Der Judogürtel, auch Judo-Obi genannt, ist ein wichtiger Bestandteil der Judo-Ausrüstung. Die Gürtelfarbe gibt die Graduierung des Judokas wieder und gibt Auskunft darüber, wie viele erfolgreiche Gürtelprüfungen abgelegt wurden. Dies dient den Trainern bei der Zuordnung zu Übungsgruppen und der Zuweisung von Aufgaben, die dem Entwicklungsstand entsprechen.
Entstehungsgeschichte des Judogürtels
Die Entstehung des Judogürtels geht zurück auf den Begründer des Judo, Jigoro Kano (1860-1938). Die Geschichte des Judogürtels reicht zurück bis ins Jahr 1883, als Jigoro Kano, der Begründer des Judo, das System der Farbkodierung einführte, um den Fortschritt der Schüler zu markieren.
In den Anfangsjahren des Judo gab es nur zwei Gürtelfarben: Weiß für Anfänger und Schwarz für Fortgeschrittene. In den 1930er Jahren wurde das Farbsystem, das heute noch verwendet wird, eingeführt. Zunächst gab es nur die Farben Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun und Schwarz.
Die Bedeutung der Farben variiert je nach Land und Verband. In Japan sind die Farben Weiß, Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun und Schwarz gebräuchlich. Weiß steht dabei für den Anfängergrad, Schwarz für den höchsten Grad.
Die Bedeutung der Gürtelfarben im Judo
Im Judo gibt es sechs Hauptfarben für den Gürtel, die jeweils einen bestimmten Rang oder Grad darstellen. Die Reihenfolge der Farben ist in der Regel wie folgt: Weiß, Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun und Schwarz. Es gibt auch eine Zwischenstufe zwischen Braun und Schwarz, die als Dan-Grad bezeichnet wird.
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Ursprünglich gab es nur zwei Farben: Weiß für Anfänger und Schwarz für Meister. Heute gibt es insgesamt neun Gürtelfarben im Judo, beginnend mit Weiß für Anfänger und endend mit Schwarz für Meister. Der Weißgurt wird von Anfängern getragen und symbolisiert Reinheit und Unschuld. Der Gelbgurt steht für die Erde, die Grundlage des Judo. Orange repräsentiert die aufgehende Sonne, während der Grün-Gurt das Wachstum des Schülers im Judo symbolisiert.
Die einzelnen Gürtelstufen haben folgende Bedeutungen:
- Der weiß-gelbe Gürtel ist der erste Gürtel, den ein Judoka erreicht, nachdem er den weißen Gürtel erhalten hat. Er symbolisiert das erste Stadium der körperlichen und geistigen Entwicklung im Judo. Der Schüler lernt in dieser Phase, grundlegende Techniken wie Würfe und Haltegriffe, um erfolgreich im Training zu sein.
- Der gelbe Gürtel zeigt, dass der Judoka die grundlegenden Techniken des Judo erlernt hat. Er hat gezeigt, dass er Disziplin, Engagement und Ausdauer hat, um erfolgreich im Training zu sein.
- Der gelb-orange Gürtel ist ein Zeichen dafür, dass der Judoka im Judo Fortschritte macht. Er hat die grundlegenden Techniken gemeistert und kann sie in unterschiedlichen Situationen anwenden.
- Der orange Gürtel zeigt, dass der Judoka ein höheres Verständnis für die Techniken des Judo erlangt hat. Er hat seine Fähigkeiten und seine Techniken verbessert und kann sie in einem Kampf erfolgreich einsetzen.
- Der orange-grüne Gürtel zeigt, dass der Judoka ein fortgeschrittenes Stadium im Judo erreicht hat. Er hat seine Techniken perfektioniert und kann sie effektiv im Training und im Wettkampf anwenden.
- Der grüne Gürtel ist ein Zeichen dafür, dass der Judoka ein hohes Maß an Technik und Wissen im Judo erlangt hat. Er hat die Fähigkeit, komplexe Techniken auszuführen und kann sie in einem Kampf effektiv einsetzen.
- Der blaue Gürtel ist ein Zeichen dafür, dass der Judoka ein sehr hohes Niveau im Judo erreicht hat. Er hat gezeigt, dass er ein hohes Maß an Technik, Wissen und Erfahrung besitzt.
- Der 1. Kyu ist der vorletzte Rang im Judo und wird oft als Brauner Gürtel bezeichnet. Dieser Gürtel wird von Judoka getragen, die kurz vor dem Erreichen des Meistergrads, dem 1. Dan, stehen. Im Vergleich zum Schwarzgurt gibt es jedoch immer noch Bereiche, an denen Judoka auf diesem Niveau arbeiten können, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.
- Der schwarze Gürtel (auch bekannt als Dan-Grad) ist der höchste erreichbare Rang im Judo. Er symbolisiert die höchste Stufe der Meisterschaft und des Wissens in dieser Kampfkunst. Ein schwarzer Gürtel im Judo zeigt, dass der Träger ein Meister seines Handwerks ist und eine tiefe Verbindung zur Philosophie des Judo hat.
Die Judo-Gürtelprüfung
Die Judo-Gürtelprüfung ist, wie der Name schon sagt, eine Prüfung. Im Rahmen der Prüfung wird nach vom Deutschen Judo-Bund (DJB) festgelegten Kriterien überprüft, ob das Prüfungsprogramm für die begehrte Graduierung in angemessenen Maß beherrscht wird. Die Prüfung ist also keine Formalie und kein Selbstläufer. Der Verein und die Trainer bereiten die Prüflinge darauf vor. Auf der anderen Seite müssen die Prüflinge die Prüfung auch ernst nehmen und sich darauf vorbereiten.
Jeder sollte den Gürtel erwerben, der dem Stand seines Judowissens und -könnens tatsächlich entspricht. Es ist verständlich, dass man den nächsten Gürtel möglichst schnell erreichen möchte.
Empfohlene Vorbereitungszeit und Anzahl der Prüfungen
| Zielgruppe | Empfohlene Vorbereitungszeit | Maximale Anzahl Prüfungen pro Jahr |
|---|---|---|
| Judoka bis 14 Jahre | 6 Monate | 3 |
| Judoka über 14 Jahre (bis zum 3. Kyu) | 3 Monate | 4 |
| Judoka für 2. Kyu und 1. Kyu | 6 Monate | - |
Es ergibt Sinn, sich die Zeit zu lassen und die Kyu-Grade über das Lebensalter zu verteilen. Die DJB-Empfehlung entspricht der schnellstmöglichen noch Sinn ergebenden Vorgehensweise im Hinblick auf die Ablegung von Prüfungen.
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Es ergibt keinen Sinn, auf eine Prüfung zu drängen und sich selbst zu überfordern. Es handelt sich lediglich um die schnellstmögliche Vorgehensweise, wenn sämtliche körperlichen und technischen Voraussetzungen vorliegen, d.h. wenn schon alles beherrscht wird, was in der Prüfung verlangt wird. Fast immer ergibt es mehr Sinn, sich mehr Zeit zu lassen, auf der Matte mehr Spaß zu haben - und auch andere Aspekte des Judos zu vertiefen (Selbstkontrolle, körperliche Stärkung, Wettkampfjudo, usw.).
Angst vor der Prüfung?
Angst braucht keiner zu haben. Angst ist ohnehin kein guter Ratgeber. Und: Ja, die Gürtel-Prüfung ist bei ordentlicher Vorbereitung gut zu schaffen. Keiner möchte durch eine Prüfung fallen - auch freut sich kein Prüfer, wenn er jemanden durchfallen lassen muss. Aber „verschenkt“ wird die Prüfung deswegen auch nicht. Deswegen muss jeder Prüfungsteilnehmer sich ordentlich vorbereiten.
Vorbereitung und Unterstützung
Der Verein, der Trainer und fortgeschrittene Judoka unterstützen, wenn ein Kandidat in der Vorbereitung nicht weiterkommt und Hilfe braucht. Das Trainerteam hat ein System entwickelt, welches die Prüfungsteilnehmer so gut wie möglich vorbereiten soll und das Risiko des Durchfallens möglichst minimieren soll. Aber jeder trägt eine Eigenverantwortung für das eigene Vorankommen im Judo, vor allem bei der Prüfungsvorbereitung.
Zur Vorbereitung gehören:
- Kenntnis der japanischen Namen
- Information über die Prüfungsanforderungen
- Vorgabe eines Mindesttrainingspensums, welches durch den Gruppentrainer kontrolliert wird
- Kyu-Gürtelprüfungs-Lehrgänge durch andere Trainer
- Leistungsorientierte Zulassungskontrolle zur Prüfung durch andere Trainer im Rahmen des letzten Kyu-Gürtelprüfungslehrgangs
- Unterrichtung, Erläuterung, Wiederholung der Prüfungsinhalte
- Hinweise bzgl. Prüfungsinhalte
Prüfungsinhalte
Die Prüfungsinhalte werden durch den DJB vorgegeben und sind auf der DJB-Seite „Prüfungsprogramm“ nachlesbar. Das offizielle Prüfungsprogramm für Kyu-Gürtelprüfungen ist dort der Grundsatzordnung des DJB und v.a. der Prüfungsordnung des DJB für Kyu-Grade zu entnehmen. Die dort genannten Inhalte sind Kerngehalt der Prüfung.
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Service für Mitglieder
Viele Vereine bieten ihren Mitgliedern im internen Bereich auf einem persönlichen digitalen Account folgende Informationen:
- Welche die nächste Qualifikationsstufe ist („welcher Gürtel“).
- Wann sie frühestens angegangen werden kann (unter Berücksichtigung des Mindestalters und der Vorbereitungszeit).
- Welches genaue Programm gelernt und beherrscht werden muss (Prüfungsprogramm).
- Welche Vokabeln dazu gelernt werden müssen (Glossar pro Gürtelstufe: Japanisch-Deutsch).
- Wann der Verein die nächsten Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgänge anbietet (Termine).
- Wann der Verein die nächste Prüfung anbietet (Termine).
- Ob seit der letzten Gürtelprüfung das notwendige Trainingspensum erreicht wurde.
Notwendiges Trainingspensum
Die Zulassung zur Prüfung setzt auch voraus, dass jeder Kandidat in einem Mindestumfang tatsächlich auf die Prüfung trainiert hat. Dabei ist logischerweise derjenige, der dreimal die Woche trainiert, schneller „prüfungsreif“ als derjenige, der nur einmal trainiert. Die Trainer notieren sich bei jedem Training, wer anwesend war und beurteilen am Ende des Trainings die Trainingsteilnahme.
Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgänge
Eine erfolgreiche Prüfung setzt eine gute Prüfungsleistung voraus. Dennoch kommt es vor, dass Prüflinge ggf. die formellen Prüfungsvoraussetzungen erfüllen, allerdings technisch noch nicht „prüfungsreif“ sind. Daher bieten viele Vereine systematisch vor den Prüfungen sog. Kyu-Gürtelprüfungs-Vorbereitungslehrgänge an, bei denen das gesamte Prüfprogramm durchgegangen und der Stand der Prüflinge angeschaut wird.
In der Regel werden zwei solche Lehrgänge angeboten, etwa 5 Wochen und 2 Wochen vor der Prüfung, so dass etwaige Mängel nicht nur angesprochen, sondern in der Zeit bis zur Prüfung behoben werden können. Die Teilnahme an dem Lehrgang ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
Prüfungsempfehlung
Die (ggf. eingeschränkte) Prüfungsempfehlung wird vom Trainer auf der Matte ausgesprochen und erklärt/erläutert und danach im internen Bereich auf dem persönlichen digitalen Account eingepflegt, so dass sie dort jederzeit nachgeschaut werden kann.
Prüfungsformalitäten
In der Regel finden zwei bis drei Prüfungen im Jahr statt; Prüfungszeiträume sind demnach in der Regel die Woche vor den Osterferien, die Woche vor den Sommerferien und die Woche vor den Weihnachtsferien. Die genauen Prüfungstermine werden im internen Mitgliederbereich mitgeteilt.
Zur Anmeldung zur Prüfung gehört:
- Sich rechtzeitig (d.h. im dann bekannt gegebenen Anmeldezeitraum) anmelden.
- Die Prüfungsgebühr entrichten.
- Seinen Judopass mit gültiger (aktueller) Jahressichtmarke vorlegen.
