Stoos-Schwinget: Joel Wicki triumphiert

Beim Stoos-Schwinget setzte sich Joel Wicki im Schlussgang gegen Sven Schurtenberger durch und sicherte sich den Sieg.

Der Schlussgang

Im Schlussgang setzte Joel Wicki dem Duell ein Ende, bevor es richtig begonnen hatte. Nach etwa 30 Sekunden bezwang er Sven Schurtenberger mit seinem Kurz. Wicki und Schurtenberger standen sich beim letzten Stoos-Schwinget vor zwei Jahren bereits im Schlussgang gegenüber. Und auch damals gewann der Entlebucher noch vor Ablauf der ersten Minute. Insgesamt kommt er nun auf fünf Bergkranzfest-Siege.

Wicki sagt: «Ohne Publikum fehlt viel an einem Fest. Aber ich bin dennoch glücklich, dass es so gut gelaufen ist für mich.» Joel Wicki wird von den Brüdern Erich und Marco Fankhauser geschultert. Alle drei gehören dem gleichen Schwingklub an.

Die Rangliste

Nebst Sven Schurtenberger klassierte sich der Zuger Marcel Bieri auf dem geteilten zweiten Rang - dank einer Maximalnote im 6. Gang gegen Romain Collaud. Im geteilten 3. Rang folgten Reto Nötzli (Sieg gegen Sandro Balimann) und Erich Fankhauser (Sieg gegen Stefan Studer). Ebenfalls im 3. Rang platzierten sich die Gäste Matthias Aeschbacher (Sieg gegen Dominik Waser), Kilian von Weissenfluh (Sieg gegen Stefan Arnold) und Lario Kramer (Sieg gegen Marco Fankhauser).

16 Kränze wurden insgesamt abgegeben. 10 gewannen die Innerschweizer, 5 die Berner und einer ging an die Südwestschweiz. Den Kranzgewinn verpassten etwa die Eidgenossen René Suppiger, Alex Schuler, Benji von Ah und Curdin Orlik.

Lesen Sie auch: Schwingen live sehen

Der Weg zum Schlussgang

5. Gang

Joel Wicki bekundete mit Überraschungsmann Jan Wittwer keine Probleme und holte sich den vierten Sieg und damit die Schlussgang-Teilnahme. Dort traf er auf Sven Schurtenberger, der gegen Severin Schwander einen Plattwurf landete.

Die Möglichkeit auf den Schlussgang hatte auch Marco Ulrich. Der Schwyzer fiel aber zurück, nachdem er gegen den nominell stärkeren Berner Fabian Staudenmann verlor. Die topklassierten Marcel Bieri und Matthias Aeschbacher trennten sich im Direktduell Unentschieden und verpassten den Sprung nach vorne. Siege feierten die Eidgenossen Mike Müllestein (gegen Roger Bürli), Reto Nötzli (gegen Niklaus Scherer) oder auch Erich Fankhauser (Adrian Klossner). Einen weiteren Gestellten setzte es für Christian Schuler gegen Dominik Gasser ab.

4. Gang

Der Berner Fabian Staudenmann bremste Joel Wicki vorerst. Staudenmann rang dem bisherigen Dominatoren des Tages einen Gestellten ab. Wicki blieb trotz des Unentschiedens gut im Rennen um die Schlussgang-Teilnahme.

Mit Matthias Aeschbacher fand ein anderer Berner immer besser in den Wettkampf. Aeschbacher besiegte Michael Gwerder, der nun in der Rangliste zurückfiel. Siege verbuchten die Innerschweizer Sven Schurtenberger (gegen Lario Kramer), Marcel Bieri (Florian Weyermann) und Marco Ulrich (gegen Michael Ledermann). Der Gersauer Ulrich lag derzeit auf dem geteilten 2. Rang. In seiner Karriere hat er noch nie einen Bergkranz gewonnen.

Hartnäckig hielt auch der Berner Jan Wittwer (Sieg gegen Roman Zurfluh) mit der Spitze mit. Nicht nach Wunsch verlief der 4. Gang für Reto Nötzli. Er musste gegen Stefan Studer erneut einen Gestellten hinnehmen. Ebenfalls gestellt endete das Duell zwischen Christian Schuler und Patrick Gobeli.

Lesen Sie auch: Emmentalisches Schwingen – Rangliste

3. Gang

Joel Wicki wurde in den ersten drei Gängen noch nicht wirklich gefordert, obschon er namhafte Gegner hatte. Mit drei Siegen ging der Entlebucher in die Mittagspause. Im dritten Gang bodigte er mit dem ersten Zug Christian Schuler. Es ist eine erstaunlich souveräne Vorstellung, zumal der 97-fache Kranzgewinner Schuler im Anschwingen auch einen guten Eindruck hinterliess.

Nebst Schuler mussten auch die Schwyzer Reto Nötzli und Michael Gwerder ein Unentschieden hinnehmen. Auch sie starteten mit zwei Siegen. Nötzli fand gegen Jan Wittwer, der im zweiten Gang Sven Schurtenberger besiegte, kein Rezept. Gwerder beisst sich am Urner Raphael Arnold die Zähne aus.

Den zweiten Sieg landeten unter anderem Sven Schurtenberger (gegen Marc Gottofrey), Mike Müllestein (gegen Sandro Balimann), Marcel Bieri (gegen Lukas Renfer), Erich Fankhauser (gegen Fredy Riedo) sowie die Berner Fabian Staudenmann (gegen Marco Fankhauser) und Matthias Aeschbacher (gegen Beat Kennel).

2. Gang

Weil im ersten Gang die Spitzenpaarungen oft zugunsten der Innerschweizer ausfielen, wurden im zweiten Gang Innerschweizer gegeneinander eingeteilt. So trafen die Eidgenossen Reto Nötzli und Marcel Bieri, beide mit Sieg gestartet, aufeinander. Nötzli gewann und hatte dadurch zwei Siege auf dem Notenblatt.

Ebenfalls ein Innerschweizer Duell fand zwischen Christian Schuler und René Suppiger statt. Schuler gelang ein Plattwurf und somit der zweite Sieg. Ein zweiter Sieg liess sich auch Joel Wicki (gegen Stéphane Haenni) notieren. Wicki gewann mit dem ersten Zug und machte bislang einen souveränen Eindruck. Gut ins Fest gestartet ist auch Michael Gwerder mit zwei Siegen. Der 21-jährige aus Brunnen gewann gegen Johann Borcard.

Lesen Sie auch: Livestream: Schwägalp Schwinget

Für die grosse Überraschung sorgte Jan Wittwer. Der Berner Oberländer düpierte den Luzerner Mitfavoriten Sven Schurtenberger. Wittwer agierte sehr defensiv und landet kurz vor Ende des Ganges einen Konter.

1. Gang

Nach der langen Zwangspause fiel der Start in dieses Bergfest etwas verhalten aus. Auf den drei Sägemehlplätzen der Sportanlage Wintersried in Ibach liess der eine oder andere Schwinger die letzte Entschlossenheit noch etwas vermissen. Das führte dazu, dass es viele Gestellte im ersten Gang gab.

Ein Unentschieden gab es für Benji von Ah (gegen Kilian von Weissenfluh), Alex Schuler (gegen Mickaël Matthey), Stefan Stöckli (gegen Simon Mathys), Erich Fankhauser (gegen Thomas Inniger) und Mike Müllestein (gegen Christian Gerber).

Zwei der Topfavoriten starteten hingegen mit Siegen: Joel Wicki und Sven Schurtenberger. Wicki bezwang im Spitzengang den Berner Matthias Aeschbacher mit innerem Haken und drückte am Boden nach. Schurtenberger konnte einen Vollerfolg gegen den Berner Curdin Orlik verbuchen.

Mit Siegen starteten auch der Luzerner René Suppiger (gegen Pascal Piemontesi) sowie die Schwyzer Reto Nötzli (gegen Steve Duplan) und Michael Gwerder (gegen Fabian Staudenmann). Die Neuauflage des Stoos-Schlussgangs von 2018 verlief aus Innerschweizer Sicht wunschgemäss. Der Zuger Marcel Bieri bezwang den Freiburger Lario Kramer. Mit Benjamin Gapany musste sich kurzfristig ein Eidgenosse abmelden. Sein Gegner im ersten Gang wäre Christian Schuler gewesen.