Viele Wrestling-Fans fragen sich, ob das Wrestling früher besser war. Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, die Veränderungen im Wrestling im Laufe der Zeit zu betrachten.
In der Vergangenheit wurde mehr Wert auf Gimmicks und die Fähigkeit der Wrestler gelegt, das Publikum zu überzeugen. Heute wirkt vieles im Wrestling wie am Fließband produziert. So spult ein HHH z.B. schon seit Jahren immer die selbe Nummer im Ring ab. Er kommt raus mit Wasserflasche in der Hand, steigt in den Ring, dreht seinen Kopf hin und her, spuckt das Wasser aus dem Mund und beginnt zu quasseln.
Früher war das Wrestling glaubwürdiger. Es gab mehr Gimmicks und die Wrestler konnten überzeugen. Heute ist das größtenteils Wrestling vom Fließband.
Allerdings hat sich nach der alten Attitude Zeit wieder alles geändert. Jetzt sind die Storylines zum Teil richtig mies gemacht, dafür sind die Leistungen im Ring teilweise recht gut.
Die Entwicklung des Wrestling-Stils
Die Aktionen im Wrestling haben sich geändert. Wann sieht man heute noch einen Bearhug?
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Ich denke dass die qualität des Pro-Wrestlings im Wesentlichen auf dem selben (sehr hohen) Standard ist wie früher, nur die Essenz der Matches ist anders geworden. Wenn ich an das Hitman vs. HBK Ladder Match oder Cage Match zurückdenke und das z.B. mit den jüngsten Aufeinandertreffen von RVD und Rene Dupree oder Eddie G. und K. Angle vergleiche, dann ist der wesentliche Unterschied wohl, dass das Wrestling heute um einiges dynamischer ist als damals.
Früher wurde auf Bumps, Brawls und dergleichen Wert gelegt und auf eine gute Technik. Man konnte sich auf die Reaktionen der Fans verlassen (Beispiel Hitman = Face -> Cheers, HBK = Heel -> Booooooh; heute: Heat gegen Edge in dessen Heimatstadt).
Kurz gesagt: Der Style hat sich stark geändert, aber die Qualität ist nach wie vor hoch. (Wird momentan durch die oft schwachen Storylines übersehen, siehe Rating SD! trotz der guten Eddie vs. Angle und RVD vs.
Das "Wrestling" ist heutzutage besser und realistischer!
Die Bedeutung von Storylines und Entertainment
Es kommt vermutlich darauf an, wie man Wrestling (also die In-Ring-Leistung) und das Entertainment gewichtet. Ich kann durchaus auch damit leben, wenn die Story um ein Match passt und es mehr um das Entertainment geht, als um die Leistung im Ring.
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Hulk Hogan vs Sid Justice 1992 bei Wrestle Mania mal als Beispiel. Rein wrestlerisch ziemliche Katastrophe incl. versautem Finish, aber die ganze Atmosphäre, das Drama im Ring, incl. des Warrior-Returns, macht mir auch heute noch Gänsehaut.
Für mich ist aber ganz klar die Leistung im Ring wichtiger. So um WM 1 rum war Wrestling bei WWF/WWE plakativ gesagt, zwei recht unbewegliche Muskelprotze kloppen auf einander ein, ein Bodyslam ist schon das Höchste der Gefühle. Wie es in anderen Promotions zu der Zeit aussah, weiß ich nicht.
Optimal ist es für mich, wenn man eine starke Story rund um das Geschehen im Ring hat, wenn die Wrestler harmonieren und das Match eine gute Story erzählt und die Protagonisten ein technisch sauberes Match abliefern. Paradebeispiel ist da für mich das Tag Team Match "2 out of 3 Falls" zwischen DIY und The Revival bei NXT Takeover Toronto (?).
Letztendlich hängt es an der persönlichen Präferenz.
Mir fehlen aber heut zu Tage grade bei WWE gut erzählte Storylines. Nur Technikfeuerwerke im Ring machen es am Ende auch nicht, wenn man einen austauschbaren Kurzhosenträger gegen einen anderen austauschbaren Kurzhosenträger hat.
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Die Attitude Ära und ihre Auswirkungen
Also rein auf die WWF/E bezogen hat mir die Zeit zwischen ca. 1985 und 1994 am besten gefallen. 1995 und 1996 war schlecht und mit dem Begin der Attitude Zeit 1997 bis ca. 2000 ging es richtig bergab. Sinnlose Titelwechsel bei fast jeder Show, übertrieben extreme Storylines mit zuviel Gewalt außerhalb des Rings, oftmals ziemlich schwaches Wrestling und viel zu viel Gelaber kennzeichneten diese fürchterliche Zeit der WWF Geschichte. Da gefällt mir das WWE Produkt heute wieder deutlich besser. Egal welche Liga, die schlimmste Zeit war für mich immer die in der Vince Russo etwas zu sagen hatte. Wie ich diesen Drecksack hasse.
Der Vorteil der Attitude Ära waren die geschaffenen Wrestler mit ihrem Charisma. HBK als Führer der D-X, Kane, Taker, Autin, Rock, Foley..... diese Figuren zwangen einen zum einschalten. Die Storylines waren damals auch teils sehr übertrieben und die Leistungen im Ring waren echt unter aller Sau.
Die beste zeit war die Addittude Zeit. da dort der Mix gestimmt hat. Triple H, The Rock, Steve austin, DX, Hart Fondation, Die Ministry of Darknes .. alles gute und abwechlungsreiche Gimicks, dazu viele gute Story Lines (man erinner sich nur an Vince vs. Austin, die wohl beste Fede aller Zeiten), und im Ring hat man auch gemerkt das alles etwas härter war. In den ME`s konte man sich fast drauf verlassen das es schöne Brwals gab, Hardcore war kein Fremdwort für die WWE, und auch das Wrestling kam eigentlich nicht wirklich zu kurz.
Die heutige WWE
Heute kommt mir alles vor wie ein Risiger einheitsbrei. von richtiger Gimick bildung ist kaum was zu spüren, dafür rennen fast ALLE in Badehosen rum. richtig gut aufgebaute Feden giebts wen überhaupt nur noch für die MEler, die Midcard dümpelt so vor sich hin, die TT Divison ist unter aller sau ... ne so kanns nicht auf dauer weiter gehen.
Als ich angefangen hab mit der WWE bestanden die TV shows zu 99 % aus Jobber Kämpfen, und als ME gabs immer das aufeinandertreffen von 2 Stars. Das hatte den Vorteil das sich die Superstars richtig herausstellen konten und immer was von "Unbesiegbar" hatten. So das das aufeinandertreffen 2er Stars immer was ganz besonderes war.
Heute treffen die PPV MEler schon bei Raw und SD aufeinander, so das die PPV`s ganz klar schwächer rüber kommen. War es früher was besonderes wen 2 richtige Stars aufeinander teffen, ringt das heute höchstens noch ein Müdes lächeln ab, da heute schon leute wie Triple H und Orton fast wöchentlich bei Raw aufeinander Treffen.
Die WWE im Überblick
Die WWE ist die einzige weltweit agierende Wrestling-Organisation. Sie wurde 1952 gegründet (damals noch unter dem Namen Capitol Wrestling Federation), 1963 in WWWF umbenannt, bevor sie 1979 in WWF (World Wrestling Federation) umbenannt wurde.
- Seit 1999 ist die WWE auch an der New Yorker Börse. Der Aktienkurs liegt derzeit bei 23,50$ pro Aktie
- Die WWE hat eine eigene App, welche bereits mehr als 10,3 Millionen mal heruntergeladen wurde.
Vor den Kämpfen wird den Wrestlern verraten, wer am Ende den Ring als Sieger verlässt. Jedoch sind nur die wenigsten Kämpfe komplett choreografiert. Meistens wird den Beteiligten lediglich die End-Sequenz mitgeteilt, an welche sich die Teilnehmer strikt zu halten haben. Für den Rest sind die Wrestler selbst verantwortlich.
Die Beteiligten besprechen vor den Matches den groben Ablauf: Wann bestimmte Aktionen gezeigt werden. Den Rest „besprechen“ die Wrestler während des Kampfes (möglichst leise, damit niemand im Publikum etwas hört). Niemand wird also überrascht, wenn ein Muskelberg plötzlich aus der Ringecke angeflogen kommt!
Wrestling wird oft mit der berühmt-berüchtigten Seifenoper verglichen. Die Kämpfe sind in komplexe Geschichten eingebunden, die im und außerhalb des Rings erzählt werden - über Kämpfe, Interviews, Backstage-Segmente. Dabei wird dem Zuschauer suggeriert, dass alles echt wäre.
So verraten sich beste Freunde wegen einer Frau, zwei Brüder bekriegen sich oder mehrere Wrestler schließen sich zusammen um die WWE zu terrorisieren. Klassisches Schema: Gut gegen Böse! Es fehden zumeist ein „Guter“ (im Fachjargon „Babyface“) und ein Bösewicht („Heel“) gegeneinander.
Ein Wrestler muss nicht nur athletisch sein, sondern auch schauspielern können, um seine Rolle (das sogenannte „Gimmick“) glaubhaft darzustellen. Mit der Erhöhung des Showfaktors Ende der 80er Jahre wurden auch die Gimmicks immer verrückter und comic-hafter So gab es Gefängniswärter, Clowns, Indianer und auch Müllmänner.
Zu einem Gimmick gehört eine exklusive Einzugsmusik sowie oft auch eigene Sprüche (sogenannte „Catchphrases“), die nur von diesem Gimmick benutzt werden. Heutzutage legt die WWE mehr Wert auf Realismus.
Regeln und Match-Arten
Im Gegensatz zum Boxen gibt es beim Wrestling keine Gewichtsklassen. Ein 200 Kilogramm schwerer Kampfkoloss tritt also auch gegen einen 80 Kilogramm schwere Hühnerbrust an.
Ähnlich wie beim klassischen Ringen besiegt man den Gegner, in dem man in mit den Schultern auf den Ringboden drückt. Schafft man dies für drei Sekunden, ist der Kampf beendet.
Ein Wrestler verliert aber auch, wenn er dem Ringrichter signalisiert, dass er aufgeben möchte.
Es gibt Regeln, diese sind jedoch von Match zu Match verschieden. In einem normalen Kampf dürfen keine Gegenstände benutzt werden und ein Wrestler darf sich nicht länger als neun Sekunden außerhalb des Ringes aufhalten.
Aktionen in den Ringseilen, in die Haare greifen sowie Tiefschläge sind ebenfalls verboten und können zu einer Disqualifikation führen.
Im Grunde sind der Fantasie der Booker (so werden die „Drehbuch“-Autoren genannt) keine Grenzen gesetzt. Neben den normalen Matches gibt es jede Menge Sonderkämpfe.
- Tag Team - Teams aus je zwei Wrestlern kämpfen gegeneinander
- Käfig - das Spektakel findet in einem oben offenen Käfig statt
- Hell In A Cell - ein viel größererer Käfig, der oben geschlossen ist
- Table Match - wer zuerst seinen Gegner durch einen Tisch haut, gewinnt
- Ladder Match - wer zuerst mittels einer Leiter den Titel (der unter der Hallendecke hängt) ergreift, gewinnt
- Extreme Rules - keine Regeln, alles ist erlaubt
- Triple Threat - drei Superstars kämpfen gegeneinander
- Fatal 4 Way - vier Superstars hauen sich gegenseitig die Birne ein
- TLC (Table/Ladder/Chairs) - Stühle, Tische und Leitern sind erlaubt
- Lebendig begraben - wer seinen Gegner zuerst in ein offenes Grab werfen kann, gewinnt
- Inferno Match - der Ring steht in Flammen
Die Gefahr im Wrestling
Wenn der Zuschauer den Eindruck hat, dass ein Wrestler hart auf den Boden geflogen ist - dann ist er auch hart auf den Boden geflogen. Damit sich die körperlichen Schäden in Grenzen halten, ist eine gut ausgebildete Muskulatur nötig. Schläge und Tritte werden jedoch so ausgeführt, dass sich die Beteiligten nicht weh tun, bzw. versuchen sie es. Auch wenn die Wrestler die Aktionen beherrschen, kann es auch zu (teils schweren) Verletzungen kommen.
Falsch ausgeführte Aktionen können schnell zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Daher appellieren alle Wrestling-Organisationen dauerhaft, die Moves niemals nachzumachen, da zu einer perfekten und sicheren Ausführung, jahrelanges Training von Nöten ist.
Neben dem Training ist das Vertrauen in den Gegner das Wichtigste. Nur wenn Beide die Aktion sauber ausführen, können Verletzungen minimiert werden. Dabei müssen sich die Kämpfer blind vertrauen können - auch wenn sie sich privat nicht leiden könne
Die größten Wrestler
In den 50er, 60er und 70er Jahren dominierten Männer wie Buddy Rogers, Bob Backlund, Ric Flair oder Bruno Sammartino die Wrestling-Szene vor allem im Osten der USA. Dabei stand der eigentliche Kampf der Akteure im Vordergrund. Es sollte echt wirken und daher suchte man die große Show vergebens.
Als Hulk Hogan 1984 zur WWE zurückkehrte (er wurde 1981 gefeuert, weil er ohne Absprache in „Rocky 3“ mitspielte), setzte die WWE alles auf ihn und baute das gesamte Marketing um den blonden Hünen herum. Ein nationaler TV-Vertrag sowie die Zusammenarbeit mit MTV führte zu neuer Popularität - gleichzeitig wurde der Showfaktor (u.a. auch durch Prominente wie Mr. T oder Cindy Lauper) erhöht. Die „Rock n' Wrestling-Ära“ wurde geboren.
Ab Mitte der 90er Jahre herrschte ein erbitterter Kampf zwischen den WWE und der WCW. So strahlten beide Ligen ihre wichtigsten TV-Show zeitgleich Montag Abends aus. Mit Stars wie „Stone Cold“ Steve Austin, The Rock und dem Undertaker ging die WWE als Sieger aus dem Ring und erzielte die höchsten Einschaltquoten in ihrer Geschichte.
Experten und Wrestlingfans diskutieren seit Anbeginn der Zeit, wer denn nun eigentlich der größte Wrestler aller Zeiten ist. Namen wie Hulk Hogan, Ric Flair, Bret Hart oder der Undertaker werden dabei genauso genannt wie The Rock oder „Stone Cold“ Steve Austin. In einer WWE-DVD aus dem Jahre 2011, bei der die 50 größten Wrestler aller Zeiten vorgestellt wurden, belegte Shawn Michaels den 1. Platz.
Nachdem The Rock und Steve Austin vor zehn Jahren die WWE verließen, wurde John Cena als DER Star der Liga aufgebaut. Gleichzeitig entwickelte die WWE ihre Ausrichtung wieder mehr in Richtung Familienunterhaltung (nachdem sie sich Ende der 90er Jahre primär an Erwachsene richtete), wodurch John Cena vor allem als Held für Kinder und das jüngere Publikum aufgebaut wurde - sehr zum Missfallen der älteren Fans, die ihn regelmäßig ausbuhen, während die Kinder (und Frauen) ihm euphorisch zujubeln. Daneben dominieren Stars wie CM Punk und Daniel Bryan das derzeitige Geschehen. Derzeitiger WWE-Champion ist jedoch Randy Orton!
Wrestlemania
Einmal im Jahr trifft sich die Wrestling-Welt zu einem einzigartigen Event: Wrestlemania! Diese mehr als vierstündige Monster-Show ist das Highlight des Wrestling-Jahres.
Die erste Ausgabe fand 1985 im weltberühmten New Yorker Madison Square Garden statt und sollte über das Schicksal der Firma entscheiden, da „Wrestlemania“ die erste Wrestling-Show war, die man nur im Pay-TV oder im Kino sehen konnte. Im Hauptkampf kämpfte Hulk Hogan zusammen mit Mr. T gegen Roddy Piper und Paul Orndorff.
Durch den Erfolg der Veranstaltung wurde die WWE endgültig zur größten und erfolgreichsten Organisation der USA. Als größter Moment der „Wrestlemania“-Geschichte gilt der Bodyslam von Hulk Hogan gegen Andre The Giant vor mehr als 90.000 Zuschauern in Detroit im Jahr 1987 („Wrestlemania 3“).
Das Mysterium Wrestling
Wrestling ist voller Drama, voller Action. Und nicht immer hält sich die Realität an das Drehbuch der harten Seifenoper.
Es passiert, dass Geschichten plötzlich geändert oder schnell fallen gelassen werden - und der Fan nie eine echte Auflösung erhält. So halten sich viele angebliche Mythen in der Wrestling-Welt noch immer.
Was wurde aus dem falschen Kane?
Am 26. Mai 2006 tauchte mitten in der TV-Show „RAW“ plötzlich ein zweiter Kane auf. Kane spielt in den WWE-Shows seit 1997 den Bruder des Undertaker - zunächst maskiert, dann oben ohne.
Wenigen Wochen später kam es zu Duell der beiden Kanes - die Kopie gewann. Doch die Story sollte am nächsten Abend bei „RAW“ ein schnelles Ende finden: Der echte Kane verprügelte sein Ebenbild, nahm ihm die Maske ab und warf ihn aus der Halle. Das war’s. Story vorbei.
Wer war die Kopie, wie sollte die Story eigentlich ausgehen? Der falsche Kane wurde von Drew Hankinson dargestellt. Er ist heute als Luke Gallows noch immer Teil der WWE. Mit AJ Styles und Karl Anderson ist er Mitglied bei „The Club“.
Da das Publikum nie richtig warm wurde mit der Story, beendete man die Fehde der beiden ganz schnell.
