Bei Diamanten bestimmt die Qualität den Wert - und dabei machen kleine Nuancen große Unterschiede im Preis. Wie entstehen die Preise für Diamanten und wie wird die Qualität von Brillanten bewertet? Diese und ähnliche Fragen werden oft gestellt.
Wichtig gleich vorneweg: Auskünfte über die Vergangenheit können wir geben. Vorhersagen über zukünftige Entwicklungen sind Spekulation.
Wie der US-Dollar den Diamantpreis beeinflusst
Wie alle Edelmetalle und Rohstoffe werden Diamanten auf den internationalen Diamantbörsen in US-Dollar gehandelt. Bei dem Kauf von Diamanten als Sachwert ist also unbedingt die Währungsparität Euro/US-Dollar zu beachten. Aus diesem Grund passt DIAMONDAS seine Online-Preise alle 10 Minuten an die aktuelle Devisenentwicklung an. Zum Zeitpunkt der Bestellung ist der dann gültige Kurs des US-Dollars für die Rechnung in Euro maßgeblich.
Faktoren, die den Preis eines Diamanten beeinflussen
International wird der Wert und somit auch der Preis eines Diamanten im Wesentlichen an den sogenannten 4 C bemessen:
- Clarity / Reinheit
- Colour / Farbe
- Cut / Schliffqualität
- Carat / Gewicht
Es sind diese wichtigsten, den Preis bestimmenden Merkmale, die auf einem Zertifikat dokumentiert sein müssen.
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Das fünfte C: Das Zertifikat
Als fünftes C (Certificate) hat sich das Zertifikat des ausstellenden Diamant-Prüflabors zu einem weiteren wichtigen Preiselement entwickelt. Die Reputation des ausstellenden Prüflabors ist dabei entscheidend. Aber auch die Kriterien wie Gewichtsklasse, Fluoreszenz, Schliffproportionen und Kommentare in den Zertifikaten sind heute preisrelevant.
Diamantpreise im Vergleich
Diamanten unterschiedlicher Form lassen sich am besten über den Karatpreis vergleichen. Dabei fällt auf, dass Brillanten am begehrtesten und teuersten sind. Die meisten Diamanten werden rund - im Brillantschliff - geschliffen (ca. 7 von 10 Diamanten). Entsprechend wird jeder Rohdiamant, wenn möglich rund geschliffen.
Die Verfügbarkeit von Diamanten in Schmuckqualität nach Karatgröße macht es deutlich: Die meisten Diamanten sind kleiner als 1 Karat (ca. 83%), während das Angebot bei steigender Größe knapper und knapper wird. Diamanten zwischen 1 und 2 Karat sind im Gesamtvergleich nur fast ein Zehntel der verfügbaren Steine. Bei Diamanten über 3 ct. sind es nur noch ca. 2% und bei Diamanten über 10 ct.
Nimmt man hierzu noch die oben beschriebenen Unterschiede in den höheren und höchsten Qualitätsstufen, wird die Auswahl nochmal um ein Vielfaches enger.
Diamantpreise und die IDEX Diamantenbörse
Eine sehr gute Möglichkeit, sich über den aktuellen Marktpreis von Diamanten zu informieren, bietet Ihnen die Diamantenpreisliste der IDEX (International Diamond Exchange). Sie soll Ihnen als erste grobe Orientierung für den angemessenen Preis von Diamanten dienen. Als eine international sehr bedeutende Diamantenbörse, führt die IDEX Angebot und Nachfrage der Diamantenhändler zusammen und sammelt jeden Monat die aktuellen Diamantenverkaufspreise.
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Da der genaue Preis eines Diamanten jedoch von vielen einzelnen Faktoren abhängt und diese den Rahmen einer Preisliste schnell unübersichtlich gestalten würde, kann sie nur als Orientierung dienen. Der Diamantenpreis unterliegt keiner zentralen Preisfestsetzung, er ist somit ein echter „Marktpreis“, welcher sich aus Angebot und Nachfrage ergibt.
Lesebeispiel zur Berechnung eines Einkaräter
Die IDEX (International Diamond Exchange) stellt die Preise für Diamanten im Brillantschliff in Ihrer Diamantenpreisliste in US-Dollar pro Karat und unterteilt den Diamantpreis bei gleicher Qualität (Farbe und Reinheit), in verschiedene Gewichtsklassen z.B. 1,00 ct. bis 1,24 ct. dann 1,25 ct. bis 1,49 ct. usw.
Als Beispiel soll nun ein 1 Karat Diamant Preis ermittelt werden. Dieser Einkaräter-Diamant liegt in der Range 1,00ct. bis 1,24ct. (siehe rechte Diamantenpreisliste oben). Einkarat Diamanten dieser Größe/dieses Gewichts kosten in der höchsten Qualität der Farbe D und der Reinheit IF 27.130 USD pro Karat (siehe rote Markierung). Dieser Diamant 1 Karat Preis ist bei einem Einkaräter mit bspw. 1,03 Karat dann mit dem Faktor 1,03 zu multiplizieren.
Unser Beispiel 1 Karat Diamant Preis liegt somit für einen Einkaräter mit 1,03 Karat bei 27.943,90 USD oder anders formuliert, hat der 1 Karat Diamant einen Wert von 27.943,90 USD.
In Euro umgerechnet: Sollte der aktuelle Dollar-/Eurokurs bspw. bei 1,20 liegen, teilen Sie 27.943,90 USD durch 1,20 und erhalten mit 23.286,58 Euro den 1 Karat Diamant Wert für unseren Beispieldiamanten.
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Nicht berücksichtigt sind hier die Mwst.
Die Rolle der Diamantenqualität
Als weiterer ganz wichtiger Faktor für den Diamantenpreis, gilt die Diamantenqualität. Desto besser die Qualität eines Diamanten ist, desto seltener ist er. Neben der Größe/dem Gewicht ist das mit Abstand wichtigste Kriterium für den Preis eines Diamanten dessen Qualität. Da Diamanten hoher Qualität wesentlich seltener sind als solche in einfachen Qualitäten, sind sie auch gefragter und kosten mehr.
Die "4C" der Diamantenqualität
Jeder kennt im Zusammenhang mit einem Diamanten oder Brillanten den Begriff „Lupenrein“. Einigen wird auch der Begriff der „4C“ im Zusammenhang mit Diamanten geläufig sein. Hier erfahren Sie wissenswertes bezgl. „4C“ ist die Abkürzung für die vier englischen Begriffe Carat (Gewicht), Color (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff).
Zusätzlich gibt es noch einige weitere Qualitätsmerkmale. Diese sind z.B. Politur und Symmetrie, Zertifikat (von welchem Institut stammt das Diamantzertifikat/die Diamantexpertise) und Fluoreszenz (bei vorhandener Fluoreszenz kann der Diamant unter UV-Licht leicht schimmern/leuchten). Als weiteres Qualitätsmerkmal sei hier eine Besonderheit genannt, die in den letzten Jahren eine immer stärkere Beachtung findet, die Herzen & Pfeile (Hearts & Arrows) - ein spezielles Muster, was sich unter einem optischen Gerät zeigt.
Jede einzelne dieser Eigenschaften - und noch mehr - haben einen Einfluss auf den Preis bzw.
Carat (Gewicht)
Das Gewicht eines Diamanten wird international in Carat (englisch) oder Karat (deutsch) angegeben. Die übliche Abkürzung lautet „ct.“. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Carat oder Karat ist die Gewichtseinheit für Diamanten-Brillanten.
Color (Farbe)
Ein Diamant ist umso teurer je farbloser/weißer und damit seltener er ist. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D, früher River).
Clarity (Reinheit)
Der wahrscheinlich jedem bekannte Begriff „lupenrein“ bedeutet, dass unter einer 10-fachen Speziallupe durch eine fachlich versierte Person keinerlei Einschlüsse zu erkennen sind. Die danach folgenden Reinheitsstufen werden ebenfalls unter Verwendung einer 10-fachen Lupe vorgenommen. Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, bzw.
Cut (Schliff)
Die Schliffqualität (nicht die Schliff-Form wie z.B. der Brillantschliff) ist auschlaggebend für die Brillanz und das Feuer eines Diamanten und machen aus ihm erst einen funkelnden und wertvollen, schönen Edelstein. Wir gehen hier nur auf die mit Abstand häufigste Schliff-Form, die des Brillanten/Brillanten, ein.
Die Schliffqualität ergibt sich zum größten Teil aus den Proportionen des Diamanten. Hierbei ist das Verhältnis von Gesamthöhe bzw. Weiterhin sind die Winkel und die Gleichmäßigkeit der angelegten Facetten wichtig. Auch sollte ein Brillant möglichst eine gleichmässige runde Form haben und nicht unrund sein. Die Trennung zwischen Ober- und Unterteil, die Rundiste/Rondiste, sollte möglichst gleichmässig und nicht zu dick bzw. dünn sein. Auch die Spitze, die sog. Kalette, sollte möglichst spitz sein.
Der Einfluss der Fluoreszenz
Als Fluoreszenz wird das leichte Leuchten bzw. Schimmern eines Diamanten unter UV-Licht (auch Sonnenlicht enthält UV-Licht) bezeichnet. Die meist bläuliche Fluoreszenz (seltener auch gelblich) kann bei starker oder sehr starker Ausprägung und hohen Farbgraden (D bis H) den Wert eines Diamanten negativ beeinflussen. Ein zu Anlagezwecken gedachter farbloser Diamant sollte idealerweise keine, max. eine schwache Fluoreszenz aufweisen.
Die Bedeutung des Zertifikats
Als weiterer wichtiger Punkt der preisbildenden Kriterien ist das Zertifikat bzw. die Expertise des Diamanten zu nennen. Ein Zertifikat ist quasi der Pass des Diamanten. In ihm sind neben den genauen Maßen des Diamanten alle identitätsgebenden Merkmale enthalten, mit denen der Diamant zweifelsfrei identifiziert werden kann.
Der Wert eines Zertifikates ist dabei nur so gut, wie der Ruf des ausstellenden Institutes. Da Diamanten weltweit gehandelt werden und ihre Preise ebenso weltweit entstehen, sind auch nur Zertifikate von Diamantinstituten zu empfehlen, welche weltweite Anerkennung geniessen. Diese sind das „GIA - Gemological Institute of America“, das „IGI - International Gemological Institute“ und der „HRD - Hoge Raad Voor Diamant“.
Diese drei Institute sind weltweit anerkannt und ihre Zertifikate geniessen eine sehr hohe Wertschätzung in der Branche. Daher handeln wir auch ausschließlich mit Diamanten, die mit einem Zertifikat dieser Institute ausgestattet sind.
Diamanten als Wertanlage
Wer sich für einen Diamanten als Sachwert entscheidet, erwirbt diesen in der Regel auch physisch. Die hohe Wertkonzentration eines Diamanten („Wertspeicher“) hat Diamanten zum mobilsten aller Sachwerte gemacht.
- Der Wert von 10 Halbkarätern mit einem Gewicht von insgesamt ca. 1,0 Gramm ist gleichzusetzen mit dem Wert von 1000 Gramm (1 kg.) Gold.
- In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Preis für Diamanten durchweg positiv entwickelt.
- Auf Grund der hohen Nachfrage aus asiatischen Ländern wird davon ausgegangen, dass die Preise für Diamanten bei gleichzeitiger Stagnierung der Fördermengen langfristig steigen.
Daher gilt: Der klassische Brillantschliff mit 56 Facetten ist als Sachwert am besten geeignet.
Anonymer Erwerb von Diamanten
DIAMONDAS bietet Diamanten auch in Form eines sog. „Tafelgeschäftes“ zum anonymen Kauf an. Dabei sind die noch bestehenden Höchstgrenzen in Deutschland und in Österreich bis zu einem Betrag von € 9.999,- zu beachten.
Diamanten später verkaufen? - Das ist zu beachten!
Wer sich für eine Wertanlage in Diamanten entschieden hat, wird auch die Möglichkeit eines reellen Wiederverkaufs im Blick haben. Dabei steht in erster Linie der Verkäufer der Diamanten in der Verantwortung. DIAMONDAS unterstützt seine Kunden bei einem geplanten Wiederverkauf der bei uns erworbenen Diamanten, damit Sie in Abhängigkeit der jeweiligen Situation an den Diamant- und Devisenmärkten einen optimalen Verkaufspreis erzielen können.
Synthetische Diamanten
Interessant ist auch die Mode von im Labor gezüchteten, synthetischen Diamanten als Diamant-Ersatz. Hier spielen gleich mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen sind sie beliebt bei Juwelieren: Wenig finanzielles Risiko im Vergleich zu natürlichen Diamanten bei atemberaubenden Margen. Hinzu kommt oft Unwissenheit über das neue Produkt als Schmuckstein: Viele kaufen die Synthesen mit dem Eindruck, nicht nur etwas Schönes, sondern auch etwas Werthaltiges zu kaufen.
De facto gibt es aber keinen Zweitmarkt für Labordiamanten, deren Preise derzeit bei ca. 1-10% von natürlichen Diamanten liegen - Tendenz weiter rasant fallend. Es wird geschätzt, dass die Preise von Synthesen sogar unter deren Produktionskosten fallen werden. So könnte der scheinbare Vorteil des günstigen Preises die Wahrnehmung von Synthesen ähnlich wie Zirkonia als Modeschmuck zementieren.
