Taekwondo beginnen mit 40: Ist das möglich?

Ein Freund möchte in der ITF Taekwondo-Schule anfangen, in der auch ich trainiere. Er ist allerdings schon 40 Jahre alt und hat deswegen Bedenken.

Bedenken und Realität

Besonders deswegen, weil er sagt, dass er in seinem Alter nicht mehr die Gelenkigkeit wie die Jüngeren aufbauen kann. Er hat auch Angst vor Verletzungen durch sein Alter.

Ich weiß allerdings, dass bei vielen Taekwondoin die Meinungen zum Thema "Taekwondo anfangen ab 40 Jahren" sehr auseinandergehen.

Wenn er "sportgesund" ist, spricht nichts dagegen. Auch "Beweglichkeit" als Voraussetzung für TKD wird überbewertet.

Ich sehe da kein Problem, solange er gesund ist. Wir haben auch Anfänger, die 40 oder älter sind.

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Was Taekwondo bietet

Taekwondo soll Spaß machen, den Körper in Schuss halten, und man sollte sich nach einer gewissen Zeit verteidigen können. Hohe Kicks und Beweglichkeit sind kein Muss dafür.

Auch die Formen sind kein Problem bis Schwarzgurt. Taekwondo besteht nicht nur aus Kicks, sondern bietet eine große Anzahl an Handtechniken.

Erfahrungen anderer Kampfsportler

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen: Ich habe auch erst mit über 30 begonnen, Kampfsport zu betreiben und kann es nur empfehlen.

Es wäre sicher gut, vorher ein paar Probetrainings zu machen, um zu schauen, ob einem der Stil und die Schule liegt (ich habe dies damals so gemacht).

Darüber hinaus hatte ich im Vorhinein Stile ausgeschlossen, für die Aspekte wie sehr hohe Beweglichkeit (zum Beispiel Taekwondo mit seinen vielen hohen Tritten) wichtig sind. Das entscheidet aber natürlich jeder für sich selbst.

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Woher ich das weiß: eigene Erfahrung - 35 J. Gitarre, 13 J.

Ich war noch älter, als ich mit dem Boxen angefangen habe. Eigentlich ist man in dem Alter noch in fast allen Kampfsportschulen bzw. -vereinen als Anfänger gerne gesehen.

Organisation des Trainings

Die Frage ist dann schon eher, wie sich die Trainingsstätte organisiert. Mancherorts trainieren Jung und Alt gemeinsam, was manche Kunden ok finden, andere wieder nicht.

In manchen Trainingsstätten gibt es für bestimmte Altersgruppen spezielle Trainingsstunden. Bei uns in der Kampfsportschule gibt es eine reine Kindergruppe, aber ab einem gewissen Alter trainierten wir alle gemeinsam.

Wobei es im Training fast nur Leute über 20 gibt. Manchmal haben Kinder und Senioren separate Kurse.

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Das kommt aber immer auf die Sportart an. Kannst immer anfangen, aber alle ab etwa 16+ Jahre kommen meist in einen Topf. Habe ich bei 2 versch. Kursen erlebt.

Probetraining und Anfängerkurse

Viele Vereine bieten ein "kostenloses" Probetraining an, einfach mal hingehen und fragen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich neue Leute im Training sehe, unabhängig des Alters.

Oftmals gibt es designierte Anfängerkurse.

Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist ein koreanischer Kampfsport. Der Begriff steht für Fußtechnik (Tae), Handtechnik (Kwon) und dem geistigen Weg (Do). Die Techniken im Taekwondo sind sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, Es ist ein System der waffenlosen Selbstverteidigung.

In einer dem Laien verständlichen Fassung lässt sich Taekwondo als Kampfkunst interpretieren, deren System von variationsreichen Techniken mit allen Teilen der Hände, Arme, Beine und Füße erlernt wird und die damit in erster Linie der Persönlichkeitsentfaltung des einzelnen dient.

Um mit dem Taekwondo-Training zu beginnen sind weder Vorkenntnisse in anderen Sportarten noch besondere Beweglichkeit oder ein bestimmtes Alter Voraussetzung.

Die körperliche Beweglichkeit und das Bewusstsein entwickeln sich beim Üben. Taekwondo ist also für Menschen jeden Alters und Geschlechts geeignet.

Taekwondo ist für alle Altersstufen zwischen 7 - 60 Jahren (oder noch älter).

Das Erlernen von Taekwondo im höheren Alter zwischen 30 und 40 Jahren sollte jedoch nach einer gründlichen sportärztlichen Untersuchung beginnen (zur Vorsicht).

Vorteile des Kampfsports

Kampfsportliches Kindertraining ist äußerst vielseitig. Es fördert die Ausdauer der Kinder, ihre Kraft, Schnelligkeit, ihre Reflexe, ihre Koordination und ihre Konzentrationsfähigkeit.

Neben den körperlichen Vorzügen koordinativ anspruchsvoller Bewegungen kommen auch noch Respekt, Etikette, Höflichkeit und der Selbstverteidigungsaspekt hinzu.

Bei uns trainieren Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Leistungsstands zusammen in einer Gruppe, sodass Anfängerinnen und Anfänger von den höheren Gürtelträgern lernen können.

Kampfsport, so wie wir es betreiben, stärkt das Selbstwertgefühl, was sich positiv auf das Sozialleben und die schulischen Leistungen unserer Schüler auswirken kann.