Judo ist eine vielseitige Kampfkunst mit verschiedenen Techniken, bei der man mit Kraft oder fein mit Gefühl und schnell kämpfen kann.
Trainingsalltag und Vorbilder
Samantha Hari, eine 14-jährige Judoka, trainiert im Judoclub YAMA in Interlaken unter der Leitung ihres Vaters Markus Hari.
- Dienstags trainiert sie mit den Erwachsenen.
- Mittwochs absolviert sie vor allem Kampftraining und spezielle Würfe.
- Donnerstags gibt es ein technisches Training für die Gürte.
Mir gefallen Trainings mit erfolgreichen Judokas sehr.
Sie besuchte einmal mit ihrem Vater ein Lager in Mürren. Dort lernte sie den Japaner Hiroshi Katanishi kennen und spielte mit ihm Fussball. Leider spricht er nur Französisch und ich konnte mich nicht gut mit ihm verständigen.
Sie wählte mich aus als ihr Uke und lobte mich für mein Können. Ein Uke ist der, der bei einem Wurf fliegt und auf der Matte landet.
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Hiroshi Katanishi macht super schöne Bewegungen beim Judo und das gefällt mir sehr.
Sie ist der Trainer von Isabelle Schmutz, der Vizeeuropameisterin. Isabelle Schmutz besuchte dich und andere Judo-Talente vor kurzem im Trainingslager am Wierihorn. Es war super!
Die Vielfalt des Judo
Das Judo ist abwechslungsreich und vielseitig. Es gibt verschiedene Techniken, man kann mit Kraft oder fein mit Gefühl und schnell kämpfen.
Ich bevorzuge, schnell, fein und sauber zu kämpfen. Der Kampf mit Kraft gefällt mir nicht besonders.
Eigentlich kann jeder Judo machen, ob dick oder dünn - einfach so, wie man ist. Natürlich ist es auch interessant, dass nicht alle Judo ausüben.
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Respekt und Konzentration im Judo
Ein wichtiges Ritual im Judo ist die Vorbereitung auf das Training:
- Die Kinder stellen sich auf einer Linie auf, der Trainer steht gegenüber.
- Der Trainer setzt sich in den Kniestand. Er kniet zuerst mit dem linken, dann mit dem rechten Bein zu Boden.
- Sobald der im Kniestand ist, kniet sich äusserste Teilnehmer der Reihe hin, dann der nächste usw. (eine Art «la-ola» Welle bis alle knien).
- Der Trainer ruft auf Japanisch «Mokuso».
- Daraufhin schliessen alle die Augen und konzentrieren sich.
- Nach einem Moment ruft der Trainer «Yame» und die Kinder (Judoka) öffnen die Augen.
- Der Trainer ruft dann «Rei» und die Kinder/Judoka verbeugen sich, indem sie die Hände zu einem Dreieck formen und kurz auf die Matte legen.
- Im Anschluss steht der Trainer als erstes auf. Diesmal zuerst mit dem rechten Bein, dann mit dem linken.
Die gegenseitige Verbeugung («Rei») ist ein Zeichen des Respekts, ein Zeichen der Höflichkeit und bringt zum Ausdruck, dass man gewillt ist, freundschaftlich und in einem fairen Rahmen miteinander Judo zu betreiben.
Beim «Mokuso» ist der Judoka bei sich und konzentriert. Es symbolisiert einen klaren Schnitt zum Alltag und dient dazu sich geistig auf das Training vorzubereiten.
Erfahrungen und Gemeinschaft
Die Wohler Judokas starteten zum 16. Mal bereits ans Trainingsweekend auf den Kerenzerberg.
Die A-Judokas waren aber auf jeden Fall eine Bereicherung für unser Trainingsweekend. Für uns alle war es interessant, welche Fähigkeiten diese Judokas haben, welche wir nicht haben und welche Tätigkeiten wir besser ausführen können, als diese Athleten. Sie gehören aber allesamt dem Kader an, welches internationale Turniere bestreitet.
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Am Samstag- und Sonntag Vormittag durften wir zwei interessante Judo-Trainings absolvieren, welche durch unsere erfahrenen Trainern sowie den Hilfstrainern geleitet wurden. Die Trainings beinhalteten viele spielerische Aufwärmübungen, so dass keiner der Judokas bemerkte, wie viele 100 Meter er gesprungen ist und wie viele Male er eine Fallschule absolvierte.
Um aufzuzeigen, wie es sich anfühlt mit einer Beeinträchtigung Judo auszuüben, wurden diverse Judokas mit Verbandsmaterial eingewickelt oder die Augen abgedeckt.
Nebst dem Judo darf auch die Unterhaltung und der Spass nicht zu kurz kommen und deshalb beschlossen wir, den Samstag-Nachmittag in den Flumserbergen zu verbringen.
