Kampfsport mit Bambusstöcken: Techniken und Anwendungen

Kampfsportarten mit Waffen sind vielfältig und bieten eine breite Palette an Fähigkeiten, die je nach Stil gefordert werden. Während manche Disziplinen auf Präzision und Technik setzen, erfordern andere, wie der Umgang mit Schwertern oder Stäben, auch Kraft und körperliche Stärke. Ungeachtet dessen beruhen andere auf Strategie und Technik (wie z.B. ein Wurfmesser). Dementsprechend gibt es für jede Waffe eine Reihe von Techniken, die zur Selbstverteidigung oder zu Wettkampfzwecken beherrscht werden können. Ein klassischer Waffen Kampfsport aus Europa ist das altbekannte Fechten.

Kampfsportarten mit Waffen - Welche Kriegswerkzeuge kommen zum Einsatz?

Nachfolgend eine beispielhafte Liste der Kampfstile, welche Waffen beinhalten. Die Liste ist nicht vollständig, bietet aber einen ersten Überblick der bewaffneten Kampfstile. Des Weiteren findest du nach der Tabelle eine Auflistung mit kurzer Beschreibung der einzelnen Kampfstile, welche mit Waffen hantieren. Zunächst einmal die verwendeten Waffen der Kampfkünste:

KampfstilEingesetzte Waffen
AikidoBokken (Nachbildung eines Katana Schwertes aus Holz), Jo (Stock) und Tanto (Holzmesser)
BudoGängige japanische Waffen wie z.B.: Bo, Bokken, Iaito, Jo, Hanbo, Kama, Katana, Kodachi, Kusarigama, Manjisai, Naginata, Ninjato, Nunchaku, Nuntebo, Rokushakukama, Sai, Shinai, Shuriken, Tachi, Tanto, Tecchu, Tekko, Tessen, Tinbei, Tonfa, Tsurugi, Wakizashi, Yari, Yumi
FechtenFlorett, Degen, Säbel
Filipino Martial ArtsKurzschwerter, Messer, Macheten, Dolche, Kurzstöcke, Speer, Streitaxt aber auch andere Hieb- & Stichwaffen
HapkidoKurzstock, mittellanger Stock, Langstock, Spazierstock, Schwert, Fächer, Messer und Fesseltechniken mit Gürtel oder Seil
Hsing-IVielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert
IaidoKatana, Iaito (Übungsschwert)
KalarippayatHolzwaffen (Langstock, Kurzstock, Hornförmige Stöcke), Dolch, Speer, Schwert, Schild, Peitsche
KaliKurzschwert, Messer, Machete, Dolch, Kurzstöcke
KendoÜbungsschwerter aus vier Bambus-Lamellen (Shinai), Schwerter aus Holz oder Metall
KenjutsuWakizashi (kleines Schwert ähnlich dem Katana), Katana (Shinken, „echtes Schwert“), Tachi (säbelähnliche Klinge), Tsurugi (zweischneidige Klinge)
Krav MagaJe nach Zielgruppe: Alltagsgegenstände für private Selbstverteidigung oder Militärwaffen beim Militär
KobudoBo, Drei-Segment-Stock, Kama, Nunchaku, Sai, Tonfa
Kung FuStock, Speer, Säbel, Schwert, uvm.
KyudoPfeil und Bogen
Muay ThaiBei der klassischen traditionellen Art namens „Muay Thai Boran“ wird auch mit unterschiedlichen Waffen gekämpft. Beispielsweise mit Degen, Schwert, Stock, einem Stock mit einem kurzen Schwertaufsatz (genannt „Ngauw“) oder einem Schild. Im heutigen Wettkampfsport Muay Thai wird ohne Waffen gekämpft.
NinjutsuHanbo (kurzer Stock, ca. 91 cm lang), Bo (Langstock, ca. 1,82 m lang), Schwerter, Kusari-Fundo (kurzes Seil/Kette), Jutte (Schwertfänger), Tanto (Messer), Kyoketsu-Shoge), Yari (Speer), Naginata, Shuriken (Wurfklingen), Pfeil und Bogen, Kusarigama (Sichel-Ketten-Waffen) und viele andere
Pencak SilatDolch, Faustmesser, Sichel, Stock, Kerambit, Kris, Speer, doppelschneidiges Kurzschwert mit Wellenklinge (Keris), Machete, Dreieckiges Messer
Sanatan Shastar Vidiya - PlataSchwerter, Stöcke, Knüppel, Speere, Dolche, Schlagringe, Chakra (Wurfscheibe), Schilder, Keulen, Stab, Äxte, Pfeile und andere Waffen
Shaolin KempoLangstock (Meisterform)
SystemaWaffenabwehr gegen Messer, Stock, Kette. Aber auch der Umgang mit historischen Waffen (Schwert, Säbel, Lanze etc.) wird trainiert.
Tai ChiSchwert, Stock, Speer, Hellebarde, etc.
VovinamFortgeschrittene trainieren den Umgang mit traditionellen Waffen, wie Hellebarde, Axt, Schwert, Messer und Langstock.
Wing ChunLangstock (Luk Dim Boon Kwun) und Doppelmesser (Baat Jam Do)
WushuKlassische chinesische Waffen
XingyiquanVielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert

Trainingswaffen für sicheres und realistisches Üben

Um Techniken in Kampfsportarten mit Waffen sicher zu trainieren, sind spezielle Trainingswaffen ideal. Sie ermöglichen ein realistisches Üben, reduzieren das Verletzungsrisiko und sind in verschiedenen Materialien erhältlich.

Kampfkunst mit Waffen Video

In diesem 3-minütigen Video wird auf die Kampfkunst mit Waffen eingegangen. Hierbei handelt es sich speziell um die verwendeten Waffen der Kampfkunst Ninjutsu.

Einige Kampfstile im Detail

  • Aikido: defensive japanische Kampfkunst, die am Anfang des 20. Jahrhunderts von Großmeister Morihei Ueshiba ins Leben gerufen wurde. Philosophie und Techniken des Aikido basieren auf der Erkenntnis, dass eine Konfrontation meist zu Gunsten des physisch Stärkeren endet.
  • Boxen: der Ursprung des modernen Faustkampfs liegt in England. In einem Boxkampf werden nur Schläge mit der geschlossenen Faust ausgeführt. Die Benutzung anderer Körperteile ist laut Regelwerk nicht erlaubt.
  • Judo: (sanfter Weg) wurde von dem Japaner Kano Mitte des 19. Jahrhunderts begründet und dient vorwiegend der Selbstverteidigung. Wurf-, Halte- und Würgetechniken dominieren.
  • Ju-Jutsu: insbesondere die weichen Techniken aus Jiu Jitsu, Judo, Karate, Aikido und anderen Kampfsportarten wurden Ende der sechziger Jahre in Deutschland, zu einer neuen Selbstverteidigungsart zusammengeführt.
  • Wing Tsung: ist eine direkt vom Shaolin Kung Fu abgeleitete Kampfkunst. Nach der Zerstörung des Shaolin-Klosters durch die Mandchu-Regierung flüchtete u.a. die Nonne Ng Mui in den Weißen Kranich-Tempel am Tai Leung-Berg. Dort entwickelte Ng Mui eine neue Kampfkunst, die es auch einen schwächeren Menschen ermöglicht, einen körperlich überlegenen und in klassischen Kampfkünsten Trainierten, zu besiegen. Im Wing Tsung nimmt der Angegriffene die Energie des Angreifers auf, gibt nach, weicht aus, um dann mit reflexartigen Vorstößen, an den Gegner heranzukommen. Namensgeberin dieser Kampfkunst ist eine der ersten Schülerinnen von Ng Mui.
  • Karate: ist ursprünglich eine Selbstverteidigungstechnik, die in Japan entwickelt worden ist. Bei Karate werden die Gliedmaßen des Körpers, zu natürlichen Waffen ausgebildet. Karate besteht aus Abwehr-, Schlag-, Stoß- und Tritttechniken, Würfen, Hebel und Fesselgriffen, die gegen die empfindlichen Körperstellen des Gegners, ausgeführt werden. Karate ist die Kunst der Vielseitigkeit, der Harmonie von Körper und Geist, des unterbewußten Reagierens, deren Sinn darin besteht, mit waffenlosen Händen zu siegen.
  • Taekwondo: ist eine koreanische Zweikampfsportart auf der Basis von Fuß (Tae) und Handtechniken (Kwon).
  • Tai Chi Chuan: (oder Tai Chi Chuan) heißt übersetzt „chinesisches Schattenboxen“, ist eine meditative Bewegungskunst. In einer traditionellen Abfolge werden sanfte und weich fließende Körperübungen, im Zeitlupentempo ausgeführt, die der altchinesischen Kampfkunst nachempfunden sind. Ursprünglich entstammt Tai Chi der chinesischen Heilkunde und trainiert den Fluss der körpereigenen Lebensenergie, dem Chi.
  • Kendo: Kendo, ist die traditionelle Kriegskunst der japanischen Samurai, ursprünglich mit Schwertern und ohne Schutzpanzer ausgeführt. „Ken“ bedeutet Schwert und „Do“ Weg.
  • Shaolin Kung Fu: wurde von den Shaolin Mönchen zur Selbstverteidigung entwickelt.

Abhärtungsmethoden

Im Kampfsport ist die Abhärtung des Körpers ein wichtiger Aspekt. Es gibt verschiedene Methoden, um beispielsweise Schienbeine und Fingerkuppen abzuhärten. Dazu gehören:

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  • Training am harten Sandsack
  • Liegestütze auf hartem Untergrund (z.B. Korkboden)
  • Abrollen mit einer Küchenrolle über das Schienbein
  • Lowkicks einstecken, um den Oberschenkel abzuhärten

Es gibt die kuriosesten Abhärtungsmethoden: Heiß-Kalt-Prozedur, Küchenrolle, Glasflasche, Holzstockklopfen etc. Das Problem ist nur: Ihr tötet NUR die Nerven, härtet allerdings nicht euren Knochen, was euer primäres Ziel sein sollte, wenn ihr noch viele Jahre Kampfsport betreiben wollt und/ oder in den Ring steigt um zu kämpfen.

Kampfsport mit Stab

Inspiriert von Film und Fernsehen möchten viele Menschen einen Kampfsport mit Stab erlernen. Neben dem Klassischen Kung Fu, welches mit dem Stab arbeitet, gibt es aber auch Kampfstile, die sich auf den Stab oder Stockkampf spezialisiert haben.

  • Bôjutsu: (Stockkampf) ist auch Teil des Trainings einiger japanischer Kampfkünste.
  • Aiki-Jô: Bei uns im Aikido gibt es beispielsweise Waffentechniken (bukiwaza) mit dem Stab (Aiki-Jô). Da sie aber auf den Bewegungskonzepten des unbewaffneten Aikido beruhen, werden sie häufig erst bei einem gewissen Fortschritt gelehrt.
  • Jodo: Eine japanische Kampfkunst die sich ausschließlich auf den Stab beschränkt ist Jodo - dabei geht es letztlich um die Abwehr von Schwerttechniken durch einen Stab.
  • Kungfu/Wushu: In verschiedenen chinesischen Stilen des Kungfu/Wushu werden ebenfalls Waffentechniken gelehrt, unter anderem auch mit Stäben unterschiedlicher Art.
  • Europäischer Stockkampf: Zuguterletzt gibt es aber auch Formen von europäischem Stockkampf, wie er beispielsweise auch auf Mittelaltermärkten aufgeführt wird.
  • Shaolin Kung Fu: Im Shaolin Kung fu werden viele Waffentechniken gelehrt, darunter auch solche, mit einem sog. Bo Stab (oder chinesisch "Gùn").

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