WWE 2K20: Probleme und Kritik am Spiel

Bis vor kurzem war die WWE-Reihe für unterhaltsame Wrestling-Action mit starker Lizenz und sehr guter Spielbarkeit bekannt.

Im Vorfeld zu WWE 2K20 wurde bekannt, dass Yuke's nicht mehr an der Entwicklung der Spielereihe beteiligt sein wird. WWE 2K20 ist somit das erste Spiel aus der Feder von Visual Concepts.

Doch in den letzten Jahren sank der Stern der vom japanischen Entwicklerteam Yuke’s programmierten Spielserie kontinuierlich und gipfelte schließlich sowohl in der geräuschvollen Trennung von Yuke’s und der WWE als auch in dem Release des technisch absolut unterirdischen WWE 2K20, dem absoluten Tiefpunkt der Reihe.

Technische Probleme und Gameplay

Das Spiel ist technisch leider ein absolutes Downgrade zum Vorgänger.

Die Haarphysik war ja noch nie eine große Stärke des Spiels, nun ist sie aber sogar mit die größte Schwäche, denn bei vielen langhaarigen Stars, allen voran natürlich den Frauen, haben die Haare einfach gar keine Physik mehr.

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Wenn Charlotte sich beispielsweise zum Figure-8 vom Boden abstützt, fällt ihr Haar nicht in Richtung Ringmatte, sondern bleibt wie Beton auf den Schultern liegen und der Zopf von Bianca Belair, den sie normalerweise bei ihrem Einzug herumwirbelt, gleicht einer kaum biegsamen Bambusstange.

Auch die Beleuchtung bei den Einzügen, die klare Stärke von WWE 2K19 war und die Einmärsche der Gladiatorinnen und Gladiatoren gut in Szene gesetzt hat, ist dieses Jahr weit schwächer.

Bei den Superstar-Modellen an sich gibt es auch wieder viel Licht und Schatten.

Schaut man sich beispielsweise den dieses Jahr neu ins Spiel gekommenen NXT-Superstar Keith Lee an, kommt man aus dem Staunen übertrieben gesprochen nicht mehr heraus.

So realitätsnah wurde in der Spielereihe wirklich selten jemand ins Spiel gebracht.

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Dann wiederum gibt es Stars wie Nikki Cross und Trent Seven, bei denen man sich fragt, ob die wirklich für das Spiel von den Entwicklern modelliert worden sind oder ob es sich hier um gut gemeinte, aber nicht gekonnte Kreationen aus der Creation Suite handelt.

Es werden doch eigentlich alle Stars mit der gleichen Scantechnik ins Spiel gebracht, wieso diese Differenzen?

Die größten Schwierigkeiten bestehen weiterhin bei den weiblichen Superstars, von denen einfach keine 1:1 so aussieht wie in der Realität.

Komplett aus den Wolken fällt man bezüglich der Technik dann im MyCAREER Modus. Viele nicht im Ring spielende Szenen wirken wie aus einer vergangenen Videospiel-Generation.

Ein großes Problem der Reihe seit Längerem ist die fehlende Liebe zum Detail.

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Im echten WWE Geschehen gibt es beispielsweise verschiedene Kommentatorenteams für alle Brands. Warum kommentieren in WWE 2K20 die gleichen drei Leute alle Brands?

Das war doch in der Serie auch mal anders, als man bei RAW und SmackDown! einstellen konnte, wer welche Show kommentiert.

Warum gibt es keine verschiedenen Ringsprecher je Brand?

Die Ansagen von Greg Hamilton, die dieses Jahr erstmals dabei sind, sind zwar weit besser eingesprochen als die seiner Vorgänger, aber Hamilton ist einfach nicht Ringsprecher in jeder Show.

Bekommt zudem eigentlich niemand mit, wie bescheuert die Ansagen für Tag Teams sind? "And here are your winners: Jimmy Uso. Jey Uso.

Warum gibt es keine lizensierten und gescannten Ringrichter?

2K wollte das Spiel nach eigener Aussage einsteigerfreundlicher machen und hat das seit Jahren bewährte Steuerungsschema des Spiels umgebaut.

Hier und da gab es ja immer mal wieder Änderungen über die Jahre, doch so umfangreich wie dieses Jahr hat man die Steuerung selten geändert.

Die wohl größte Änderung: Kontern befindet sich nicht mehr auf dem rechten Trigger (R2 auf der PS4, RT auf der Xbox One), sondern auf Dreieck (PS4) bzw. Y (Xbox One).

Dadurch ergibt sich auch eine Änderung bei Finishern, die jetzt nicht mehr per einzelner Taste ausgeführt werden.

Man muss jetzt zwei Tasten gleichzeitig drücken, X und Quadrat auf der PS4 bzw. X und A auf der Xbox One.

In welcher Welt dies eine Erleichterung und einsteigerfreundlicher sein soll, können wir uns ehrlich gesagt so gar nicht erklären.

Wenn ihr beispielsweise einen Superstar mit zwei verschiedenen Finishern aus dem Rennen ausstattet, wird der sekundäre der beiden Finisher mit 4 Buttons (!) gleichzeitig ausgeführt: Rennen, Alternativer Trigger und die beiden Buttons vorne auf dem Pad.

Die Steuerung ist zudem nicht aufs alte Schema umstellbar, das heißt man muss einfach damit leben und das neue Schema erlernen.

Wir haben so ein wenig den Eindruck als hätten die Entwickler gedacht, WWE 2K20 spielt sich einfach zu gleich zu WWE 2K19, also ändern wir mal die Steuerung ab und die Spielgemeinde kriegt ein neues Spielgefühl.

Das Gameplay ist im Großen und Ganzen aus WWE 2K19 bekannt und hier gibt es auch keinerlei Änderungen.

Es gibt aber auch keinerlei Verbesserungen und das ist, was uns dabei am meisten stört.

Schon in den Vorgängern hatte man vor allem in Matches mit Waffen oftmals das Problem, dass die Superstars ihren Gegner nicht korrekt anvisierten und oft ins Leere schlugen.

Das ist in WWE 2K20 gefühlt schlimmer als je zuvor.

Man muss sich ganz genau ausrichten, um dem Gegner eins mit einem Stuhl überzubraten.

Running Moves ohne Waffen gehen viel öfter ins Leere.

Die Kollisionsabfrage ist schlichtweg katastrophal.

In den Backstage-Arealen und Brawl-Arenen gibt es viel zu wenig Interaktion mit der Umgebung.

In alten Spielen der Serie konnte man in Backstage-Bereichen mit allerlei Gegenständen interagieren, was in WWE 2K20 völlig fehlt.

Der unserer Meinung nach hervorragend modellierte Boiler Room ist wohl das beste Beispiel dafür.

Dort stehen Fässer herum, dort ist ein brennender Ofen, doch all das ist nur Kulisse und in keiner Form nutzbar.

Generell kam es uns beim Testen so vor als spiele sich WWE 2K20 deutlich träger als zuvor.

Wir erwarten von einer Simulation ja kein Arcade-Tempo, aber etwas flotter dürfte es doch zur Sache gehen.

Es fehlt dem Spiel weiterhin an der Dynamik, die das echte Wrestling ausmacht.

Die Matches spielen sich im Grunde alle gleich.

Man reiht Move an Move, hat irgendwann seinen Signature aufgeladen, dann den Finisher und dann ist das Match vorbei.

Immerhin kontert die KI nicht mehr 90% der Moves in der Ringecke oder vom obersten Seil.

In den Optionen versteckt findet man noch einen Steuerungsassistenten, der Neueinsteigern des Spiels etwas unter die Arme greifen soll.

Aktiviert man diesen Assistenten, sucht die KI automatisch Moves aus, damit abwechslungsreichere Matches zustande kommen.

Als Spieler selbst muss man sich so nicht merken, welcher Move unter welcher Tastenkombination zu finden ist.

MyCAREER Modus

Wir alle kennen diesen Modus - doch nicht jeder feiert ihn.