Was ist beim MMA verboten? Ein umfassender Überblick über Regeln und Vorschriften

Mixed Martial Arts, kurz MMA, ist ein aufstrebender Sport, der unterschiedliche Disziplinen des Kampfsports vereint. MMA ist eine Wettkampfsportart, in der man auch mit unkonventionellen Techniken schnell siegreich aus einem Kampf hervorgehen kann.

Die Ursprünge und Entwicklung von MMA

Die Ursprünge des Mixed Martial Arts reichen weit zurück und können bis zu den Olympischen Spielen im Jahr 648 v. Chr. zurückverfolgt werden. Damals wurde Pankration, das Kampftraining der griechischen Armeen, als Kampfsport des antiken Griechenlands angesehen. Im Jahr 393 n. Chr. verbot der römische Kaiser Theodosius I. die Olympischen Spiele, wodurch auch das Pankration verschwand.

Schon in der Antike gab es auch in China Formen des gemischten Kampfsports in Form von Leitai. Im Jahr 1985 entwickelte der professionelle Shoot-Wrestler Satoru Sayama Shooto. MMA erlangte in Nordamerika erstmals Bekanntheit, als die Gracie-Familie beschloss, ihr brasilianisches Jiu-Jitsu (BJJ) in den USA vorzustellen.

Die Ultimate Fighting Championship (UFC) wurde zur führenden MMA-Veranstaltungsorganisation. Im Jahr 2001 wurden jedoch Regeln eingeführt, um den Sport sicherer zu machen. Die Reality-TV-Show The Ultimate Fighter, die 2005 erstmals ausgestrahlt wurde, verlieh dem Sport ebenfalls einen Aufschwung.

Die Unified Rules of MMA

Die Regeln des Mixed Martial Arts (MMA) variieren je nach Organisation und Land. Die Unified Rules of MMA wurden allerdings weltweit akzeptiert und bilden damit eine Schnittmenge der Gewichtsklassen, Gewinnbedingungen und unerlaubten Aktionen während des Kampfes. Für MMA, also Mixed Martial Arts, gibt es verschiedene Regeln und Regelwerke. Die bekanntesten Regeln sind die Unified Rules of MMA, auf denen die meisten anderen Regelwerke basieren.

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Kampfbedingungen

  • Ein Kampf umfasst 3 Runden à 5 Minuten.
  • Titelkämpfe umfassen 5 Runden à 5 Minuten.
  • Um den Kampf zu gewinnen, sind Schläge mit dem Ellbogen, dem Knie sowie Tritte und drehende Rückhandfaustschläge erlaubt.
  • Männer und Frauen kämpfen barfuß.
  • Männer mit freiem Oberkörper, Frauen mit eng anliegendem Oberteil.
  • Die kurze Hose der Männer muss ohne Knöpfe und Reißverschlüsse sein.
  • Als Schutzausrüstung sind Zahnschutz, Tiefschutz und 110 Gramm schwere Faustschützer verpflichtend.

Siegmethoden

  • Knock-Out (K.O.) oder Technischer K.O. (T.K.O.): Festgestellt durch Ringrichter oder Ringarzt.
  • Aufgabe des Gegners: Durch Abklopfen oder mündliche Aufgabe (meist nach Hebel- oder Würgegriff).
  • Punktewertung: Wenn kein K.O. oder Aufgabe erfolgt, entscheidet die Punktwertung.
  • Unentschieden: Bei beidseitiger Disqualifikation oder K.O. nach unbeabsichtigter unerlaubter Aktion kann der Kampf als Unentschieden gewertet werden.

Verbotene Aktionen im MMA

Neben den festgelegten Siegmethoden und den Kampfbedingungen gibt es im MMA auch eine klare Liste an verbotenen Aktionen. Insgesamt gibt es 31 verschiedene Fouls, die unerlaubte Angriffe oder unsportliches Verhalten umfassen. Diese Verstöße können mit unterschiedlichen Strafen geahndet werden - von einer einfachen Verwarnung über einen Punktabzug bis hin zur Disqualifikation des Kämpfers.

Die wichtigsten verbotenen Aktionen im Überblick:

  • Beleidigungen, Spucken, Kratzen, Kneifen, das Festhalten der Hose des Gegners sowie Angriffe während Pausen oder Unterbrechungen gelten als Foul.
  • Missachtung der Schiedsrichterentscheidung, Eingriffe von außen und Kampfvermeidung werden ebenfalls bestraft.
  • Angriffe unter die Gürtellinie, auf die Wirbelsäule, den Hinterkopf und die Nieren sind strengstens verboten.
  • Kniestöße und Tritte gegen den Kopf eines am Boden liegenden Gegners sind unrechtmäßig.
  • Kopfstöße, Beißen, Haarziehen, Augenstechen und das Fishhooking (Greifen und Ziehen des Mundes) sind ebenfalls verboten.
  • Schläge und Griffe an die Kehle sowie das Greifen des Schlüsselbeins sind unzulässig.
  • Finger- und Zehenmanipulationen (z. B. Verdrehung oder Abspreizen) sind ebenfalls regelwidrig.
  • Greifen des Rings oder Käfigs oder das absichtliche Werfen des Gegners außerhalb des Rings oder Käfigs stellen einen Regelverstoß dar.
  • Fassen mit den Fingern in Körperöffnungen oder Wunden ist verboten.
  • Kampfverhalten, das den Gegner ohne Chance auf einen Sieg blockiert oder den Kampf vermeidet, wie z. B. das ständige Verlassen des Käfigs oder das Zurückweichen ohne Interaktion.

Wenn Kämpfer gegen die Regeln verstoßen, werden sie mit Verwarnungen, Punktabzügen oder Disqualifikationen bestraft, um Fairness und Sicherheit im Kampf zu gewährleisten.

Gewichtsklassen im MMA

In der MMA gibt es verschiedene Gewichtsklassen, die in den Unified Rules festgelegt sind. Die UFC erkennt derzeit neun Gewichtsklassen für Männer an, darunter das Strohgewicht, Fliegengewicht, Bantamgewicht, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht, Halbschwergewicht und Schwergewicht. Für Frauen gibt es in der UFC derzeit zwei Gewichtsklassen, das Strohgewicht und das Bantamgewicht.

Hier eine Übersicht der Gewichtsklassen:

Gewichtsklasse Maximalgewicht (KG)
Atomgewicht 47,6
Strohgewicht 52,2
Fliegengewicht 56,7
Bantamgewicht 61,2
Federgewicht 65,8
Leichtgewicht 70,3
Weltergewicht 77,1
Mittelgewicht 83,9
Halbschwergewicht 93,0
Schwergewicht 120,2
Superschwergewicht Kein Limit

Die MMA-Gewichtsklassen beziehen sich jeweils auf das maximale Gewichts-Limit, um an der angegebenen UFC Gewichtsklasse teilnehmen zu dürfen.

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MMA Kampftechniken

In der MMA geht’s mächtig zur Sache. UFC Kämpfer aus verschiedenen Kampfsportarten treten gegeneinander an, so kommt der Großteil aus dem Thai-Boxen, Karate oder dem Brazilian- Jio-Jitsu zum Mixed Martial Arts. Gekämpft wird im „Stand Up“, jeder Kampf beginnt dementsprechend im Stehen. Im Verlauf der UFC Kämpfe kommt es meistens zum Clinch, das bedeutet, dass sich beide Kämpfer mit Faustschlägen oder Tritten duellieren. Des Weiteren wird ebenfalls am Ground / Boden gekämpft. Eine Position, in der die meisten UFC Kämpfe durch K.O. beendet werden.

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