Ute Freudenberg, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Sängerinnen aus dem Osten Deutschlands, wurde am 12. Januar 1956 in Weimar geboren. Ihre Verbindung zur Band Karat ist ein wichtiger Bestandteil ihrer musikalischen Laufbahn.
Die frühen Jahre und der Beginn einer Karriere
Ute Freudenberg wurde 1971 im Alter von 15 Jahren in einem FDJ-Ferienlager in Straußberg nahe Sondershausen in Thüringen als Gesangstalent entdeckt. 1972 setzte sie sich mit fünf weiteren Mädchen in einem Nachwuchswettbewerb für weibliche Musiktalente durch. Im selben Jahr hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt bei „Sechs Mädchen und Musik“.
Von 1972 bis 1977 studierte sie an der Franz-Liszt-Musikhochschule in ihrer Heimatstadt Weimar. 1976 war Ute Freudenberg eins der Gründungsmitglieder der Rockband „Elefant“, die zwei LPs und zwölf Singles veröffentlichte.
Der Durchbruch gelang Ute Freudenberg im Jahr 1980 mit dem Song „Jugendliebe“. Ihr bekanntestes Lied ist bis heute Jugendliebe, das zu den „Klassikern der DDR-Rock- und Popgeschichte“ zählt. Andere Songs von Ute Freudenberg, wie „Und wieder wird ein Mensch geboren“ oder „Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt?“, wurden auch zu Hits in der DDR.
Zwischen 1980 und 1984 wurde Ute Freudenberg viermal zur beliebtesten Sängerin des Jahres gewählt. Sie gab teilweise über 30 Konzerte im Monat, war regelmäßig Stargast in allen großen TV-Shows. Bald schon zählte Ute Freudenberg mit ihrer Band „Elefant“ zu den erfolgreichsten Stars der DDR-Musikszene.
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Der Weggang aus der DDR und die Zeit im Westen
Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges kehrte Ute Freudenberg nach einem Fernsehauftritt in Hamburg nicht in die DDR zurück. Ute Freudenberg ging 1984 in den Westen, weil sie für sich in der DDR keine berufliche Zukunft mehr sah. „Ich kann darüber nicht mehr reden“, sagt Freudenberg heute. Ebenfalls 1984 kehrte sie nach einem Fernsehauftritt in der Aktuellen Schaubude in Hamburg nicht in die DDR zurück.
Sie übersiedelte nach Düsseldorf, arbeitete als Studiosängerin und hatte Auftritte in den Niederlanden und auf Kreuzfahrtschiffen. 1988 sang sie unter dem Künstlernamen Heather Jones das Titellied This was the last time zur Tatort-Folge Pleitegeier. 1990 erschien die Single Ein Tag wie heut' , die deutsche Version des Whitney-Houston-Hits One Moment in Time. 1994 erschien ihr Album Und da fragst Du noch.
Die Rückkehr und weitere musikalische Projekte
1996 zog sie zurück in ihre Heimatstadt Weimar und gründete die Ute F.-Live-Band in der Besetzung Micki Schläger (Keyboards), Manfred Schermuly (Schlagzeug), Thomas Hödtke (Bass), Ralf Rudnik (Gitarre). 1997 kam ihr Album Land in Sicht auf den Markt. Anlässlich ihres 25-jährigen Bühnenjubiläums feierte sie in Erfurt ein Galakonzert mit vielen Künstlerkollegen wie der Band Karat.
Mit Wolfgang Ziegler sang sie das Titellied Es gibt für mich kein fremdes Leid zur gleichnamigen José-Carreras-Gala in der ARD. 1999 erschien die CD Jubilee. 2000 moderierte Ute Freudenberg die 90-minütige MDR-Fernsehsendung Ich liebe jede Stunde anlässlich des 25-jährigen Bühnenjubiläums von Karat. Im Oktober erschien das Album Träumerland mit Titeln wie Dankbar für jeden Tag und Weil wir Freundinnen sind.
Am 23. März 2002 feierte Ute Freudenberg ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum mit ihrer Band und zahlreichen Gästen in Weimar. Es folgten viele TV-Auftritte und 2003 die OSTival-Tour zusammen mit den Puhdys und City. Das Album Im Namen der Liebe erschien, produziert von Franz Bartzsch und Bodo Kommnick. Im Oktober 2006 erschien das Album Puppenspieler, das wieder in Zusammenarbeit mit Utes Stammautoren wie Franz Bartzsch, Herbert Stanzius und Kirsten Steineckert entstand.
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Ab Sommer 2007 war Ute Freudenberg mehrfach im Rahmen der Ostrock in Klassik-Touren mit den Puhdys, Karat, Silly, Veronika Fischer, Werther Lohse von Lift, Dirk Michaelis sowie dem Filmorchester Babelsberg unterwegs, bei der die Künstler zahlreiche alte Hits in neuem Gewand darboten.
Die Zusammenarbeit mit Christian Lais und spätere Projekte
2011 schaffte sie es im Duett mit Christian Lais mit dem Titel Auf den Dächern von Berlin bis auf Platz 1 der deutschen Radio-Schlagercharts. In den Single-Verkaufscharts notierte der Titel in der ersten Woche auf Platz 25. Im späteren Verlauf erhielten sie und Lais für das Album Ungeteilt eine Goldene Schallplatte. Gemeinsam war das Duo für einen Echo 2012 nominiert.
2012 erschien ihre zusammen mit Christine Dähn geschriebene Autobiographie Jugendliebe - Die Biografie im Verlag Neues Leben in Berlin.Gemeinsam mit Christian Lais veröffentlichte Ute Freudenberg 2016 mit Lebenslinien ein gesellschaftskritisches und politisches Album.
Ute Freudenberg und Karat: Eine besondere Verbindung
Ute Freudenberg hat im Laufe ihrer Karriere immer wieder mit der Band Karat zusammengearbeitet. Sie moderierte im Jahr 2000 die 90minütige mdr-TV-Sendung „Ich liebe jede Stunde“ anlässlich des 25jährigen Bühnenjubiläums von KARAT. Anlässlich ihres 25-jährigen Bühnenjubiläums gab sie ein Gala-Konzert im Erfurter Kaisersaal mit vielen Künstlerkollegen (u.a. KARAT).
Diese Zusammenarbeit unterstreicht die Bedeutung von Karat in der musikalischen Karriere von Ute Freudenberg und zeigt, wie verschiedene Künstler der DDR-Musikszene sich gegenseitig unterstützten und inspirierten.
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Persönliches und Auszeichnungen
Ute Freudenberg war von 1984 bis 2010 mit dem Stuntman Peter Pieper verheiratet, den sie 1981 bei einem Auftritt kennenlernte. Das Paar blieb kinderlos. Im Februar 2022 offenbarte Ute Freudenberg in der MDR-Talkshow „Riverboad“, dass sie an Parkinson erkrankt ist. Sie habe jahrelang nach Notlügen gesucht, um die Krankheit zu verstecken, erzählte Ute Freudenberg damals, denn schon 2018 sei die Krankheit bei einem Kopfscreening diagnostiziert worden.
2010 Faustorden des Handwerker Carneval e.V. 2011 smago!
Karat: 50-jähriges Jubiläum und MDR-Doku
In diesem Jahr feiert die Band Karat 50-jähriges Jubiläum. Die ganze Bandgeschichte wurde nun in einer MDR-Doku „50 Jahre KARAT - Eine deutsche Rockgeschichte“ verpackt. Mit exklusiven Einblicken ins Tonstudio, es geht auf die Konzertbühnen und hinter die Kulissen.
Seit ihrem raketenhaften Start 1975 gehört Karat zu den prägendsten Bands Ostdeutschlands. Mit „Über sieben Brücken“ wurden sie zum Kult - auch im Westen. Goldene Platten, Auftritte bei „Wetten, dass ..?“, staatliche Auszeichnungen und ein Song, den Peter Maffay zum Hit machte.
Ute Freudenberg über Claudius Dreilich
Ute Freudenberg gibt ihm vor seinem ersten Auftritt nochmal ein paar Tipps: „Ich hab ihn zur Seite genommen und gefragt: Verträgst du das jetzt noch? Und der Schweinehund hat alles umgesetzt.“ erzählt sie faszinierend.
Die Doku zeigt nicht nur die Musiker, sondern auch langjährige Wegbegleiter wie die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt, Schlagersängerin Inka Bause oder Sänger Gregor Meyle - mit vielen Erinnerungen, neuen Geschichten und jeder Menge Gänsehautmomente. Das Finale der Reportage ist das neue Album „Hohe Himmel“ und der emotionale Höhepunkt 2025 - ein restlos ausverkauftes Konzert in der Elbphilharmonie. Karat ist damit die erste Rockband aus der DDR, die diesen legendären Saal rockt!
Adele Walther: Das Herz und das Gehirn von Karat
Seit 25 Jahren sorgt Adelheid Walther, die meist „Adele“ gerufen wird, für den Erfolg von Karat. „Adele, Du brauchst keine teure Büroetage in Berlin-Mitte. Heute weiß ich, dass er recht hatte“, erinnert sich Adele Walther schmunzelnd zurück.
Schließlich betreut Adele Walther neben Karat noch ihre „persönliche Freundin“ Ute Freudenberg und den Sänger Wolfgang Ziegler. Die Wende stürzte die Band wie viele andere Künstler der DDR in eine Sinn- und Existenzkrise. Nicht so Adele Walther: „Ich wusste, es würden nur zwei, drei Bands überleben, die wirklich gut sind. Dazu rechnete ich die Puhdys, City und Karat.
