Geschichte und Erfolge der Taekwondo Union Linz

Taekwondo ist ein traditioneller koreanischer Kampfsport und zugleich eine moderne olympische Disziplin, seit 1996 olympische und Anfang 2015 auch paralympische Disziplin. Dementsprechend groß ist die Bandbreite des Taekwondo: Sie reicht von der Kampfkunst mit tiefen Wurzeln in der koreanischen Philosophie bis zum attraktiven, dynamischen Wettkampfsport.

Der koreanische Nationalsport wird heute in weit über 200 Nationen organisiert betrieben und ist weltweit, nach der FIFA, der zweitgrößte Weltverband.

Die koreanischen Begriffe „Tae - Kwon - Do“ bedeuten wörtlich übersetzt „Fuß - Faust - Weg“. Damit sind zugleich die wichtigsten Grundbegriffe des Taekwondos genannt: „Fuß“ und „Faust“ stehen für die Techniken: Kicks in allen Variationen, in Bauch oder Kopfhöhe, gedreht, gesprungen, doppelt oder dreifach und Fausttechniken, vor allem Fauststöße zum Angriff und Blocks zur Verteidigung.

„Weg“ hingegen beschreibt die persönliche Entwicklung, die jeder durchläuft, der Taekwondo ernsthaft betreibt: vom Weissgurt zum Schwarzgurt, vom Schüler zum Meister. Dabei geht es um viel mehr, als um sportliche Fortschritte. Wird Taekwondo richtig gelehrt und erlernt, wird es zur Charakterschule.

Geduld, Respekt vor dem Gegenüber, Erkennen der eigenen Schwächen und Stärken, Selbstdisziplin sind nur einige Aspekte, mit denen sich der Sportler im Training auseinandersetzen muss. Durch seine Vielseitigkeit ist Taekwondo für Menschen jedes Alters und mit den unterschiedlichsten Ambitionen attraktiv.

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Ob nun Turniermedaillen im Mittelpunkt stehen, ob Fitness und Körpergefühl verbessert werden sollen, oder Selbstbewusstsein und Selbstdisziplin gestärkt - das Taekwondo-Training kann diese Wünsche erfüllen. Interessierte, die den modernen Kampfsport kennen lernen möchten, sind jederzeit beim Training willkommen.

Erfolge bei Hessenmeisterschaften

Am Samstag, 24. November waren die Wallufer Taekwondoka in Bad Homburg bei den Hessenmeisterschaften Technik am Start. Eine Auswahl von 8 Sportlern durften sich mit den Besten in Hessen vergleichen. Die Teilnahme ist ab 4. Kup/Blaugurt möglich. Auch zwei frisch bebackene „Ersttäter“ waren dabei.

Noemi Prinz und Silas Thomeczek hatten am Donnerstag davor ihre Prüfung zum 4. Kup/Blaugurt erfolgreich abgelegt. Es hagelte nur so Medaillen und am Ende war jeder mit mehrfachen Medaillenrängen geehrt. Den Anfang machten die Jungs -11Jhr., die alle in einer Klasse starteten.

Hier belegte Silas Thomeczek den 1. Platz im Einzel und im Team, Milad Sojudi Ghamnak 1. Platz im Team und 2. Platz im Paarlauf. Im Einzel rutschte Milad mit Platz 5. nur knapp an einer dritten Medaille vorbei. Leo Leukel landete im Einzel auf Platz 3., Team 1. Platz und Paarlauf Platz 3.

Liam Rüger erkämpfte sich bei den Kadetten souverän die Goldmedaille im Einzel und im Paarlauf. Bei den Mädels lief es ähnlich gut. Hier belegte Florentine Waber im Einzel -11Jhr. den 2. Platz und im Paarlauf Platz 3. Noemi Prinz erzielte im Einzel Bronze und Silber im Paarlauf.

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Bei den Erwachsenen, Beate Hiller und Benedict Linz ging es dann am Nachmittag weiter. Während Beate im Team der Damen +31 mit Ihren Partnerinnen den ersten Platz belegte, schaffte sie im Einzel den Sprung aufs Treppchen mit Silber und im Paarlauf ebenfalls 2. Platz. Für Benedict Linz lief es gleichermaßen gut. Er belegte im Einzel Platz 2.

Weiterhin wurden Beate Hiller für 10 jährige ehrenamtliche Tätigkeit für den TKD Verein von der Hessischen Taekwondo Union mit der Ehrenadel in Silber geehrt. Vom Landkreis Fulda bekam sie die Ehrung in Silber für ihre Platzierungen deutschlandweit mit dem Damen Synchron Team überreicht. Rosemarie Föcking erhielt die Goldene Ehrenadel für 25 Jahre Ehrenamt für den Wallufer Verein.

Als Sahnehäubchen erzielte der Wallufer Verein mit 4 Gold, 6 Silber, 3 Bronze den 2. Platz in der Vereinswertung bei den Hessenmeisterschaften 2018.

Teilnahme an Internationalen Deutschen Meisterschaften Poomsae

Am 22. und 23. September reisten 6 Wallufer Sportler in Bordesholm an, um auf der diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaft Poomsae (Formenlauf) ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei der DM war Beate Hiller im Einzel am Start bei welchem sie dieses Mal noch keinen Medaillenrang erkämpfen konnte.

Im Paarlauf zusammen mit Benedict Linz konnte sie das Finale erreichen. Im Synchron der Damen ergatterte sie Edelmetall mit dem 2. Platz. Benedict Linz hatte es in seiner Klasse auch nicht leicht, allerdings schaffte er es dieses Mal ins Finale, was eine gute Verbesserung seiner Leistung darstellt. Im Paarlauf mit Beate erreichte er ebenfalls das Finale.

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Liam Rüger, der erst vor kurzen seinen Dan Prüfung erfolgreich abgelegt hat, war sehr aufgeregt. Leider musste sich der Medaillen Garant im Einzel, durch einen Fehler, der Konkurrenz beugen. Der Nachwuchs zeigte am Folgetag gute Leistungen.

Während Florentine Waber und Leo Leukel das Finale erreichen und hier Platz 8. verbuchen konnten, rauschten Milad Sojudi Ghamnak und Noemi Prinz nur knapp am Finale vorbei. Der Verein gratuliert seinen Sportlern und ist stolz auf die gezeigten Leistungen.

Erfolge bei den Austrian Open in Wien

Zu viert machten sie sich am Wochenende des 26./27. Mai auf den Weg zu den Austrian Open in Wien. Über die vergangenen Jahre hat sich dieses Turnier zu einem der bestbesuchten Turniere in ganz Europa gemausert.

Neben Nationalteams aus ganz Europa, waren auch Teams aus der ganzen Welt am Start. Am ersten Tag des Turniers waren die erwachsenen Sportler an der Reihe. Mit dabei waren aus Walluf Beate Hiller und Benedict Linz. Beate Hiller konnte mit ihren Teamkollegen aus Hessen im Teamwettbewerb eine hervorragende Bronzemedaille erringen.

Im Einzel hat es für sie leider nicht zum Finale gereicht. Im Paarlauf mit Benedict Linz präsentierte sich Beate ebenfalls sehr gut. Mit einem zehnten Platz platzierten sich die zwei im Mittelfeld des europäischen Vergleichs. Benedict hatte in seinem Einzel leider Lospech und musste im ersten direkten Vergleich gegen den späteren Turniersieger aus Holland antreten.

Am Sonntag, dem zweiten Tag des Turners, waren Julius Bakac und Liam Rüger, die jüngeren Sportler aus Walluf am Start. In ihrem Einzel waren die zwei mit ihren elf Jahren, in der Klasse 12-14 Jahre, wieder deutlich die jüngsten. Trotz dieses Nachteils konnten sich die zwei in der ersten Runde sehr gut präsentieren. Beiden gelang der Sprung ins Halbfinale.

Im Halbfinale gaben beide nochmal ihr bestes, aber leider reichte es an diesem Tag nicht für das Finale der besten acht. Für die Zukunft haben beide aber eine sehr gute Perspektive. Julius war zusätzlich noch im Paarlauf mit seiner Paarlaufpartnerin aus Marburg am Start. Mit einer sehr guten Leistung im Halbfinale qualifizierten sich die zwei als 4. für das Finale. Unter anderem waren sie nach dem Halbfinale auch das beste deutsche Paar.

Im Finale gingen die beiden nochmal volles Risiko ein. Alles in allem hat sich für die Sportler das Training der letzten Wochen bezahlt gemacht. Im hochkarätigen Vergleich mit Sportlern aus der ganzen Welt können sie sich sehr gut behaupten.

Weitere Erfolge und Ehrungen

Am Samstag, 17. März reiste eine große Truppe Wallufer Sportler in Rodgau an, um auf dem diesjährigen Hessenkup Technik (Formenlauf) ihr Können unter Beweis zu stellen. Dieses Mal waren wieder einmal 16 Sportler in verschiedenen Disziplinen mit von der Partie. Auch der Nachwuchs mit neuen Gesichtern war zum Teil erstmals am Start.

Bei den Kadetten belegte Julie Anselmo im Einzel Platz 2. und im Paarlauf zusammen mit Liam Rüger einen überragenden 1. Platz. Liam Rüger überzeugte mit top Leistungen und gelangte im Einzel sowie Paar erwartungsgemäß auf den ersten Platz. Newcomer Emily Kindt lies sämtliche Konkurrenz in LK3 hinter sich und ergatterte den 1. Platz.

Luca Jung, auch neu auf der Bildfläche, gelangte im Einzel bis 11 Jhr. auf den 3. Platz und erzielte im Team die Goldmedaille. Leonard Leukel LK3 schaffte im Team den 1. Platz zusammen mit Silas Thomaczeck und Luca Jung. Leo Koppenhöfer kämpfte sich im Einzel LK3 auf Platz 3.

Maria Moussong landete im Einzel bei den Senioren I in LK2 ebenfalls auf Platz 2. Trainer Beate Hiller und Benedict Linz konnten sich im Paarlauf und im Einzel jeweils den 2. Platz sichern, während Beate im Synchron Team Platz 1. verbuchte. Heinz Jürgens errang im Einzel bei den Senioren +65 die Bronzemedaille.

Sicherlich werden besagte Sportler in der Zukunft noch einen drauf setzen. Die Landestrainerin, welche die Läufe observierte, äußerte sich positiv und bemerkte, dass hier doch viel Potenzial zu finden sei. Dank auch an die Eltern und Fans für die Unterstützung.

Manuel Meier besteht Prüfung zum 4. Dan

Vor Kurzem legte der Weißenthurmer Manuel Meier die Prüfung zum 4. Dan vor Prüfern der World Taekwondo Federation erfolgreich ab. Herr Meier begann seine Kampfsportkarriere bereits vor dreißig Jahren in der damaligen DDR mit Ringen und wechselte dann 1997 zum Taekwondo-Leistungssport.

Bereits als Jugendlicher belegte Meier erste Plätze bei Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene. 2007 und 2008 gewann er dann die Deutsche Meisterschaft sowie WM-Bronze (2007) und -Silber (2008). 2009 beendete er dann seine aktive Laufbahn um sich ausschließlich auf seine Trainerlaufbahn zu konzentrieren.

Nach einigen Stationen als Cheftrainer in Rheinland-Pfalz und Sachsen trainiert er nun seit April 2018 die Leistungsabteilung der DJK-Andernach. Herr Meier besitzt die Trainer B und Trainer C Lizenz Taekwondo des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die Internationale Coach-Lizenz der Word Taekwondo Federation und ist nun mit dem 4. Dan der World Taekwondo Federation sowie der Deutschen Taekwondo Union e.V. der einzige rheinland-pfälzische Taekwondo Großmeister unter 40 Jahre.

Auf seinen 4. Dan bereitete sich Meier über drei Jahre gewissenhaft vor. Die mehrstündige praktische und theoretische Prüfung beinhaltete die Schwerpunkte Formenlauf, olympischer Freikampf/Vollkontakt, Selbstverteidigung und Bruchtest.

Als zusätzlichen Theorieteil musste der Prüfling eine schriftliche Arbeit mit dem Thema „Ernährung im Kampfsport“ beim Welt Taekwondo Verband einreichen. Da der 4. Dan auch als Lehrergrad bezeichnet wird, war die Lehrbefähigung des Prüflings von ausschlaggebender Bedeutung.

Seinem Verein - die „SG DJK 1909 e.V. Andernach - Manu’s Taekwondo“ - steht er nach wie vor als Übungsleiter zur Verfügung und wird seine langjährige Erfahrung als Leistungssportkoordinator des Landesfachverbandes, Landestrainer und Trainer des Landesstützpunktes an seine Schüler weitergeben.