Japanische Kampfsportarten: Eine umfassende Liste und ihre Bedeutung

Japanische Kampfkünste, auch bekannt als "Budo", haben eine reiche Tradition und sind tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Sie gehen weit über das Erlernen von physischen Kampftechniken hinaus und sind eng mit Philosophie, Spiritualität und dem Alltagsleben der Japaner verbunden. Diese Künste umfassen bekannte Disziplinen wie Karate, Aikido und viele andere, weniger bekannte. Sie sind nicht nur bei den Japanern äusserst beliebt, sondern finden auch hier viele Zuspruch.

Viele Menschen schätzen den Aspekt der Selbstverteidigung der Kampfkünste. Die Fertigkeiten, die sie lehren, können in gefährlichen Situationen nützlich sein und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Japanische Kampfkünste und Tradition

Die Kampfkünste Japans haben ihre Wurzeln in den jahrhundertealten Traditionen des Landes und wurden von den Samurai entwickelt. Diese Krieger wurden nicht nur für ihre Kampffertigkeiten, sondern auch für ihre Ehre, Loyalität und ihren Geist gefeiert. Dieser Geist bildet das Herzstück im Sport und spiegelt sich in Begriffen wie „Bushido“, dem „Weg des Kriegers", wider.

Die Verbindung zwischen Kampfkünsten und Spiritualität ist ein zentrales Merkmal der japanischen Budo. Die Praxis dieser Künste zielt nicht nur darauf ab, physische Fähigkeiten zu entwickeln, sondern auch auf die körperliche und geistige Entwicklung. Die Kämpfer streben danach, eine innere Ruhe und geistige Ausgeglichenheit zu erreichen. Dieses Konzept wird oft als „Zanshin“ bezeichnet, was einen anhaltenden, wachsamen Geist bedeutet. Inmitten von Konflikten oder Herausforderungen sollen Kämpfer ruhig und präsent bleiben.

Die Fertigkeiten spielen auch eine wichtige Rolle im Alltagsleben der Japaner. In Japan sind viele Schulen und Universitäten mit Dojos ausgestattet, in denen Schüler und Studenten den Sport erlernen können. Diese werden oft von jungen Menschen als eine Möglichkeit zur Selbstfindung und zur Entwicklung von Selbstvertrauen geschätzt. Ausserdem sind sie eine Form der körperlichen Aktivität, die Gesundheit und Fitness fördert.

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Darüber hinaus sind die Werte und Prinzipien, die in den Kampfkünsten gelehrt werden, tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Respekt, Demut, Entschlossenheit und Ehre sind Werte, die sowohl im Dojo als auch im Alltag geschätzt werden. Diese Prinzipien finden sich auch in anderen Bereichen des Lebens, sei es in der Arbeitswelt oder im sozialen Miteinander.

Kampfsport wie Jiu Jitsu, Abe-ry?, Aikid? oder Sumo sind ein Spiegelbild der japanischen Philosophie und Spiritualität und fördern die Entwicklung von Körper und Geist. Sie spielen eine wichtige Rolle im Alltagsleben der Japaner und sind ein lebendiges Erbe, das die Tradition und Moderne des Landes verbindet.

Bekannte japanische Kampfsportarten

Aikido

Aikido ist eine japanische Kampfkunst, deren Ursprünge in den traditionellen Kriegskünsten der Samurai liegt. In seiner praktischen Anwendung ist Aikido eine defensive Selbstverteidigung. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Kraft des Angreifers umgeleitet werden kann, was tatsächlich funktioniert. Aikido beinhaltet Elemente von Jiu Jitsu, Judo und Karate.

Der grosse Unterschied zu anderen Kampfsportarten besteht darin, dass zuerst versucht wird, dem Angriff auszuweichen und danach die Kraft gegen den Angreifer zu lenken. Wenn man beginnt, Aikido zu trainieren wird sicher zuerst das Hirn trainiert. Es stellt eine grosse Herausforderung dar, die Abläufe zu lernen. Dadurch ist Aikido sehr geeignet, um abzuschalten, denn beim Erlernen von Aikido braucht es sämtliche Sinne. Wenn die Abläufe in Fleisch und Blut übergegangen sind, wird das Training auch körperlich intensiver.

Traditionell und dem Prinzip des friedlichen Umgangs miteinander folgend, verzichtet Aikido auf Wettkämpfe. Wichtig ist, dass die Angreifer im Training viel Energie in die Angriffe einbringen und keine Aggressionen, denn wer aggressiv kämpft, agiert meistens kopflos und verliert den Kampf (nicht nur im Dojo).

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Ich glaube, wie bei anderen Kampfsportarten, sehr viel Geduld und Ausdauer. Aikido kann man bis ins hohe Alter praktizieren, da die Bewegungen dem natürlichen Bewegungsablauf folgen. Im Training gibt es verschiedene Übungsformen. Die Techniken werden auf den Knie und im Stehen, mit dem Holzschwert (Bokken), dem Stock (Jo) oder mit dem Holz-Messer (Tanto) ausgeführt, meistens jedoch ohne Waffen.

Judo

Judo ist eine beliebte, mittlerweile auch in Europa weit verbreitete asiatische Kampf-sportart, die 1882 von dem japanischen Pädagogen Dr. Jigoro Kano aus dem Jiu-Jitsu entwickelt wurde. Beim Judo versuchen die Kämpfer, ihren Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, mit speziellen Techniken auf den Boden zu werfen und mit Halte-, Hebel- und Würgegriffen zum Aufgeben zu bewegen.

Aus Japan stammende Kampfsportart (sanfter Weg) die vom Jiu-Jitsu abgeleitet wurde. Die Wett-kämpfe finden auf einer quadratischen Kampffläche von bis zu zehn Meter Seitenlänge statt, umgeben von einer Sicherheitszone, die einen Meter breit ist. Ein Judokampf wird geleitet von einem Kampfrichter auf der Matte und zwei Außenrichtern, die an zwei gegenüberliegenden Mattenecken sitzen.

Die Judokas (Judokämpfer) tragen einen Judogi, einen weißen Judoanzug, dessen Jacke aus besonders starkem Leinen oder Baumwollstoff hergestellt wird. Die Jacke wird von einem Gürtel zusammengehalten, der zweimal um den Körper gewickelt und mit einem einfachen Knoten gebunden wird. Die Farbe des Gürtels zeigt den Grad des Kämpfers an.

Vor dem Kampf stellen sich die Kämpfer im Abstand von vier Metern gegenüber auf und verbeugen sich voreinander. Dies ist die formelle und traditionelle Höflichkeitsbezeugung vor und nach jedem Kampf. Der Kampf beginnt, wenn der Schiedsrichter Hajime (Beginnt) ruft. Ein Kampf dauert mindestens drei und höchstens 20 Minuten.

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Das Ergebnis des Kampfes wird nach Wurftechniken (Nage-waza) und Grifftechniken (Katame-waza) bewertet (auch eventuelle Verwarnungen wegen Regelverletzungen werden berücksichtigt). Der Kampf endet, wenn die Kampfzeit abgelaufen ist oder wenn ein Kämpfer Ippon (einen ganzen Punkt) erreicht. Ist die volle Kampfzeit abgelaufen, gewinnt derjenige Kämpfer, der die meisten Punkte erzielt hat. Ippon kann für einen gelungenen Wurf oder für eine Grifftechnik (Armhebel oder Würgegriff) gegeben werden (wenn der Gegner aufgibt oder wenn er 25 Sekunden lang festgehalten wird. Ein Kämpfer, der einen Ippon nicht ganz erreicht, kann einen Waza-Ari (fast einen Punkt) erhalten, der sieben Punkte zählt. Zwei Waza-Ari entsprechen einem Ippon.

Wie bei anderen Kampfsportarten sind der Stil und die korrekte Ausführung der Techniken wichtig. Der Schiedsrichter nimmt dies in seine Wertung mit auf.

Jiu Jitsu

Beim Jiu-Jitsu (vom japanischen Ju: «sanft») verwenden die Kämpfer Haltegriffe, Würgegriffe, Würfe, Hebelgriffe, Tritte und Atemi (Schläge auf empfindliche Körperstellen). Diese Techniken sind nur insofern sanft, als sie dazu dienen, einen Angriff abzuwehren oder unter Kontrolle zu bringen.

Karate

Kung-Fu (chinesisches Boxen) ist neben Karate die bekannteste Kampfsportart. Beim Kung-Fu werden Beinstöße, Schläge, Würfe, Körperdrehungen, Ausweichbewegungen, Haltegriffe, Duckstellungen und schnelles Hochspringen, Sprünge und Abrollen, Radschlagen und Überschläge eingesetzt. Bei diesen Bewegungstechniken wird öfter als bei Karate die geöffnete Hand eingesetzt, wie z. B.

Sumo

Im Sumo, einem beliebten japanischen Wettkampfsport, treten außergewöhnlich kräftig gebaute Männer gegeneinander an und versuchen, sich gegenseitig aus dem Ring zu drücken oder zu Boden zu werfen.

Die Ringer kämpfen barfuss und tragen lediglich einen Lendenschurz (Mae-tate-mitsu) und einen dicken seidenen Gürtel (Mawashi). Der traditionelle Haarknoten der Kämpfer wird je nach Klasse des Ringers O-icho-mage oder Chon-mage genannt.

Der Kampf wird in einem kreisrunden, um 65 Zentimeter erhöhten Ring mit einem Durchmesser von etwa 4,50 Metern ausgetragen. Über der Kampffläche befindet sich ein Dach (Dohyo), das dem Dach shintoistischer Heiligtümer ähnelt. Der Boden des Ringes ist mit lehmgefüllten Säcken bedeckt.

Eine Grundtechnik des Angriffs ist das Schlagen mit der Hand (Tsuppari). Ein Gegner kann durch eine Serie schneller, harter Schläge aus dem Ring gedrängt werden. Darüber hinaus gibt es Schiebe-, Hebe- und Grifftechniken. Eine grundlegende Grifftechnik ist der Griff nach dem Gürtel des Gegners, mit dem dieser aus dem Ring gezogen wird (Yori-kiri). Eine Variante dabei ist Yori-taoshi, bei der beide Gegner aus dem Ring fallen. Sieger ist derjenige Kämpfer, der oben zu liegen kommt.

Kampfsport mit Waffen

Japan hat auch eine reiche Tradition von Kampfsportarten mit Waffenarten, die als „Koryu“ oder „Kobudo“ bekannt sind. Diese Sportarten konzentrieren sich auf den geschickten Umgang mit verschiedenen traditionellen Waffen und haben eine lange Geschichte.

Hier sind einige der bekanntesten Budo mit Waffen:

  • Kendo: Kendo ist eine moderne japanische Kampfkunst, die den Schwertkampf der Samurai nachbildet. Die Kämpfer tragen Rüstungen und verwenden Bambusschwerter, genannt „Shinai“, um Trefferpunkte am Körper ihres Gegners zu markieren.
  • Iaido: Iaido ist die Kunst des Schwertziehens und Konterns mit einem Katana, dem traditionellen Schwert der Samurai. Die Praktizierenden üben schnelle und präzise Bewegungen, um sich effektiv gegen einen Angriff zu verteidigen.
  • Kobud?: Kobudo konzentriert sich auf den Umgang mit traditionellen Waffen wie Schwerter, Stäbe, Ketten, Schlagwaffen und mehr.
  • Kyudo: Kyudo ist der japanische Bogenschiesssport und legt wert auf Prinzipien der Konzentration, Atmung und Präzision.
  • Naginatad?: Naginatad? ist die Kunst des Umgangs mit der Naginata, einer langen Waffe mit einer Klinge am Ende.

Weitere Kampfsportarten

Neben den bereits genannten Kampfsportarten gibt es noch weitere traditionelle japanische Kampfkünste:

  • AboNinjutsu
  • Seishin Ryu Jitsu

Selbst mit dieser Auflistung haben wir noch nicht alle japanischen Kampfsportarten behandelt, die es gibt. Wie du siehst, sind diese Sportarten wichtiger Teil japanischer Kultur. Neben der langjährigen Tradition gehören sie zum modernen Leben dazu und sind damit typisch für Japaner!