Wie lange dauert ein Kickboxkampf? Eine umfassende Betrachtung

Kickboxen ist eine faszinierende Kampfsportart, die Schläge und Tritte kombiniert. Es erfordert Disziplin und Ausdauer, um sie zu erlernen. Doch wie lange dauert eigentlich ein solcher Kampf, und was sind die Regeln?

Ursprünge und Entwicklung des Kickboxens

Die frühesten Ursprünge des Kickboxens gehen auf das 13. und 14. Jahrhundert und eine Kunst namens Muay Boran zurück, die ein Vorläufer des Muay Thai war. Dabei handelte es sich um ein Kampfsystem, das von den siamesischen Kriegern verwendet wurde und sich später zu einem sehr beliebten Sport entwickelte.

Das moderne Kickboxen entstand in den 1950er Jahren in Japan als eine Mischung aus Karate und Muay Thai Regeln und Techniken. Ein Karateka namens Tatsuo Yamada war einer der ersten, der Muay Thai zu trainieren begann. Obwohl er dem Karate treu blieb, war Yamada von den Vollkontaktregeln des Muay Thai fasziniert.

Der Mann, der oft als Vater oder Erfinder des Kickboxens angesehen wird, war ein bekannter Promoter, Osamu Noguchi. In den späten 1950er Jahren schuf er eine neue Kampfkunst und einen Kampfsport, bei dem Kämpfer aus Karate und Muay Thai gegeneinander antreten konnten. Noguchi nutzte Karate als Grundlage und fügte Techniken und Regeln des Vollkontakts aus dem Muay Thai hinzu. Noguchi gründete 1966 die erste „Kickboxing Association“ und organisierte kurz darauf am 11. April die erste Veranstaltung in Osaka.

Regeln und Kampfzeit

Die Kampfzeit beträgt in der Regel 3 Runden à 3 Minuten mit jeweils 1 Minute Pause. Bei Gleichstand nach der dritten Runde kann es bis zu 2 Runden Verlängerung geben. Titelkämpfe gehen über fünf Runden, wobei jede Runde drei Minuten dauert.

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Vorgeschriebene Schutzausrüstung:

  • 10oz Boxhandschuhe (U18 mit Kopfschutz und Schienbeinschonern)
  • Tiefschutz (Männer)
  • Zahnschutz

Erlaubte Techniken

  • Alle Schläge mit der gepolsterten Fläche des Handschuhs, auch Rückhandschläge
  • Tritte mit Schienbein, Spann, Ferse, Fusssohle, / -aussenkante und Kniestösse (auch zum Kopf), auch Drehkicks
  • Fussfeger
  • Bein Fangen und Ausführen von maximal einer Technik (Schläge, Tritte oder Fussfeger, aber keine Würfe)
  • Clinchen mit einer Hand und Ausführen von maximal einer Technik

Verbotene Techniken

  • Wegdrehen vom Gegner
  • Weglaufen
  • Alle Angriffe auf die Wirbelsäule, direkt auf Gelenke und den Hinterkopf
  • Angriffe zum Unterleib (und der Brust bei Frauen)
  • Werfen, Bodenkampf
  • Angriffe mit Ellenbogen, Kopfstösse
  • Mehr als einmal schlagen oder treten beim Halten von Bein oder Nacken des Gegners oder ganzes Clinchen
  • Festhalten der Ringseile
  • Passives Kämpfen (ohne Angriffe), auch passives Clinchen und Festhalten

Bewertungskriterien

Es gibt drei Punktrichter, deren Wertungen nach jeder Runde angesagt werden. Punkte werden nach folgenden Kriterien vergeben:

  1. Downs
  2. Schaden verursacht durch Treffer
  3. Klare Treffer (Prioritäten in dieser Reihenfolge)

Jeder Kämpfer bekommt pro Runde 10 Punkte, von denen auf Grund von Unterlegenheit und/oder Strafen Punkte abgezogen werden können.

Möglichkeiten zu gewinnen sind:

  • Aufgabe des Gegners
  • KO oder TKO
  • Punktrichterentscheid

Verschiedene Stile des Kickboxens

Kickboxen ist sowohl ein eigenständiges Kampfsystem als auch ein Begriff, der für eine Gruppe von Kampfsportarten steht, die Schläge und Tritte miteinander kombinieren. Das bedeutet, dass es beim Kickboxen viele verschiedene Stile gibt.

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Japanischer Stil

Der japanische Stil entstand in den 1950er Jahren in Japan und war die erste Version des modernen Kickboxens. Er ist eine Mischung aus Karatetechniken (hauptsächlich aus dem Kyokushin) und den Regeln des Muay Thai.

Amerikanischer Stil

Der amerikanische Stil des Kickboxens entwickelte sich in den späten 1960er Jahren. Es ist eine Mischung aus Karate und westlichem Boxen, wobei der Schwerpunkt auf hohen Tritten und Handschlägen liegt. Dieser Stil erlaubt keine Low Kicks.

Niederländischer Stil

Das Kickboxen im niederländischen Stil entstand in den 1970er Jahren in den Niederlanden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Vorwärtsdruck, der hohen Schlagkraft und dem harten Low Kick. Kämpfer im holländischen Stil greifen selten mit einem einzigen Powerschlag an, der Schwerpunkt liegt auf Kombinationen.

Savate

Savate ist eine französische Kampfsportart, bei der das Kämpfen durch Tritte erfolgt. Lecour entwickelte eine Form, bei der sowohl Schläge als auch Tritte verwendet wurden.

Diese beiden Kampfsysteme haben viel gemeinsam, denn Kickboxen hat seinen Ursprung im Muay Thai. Gleichzeitig gibt es aber auch große Unterschiede in Bezug auf Regeln, Schwerpunkte, Techniken und viele andere Faktoren.

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Kickboxen vs. Muay Thai

Muay Thai ist eine Schlagkunst, bei der der Schwerpunkt auf harten Tritten und dem Kampf im Clinch mit Ellbogen und Knien liegt. Das Kickboxen hingegen unterscheidet sich stark davon. Der Schwerpunkt liegt auf Vorwärtsdruck, einer hohen Schlagzahl und Boxkombinationen.

Die Regeln des Muay Thai sind einfach und leicht zu verstehen. Die Kämpfe gehen über 5 Runden, wobei jede Runde 3 Minuten dauert. Die Kämpfer haben zwischen den Runden eine 2-minütige Pause und treten mit gepolsterten Handschuhen und Shorts an. Kämpfe können durch Entscheidung, K.o. oder T.K.o. gewonnen werden.

Beim Kickboxen gibt es viele verschiedene Regeln. Aber in den meisten Fällen dauern die Kämpfe 3 Runden, wobei jede Runde 3 Minuten dauert.

Kickboxen im MMA

Kickboxen spielt im modernen MMA-Kampf eine große Rolle. In der Tat kann man nicht erwarten, erfolgreich zu sein oder das hohe Niveau des Spiels zu erreichen, ohne zumindest grundlegende Kickboxfähigkeiten zu besitzen. Ob K-1, holländischer Stil oder Muay Thai, die meisten Kickboxstile passen gut zum Käfigkampf.

Im Muay Thai lernt man am besten, wie man Tritte mit Schlägen kombiniert oder im Clinch mit Knien und Ellbogen kämpft. Aber der Aspekt, der eindeutig hervorsticht, sind die bösartigen Muay Thai Low- und Highkicks.

Verschiedene Arten von Kickboxkämpfen

Semikontakt

Beim Kickboxen Semikontakt wird nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners der Kampf kurzzeitig unterbrochen. Die Kickbox Kämpfer begeben sich wieder in die Ausgangsstellung, und jeder Treffer wird von drei Kampfrichtern bewertet. Damit ein Punkt vergeben wird, müssen sich die Kampfrichter einig sein, dass die Techniken sauber und eindeutig ausgeführt wurden. Die Semikontaktkämpfe werden auf Matten, auch Tatami genannt, ausgetragen. In dieser Disziplin werden saubere Techniken belohnt, die ein erlaubtes Ziel treffen und einen leichten Kontakt herstellen.

Leichtkontakt

Die Leichtkontaktkämpfe werden meistens auf Matten gekämpft. Es geht darum, mehr Treffer als der Gegner zu erzielen. Für jeden Treffer werden Punkte vergeben, Fußtreffer zum Kopf und gesprungene Treffer ergeben mehr Punkte. Der Kampf wird nach jedem Treffer nicht unterbrochen, sondern weitergeführt. Leichtkontakt Kämpfer sind meistens technisch sehr gut und verfügen über gute Kondition.

Vollkontakt

Das Vollkontakt Kickboxen wird meistens im Boxring gekämpft. Der Kampf kann sowohl nach Punkten, aber auch durch einen Knockout (K.O.) gewonnen werden. Ein K.O. kann sowohl durch einen Niederschlag des Gegners als auch durch seine Kampfunfähigkeit (technischer K.O.) erzielt werden.

K-1 Regelwerk

Das K-1 Regelwerk, das von der japanischen Kampfsportorganisation K-1 entwickelt, sieht folgendermassen aus. Die Gewichtsklassen der Frauen reichen von 48 kg bis über 64 kg, sie sind nach 2 kg gestaffelt (d.h.

Der Ablauf eines Kickboxkampfes

Die Kickboxkämpfe werden, wie schon gesagt, auf Matten oder im Boxring ausgekämpft. Die Seitenlänge des Boxrings sollte mindestens 4,5 m und höchstens 6,10 m sein. Der Kampf wird von der jeweiligen Organisation überwacht. Ein Kampfrichter leitet den Kampf und kontrolliert die Kickboxer vor und während des Kampfes. Er bestimmt auch ob der Kickbox- Kämpfer angezählt wird, wann das Anzählen nach einem Niederschlag beginnt beginnt und stoppt. Der Kampfrichter kann einen Kampf jederzeit beenden, wenn ein Kickboxer in Gefahr ist.

Wie lange dauert es, bis man kämpfen kann?

Im Durchschnitt brauchen Anfänger 4 bis 6 Monate, um alle Grundlagen zu erlernen und mit dem Sparring zu beginnen. Um ein fortgeschrittenes Niveau zu erreichen, brauchen sie ein weiteres Jahr hartes Training.

Einige persönliche Erfahrungen:

  • "Ich selber hab erst vor 3 Monaten mit Muay Thai angefangen aber früher schon Kampfsport gemacht und trainier 3mal die Woche."
  • "Ich mach seit ungefähr Februar diesen Jahres MT und werd vll im Januar meinen ersten Kampf haben. keine Ahnung obs zu früh is, aber ich denk die Erfahrung isses auf jeden Fall wert."
  • "Seit September 2007 mach ich das jetzt schon, also knapp über ein Jahr. Ich trainiere, wenn es mir möglich ist, 4mal die Woche. Aber trotzdem möchte ich noch nicht kämpfen. Ich finde, dass ich noch einiges verbessern sollte bzw. MÖCHTE."

Diejenigen, die an Wettkämpfen teilnehmen möchten, sollten jedoch mindestens zwei Jahre regelmäßig und intensiv trainieren. Blutige Anfänger würden nur enttäuscht werden. Sie würden vermutlich auch demotiviert das Training aufgeben. Ein jahrelanges Training stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern gibt den Wettkämpfern auch ein Gefühl der Sicherheit.

Zusammenfassung

Die Dauer eines Kickboxkampfes variiert je nach Regelwerk und Art des Kampfes. Die meisten Kämpfe dauern 3 Runden à 3 Minuten, während Titelkämpfe über 5 Runden gehen können. Die Regeln und Techniken sind vielfältig und hängen vom jeweiligen Stil ab. Kickboxen ist eine faszinierende und anspruchsvolle Kampfsportart, die sowohl körperliche Fitness als auch mentale Disziplin erfordert.