Die Welt des Wrestlings: Berufe und Arten

Wrestling ist mehr als nur ein Kampf; es ist eine fesselnde Mischung aus Sport und Unterhaltung, die weltweit Millionen von Fans begeistert. Die Wurzeln des Wrestlings reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als es auf Jahrmärkten zur Belustigung des Publikums aufgeführt wurde. Heute hat sich Wrestling zu einem globalen Phänomen entwickelt, das von Organisationen wie der WWE (World Wrestling Entertainment) dominiert wird.

Die Entwicklung des Wrestlings

Bereits im 19. Jahrhundert wurde Wrestling in den USA (dort spricht man vom Pro Wrestling, um es von traditionellen Wrestling - engl. für Ringen, zu unterscheiden) vor allem auf Jahrmärkten abgehalten. Der erste Titel wurde 1880 bereits vergeben. So richtig ernst wurde es 1929, als die erste landesweite Organisation gegründet wurde.

Die WWE: Ein Gigant im Wrestling-Universum

Die WWE ist die einzige weltweit agierende Wrestling-Organisation. Sie wurde 1952 gegründet (damals noch unter dem Namen Capitol Wrestling Federation), 1963 in WWWF umbenannt, bevor sie 1979 in WWF (World Wrestling Federation) umbenannt wurde. Seit 1999 ist die WWE auch an der New Yorker Börse. Die WWE hat eine eigene App, welche bereits mehr als 10,3 Millionen mal heruntergeladen wurde.

Die Rollen im Wrestling

Im Wrestling zeigen fiktionale Charaktere mit verschiedenen Persönlichkeiten, ähnlich wie in Filmen und TV-Serien, eine Gut-gegen-Böse-Geschichte. Es fehden zumeist ein „Guter“ (im Fachjargon „Babyface“) und ein Bösewicht („Heel“) gegeneinander. Ein Wrestler muss nicht nur athletisch sein, sondern auch schauspielern können, um seine Rolle (das sogenannte „Gimmick“) glaubhaft darzustellen.

Bekannte Wrestler und ihre Gimmicks

Mit der Erhöhung des Showfaktors Ende der 80er Jahre wurden auch die Gimmicks immer verrückter und comic-hafter So gab es Gefängniswärter, Clowns, Indianer und auch Müllmänner. Heutzutage legt die WWE mehr Wert auf Realismus.

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Regeln und Matcharten im Wrestling

Für das Wrestling gelten allgemeine Grundregeln, die individuell kombiniert und abgewandelt werden können, was zur Entstehung diverser Eventualitäten führt. Die Anwendung unerlaubter Techniken führt zu Sanktionen, die mit der Disqualifikation verbunden sein kann. Selten kommt es zu einem Match ohne Wertung. Dieses erhält die Bezeichnung No Contest.

Verschiedene Matcharten

Im Grunde sind der Fantasie der Booker (so werden die „Drehbuch“-Autoren genannt) keine Grenzen gesetzt. Neben den normalen Matches gibt es jede Menge Sonderkämpfe.

  • Tag Team: Teams aus je zwei Wrestlern kämpfen gegeneinander.
  • Käfig: Das Spektakel findet in einem oben offenen Käfig statt.
  • Hell In A Cell: Ein viel größererer Käfig, der oben geschlossen ist.
  • Table Match: Wer zuerst seinen Gegner durch einen Tisch haut, gewinnt.
  • Ladder Match: Wer zuerst mittels einer Leiter den Titel (der unter der Hallendecke hängt) ergreift, gewinnt.
  • Extreme Rules: Keine Regeln, alles ist erlaubt.
  • Triple Threat: Drei Superstars kämpfen gegeneinander.
  • Fatal 4 Way: Vier Superstars hauen sich gegenseitig die Birne ein.
  • TLC (Table/Ladder/Chairs): Stühle, Tische und Leitern sind erlaubt.
  • Lebendig begraben: Wer seinen Gegner zuerst in ein offenes Grab werfen kann, gewinnt.
  • Inferno Match: Der Ring steht in Flammen.

Einzelmatches unterscheiden sich von Battle Royal-Matches, bei welchen die Anzahl der Kontrahenten unbeschränkt ist.

Die Realität im Wrestling

Wrestling ist eine Form des Unterhaltungssports, bei der die Ergebnisse der Kämpfe in der Regel vorher abgesprochen sind. Jedoch sind nur die wenigsten Kämpfe komplett choreografiert. Meistens wird den Beteiligten lediglich die End-Sequenz mitgeteilt, an welche sich die Teilnehmer strikt zu halten haben. Für den Rest sind die Wrestler selbst verantwortlich. Die Beteiligten besprechen vor den Matches den groben Ablauf: Wann bestimmte Aktionen gezeigt werden. Den Rest „besprechen“ die Wrestler während des Kampfes (möglichst leise, damit niemand im Publikum etwas hört).

Gefahren und Risiken

JA! Wenn der Zuschauer den Eindruck hat, dass ein Wrestler hart auf den Boden geflogen ist - dann ist er auch hart auf den Boden geflogen. Damit sich die körperlichen Schäden in Grenzen halten, ist eine gut ausgebildete Muskulatur nötig. Auch wenn die Wrestler die Aktionen beherrschen, kann es auch zu (teils schweren) Verletzungen kommen. Falsch ausgeführte Aktionen können schnell zu lebensgefährlichen Verletzungen führen, daher appellieren alle Wrestling-Organisationen dauerhaft, die Moves niemals nachzumachen, da zu einer perfekten und sicheren Ausführung, jahrelanges Training von Nöten ist.

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Bekannte Persönlichkeiten im Wrestling

Experten und Wrestlingfans diskutieren seit Anbeginn der Zeit, wer denn nun eigentlich der größte Wrestler aller Zeiten ist. Namen wie Hulk Hogan, Ric Flair, Bret Hart oder der Undertaker werden dabei genauso genannt wie The Rock oder „Stone Cold“ Steve Austin.

Aktuelle Megastars

Nachdem The Rock und Steve Austin vor zehn Jahren die WWE verließen, wurde John Cena als DER Star der Liga aufgebaut. Daneben dominieren Stars wie CM Punk und Daniel Bryan das derzeitige Geschehen. Derzeitiger WWE-Champion ist jedoch Randy Orton!

Wrestling in Deutschland

Die größte Wrestling-Promotion in Deutschland ist Westside Xtreme Wrestling (wXw). Die wXw ist im Vergleich zum Marktführer dennoch recht klein. WWE-Shows sind stark von Soap-Opera-Elementen geprägt, auch viele andere Promotions haben ihren eigenen Stil.

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