekanntes Problem der WWE.

Man muss die Teams halt vor dem Hintergrund der Zeit sehen. Wrestling war damals noch bunter, deutlich weniger athletisch und es ging viel mehr um Klischees und Gimmicks.

Tag Teams wie die Bushwhackers oder Nasty Boys waren einfach sehr unterhaltsame Gimmicks.

Was machen ehemalige Wrestler heute?

Womit vertreibt sich ein Mucki-Wrestler die Zeit, wenn der Ring für ihn zu klein wird und er aus der Spandex-Hose herausgewachsen ist? Irgendwo muss die Energie ja hin - also wird geballert, gerockt und gedehnt. BILD stellt die witzigsten Karrieren NACH der Karriere vor.

  • Buff Bagwell: Jetzt lässt er sich flachlegen.
  • Ken Shamrock: Der gefährlichste Bodyguard der Welt.
  • Mick Foley: Stacheldraht + keine Zähne = Kinderbücher.
  • The Rock: Vom People's-Champion zum Kino-Champion.
  • Chris Jericho: Von Wrestlemania nach Wacken.
  • Diamond Dallas Page: In der Ruhe liegt die Kraft.
  • Shawn Michaels: Jetzt knallt’s richtig!

Ehemalige WWE-Helden: Was wurde aus ihnen?

Wer saß nicht als Kind Anfang der 90er-Jahre vor der Glotze und jubelte den übergroßen Wrestling-Stars zu? Undertaker, Macho Man, Ultimate Warrior - sie waren unsere Helden!

  • Undertaker: Kämpft immer noch.
  • Goldberg: Feierte 2016 ein Comeback.
  • The Rock: Kehrt immer wieder für Kämpfe zurück.
  • Shawn Michaels: Ist gelegentlich als Ringrichter oder Gast in den WWE-Shows aufgetreten.
  • Ric Flair: Tritt nicht mehr als Wrestler auf, sondern als Begleiter seiner Tochter Charlotte.
  • Bret Hart: Versöhnte sich mit der WWE und stand 2009 wieder in einem WWE-Ring.
  • „Stone Cold“ Steve Austin: Spielte in mehr als zehn Filmen mit.
  • Hulk Hogan: Machte vor allem mit Skandalen außerhalb des Rings Schlagzeilen.
  • Sting: Verletzte sich schwer am Nacken und beendete seine Karriere.
  • The Ultimate Warrior: Starb kurz nach seiner Einführung in die „Hall Of Fame“.
  • „Macho Man“ Randy Savage: Verunglückte 2011 mit seinem Auto tödlich.
  • Andre The Giant: Starb an den Folgen seiner Wachstumskrankheit.