Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Neben den weit verbreiteten Kampfsportarten Judo, Karate oder Kickboxen gibt es noch zahlreiche weitere und eher unbekanntere Kampfsportarten bzw. Kampfkünste. Im Folgenden findet ihr eine Liste mit Kampfsportarten.
Ursprung und Entwicklung
Die Geschichte der verschiedenen Kampfsportarten und Kampfkünste ist lang und reicht in vielen Ländern hunderte Jahre zurück. Die meisten Kampfsportarten sind in Asien entstanden, es gibt aber auch neuere Stilrichtungen. Somit sind bestimmte Kampfsportarten, Kampfkünste oder Kampfstile heute fester Bestandteil der jeweiligen Kultur oder Tradition. In vielen Fällen haben die heutigen Kampfkünste ihren Ursprung in der Bekämpfung von Feinden und der Abwehr gegnerischer Angriffe.
Von asiatischen Kampfsportarten geht eine große Faszination aus. Sie versprechen häufig nicht nur eine kämpferische Überlegenheit gegenüber (nicht selten körperlich stärkeren) Gegnern, sondern fast immer auch philosophische Ansätze, die zur Entspannung, Meditation und sogar zur geistigen Erleuchtung dienen. Japanische Kampfkünste werden unter dem Oberbegriff Budo zusammengefasst.
Im Gegensatz zu reinen Kriegskünsten ist der Budo Kampf auch stets durch eine innere Do-Lehre geprägt. Heutzutage wird asiatischer Kampfsport im Übrigen auch in sportliche und rein kämpferische Elemente getrennt. In China, wo auch der eigentliche Ursprung für das japanische Karate liegt, gilt Kung Fu nur als Oberbegriff vieler verschiedener Stile. Im Westen sind vor allem Shaolin und Wing Chun bzw. Wing Tsun sehr bekannt.
Neue Kampfsportarten
Überhaupt entwickeln sich immer wieder neue Kampfsportarten aus bestehenden Stilen. Auch in anderen asiatischen Ländern haben sich Derivate der verschiedenen Kampfkünste entwickelt. So spricht man beim koreanischen Tae Kwon Do oft von einer „akrobatischen Variante des Karate“.
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Zunächst waren im Westen nur Karate und Judo bekannt. Vor allem die Karate- und Kung Fu-Filmwelle der 1970er (hier allen voran Bruce Lee, Chuck Norris und David Carradine) hat zur Verbreitung von asiatischem Kampfsport im Westen beigetragen. Mittlerweile steigt das Interesse an weiteren asiastischen Kampfsportarten wie Jiu Jitsu, Aikido oder Kendo. Später kamen dann eher unbekannte Stile wie Aikido oder Kendo hinzu, die aber mittlerweile gleichrangig zu den anderen Kampfsportarten stehen.
Heute gelten Stile wie Tai Chi (das als „Schattenboxen“ gegen imaginäre Gegner im Prinzip oft mehr als Gymnastik denn als Kampfkunst betrachtet wird) als ebenso populär wie das reine Wettkampf-Judo der 70er Jahre.
Kampfsport vs. Kampfkunst
Es wird jedoch stets zwischen Kampfsport und Kampfkunst unterschieden. Obwohl die Begriffe Kampfkunst und Kampfsport oft synonym verwendet werden, handelt es sich in Wirklichkeit um zwei unterschiedliche Ansätze im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität, die auf Kampf und Selbstverteidigung ausgerichtet ist.
Das Hauptziel der Kampfkunst ist die Entwicklung von Selbstverteidigungsfähigkeiten, des Kämpfergeistes, einer Lebensphilosophie sowie der Harmonie zwischen Körper und Geist. Sie sind oft mit kulturellen und historischen Traditionen verbunden, und einige von ihnen haben auch spirituelle und ethische Aspekte. Viele traditionelle Kampfkünste, wie Judo, Kung Fu oder Aikido, legen Wert auf die Charakterbildung, den Respekt vor anderen und die Selbstbeherrschung. Obwohl Kampfkünste ihre eigenen Regeln haben, können sie im Training und in der Praxis oft flexibler sein.
Kampfsportarten hingegen konzentrieren sich auf den Wettkampf und die Anwendung spezifischer Regeln, um einen Sieger zu ermitteln. Die Kämpfer treten gegeneinander an, um Punkte zu sammeln, durch technischen Knockout (TKO) zu gewinnen oder den Gegner zur Aufgabe zu zwingen, gemäß den Regeln der jeweiligen Disziplin. Kampfsportarten sind streng durch Sportorganisationen geregelt, die die Wettkampfregeln, Gewichtsklassen, erlaubten Schlagarten, den Schutz der Kämpfer usw.
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Es ist erwähnenswert, dass einige Kampfkünste auch Kampfsportarten sind, wie z. B. MMA, Ringen, brasilianisches Jiu-Jitsu, Muay Thai, Kickboxen, Karate oder Taekwondo.
Kampfsportarten Liste
Um einen Überblick über alle Kampfsportarten und Kampfkünste (Material art) zu erhalten, hilft eine übersichtliche Liste von Kampfsportarten und den verschiedenen Kampfkünsten in alphabetischer Reihenfolge. Es sei aber dazu gesagt, dass diese Kampfsport-Liste bzw. Kampfkunst-Liste nicht vollständig ist, da es zu vielen Kampfsportarten und Kampfkünsten diverse Kampfstile gibt. Hinzu kommen zahlreiche verschiedene Kampfstile der jeweiligen Kampfkunst, welche in dieser Liste der Kampfsportarten und Kampfkünste jedoch nicht einzelne aufgeführt sind. Man könnte die Liste auch nach Alter oder dem kulturellem Ursprung gliedern.
Hier eine Auswahl bekannter Kampfsportarten:
- Aikido
- Boxen
- Capoeira
- Jiu Jitsu
- Judo
- Karate
- Kickboxen
- Krav Maga
- MMA (Mixed Martial Arts)
- Muay Thai
- Ringen
- Taekwondo
- Wing Chun
Auswirkungen und Vorteile des Kampfsports
Die Praxis von Sportarten oder Kampfkünsten bringt viele Vorteile für die körperliche und geistige Gesundheit mit sich. Dazu gehören die Verbesserung der körperlichen Fitness, die Steigerung des Selbstbewusstseins und der Selbstdisziplin sowie die Entwicklung sozialer Fähigkeiten.
- Körperliche Fitness: Das Training in Sportarten und Kampfkünsten beansprucht den gesamten Körper und verbessert so Ausdauer, Kraft, Flexibilität und Koordination.
- Selbstverteidigung: Regelmäßiges Training ermöglicht es dir, Selbstverteidigungstechniken zu erlernen, die dein Sicherheitsgefühl stärken und dir helfen, in Gefahrensituationen angemessen zu reagieren.
- Stressreduzierung: Zusätzlich tragen sie zur Stressreduzierung bei und verbessern dein Wohlbefinden durch die Ausschüttung von Endorphinen (den sogenannten Glückshormonen).
- Mentale Stärke: Disziplin und intensives Training fördern Entschlossenheit, Ausdauer und die Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen.
- Kognitive Fähigkeiten: Die Notwendigkeit, sich auf Bewegungen, Techniken und Taktiken zu konzentrieren, kann die kognitiven Fähigkeiten verbessern.
- Soziale Kompetenzen: Die Zusammenarbeit mit Partnern, Trainern oder Lehrern im Training führt zum Aufbau von Vertrauen und Respekt sowie zur Entwicklung von Kommunikations- und Sozialkompetenzen.
Die Wahl der richtigen Kampfsportart
Bevor du dich für eine bestimmte Kampfsportart oder Kampfkunst entscheidest, solltest du dir über deine Ziele (Selbstverteidigung, Gesundheit, spirituelle Entwicklung oder sportlicher Wettbewerb), deine Vorlieben und dein körperliches Aktivitätsniveau Gedanken machen. Fokussiert auf Selbstverteidigung ist Krav Maga oder ein Selbstverteidigungskurs. Es gibt keine Einschränkungen bei Kampfsportarten für Frauen. Falls gewünscht, werden oft spezielle Frauenkurse angeboten, die ohne Männer stattfinden. Beliebt sind auch Kampfarten, die eine gewisse Härte mit sich bringen.
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Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw. Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat. Die meisten Kampfkünste sind für Kinder eher spielerischer Natur.
Senioren sind zumeist in ihrer Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit eingeschränkt. Daher gilt es hierbei einen geeigneten Kampfsport zu finden.
Faktoren bei der Wahl der Kampfsportart
- Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
- Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
- Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
➡️ Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist. Wie schwer ist welche Kampfsportart? Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab? - Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht. - Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind. Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern.
Effektivität und Kondition
Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten? Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen. - Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung. - Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht.
Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport? Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus. - Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen. - Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Kraft und Beweglichkeit
Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus. - Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu. - Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl. - Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen. Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte. - In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern. - Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
Krav Maga als effektive Selbstverteidigung
Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
Häufige Fragen zum Kampfsport
Hier findet ihr Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Kampfsport.
Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?
Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben. - Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken. - Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe. Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.
Wann ist man bereit für einen Wettkampf?
Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist.
Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.
Wie oft sollte man Kampfsport trainieren?
Das ist ganz von eurem Ziel abhängig: - Wenn ihr an einem Wettkampf teilnehmen und euch mit den besten messen wollt, dann solltet ihr täglich trainieren oder mindestens 5-mal die Woche. Und das über mehrere Jahre. - Wenn ihr euch fit halten und im Ernstfall verteidigen möchtet, dann ist es ausreichend, wenn ihr zweimal die Woche trainiert. Und noch einen weiteren Sport (Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio…) ausübt. - Wenn euer Ziel ist, besser auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein, dann solltet ihr ein paar Intensivkurse besuchen.
Was kostet eine Mitgliedschaft in einem Kampfsport-Verein?
Die Mitgliedschaft im Verein für Kampfkunst variiert sehr nach Region und beläuft sich auf 30€ bis 100€ im Monat. Das hängt ganz davon ab, wie viele Mitglieder es gibt, wie teuer die Miete ist, welche Ausrüstung vorhanden ist.
Ein reiner Selbstverteidigungskurs, der einen Nachmittag lang geht, kostet meist um die 100€.
