Im Kampfsport ist es für viele Schüler ein erstrebenswertes Ziel, den Schwarzgurt zu erreichen. Jeder neue Gürtel stellt eine Belohnung für das Gelernte dar. Der schwarze Gürtel symbolisiert, dass der Schüler die Grundlagen des Trainings verstanden hat. Da es das Ziel jedes Kampfsportlers ist, sich zu verbessern, ist der schwarze Gürtel für viele von grosser Bedeutung.
Motivation und Durchhaltevermögen
Viele Schüler beginnen motiviert mit einer neuen Sportart, geben aber nach einiger Zeit wieder auf. Wer einen Kampfsport erlernen und den schwarzen Gürtel erreichen möchte, muss mit Leidenschaft dabei sein. Es erfordert Anstrengung, neben anderen wichtigen Dingen im Leben Zeit für das Training zu finden. Doch wenn man die Zeit dort gerne verbringt, ist es kein Problem, viel Energie ins Training zu investieren.
Um den Schwarzgurt zu erreichen, muss man an sich arbeiten und sich weiterentwickeln. Wer regelmässig trainiert und dies über viele Jahre beibehält, wird den schwarzen Gurt definitiv erreichen. Eine Trainingspause ist dabei durchaus in Ordnung. Um in einem Kampfsport gut zu werden, muss man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Zur Verbesserung muss man das trainieren, was man noch nicht beherrscht. Viele Menschen konzentrieren sich im Training auf die Dinge, die sie bereits gut können, was jedoch die Weiterentwicklung behindert.
Es ist normal, dass andere Teilnehmer schneller lernen. Davon sollte man sich nicht demotivieren lassen. Wer ein hohes Niveau im Kampfsport erreichen und den schwarzen Gürtel erlangen will, darf sich nicht mit anderen vergleichen. Dies könnte die Motivation mindern. Freuen Sie sich über jeden Erfolg und ärgern Sie sich nicht, wenn andere schneller lernen.
Rückschläge und der Weg als Ziel
Im Training wird es Rückschläge geben, was im Kampfsport kaum zu verhindern ist. Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen. Das Ziel eines Kampfsportes ist es, sich weiterzuentwickeln und über sich hinauszuwachsen. Kampfkünstler möchten körperlich und mental stark werden und sich zu einem Vorbild entwickeln. Die Gürtel markieren lediglich die einzelnen Schritte auf diesem Weg. Daher sollte man nie vergessen: Der Weg ist das Ziel.
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Schüler, die sich nur auf den Gurt konzentrieren, sind schnell entmutigt, wenn sie merken, wie schwer es ist, ihn zu erreichen. Sie neigen auch eher dazu, neidisch auf andere zu sein, wenn sie sich zu sehr auf dieses eine Ziel fokussieren. Geniessen Sie stattdessen die Zeit, die Sie im Training verbringen, und feiern Sie jedes Erfolgserlebnis.
Der Weg zum Schwarzgurt ist langwierig. Dies sollte man sich vor Augen halten, wenn man einen Kampfsport erlernen möchte. Doch wenn man mit Leidenschaft dabei ist und sich nicht unterkriegen lässt, wird man sein Ziel erreichen. Man sollte sich nicht zu sehr auf den schwarzen Gürtel konzentrieren, sondern sich über jedes kleine Erfolgserlebnis freuen. Schliesslich sollte das Ziel nicht nur der Gurt sein, sondern die Entwicklung zu einem besseren Ich.
Die Bedeutung der Gürtelgrade
An der Farbe des Obi (des Judo-Gürtels) kann man ablesen, wie intensiv sich ein Judoka mit dem Studium des Judos befasst hat. Die Schülergrade (Kyu) sind farbig. Je höher der Grad ist, desto dunkler wird die Farbe. Kinder legen ihre erste Gürtelprüfung (zum halbgelben Gürtel) im normalen Training ab. Alle übrigen Prüfungen bis zum 1. Kyu (brauner Gürtel) finden an den separaten Prüfungsterminen statt. Die Trainer entscheiden zusammen mit jedem Judoka, wann die Prüfung abgelegt werden kann und meldet diesen für die Prüfung an.
Prüfungsprogramme (Beispiele)
- Halbgelbgurt (6. Kyu)
- Gelbgurt (5. Kyu)
- Orangegurt (4. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
- Halbgrüngurt (4. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
- Yoko-Shiho-Gatame: Es müssen 3 verschiedene Varianten gezeigt werden.
- Kuzure-Kami-Shiho-Gatame: Es müssen 3 verschiedene Varianten gezeigt werden.
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- Grüngurt (3. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
- Blaugurt (2. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
- Braungurt (1. Kyu): Alle vorhergehenden Prüfungsprogramme sind selbstverständlich ebenso zu beherrschen.
Historischer Hintergrund des Gürtelsystems
Das heutige Gürtel-Ranglistensystem ist eine Erfindung des Judo-Begründers Jigoro Kano, der die brutale Schlachtfeldkunst des japanischen Jiu-Jitsu stark anpasste, um sie als ungefährlichen Sport in den Unterricht der Grund- und Hochschulen einführen zu können. Um 1922 übernahm Gichin Funakoshi für sein Karatetraining die Keikogi-Uniform, die Kano für das Judo entwickelte, auch Dogi oder kurz Gi genannt. Funakoshi übernahm auch das Judo-Gürtel-Ranglistensystem, das von der japanischen Kampfsportvereinigung (Butokukai) institutionalisiert und formalisiert wurde. Funakoshi kopierte das Judo-Ranglistensystem also wörtlich in das Karate. Dieses frühe Karate-Gürtel-Ranglistensystem umfasste zunächst nur drei Gurtfarben (weiss, braun, schwarz) und wurde später erweitert.
Am 12. April 1924 verlieh Funakoshi sieben seiner Schüler den Rang des 1. Dan (Schwarzgurt ersten Grades). Interessanterweise hatte Funakoshi zu der Zeit, als er seinen Schülern den Rang verlieh, weder im Karate noch in einem anderen Kampfkunstsystem selbst einen Gürtel-Rang, da es vor 1922 im Karate keine Ränge und Gürtel gab.
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Gurt-Prüfungen: Fluch oder Segen?
Didaktische Vorteile bietet das Gurtsystem allemal. Dafür wurde es auch erfunden. Trainerinnen und Trainer erlaubt es, technische ähnliche Gruppen zu bilden, um Unterrichtseinheiten stufengerecht aufbauen zu können. Beispielsweise sind Blaugurte innerhalb einer Schule auf ähnlichem Niveau und können daher gemeinsam einfacher trainieren und gegenseitig profitieren.
Gerade Kindern kann das Gurtsystem als ein kurzweiliger Anreiz bieten. Karate als lebenslange Herausforderung steht im Kindesalter nicht im Vordergrund, sondern das Entdecken und Entwickeln der Bewegungsgrundformen und das Erlernen der vielseitigen Karate-Grundschule. Es hilft, klare Ziele vermitteln und Unterrichtsstoff als Motivation in Gurtfarben einteilen zu können. Daher durchaus ein Segen.
Als Fluch wirken hingegen Gurtprüfungen, wenn das Ziel über den Weg gestellt wird. In anderen Worten: Das eifrige Sammeln der Gurte, um schnellstmöglich einen hohen Gurt als Trophäe tragen zu können, um sich nach innen und aussen zu profilieren. Leider gibt es auch Schulen, die schnell Gurte verteilen, um mit vielen Prüfungen zusätzliche, finanzielle Einnahmen zu generieren - wovon sich natürlich seriöse Schulen distanzieren.
Man muss klar erkennen, dass die Gurtfarben wirklich nur Dojo-intern als grober Vergleichswert dienen können. Es ist ein unausweichlicher Teil der menschlichen Natur, zu gruppieren und die komplexe Welt in klare Schubladen zu unterteilen. Aber diese Gewohnheit kann zu einer falschen Wahrnehmung der Realität führen.
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