Manuel Scheibel ist ein Name, der in der Judo-Szene Deutschlands und international bekannt ist. Doch Scheibel ist nicht nur ein erfolgreicher Judoka, sondern auch ein angehender Bauingenieur, der sein Masterstudium absolviert. Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie duale Karriere im Leistungssport funktionieren kann.
Frühe Jahre und die Judo-Tradition in Abensberg
Die Kirchturmuhr schlägt Viertel vor Fünf. Morgens. "Ich bin kein Langschläfer", sagt Judoka Manuel Scheibel. Dann sieht man ihn alleine durch das bayerische Hinterland joggen. Vorbei an Feldern, Bäumen und einer kleinen Dorfkirche. So sieht es rund um das niederbayerische Abensberg aus. Hier ist Scheibel aufgewachsen, hier hat er Judo gelernt, wie so viele Andere.
Ein Ort, in dem eine Randsportart an erster Stelle steht, 19 Mal war der städtische Verein bislang deutscher Meister. Scheibel konnte gerade laufen, als er mit zweieinhalb Jahren angefangen hat. Seine Mutter nahm ihn mit. Jetzt, 20 Jahre später, bestreitet er seine erste Europameisterschaft in Warschau und hat einen eigenen Imagefilm gedreht.
Sportliche Erfolge und Herausforderungen
Für Manuel Scheibel, 23, ist die EM in Warschau sein erster großer Wettkampf bei den Erwachsenen.
Im ersten Kampf brauchte Manuel Scheibel (66kg) noch den Golden Score um seinen Gegner, Vernez (Frankreich), zu besiegen. Für die beiden nächsten Gegner reichte ihm die reguläre Kampfzeit um beide Kämpfe mit Wazaari für sich zu entscheiden. Im Halbfinale traf Manuel dann auf Ardanov (Rußland), der immerhin 2017 schon einmal 2. beim Grand Slam in Paris war. Auch dieser Kampf ging in den Golden Score, in welchem Manuel nach 1:03 min. Verlängerungszeit einen Wazaari erzielte und damit den Kampf für sich entscheiden konnte. Im Finale traf Manuel nun auf den Franzosen Corrado, welcher beim European Cup in Luxemburg vor wenigen Wochen noch Platz 2 belegte.
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Engagement in der Bundesliga
Am 5. Oktober finden die Bundesligafinals der Männer und Frauen statt.
In der Südliga haben sich die TSG Backnang und Abensberg für die Final Four qualifiziert. Im direkten Vergleich gewann Abensberg 8:6, allerdings haben die Abensberger zwei Begegnungen mit Unentschieden abgeschlossen. Damit stehen bei beiden Teams zehn Punkte in der Tabelle, die Kämpfe und Unterpunkte waren für die Reihenfolge ausschlaggebend.
Der TSV Abensberg geht ebenfalls mit Top-Judoka in die Finalrunde. „Erfolgreichster Starter in unserem Team ist der Schweizer Weltmeister Nils Stump. Aus deutscher Sicht ist Timo Cavelius unser Top-Mann“, berichtet Trainer Manuel Scheibel. Darüber hinaus ist auch der Olympiastarter und aktueller WM-Dritter Vazha Margvelashvili aus Georgien im Team.
Trotz der großen Erfolge in den vergangenen Jahrzehnten, bleiben die Abensberger bodenständig.
Bundesliga im Süden immer vorn mitmischte, gelang ihnen für 2021 der Aufstieg in die 1. Liga. Dort arbeiteten sie sich kontinuierlich nach vorn und gehen nun als Süd-Sieger in die Finalrunde. In der Mannschaft kämpfen der Georgier Varlam Liparteliani, der bereits sechs WM-Medaillen und eine Olympia-Silbermedaille im Gepäck hat, aber auch Davlat Bobonov, der bei seiner Heim-WM 2022 in Taschkent Weltmeister wurde.
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Akademische Ausbildung und Berufserfahrung
Manuel Scheibel ist nicht nur im Judo erfolgreich, sondern auch in seinem Studium. Er strebt eine Karriere als Bauingenieur an und hat bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt.
Bildungsweg
- Seit Nov 2022: Zert. Tragwerksplaner in der Denkmalpflege, Propstei Johannesberg, Fulda
- Okt 2016 - May 2020: Bauingenieurwesen, TU München
Berufserfahrung
- Seit Jun 2020: Bauingenieur, Tragwerksplaner bei Kugler+Kerschbaum Partnerschaft Beratender Ingenieure mbB
- 2017 - Jun 2019: Werkstudent in der Ingenieurberatung Scharmacher
- Mar 2015 - Sep 2015: Praxissemester bei Kugler+Kerschbaum Partnerschaft Beratender Ingenieure mbB
Seine beruflichen Tätigkeiten umfassen Instandsetzungsplanung von Bestandsgebäuden und Denkmälern, Bauwerksprüfung, statische Analysen und Tragwerksplanung.
Mitglied der Nationalmannschaft
Manuel Scheibel war im Zeitraum von 2010 bis 2020 Mitglied der Nationalmannschaft.
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